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Wortwelten

Auf halbem Weg zum Gipfel der Erleuchtung

Marina Caplan

Dieses Buch ist eine Offenbarung! Nicht nur für einen selbst (man findet sich in so mancher “Falle” wieder), sondern auch angesichts von Invasionen “Erleuchteter”, die überall “Satsangs” geben, kommt dieses Buch wie die lang ersehnte Antwort auf die Frage: Wie kann es angehen, dass allein in Deutschland jede Menge Satsanggeber herum schwirren, wo doch große Weise immer wieder gesagt haben, dass wahrhaft Erleuchtete so selten sind wie die Nadel im Heuhaufen?!
Nun – Mariana Caplan greift in ihrem Buch die diversen Fallen auf, in die man stolpern kann auf seinem spirituellen Weg. Sie hat zu diesem Thema jede Menge
namhafte spirituelle LehrerInnen studiert bzw. befragt, wie Llewellyn Vaughan-Lee, Philip Kapleau Roshi, die Grofs, Georg Feuerstein u.v.m., und so finden sich wunderbare Zitate zum Thema.
Zunächst trägt sie zusammen, was zum Thema Erleuchtung gesagt worden ist. Als nächstes befasst sie sich mit der nützlichen Rolle des Ego, denn nach Auffassung vieler Lehrer ist nur ein starkes Ego überhaupt in der Lage, etwas loszulassen, denn was soll es “opfern”, wenn es gar nichts zu opfern gibt? Dann befasst sie sich mit sogenannten mystischen Erfahrungen (z.B. Kundalini, Glückseligkeit, Klarheit usw.) und der Verwechslung dieser Phänomene mit Erleuchtung. Sie zeigt auf, mit welchen subtilen Tricks das Ego arbeitet, um uns vorzugaukeln, jetzt hätten wir “es” geschafft. Gleichzeitig weist sie aber auch darauf hin wie wichtig diese Erfahrungen sind, um überhaupt einen Einblick in die “andere Welt” (die ja letztlich die eigentliche, wahre ist) zu erlangen. Nur geht es immer wieder darum, alles loszulassen, eben auch
“wundervolle” Erfahrungen; sie als das zu nehmen, was sie sind und weiter zu gehen. In einem weiteren Kapitel befasst sich Caplan mit den Risiken mystischer Erfahrungen, wie z.B. spirituelle Krisen (die Erfahrung der Kraft spiritueller Energien und das Unvermögen, diese zu integrieren, was im ungünstigsten Fall in der Psychiatrie enden kann), oder spirituelle Abhängigkeit, die sich nicht unterscheidet von Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Daher sei die Schaffung eines Kontextes wichtig, in dem spirituelle Erfahrungen gemacht werden können. Das nächste Kapitel steht unter der Überschrift “Spiritueller Materialismus”, den Reginald Ray wie folgt
definiert: “Das Benutzen der Spiritualität zur Befriedigung des Ego.” Caplan sagt, dass die Gefahr aller mystischen Erfahrungen darin liegt, dass sie vom Ego selbst hervorgerufen und in ein Material umgewandelt werden, die das Ego für seine eigenen Zwecke nutzt. So wie manche Menschen im materiellen Bereich
“Werte” sammeln, um sich besser darstellen zu können, so gibt es im spirituellen Bereich jede Menge Menschen, die ebendies nur auf die spirituelle Ebene verlagern, das “spiritualisierte Ego”. Weitere Themen des Buches sind: die spirituelle Sackgasse, die Überheblichkeit des Ego, der “innere Guru” und andere Binsenweisheiten, Macht und Korruption.
Im letzten Drittel befasst Caplan sich ausführlich mit den Möglichkeiten der Vermeidung von Gefahren auf dem Weg, mit Ernüchterung, Demut und dem Beginn des spirituellen Lebens.
Ulrike Plaggenborg
268 Seiten, 19,50 Euro, Verlag ViaNova


Wortwelten

mit Spiralbindung im Königsfurt Verlag

Bewusster Leben 2003 - Spiritueller Wochenkalender

Im Königsfurt Verlag erscheint auch für das Jahr 2003 wieder der inspirierende Wochenkalender “Bewusster leben”. Er beeindruckt durch die Auswahl wunderschöner Fotos und Texte. Im DIN A 5-Format enthält der Kalender
aufgeschlagen jeweils eine Seite mit einem Foto sowie dem (kurzen) Text und auf der anderen Seite das Wochenkalendarium. Hier ist jeweils eine passende Grafik unterlegt, und es bleibt genug Platz für Notizen und Einträge, so dass der Kalender durchaus auch zum Arbeiten geeignet ist. Er wird ergänzt durch die Ferientermine, die wichtigsten Mondphasen und vieles mehr.
Die Fotos stammen von sechs “spirituellen Weltreisenden”, die sich seit langer Zeit sowohl mit dem Fotografieren als auch mit Spiritualität befassen. Die Texte, und das ist eben das Besondere an diesem Kalender, sind sorgfältig ausgewählt und stammen von so bekannten Autoren/ Weisen wie Aurobindo,
Rumi, Sogyal Rinpoche, Poonja, Wilber und vielen mehr.
So freut man sich auf jede neue Woche in der Erwartung eines weiteren schönen Bildes und eines besinnlichen Textes.
Ulrike Plaggenborg


Wortwelten

von Andy Goldsworthy

Sommerschnee

Wer denkt schon am 21. Juni an den Winter? Eigentlich keiner. Um so überraschender macht sich da doch ein riesiger Schneeball aus. Im Jahr 2000 geschah das an 13 Örtlichkeiten in London. Bei einer Größe bis zu 1,5 m Durchmesser sahen sich die Londoner diesen Schneebällen gegenüber. Teils auf Bürgersteigen, auf Straßen, in Parks und an anderen Stätten lagen die großen Schneebälle. Über Nacht waren alle sozusagen heimlich positioniert worden. Wer möchte nicht im Sommer Schnee fühlen, die kalte Oberfläche an der Hand spüren, das Schmelzen unter der warmen Hand?
Natürlich hatte Goldsworthy wieder etwas besonderes in jedem Schneeball eingebaut: Esche, Kastanie, Kiefer, Holunder, Buche, Stacheldraht, Gerste, Alteisen, Kuh, Schaf, Krähe, Kieselsteine, Kreide und roter Stein. Diese Materialien blieben als einziges sichtbar zurück; das Wasser floß ja ab, wobei der rote Stein das Wasser blutrot färbte.
Mit 280 Abbildungen legt hier der Zweitausendeins Verlag einen wunderschönen Bildband vor, der die Entstehung (das Werden), die Begegnung (mit den Menschen) und das Schmelzen (das Vergehen) aufzeigt. In diesem Band sprechen jedoch mehr die Fotos für sich, als meine Beschreibung. Schauen Sie hier einmal hinein, Sie können sich an den Bildern wirklich erfreuen!
Wasser in der festen Form geht über in Flüssigkeit und verdampft irgendwann wieder um als Regen/Schnee wiederzukommen.


























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