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Mein Geld und Ich –

Wie Achtsamkeit unsere Beziehung zum Geld klären und transformieren kann

von Dr. Kai Romhardt

Das Thema Geld ist in aller Munde. Die Bankenkrise hat unser Denken über Geld und Finanzen, aber auch über die Wirtschaft als Ganzes verändert. Wir erleben einen Bruch im kollektiven Selbstverständnis dessen, was Wirtschaft ist, was Wirtschaft darf, was Wirtschaft kann. Wir sehen auch, dass wir es sind, die mit unseren Ideen und Entscheidungen diese Wirtschaft geschaffen haben und täglich neu schaffen. Wir sind die Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, unsere persönliche Beziehung zum Thema Geld zu beleuchten und zu überprüfen.
Die Erfindung des Geldes hatte einen fundamentalen Einfluss auf unsere Gesellschaft und Kultur. Geld ist weit mehr als nur ein universelles Tausch- oder Aufbewahrungsmittel. Geld durchdringt unsere geistige Welt - unser Innerstes. Wir arbeiten für Geld und kaufen mit ihm ein. Wir verleihen, sparen und investieren es. Wir erwarten in unseren finanziellen Beziehungen Rückzahlung, Rendite oder Wertsteigerung - oder auch nicht. Schauen wir genau hin, kann unser alltäglicher Umgang mit Geld zum Ausdruck und Spiegel unserer Haltung dem Leben gegenüber werden.
Heben wir den abstrakten Schleier des Geldes, können wir die wahre Natur ökonomischer Prozesse erkennen und unsere eigenen Bedürfnisse und Motivationen sehen. Geld bietet uns eine weite Projektionsfläche für viele unserer unerfüllten Wünsche. Geld scheint ein universeller Schlüssel zu Macht, Sicherheit und Kontrolle zu sein - vielleicht gar zum
persönlichen Glück. Ein Teil von uns weiß, dass dies nicht wahr ist.

Klarheit kultivieren
Der monatliche Blick auf das Bankkonto, die Kontrolle der Rechnung im Restaurant, der Abschluss einer Lebensversicherung und die Gabe an den Bettler an der Straßenecke sind alles Ausdrücke unserer Wahrnehmung von Geld - das heißt, von dem, was wir im Bezug zu unserem Geld für wahr nehmen.
Im Seminar „Mein Geld und Ich“ wollen wir einen klaren Blick auf unsere finanziellen Handlungen aber auch auf die darunter liegenden Wahr¬nehmungen und Überzeugungen werfen. Dadurch erhellen wir unsere persönliche Bezie¬hung zum Geld und erschließen das Potenzial, diese spezielle Beziehung zu transformieren. Durch den Einsatz von bewährten Achtsamkeits¬praktiken aus der buddhistischen Tradition wollen wir den Blick vom Oberflächlichen in die Tiefe führen und in praktischen Übungen in der Gruppe unsere Beziehung zum Geld erkunden. Der achtsame Austausch in der Gruppe erweitert die Perspektive und vertieft die Erfahrungen.
Dieses Seminar richtet sich an Menschen, die mit unvoreingenommenem Blick ihre Beziehung zum Geld untersuchen und klären möchten.

Übung in Achtsamkeit
Achtsamkeit ist die Fähigkeit, vorurteilsfrei und klar zu erkennen, was im gegenwärtigen Moment geschieht. Die Motivation und Folgen unserer Gedanken, Worte und Taten werden sichtbar. So werden wir uns der gegenseitigen Verwobenheit allen Lebens immer bewusster.
Der Achtsamkeitstag zum Thema „Mein Geld und Ich“ wird getragen durch konkrete Übungen zur Kultivierung von Achtsamkeit:
-Sitz- und Gehmeditation
-Achtsames Essen
-Austausch (tiefes Zuhören, achtsame Rede)
Im achtsamen und bewussten Miteinander werden wir gemeinsam durch diesen Tag gehen.

Über Inputvorträge, persönliche Übungen und den Erfahrungsaustausch schauen wir uns unseren Umgang mit Geld und Eigentum offen und klar an. Hierbei hilft uns die gemeinsam kultivierte Achtsamkeit in allen Verrichtungen des Tages. Wir werden zudem die Gelegenheit haben, uns mit anderen Seminarteilnehmern im Rahmen des Netzwerkes Achtsame Wirtschaft auszutauschen und zu verbinden.

Dr. Kai Romhardt arbeitet (nach Studium der Wirtschaftswissenschaften in St. Gallen und Genf) als Buchautor, Trainer, Coach, Unternehmensberater, Lehrbeauftragter und Meditationslehrer. Er lebte zwei Jahre in Plum Village, dem internationalen Meditations- und Studienzentrum des Zen-Meisters Thich Nhat Hanh in Frankreich. Dort erlernte er die Methoden der Plum Village Dhyana Schule, in deren Mittelpunkt die Achtsamkeitspraxis steht und wurde Mitglied des internationalen Intersein-Ordens (Tiep Hien)
Kai Romhardt ist Initiator des Netzwerkes „Achtsame Wirtschaft“, das sich für ein bewussteres ökonomisches Handeln und Denken auf allen Ebenen einsetzt. Heute lebt er mit seinem Sohn Jonathan und seiner Frau in Berlin. Mehr Informationen unter www.romhardt.com und www.achtsame-wirtschaft.de.
Im September 2009 erschien sein Buch: „Wir sind die Wirtschaft: Achtsam Leben – Sinnvoll Handeln“ im J.Kamphausen Verlag.

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