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Aufstellungsarbeit in der Einzelsitzung
von Antje Moritzen (HP)
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Familienstellen als Einzelarbeit – die Quadratur des Kreises? Das übliche “Setting” des Familienstellens sieht ja bekanntermaßen so aus: Der Klient stellt im Rahmen eines Seminars sein Anliegen auf. Dazu wählt er aus den übrigen Seminarteilnehmern die Stellvertreter aus und stellt sie auf.
Es gibt aber gute Gründe, das Familienstellen nach Hellinger in der Einzelarbeit anzuwenden. Die Gruppensituation stellt für manchen Teilnehmer gleich in mehrfacher Hinsicht eine starke Stress-Situation dar. Die Ungewissheit, was da auf ihn zukommen mag, die Frage, ob die Situation für ihn beschämend sein wird, Angst vor Ablehnung durch die Gruppe oder den Gruppenleiter, u.v.m. Hier kann einerseits das Erleben “Ich habe mich in meiner Not offen gezeigt, und die anderen haben mich so angenommen” sehr heilsam sein, diese Situation kann aber im Einzelfall auch als Überforderung oder neues Trauma erlebt werden. Vielleicht habe ich auch schon eine Aufstellung gemacht und es tauchen später noch Zusammenhänge auf, die im kleineren Rahmen angeschaut werden können. Vielleicht ist es auch im Einzelfall wichtig, erst im persönlichen Kontakt Vertrauen aufzubauen, oder es gibt andere Hindernisse, die eine Seminarteilnahme sehr erschweren.
Formen der Einzelarbeit
In der Einzelarbeit gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann ich statt der lebenden Stellvertreter Symbole benutzen, die dann im Raum “aufgestellt” werden. Das können z.B. Schuhe sein, Papierblätter oder Kissen. Der Therapeut nimmt nun nacheinander diese Positionen ein und ist sozusagen abwechselnd Stellvertreter und Aufsteller. Das klingt komplizierter als es wirklich ist. Bei Bedarf kann auch der Klient sich auf diese Positionen stellen und sich dort einfühlen. Das kann zu überraschend neuen Sichtweisen führen. Das weitere Vorgehen ist entsprechend wie in der üblichen Aufstellung.
Ich kann aber auch Elemente der Aufstellung in der eigenen inneren Vorstellung anleiten (z.B.:“Stell Dir vor, Du siehst Deinen Bruder vor Dir stehen..., wie schaut er Dich an?...). Beides kann zu ebenso guten Lösungen führen wie eine “normale” Aufstellung. Die Einzelarbeit kann so Vorbereitung, Wegbereitung oder “Nacharbeit” sein, vielleicht aber auch schon die ganze Lösung bringen.
Grenzen der Einzelarbeit
Die Seele ist überraschend flexibel. Dennoch gibt es natürlich Grenzen. Großfamilien stellt man besser in der Gruppe auf, ebenso sehr komplexe Situationen. Die Entscheidung kann hier immer erst im Einzelfall getroffen werden.
Info: Antje Moritzen, HP, 3-jährg. Ausbildung in Familienstellen nach Hellinger (Stark Institut Bremen). Praxis für Gesundheit u. systemische Lösungen, Tel. 0441-9736194.
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