|
|||||||||
Wortwelten
von Andreas GigerJ. Kamphausen Verlag, 237 Seiten, 22,50 €Seit einiger Zeit wächst das Interesse an der Zukunft wieder. Im esoterischen Bereich kursieren jede Menge gechannelte Durchsagen von diversen Medien, die nähere und fernere Zukunft der Menschheit und des Planeten betreffend. Allenthalben ist von einem entscheidenden Bewußtseinssprung der Menschheit die Rede. Dann gibt es natürlich die Zukunftsforscher, die sich mit Trends des sogenannten Mainstreams befassen (Mode, Zeitgeist etc.). Im vorliegenden, sehr interessanten Buch geht Andreas Giger das Thema mehr aus sozialwissenschaftlicher Sicht an, mit dem besonderen Schwerpunkt “künftiges Bewußtsein”. Er geht davon aus, dass es nicht nur eine biologische Evolution gibt, sondern eben auch eine des Bewußtseins. Zunächst zum Begriff “Bewußtseins-Elite”: Giger hat ganz bewußt diesen Begriff gewählt, denn es ist ja gerade noch nicht der große Teil der Bevölkerung, der sich mit solchen Fragen beschäftigt, sondern ein relativ kleiner Teil. Gleichwohl sind es mit ca. 10% der Bevölkerung doch schon mehr als man denkt, Tendenz steigend. “Elite” auch deshalb, weil ein relativ hoher Bildungsgrad sowie eine bestimmte Einkommensgrundlage ebenfalls ein gemeinsames Element dieser Gruppe ist. Ein gewisser materieller und geistiger Raum scheint Vorbedingung zu sein dafür, dass man sich mit Fragen der Bewußtseinsentwicklung befasst. Diese “Elite” hat nichts zu tun mit “besser als..” oder “mächtiger als..” oder womöglich “auserwählte..”. Die Bewußtsein-Elite stellt sozusagen einen Sensor da, der in der Tiefe schlummernde Trends zuerst wahrnimmt, sie sichtbar macht und schließlich weitergibt. Andreas Giger hat vor ca. 10 Jahren ein Netz geschaffen, das SensoNet (www.senso-net.org), das ein gutes Instrument ist, um so spezifisch wie möglich mittels Umfragen zu erforschen wohin die Reise geht. SensoNet wird mehrmals jährlich online befragt. Hatten sich die Umfragen anfänglich noch mehr mit eher praktischen Fragen wie z.B. der Zukunft der Mobilität oder der Hautpflege befasst, so kristallisierte sich mit den Jahren heraus, dass Fragen, die sich mit Werten und Wertewandel befassen, immer wichtiger wurden. Im Buch werden u.a. folgende Fragestellungen dargestellt: Megatrend Individualisierung, vom Lebensverwalter zum Lebensgestalter, von Geld zu Geist, Lebensqualität als Maßstab und Leitwert, Reife und Weisheit als Fernziel von Bewußtseins-erweiterung. Ein weiteres Beispiel ist das Thema Zeit-Orientierung. Da waren die Fragen: “In welchem der folgenden Zeiträume leben Sie vor allem? Wie ist das heute, wie war es vor zehn Jahren, und wie wird es in zehn Jahren sein?” Als Antworten waren nicht nur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft angegeben, sondern auch der Begriff “Fließzeit”, den Giger als ein Zeitgefühl definiert, das alle drei Zeiten umfasst, zwischen denen man sich je nach Bedarf hin und her bewegt, “in dem die Grenzen zwischen gestern, heute und morgen fließend sind”. Fast zwei Drittel von SensoNet sagen, sie lebten heute “ganz entspannt im Hier und Jetzt”. Im übernächsten Jahrzehnt jedoch wird die Fließzeit als Basis-Zeit gwählt werden. Unsere Zeit-Orientierung und unser Verhältnis zu den Dimensionen der Zeit wird bewusster, intensiver, integrativer. Ulrike Plaggenborg
Wortwelten
Um was geht’s denn wirklich?Jhana Verlag, 203 Seiten, 14,- €Im neuen Buch aus dem Jhana Verlag, “Um was geht’s denn wirklich? Fragen an Ayya Khema zur buddhistischen Praxis im Alltag”, hat Herausgeberin Traudel Reiß Originalfragen an Ayya Khema mit den entsprechenden Antworten aus verschiedenen Meditationskursen in fünf Themenbereichen zusammengestellt. Ayya Khema antwortet auf lebensnahe Fragen wie zum Beispiel, was denn zu tun ist, wenn ich allmorgendlich mit einer pessimistischen Stimmung aufwache, auch wenn der Abend zuvor mit Glück und Freude erfüllt war. Oder was zu tun ist, wenn einem das Verhalten eines Arbeitskollegen nicht paßt – soll es diesem ins Gesicht gesagt werden oder besser liebende Güte für ihn und sich selber praktiziert werden? Oder was soll ich aus buddhistischer Sicht tun, wenn ich mich in einen verheirateten Mann mit Familie verliebt habe und er sich in mich? Es ist spürbar, daß die Fragen aus der Intensität von Meditationskursen heraus gestellt wurden, wodurch beim Lesen eine besondere Verbundenheit entsteht. Ebenso persönlich ansprechend sind die Antworten von Ayya Khema, die sehr konkret den Weg bei alltäglichen wie tiefer greifenden Lebenssituationen weist. Die Antworten, so direkt und pragmatisch sie sich auf die einzelnen Fragen beziehen, bündeln durchgängig die einfachen Wahrheiten der Buddha-Lehre, das “um was es wirklich geht”. Gäbe es “Buddhistische Lebenshilfe”, so könnte das spannend zu lesende Buch gerne so bezeichnet werden. Barbara Seipp
Wortwelten
Das Ouzo-OrakelEichborn Verlag, 545 Seiten geb. 24,90 €Zwei Dinge gleich vorab: Dies ist kein Buch über Orakel, weder Gummibärchen noch sonst eines zum Selbermachen! Und das Zweite: Dies ist ausschließlich ein Buch für FreundInnen des kunstvoll gebildeten sowie verschachtelten und verschnörkelten Satzbaus. Und für Griechenland- LiebhaberInnen. Dabei hat es so gut wie keine Handlung, sondern ist im Wesentlichen eine Zustandsbeschreibung einer kleinen verschworenen „Mehr-oder weniger-Aussteiger- Gruppe“ (Bodo, Manu, Karin, Sven – genannt Zen- Zwen...) im nordgriechischen Kouphala. Mit Verlaub: Dieses Buch ist genial geschrieben und stellenweise so humorvoll und lustig, dass ich oft lauthals loslachen musste! Ein wunderbarer Spiegel ist dieses Buch für Menschen im mittleren Alter, die versuchen, ihre Träume zu leben und nicht nur ihr Leben zu träumen. Doch zunächst zur sparsamen Handlung: Etliche erotischchaotische Jahre und unglaubliche Saufexzesse liegen hinter Bodo Morten. Frank Schulzens Held trinkt nicht mehr, hält sich von der Frauenwelt fern und lebt eremitisch in einer Villa an der griechischen Küste. Mit einem ausgefeilten Stundenplan, viel Schwimmen, Meditieren, Dichten und Gymnastik, hat er sich in fünf Jahren ein Korsett für den Tag gebaut, das ihn schützen soll. Bis jetzt hat alles geklappt. Doch dann taucht plötzlich Monika Freymuth auf, Mortens Jugendliebe,seine Schützenprinzessin. Das Kartenhaus beginnt, ganz langsam zu kippen ... „Das Ouzo- Orakel“ ist Teil drei der Hagener Trilogie. Bereits 1991 ließ Frank Schulz seinen Helden Bodo Morten gemeinsam mit Jugendfreunden durch Hamburger Kneipen ziehen. Die Geschichte von den Post-68ern, die nicht erwachsen werden wollen, wurde Kult. Was „Das Ouzo- Orakel“ zur Krönung der Trilogie macht, ist die wirklich ans Herz gehende Rückblende in die Kindheit. Bodo und Monika: für einen Tag Prinz und Prinzessin, ehe die Barschheit des Lebens alles zunichte macht. Für fünf Liter Ouzo kauft der Held sich ein Orakel... Und gerade weil das Buch so speziell ist (Gerhard Henschel schrieb über Frank Schulz: „So hätte Arno Schmidt geschrieben, wenn er nicht bescheuert gewesen wäre...”), hier eine Leseprobe über das Lachen von Karin: „Denn zunächst stieß Karin – gleich einer Löwin den Kopf nach hinten werfend – ein Quarren aus, ein kehliges Harrh, welches unmittelbar ins Geräusch eines Dudelsacks überging, der aus dem letzten Loch pfeift. Sobald die Atemböe unter den höchsten Zwerchfelldruck geriet, drang ein Schnarren aus der Luftröhre. Sven übte sich in Duldungsstarre, hypnotisiert von dem bebenden Zäpfchen tief drunten in Karins Schlund. In seiner Miene spiegelten sich abwechselnd geheuchelte Mitfreude und echte Betrübnis wider, verknüpft durch Wangenzuckungen – desto heftigeren, je näher Karin dem Lungenvakuum rückte. Denn die Stille während jener Krampfpantomime, das war der schlimmste Moment bei diesen Attacken. Sicher, danach würde die Furie, indem sie den Schock der Pointe verwand (die ihm auf ewig schleierhaft bleiben würde), das Dreifache an Atü aufbieten. Dann würden ihre Stimmbänder peitschen wie Teppichklopfer... Anlässlich eines Gelächters von solchem Schlage hatte Freud einst die Kastrationsangst entdeckt.” Undsoweiter... Ach ja, am Ende des Buches ist unser Held wieder da, wo er in Band 1 auch schon war! Sagen Sie später nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt! Peter Jaruschewski
Wortwelten
Gespräche mit Erzengel Michael. Band 4: HerzensflügelKamasha Verlag, 300 Seiten, 18,- €Im Kamasha Verlag erscheint der vierte Band der Buchreihe: ”Gespräche mit Erzengel Michael”. Die Buchreihe gibt die Dialoge wieder zwischen einer Gruppe von Menschen, die Fragen an die geistige Welt stellen, insbesondere an Erzengel Michael. Natara channelt hierbei die Aussagen und das Licht der geistigen Welt. In diesem Band beglücken die Engel und Meister die Leser mit dem Wissen der Erleuchtung. Es geht um Samadhi, um einen Zugang zur eigenen Seelenkraft, zur eigenen Klarheit und zur Verwirklichung der göttlichen Vision auf Erden. Weiterhin sind die wichtigen Themen dieses Buches die Achtsamkeit sich selber und anderen gegenüber; die Kraft der Liebe; die vollkommene Präsenz sein, die Heilung bewirkt; das Vertrauen in Gott und das Loslassen all dessen, was uns manchmal hindert, in der Erleuchtung des Herzens, in der Glückseligkeit zu bleiben. Maria und Erzengel Michael berühren den Leser mit dem Wissen um erfüllende Beziehungen, die Beziehung zu sich selbst, zu Gott und zu einem Partner. Die Hintergründe der Vogelgrippe erklärt Franz von Assisi. Das Buch ist energetisch so aufgeladen, dass die Kraft und Liebe der gechannelten Aussagen für den Leser erfahrbar wird, wenn er sich damit verbindet. Freude und Licht sind in dem Buch überall gegenwärtig.
|
|||||||||