Logo Achtsames Leben

Sehwelten

Gregor Gysi und Thich Nhat Hanh im Gespräch über Buddhismus, Sozialismus und die Frage nach dem Glück

Glück ist die Freiheit von Vorstellungen

Video, 99 Minuten, 28,- €

Im Sommer 2001 kam es in Berlin zu einem Treffen von zwei seit langem gesellschaftlich engagierten Menschen. Während Gregor Gysi als Mitglied der PDS, zeitweiliger Bundestagsabgeordneter und Senator für Kultur sich direkt dem politischen Alltagsgeschäft widmet, wirkt der aus Vietnam stammende buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh auf andere Weise. Schon mehrfach sprach er auf Deutschen Kirchentagen und führte Achtsamkeitstage mit Politikern in den USA durch. Er leitet Retreats in aller Welt und hat mittlerweile mehr als 50 Bücher geschrieben, die in viele Sprachen übersetzt wurden.

In ihrem Gespräch geht Gregor Gysi davon aus, dass wir um eine ‘soziale Angleichung’ nicht herumkommen, dass wir unseren Reichtum teilen, dass wir mit weniger auskommen müssen. Doch weder die kapitalistische noch die marxistische Ideologie könne dies den Menschen schmackhaft machen. Dass wir bescheidener werden müssen, der Natur nur soviel entnehmen dürfen, wie wir ihr zurückgeben: Dass weniger mehr ist, ein Mehr an Freiheit, können offenbar nur Religionen glaubhaft vermitteln.

Thich Nhat Hanh freilich macht deutlich, dass religiöse Unterfütterung, gar eine spirituelle Erneuerung von Politik erst dann gelingen kann, wenn Politiker nicht mehr nur Ideen verkünden, sondern auch sich selbst, ihr Verhalten, ihren hektischen Lebensstil ändern. Sie müssen selbst die Ideale verkörpern, in deren Namen sie agieren. Er fordert die Politker auf, innezuhalten und sich und ihre Situation tief anzuschauen. Vor allem anderen müssten sie lernen, sich von allen Standpunkten und Ansichten frei zu machen: „Die höchste politische Ansicht ist es, keine Ansicht zu haben!“

Der Verein „Achtsamkeit in Oldenburg“ zeigt die Videoaufzeichung des 99-minütigen Gesprächs zwischen Gregor Gysi und Thich Nhat Hanh am Mittwoch, den 18.2.2004 um 19.30 Uhr im PFL-Kulturzentrum in Oldenburg. Eintritt: 4,- Euro (erm. 3,- Euro)

Manfred Folkers

-- nach oben --