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Der Traum als Hilfe zur Entscheidungsfindung
von Klausbernd Vollmar, Dipl.Psych & Autor
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Problemlösung im Alltagsleben
Träumen stellt die wichtigste, aber die am wenigsten beachtete Art der Problemlösung im menschlichen Leben dar. Bei der gewohnten Entscheidungsfindung verlässt man sich auf Fakten und deren logische Ordnung. Durch diese Verhaltensweise kommen wir zu Lösungen, die vereinfachen und an der Realität vorbeigehen. Speziell in Stresssituationen zeigen wir wenig emotionale Intelligenz, da wir wenig auf unsere Gefühle achten. Mit der Traumarbeit wird das verändert. Sie führt die Gefühle in den Arbeits- und Entscheidungsbereich ein.
Wie unsere Psyche Probleme löst:
PROBLEMLÖSUNG IN DER SYMBOLISCHEN SPRACHE DES TRAUMS:
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TAGESBEWUSSTSEIN
neigt zur Erstarrung, Einengung der Sicht
ÜBER-ICH
sogenannte bewährte, konventionelle Lösungen
ICH
das Ich verbündet sich häufig mit dem Über-Ich und unterstützt deshalb die konvertionellen Lösungen
zwischen Tag- und Nachtbewusstsein besteht eine Wechselwirkung
NACHTBEWUSSTSEIN (TRAUM)
beweglich und plastisch, Erweiterung der Sicht
UNBEWUSSTES
persönliches Unbewusstes(Freud)
neue Sichtweisen entstehen aus den Erfahrungen und Gefühlen
Kollektives Unbewusstes (Jung)
neue Sichtweisen entstehen aus dem überpersönlichen Bereich
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Der Traum stellt eine vernachlässigte Perspektive der Probleme dar, mit denen wir uns beschäftigen. Da der Traumgenerator in uns keine eigene Sprache besitzt, benutzt er den Tagesrest, um neue, ungedachte Lösungen zu bieten. Freilich werden diese Lösungen nicht in unserer gewohnten Sprache ausgedrückt. Der Traum drückt sich in Symbolen aus. Symbole besitzen den Vorteil, komplexe Sachverhalte auf unterschiedlichen Ebenen in knapper Form auszudrücken.
Wer in der Sprache seiner Träume zu Hause ist, dessen Wahrnehmung wird im Alltagsleben beweglicher, wodurch Probleme differenzierter erfasst und Problemlösungen kreativer werden.
Problemlösungensstrategien:
TAGESBEWUSSTEIN
Problem => Logik => Lösung
eindimensionale Lösungen, die zur Starrheit neigen
NACHTBEWUSSTEIN
Problem => Symbol => Lösung
Intuition
multidimensionale Lösungen, die sich flexibel der Situation anpassen;
das Problem wird zur Chance
Probleme entstehen dadurch, dass man mit erstarrter Sichtweise auf die herausfordernde Situation schaut und gewohnte Verhaltensweisen ausprobiert. Eine neuartige Sicht der Situation schafft neue Strategien zur Auflösung des Problems. Auf diese Weise kann die Krise durch den symbolischen Blick des Traums zur Chance werden.
Im Traum spricht das Höhere zu uns. Von einer höheren Dimension aus kann man ein Problemfeld überblicken und mehr Zusammenhänge erkennen. Es gibt eine Instanz in uns, die unserem Tagesbewusstsein weit überlegen ist und es sinnvoll ergänzt. Arbeite ich mit dem Traum zur Lösung schwieriger Probleme, suche ich das Positive und Neue, das uns der Traum bietet.
Traumhafte Lösungen:
WEIBLICHE CODIERUNG
unterbetont in unserer Gesellschaft
Traumwelt/verdrängte Sicht der Realität
Unbewusstes
Anima (Verströmung)
komplexe Problembetrachtung
umkreisend
Synthese
Intuition
MÄNNLICHE KODIERUNG
überbetont in unserer Gesellschaft
„Realität“
Bewusstsein
Animus (Erstarrung)
lineare Problembetrachtung
zielgerichtet
Analyse
Logik
TRAUM
unterstützt die unterbetonte weibliche Sicht
mehr Sinn
größerer Blickwinkel => größerer Überblick
Neuordnung der Elemente
neue Gewichtung des Problems
neue Darstellung des Problems
Lösung
neue Sichtweise => neues Problembewusstsein
elegante Lösung (Kuss der Muse)
Durch seine komplementäre Funktion setzt der Traum das in Szene, was wir bewusst nicht sehen. Ein Beispiel stellt der Verfolgungstraum dar. Was uns verfolgt, möchte gesehen werden. Es rennt uns hinterher, um beachtet zu werden. Wovor wir im alltäglichen Leben die Augen schließen, kehrt im Traum zu uns zurück. Wenn wir nur Gewohntes wahrnehmen, Probleme vereinfachen und in bekannten Bahnen denken, dann weisen unsere Träume die Tendenz auf, das Ungewohnte und Neue, das Komplexe und Weite in Szene zu setzen, um uns den rechten Weg zu zeigen. Unsere Träume bringen uns in die Ganzheit, da sie uns Bereiche vorstellen, die wir tagsüber nicht sehen wollen.
Diese komplementäre Wahrnehmung der Situation lockert unsere erstarrte Sichtweise, wodurch wir mit einem erweiterten Bewusstsein das Problem in einem komplexeren Zusammenhang erkennen und uns einfache und elegante Lösungen geboten werden. In der anschaulichen Sprache der griechischen Klassik nannte man dies den Kuss der Muse.
Klausbernd Vollmar, Cley/Norfolk
Vortrag in Kooperation mit der Stadtbibliothek Oldenburg am 27.2.2002 um 19.30 Uhr in der Peterstraße 3 in Oldenburg
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