Astrologische Zeitqualität 2020


Gerd Altmann auf pixabay.com
Gerd Altmann auf pixabay.com

Von Uwe Christiansen

 

Was für ein Jahr! Für viele von uns war 2019 auf den verschiedensten Ebenen anstrengend und herausfordernd. Thematisch ging es um die Bewusstwerdung von Illusionen: Wo sehen wir die Dinge nicht so, wie sie wirklich sind? Wir bekamen die Möglichkeit, hinter den „Vorhang“ der reinen Ich- Bezogenheit zu schauen und zu erkennen, was aktuell das Verbindende der Weltgemeinschaft ist: Das Wahrnehmen der fortschreitenden Zerstörung unserer Lebensbedingungen und der Schmerz und die Ohnmacht darüber! 

Exemplarisch, sozusagen als Sprachrohr, diente Greta Thunberg, die mit ihrer starken Steinbock- Besetzung, den Zeitgeist alleine durch ihr Auftreten traf, so dass sich daraus eine Bewegung formieren konnte. 

 

Was erwartet uns nun im neuen Jahr? Wird es leichter werden? Um es gleich vorweg auf den Punkt zu bringen: Alle angestoßenen Prozesse vom letzten Jahr, werden 2020 eine grundsätzliche Klärung und Neuverortung fordern! Also kein Spaziergang im Sonnenschein, aber auch kein Grund Trübsal zu blasen, weil letzten Endes bei ernsthafter Auseinandersetzung mit unseren Themen ein Neustart mit einem authentischen Sein folgen kann.

 

Jahresauftakthoroskop 2020 

In der Silvesternacht gibt es ein erstes Aufleuchten der Qualität des Jahres: Zum einen wird es viele geben, die den Drang nach Betäubung haben und sich „ordentlich die Kante geben“ wollen. 

Andere werden das Gefühl haben, dass sie Anteil haben an einem weltumspannenden Empfinden. Und dieses Empfinden hat mit dem Schmerz über den Zustand der Natur und der Gesellschaft zu tun. Das Stellium von Merkur, Jupiter und Sonne, sowie Saturn Hand in Hand mit Pluto im Steinbock zeigt, dass das Thema Verantwortung im Mittelpunkt des Jahres stehen wird: Verantwortung für unser Handeln auf der persönlichen, wie auch auf der gesellschaftlichen Ebene.

 

Sehr bedeutsam ist die exakte Konjunktion von Saturn und Pluto am 12. Januar 2020. Das letzte direkte Zusammentreffen dieser beiden Planeten im Zeichen Steinbock war am 3. Januar 1518, die Zeit, in der Martin Luther seine Thesen verbreitet hat! Und auch dieses Mal wird ein neuer Maßstab „geboren werden“; zu lange haben der Gedanke und der Wunsch des ewigen Wachstums die Politik, wie auch den gesellschaftlichen Anspruch geleitet. Wie eine Art Mantra hat er aber letztlich dazu geführt, dass wir unseren eigenen, nur geliehenen Lebensraum zerstören. Sehr gut möglich, dass genau auf dieser Ebene die Neuausrichtung stattfinden wird. Eine Erschütterung der Finanzmärkte wird vermutlich den Beginn dazu einläuten! 

 

Am 2. Dezember 2019 wechselte auch Jupiter in das Erdzeichen Steinbock. Versuchen wir uns vorzustellen, was geschieht, wenn der feurig ausweitende Einfluss von Jupiter auf den seit 2008 laufenden Prozess von Pluto stößt. Die letzte Konjunktion der beiden Planeten fand am „Vorabend“ der sogenannten Finanzkrise statt. Die Folge war seitdem eine ungeheure Aufblähung der Geldmengen weltweit, ohne aber eine dem entsprechende innere Wertsteigerung! Die Welt wurde mit Unmengen frisch gedruckten Geldes geflutet. Das Resultat: Die weltweite Schuldensumme stieg um das dreifache Volumen an. Genau dieser Prozess des Aufblähens ist eine Entsprechung der Verbindung von Jupiter und Pluto. 

 

Das, was uns im Jahr 2019, auch in unseren persönlichen Angelegenheiten, schon schmerzte, wird nun noch einmal enorm vergrößert! Das Prinzip von Jupiter steht auf der seelischen Ebene für eine Ausdehnung des Bewusstseins durch Erkenntnisgewinn. Auf der Symbolebene beschreibt der Gang von Pluto durch das Erdzeichen Steinbock ein Zeitgeschehen, in dem alte, bisher gültige Ausrichtungen zerstört werden. 

Durch den Fortfall alter Orientierungen gewinnen bei vielen Menschen diejenigen an Macht, die einfache und leicht verständliche neue Orientierungen anbieten. Umso schärfer und ausgrenzender in der Wortwahl (Pluto / Merkur Entsprechungen) umso „besser“. Seit dem Eintritt von Pluto in das 3. Dekanat im Steinbock (Merkur Bezug) im Februar 2018 erleben wir eine neue „Qualität“ der Sprache: Verrohung, Hass, alles scheint erlaubt um den anderen zu diffamieren. 

 

Die dreimalige Konjunktion der beiden Planeten in 2020 am 5. April, am 30. Juni sowie am 12. November, wird uns machtvoll bewusst machen, was falsch läuft und dringend einer radikalen und nachhaltigen Korrektur bedarf. 

Bei den ersten beiden Treffen von Jupiter und Pluto, steht Saturn als „Taktgeber“ schon einmal im Zeichen des Wassermann, was so gedeutet werden kann, dass die Ausrichtung dieser Prozesse tatsächlich im Sinne einer größeren Gemeinschaft geschehen soll. 

Mögliche Themen sind das verstärkte Hinterfragen und Aufzeigen des Verhältnisses von Finanzwirtschaft und Moral und ein daraus folgender Prozess des Einforderns neuer gesetzlicher Regelungen. Des Weiteren werden wir alle in diesem Jahr mit der Nase darauf gestoßen, was wirklich einen Wert für uns persönlich darstellt und wie wir uns dafür einsetzen. Die Frage des inneren Wertes wird sich auch im Spiegel unserer Beziehungen zeigen: Faule Kompromisse können und wollen nicht mehr gelebt werden! 

 

Öffnende Fragen für die eigene Entwicklung könnten sein: Welchen Lebensinhalten gebe ich Bedeutung? Worauf richte ich meine Aufmerksamkeit und aus welchen Gründen tue ich es? Wie ehrlich bin ich in der Beziehung zu mir selbst und meinem Umfeld? Wo überanstrenge ich mich in meinen Beziehungen und aus welchem Grund tue ich es? 

 

Astrologischer Jahresanfang am 20. März 2020 

Mit dem Eintritt der Sonne in das Tierkreiszeichen Widder am 20. März 2020 beginnt das neue Astrologische Jahr. Der sogenannte Jahresherrscher wechselt nun vom Merkur zum Mond. Der Jahresherrscher zeigt wie eine übergeordnete Schwingung, welches astrologische Prinzip im Vordergrund stehen wird. Auf dieser Deutungsebene hat der Mond einen starken Bezug zum Volk. Der Mond steht an diesem Tag im zweiten Dekanat Wassermann. Damit wird der Ruf der Bevölkerung nach Freiheit und Unabhängigkeit sehr laut! Ein weiterer wichtiger Aspekt vom Mond betrifft die persönliche Ebene der Emotionalität, das Thema lautet auf dieser Ebene: Befreiung von emotionalen Anhaftungen in uns! 

 

Auffallend ist die Zusammenkunft (Stellium) von Mars, Jupiter (22°), Pluto (24°), sowie Saturn (29°) im Zeichen des Steinbocks. 

Zwei Tage vorher läuft der Mond durch den Steinbock und berührt dabei nacheinander die Planetenreihe. Ein guter Tag zum Hineinspüren, welche Dynamik dem Jahr innewohnt! 

Die Position der Sonne, Hand in Hand mit dem verletzten Heiler Chiron und Lilith, dem Prinzip von radikaler Ehrlichkeit und Autonomie zeigt ein Jahr an, wo all das, was schmerzt und „krank“ ist, offenbar wird. 

 

Die Tierkreiszeichen im Mittelpunkt der Entwicklungen 

Besonders beeinflusst durch die Konstellationen im kommenden Jahr sind Steinbock-Geborene vom 12. bis 20. Dezember, Krebs-Geborene vom 12. bis zum 22. Juli, Widder-Geborene vom 10. bis zum 19. April, sowie Waage-Geborene vom 13. bis zum 22. Oktober. Horoskop-Eigner mit einem Aszendenten im dritten Dekanat (entsprechend 20 bis 29°) Steinbock, Widder, Krebs und Waage stehen ebenfalls in Prozessen sehr kraftvoller und nachhaltiger Wandlung. Die eigene Körperlichkeit sowie die Beziehungsfähigkeit dienen hierbei als Spiegel, in dem wir erkennen können, ob unsere aktuellen Lebensumstände unserer inneren Entwicklung entsprechen. 

Weiter im Mittelpunkt stehen auch die Stier-Geborenen vom 26. April bis zum 2. Mai: Sie erleben eine enorme Taktbeschleunigung durch den Planeten Uranus. Überzogene Sicherheitsbedürfnisse und liebe Gewohnheiten, die den authentischen Ausdruck blockiert haben, werden nun durch äußere Ereignisse, oder durch eigene innere Prozesse gesprengt. 

Ebenfalls im Focus: die im Zeichen der Fische-Geborenen 8. bis zum 14. März. Neptun beschenkt sie mit einer ungeheuren Vertiefung ihrer Sensibilität und Spiritualität. Der Vorhang wird zur Seite genommen und die Sicht auf das Dahinterliegende wird frei. Gut, wenn man sich auf diesen Prozess vorbereitet hat! Hilfreich ist dabei eine Haltung des Zulassens, des Vertrauens und sich mit seinem höheren Selbst zu verbinden. 

 

Epochenwechsel am 21. Dezember 2020 

Am 21.12.2020 treffen sich Saturn und Jupiter auf 0° im Zeichen Wassermann und eröffnen damit im astrologischen Sinne eine neue Epoche. Der Beginn dieser neuen Epoche wird aus dem gespeist, was die Erfahrungen aus der Zeit der dreimaligen Konjunktion von Jupiter und Pluto als Essenz hergeben! Die gleichzeitige exakte Konjunktion von Lilith und Uranus im Erdzeichen Stier zeigt die Tendenz zur radikalen Ablehnung in Bezug auf tradiertes Wertebewusstsein an. 

 

Was ist also in Bezug auf das Massenbewusstsein zu erwarten, wenn ab der Wintersonnenwende 2020 ein neues Kapitel, im Sinne von Ausrichtung (Saturn) und Ausdehnung (Jupiter) in Bezug auf das Thema Freiheit und Unabhängigkeit, aufgeschlagen wird? Die Taktung der Zeit wird sich definitiv beschleunigen. Im schlechtesten Sinne können vermehrt anarchistische Tendenzen auftreten, die eine Ablehnung jeglicher Reglementierung und Ordnung mit sich bringen. 

 

Ein bewussterer Umgang mit dieser Zeitqualität wird sich in vermehrt auftretenden basis-demokratischen Staatsstrukturen zeigen. Manche Staatsführer werden massiv versuchen, sich gegen diese Bestrebungen zur Wehr zu setzen. Ein dabei besonders hervorstechendes Land ist China mit einem Aszendenten auf 5° und dem Mond auf 3° Wassermann! Der ab dem Frühjahr 2021 gültige Jahresherrscher Saturn, „wird darauf achten“, dass wir die Notwendigkeit konkreter neuer Gesetzmäßigkeiten auch tatsächlich umsetzen! 

 

Uwe Christiansen ist Heilpraktiker für Psychotherapie und seit 1987 in eigener Praxis in Oldenburg selbständig tätig. Er berät und coacht Privatpersonen sowie Firmen. Die astrologische Zeitqualität lässt er in seine therapeutische Arbeit mit einfließen. Weitere Informationen finden Sie auf seiner Webseite: www.uwe-christiansen.de