Bewusstes Leben Frühling 2017


Am Anfang ein Traum - von Mike Kauschke

Über die tieferen Quellen sozialen Wandels

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Hermann Hesse

Vor einigen Wochen sprach ich mit einer Freundin, deren Tochter begonnen hat, Konfliktforschung zu studieren. Sie erzählte, wie schwierig es für die junge Frau sei, mit der Fülle an dramatischen Nachrichten zurechtzukommen, die nun durch Erfahrungsberichte von sozialen Brennpunkten überall auf der Welt auf sie einströmen. Denn diese drastischen Berichte finden nur selten einen Ausgleich in Erfolgsgeschichten wirksamer gesellschaftlicher Veränderung. Schnell kann da die Hoffnung auf eine tatsächliche Transformation unserer Welt verloren gehen – eine Hoffnung, die uns erst veranlasst, uns für den Wandel zu engagieren. Nach dem Gespräch fragte ich mich, ob wir dabei nicht oft die tieferen Quellen der Hoffnung vergessen.

Die Kraft der Vision
Unser Umgang mit den sozialen Konflikten dieser Welt richtet sich meist auf das Reparieren der Missstände, die wir sehen. Aber die Menschen, die sich für große positive Umbrüche einsetzten, wie Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Nelson Mandela oder Sophie Scholl,  reagierten nicht nur auf die Fehlerhaftigkeit ihrer Gesellschaften. Sie waren von der Vision einer gerechteren Welt erfüllt, bewegt und begeistert. „Ich habe einen Traum“, sagte Martin Luther King in seiner berühmten Rede während des Marsches auf Washington, „dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird.“
Gesellschaftlicher Wandel beginnt mit einem Traum – wir eröffnen uns eine Dimension des Möglichen und machen so Raum für das, was gegenwärtig noch unmöglich erscheint. Was diese Visionäre sozialer Transformation auszeichnet, ist nicht ihr Wissen, ihre Macht oder klugen Strategien, es ist eine Verletzlichkeit für das Leben, in der die Frage nach einer neuen, gerechteren, menschenfreundlicheren Wirklichkeit immer dringlicher wird. Diese Frage, in der schon die Ahnung der Antwort vernehmbar ist, hat dann die Kraft, viele Menschen zu berühren. Aber in dieser Berührung wird sich durch uns das Leben einer neuen Möglichkeit bewusst, einer größeren Verwirklichung der Wahrheit, Schönheit und Güte, die dem Leben selbst innewohnt. Die großen Visionäre waren auch deshalb bereit, ihr Leben für ihren Glauben an das Mögliche einzusetzen, weil sie mit diesem sie übersteigenden Strom des Guten verbunden waren, wie beispielsweise Gandhi sagte: „Die Ehrfurcht vor dem ‚universalen und alles durchdringenden Geist der Wahrheit‘ [...] hat mich in die Politik geführt.“
In meiner eigenen Biografie war der Fall der Mauer ein Moment, in dem das scheinbar Unmögliche plötzlich Wirklichkeit wurde. Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen und kann mich noch gut erinnern, als ich im Radio hörte, die Grenze zwischen Ost-und Westberlin sei offen. Etwas, das ich kaum zu träumen gewagt hatte, war Realität. Das ist wohl auch der Grund, warum dieser weltgeschichtliche Augenblick für Menschen überall auf der Welt so besonders in Erinnerung blieb. Solch ein „Einbruch“ des Möglichen in den „geordneten“ Lauf der Dinge zeigt uns, dass wir die Zukunft und die dazu notwendigen Transformationen nicht planen oder vorhersehen können. Die Aktivisten, die sich damals im „Neuen Forum“ engagierten oder auf die Straße gingen, hatten die Vision einer freien Gesellschaft – wie genau sie aussehen und auf welchem Wege sie zustandekommen könnte, wussten sie nicht. Aber sie wagten, zu träumen. Wenn ich an die Zeit vor der Wende zurückdenke, dann erinnere ich mich eigentlich nur an ein durchdringendes Gefühl der Resignation. In meinem Bewusstsein war noch kein Raum für das Mögliche, weil wir das Träumen nicht gelernt hatten. Es brauchte einige Jahre, bis ich mit dieser neu gewonnenen Freiheit umgehen und mich darin entfalten konnte. Ich war nicht darauf vorbereitet. Vielleicht wächst in dem Glauben an ein Potenzial der Zukunft auch die Fähigkeit, es kreativ und bewusst zu gestalten, wenn es – auf welchem Wege auch immer – Wirklichkeit wird.

Das Prinzip Hoffnung
Der Philosoph Ernst Bloch beschäftigte sich in seinem Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ mit der Kraft der Vision, die uns als Menschen immer wieder erneut veranlasst, Utopien zu entwerfen: „Sozialutopie arbeitete als ein Teil der Kraft, sich zu verwundern und das Gegebene so wenig selbstverständlich zu finden, dass nur seine Veränderung einzuleuchten vermag.“ Die utopischen Visionäre sehen vor ihrem geistigen Auge ein Potenzial der Zukunft: „Die Wachträume ziehen, sofern sie echte Zukunft enthalten, allesamt in dieses Noch-Nicht-Bewusste, ins ungeworden-ungefüllte oder utopische Feld.“ Wie Bloch mit seinem Begriff der Wachträume andeutet, kann dieses „Noch-Nicht-Bewusste“ nicht allein rational erfasst werden. Es kommt aus einem „antizipierenden Bewusstsein“ das sich für die Realität des ganz Anderen, Zukünftigen, noch nicht Manifesten offenhält. Damit wird aber die Gegenwart, der gelebte Augenblick, offen für die Zukunft.
Vielleicht hat die Arbeit an sozialer Transformation auch viel damit zu tun, diese Räume des Möglichen zu eröffnen und schöpferisch auszuloten. Denn dieses hoffnungsoffene Bewusstsein lebt nicht allein aus Vorstellungen, Ideen oder Strategien, sondern vor allem aus einer Verbundenheit mit dem Schöpferischen des Lebens selbst. Wenn wir uns die Evolution unseres Bewusstseins und unserer Kultur vergegenwärtigen, von den Anfängen vor etwa 40.000 Jahren bis heute, dann sehen wir eine Abfolge radikaler Transformationen, die jedes Mal unser Zusammenleben und unsere Möglichkeiten in der Welt völlig neu formten. Der integrale Denker Steve McIntosh bemerkt, dass sich kulturelle Evolution immer in der Dialektik von „Drücken“ und „Ziehen“ ereignet. Dabei kommt der Druck aus den krisenhaften Situationen einer kulturellen Stufe und der Zug entsteht durch die Anziehungskraft neuer Werte einer neuen Stufe. Damals in der DDR war der Druck die unerträgliche Enge von ideologischer Gleichschaltung und Überwachung und der Zug war die Verheißung der Freiheit, eines selbstbestimmten Lebens.
Auch heute stehen wir an einer Schwelle, wo wir den evolutionären Druck deutlich spüren, in einer Welt voller grassierender Konflikte und Probleme. Aber was zieht uns in die Zukunft?

Das Salz der Erde
Vor einiger Zeit sah ich den Film „Das Salz der Erde“ von Wim Wenders über den Fotografen Sebastião Salgado. In seiner Karriere als weltbekannter Fotograf zog es ihn immer wieder an Orte, wo sich schreckliche menschliche Tragödien ereigneten. Er wollte das Auge der Welt sein und uns allen zeigen, was heute auf unserem Planeten geschieht. So kam er auch in den Konflikt zwischen den Hutu und Tutsi in Ruanda, bei dem etwa eine Million Tutsi umkamen und die Welt tatenlos zuschaute. Diese Erfahrung stürzte Salgado in eine tiefe Krise: „Als ich dort wegging, glaubte ich an nichts mehr. Nichts könnte die Menschheit mehr retten. So etwas könnten wir nicht überleben! Wir hatten es nicht verdient zu leben. Niemand!“ Er hörte mit dem Fotografieren auf und zog sich auf die Farm seiner Eltern in Brasilien zurück. Im Laufe der Zeit fand er eine Antwort auf die Verzweiflung. Das Tal, in dem die Farm seiner Eltern stand, war einst dicht bewaldet gewesen, heute war es Steppe. Raubbau und Dürre hatten das Land zerstört. Zusammen mit seiner Frau fasste Salgado einen unmöglich scheinenden Entschluss: das Tal wieder aufzuforsten. Sie ließen zweieinhalb Millionen Regenwaldbäume pflanzen, wodurch sich das Ökosystem mit der Zeit wieder erholen konnte. Das Land schenkten sie dem brasilianischen Staat als Nationalpark und gründeten das „Instituto Terra“, um an anderen Orten ähnliche Aufforstungsprogramme durchzuführen. Salgado fand aus seinem Leiden an der Lage unserer Welt eine kreative Antwort. Und er konnte auch wieder fotografieren: Für sein Projekt „Genesis“ bereiste er unberührte Orte der Erde und brachte die Schöpfung, von der wir ein Teil sind und deren Bewahrung unsere Aufgabe ist, in beeindruckende Bilder, die Millionen Menschen erreichen.

Dem Leben antworten
An der Geschichte von Sebastião Salgado berührt mich besonders, wie vollkommen er sich dem „Druck“ unserer krisenhaften Weltsituation ausgesetzt hat, damit aber so umgehen konnte, dass er seinen „Zug“ spüren, ihm folgen und ihn umsetzen konnte. Wir alle können leicht überwältigt werden von der Komplexität und der Vielzahl der Probleme in unserer Welt. Aber wenn wir uns mit dem Zug, der Verheißung des Neuen, unserer Vision, dem „utopischen Feld“ verbinden, gehen wir existenziell in eine andere Dimension. Denn in dieser Ahnung eines besseren Lebens, von tieferer Wahrheit, Schönheit und Güte, zeigt sich in unserem Bewusstsein die kreative Kraft des Lebensstromes selbst.

Der Philosoph Maik Hosang, den ich vor Kurzem bei einem Vortrag erlebte, nennt diesen schöpferischen Impuls unseres Wesens in Anlehnung an evolutionäre Denker wie Jean Gebser oder Sri Aurobindo das „evolutionäre Selbst“ oder das „seelische Wesen“, das sich als Inspiration, Freude und Verbundenheit mit dem noch nicht Gewordenen zeigt. Aus dieser Berührung mit der Energie des Möglichen in uns selbst kämpfen wir nicht so sehr gegen die bestehenden Verhältnisse, als vielmehr für die Vision von Freiheit, Würde, Gerechtigkeit, Frieden und Mitgefühl, die wir in unserem Geist erahnen. Das ist nicht nur ein anderer kognitiver Fokus, sondern verbindet uns auch mit der positiven Energie des Lebens, das sich in mehr Leben hinein entfalten will und sich in uns seiner selbst und seiner Möglichkeiten bewusst wird. Hosang zitiert den Soziologen Herbert Marcuse, der eine „ästhetisch-erotische Transformation“ forderte. Eine Transformation, die bewegt wird von den Kräften einer weltzugewandten Liebe und einem bewussten Erfülltsein von der wachsenden Intensität des Lebens. Hier nährt sich die Arbeit an gesellschaftlicher Veränderung auch aus dem schöpferischen Potenzial der Kunst, wie es die Beuys-Schülerin Shelley Sacks verfolgt: „Gemäß dem griechischen aisthetikos, ‚wahrnehmend‘, sehe ich in Ästhetik das Gegenteil von Anästhesie oder Betäubung – also ein belebtes, verlebendigtes Sein. So verstanden, ist Ästhetik die Fähigkeit, sich dem zu nähern, was uns in der Welt, unserem Umfeld und in uns selbst begegnet, berührt, bedrängt, und die Fähigkeit, darauf zu antworten.“
Welche Inspirationskraft solch ein Wandel aus dem Antworten auf das Leben entfalten kann, erfuhr ich kürzlich bei einem Kongress, bei dem Margret Rasfeld die von ihr gegründete Evangelische Schule Berlin Zentrum vorstellte. Der Impuls zu der radikal anderen Form von Pädagogik, die dort gelebt wird, kam aus der Erfahrung, dass wir das lebendige Potenzial unserer Kinder unter einer leistungsorientierten und standardisierten Bildung verschütten. Für Margret Rasfeld stehen hingegen die in jedem Menschen anwesenden Entfaltungsimpulse im Mittelpunkt. Und in der Verbindung mit ihrem eigenen tieferen Potenzial finden die Jugendlichen auch ganz natürlich zu einem sozialen Verantwortungsbewusstsein. Nicht umsonst heißen zwei zentrale Fächer ihrer Schule „Herausforderung“ und „Verantwortung“.

Die Kreativität des Ganzen
In der Evolutionsforschung gibt es einen Begriff, der das Geheimnis des schöpferisch Werdenden sehr gut benennt: Emergenz. Damit wird das Merkmal komplexer Systeme beschrieben, wonach aus dem Zusammenwirken der Teile plötzlich eine neue Ganzheit entsteht, die nicht vorhergesagt werden kann. Nehmen wir zum Beispiel Wasserstoff und Sauerstoff: Wie kann aus der Verbindung von zwei Gasen plötzlich flüssiges Wasser entstehen? Wir wissen es nicht. Oder noch grundlegender: Wie konnte aus lebloser Materie das Leben entstehen? Oder wie aus Säugetieren selbstreflexive Menschen? Wie kam es 1989 plötzlich zum Mauerfall? Und wie emergierten viele Male in unserer Geschichte neue Gesellschaftsformen – von Stämmen zu Feudalgesellschaften zu Imperien zu demokratischen Nationalstaaten und einer global vernetzten Gesellschaft? Der Kosmologe Brian Swimme sagt über die Bedeutung von Emergenz: „Lange Zeit dachten wir, das Universum sei ein unveränderliches Gebilde, das seine schöpferische Hauptaktivität nur am Anfang der Zeit hatte. Aber jetzt verstehen wir, dass das Universum ein anhaltendes kreatives Ereignis ist. Sterne entstanden, Galaxien entstanden, Planeten tauchten auf, das Leben barst in die Existenz. Diese Entstehungskraft könnte man auch fortwährende Kreativität nennen. In gewisser Weise ist die größte Entdeckung menschlicher Wissenschaften die Entdeckung, dass das Universum als Ganzes – und damit jedes Wesen darin – von der Kraft der Emergenz durchdrungen ist.“
Wenn wir soziale Transformation vor diesem Hintergrund sehen, werden die Herausforderungen, die vor uns liegen, nicht leichter. Aber wir kommen mit anderen Quellen in uns in Verbindung, damit zu unserem rationalen Verstehen der Ursachen auch die mitfühlende Fürsorge, die spürende Intuition des Möglichen und das Vertrauen in die kreative Kraft des Lebens kommen können. Wenn wir dann unserem eigenen Zug ins Mögliche, ins „Noch-Nicht-Bewusste“ folgen, danach handeln und uns darin begegnen, dann arbeiten wir gemeinsam an der Emergenz einer erträumten unmöglich-möglichen Zukunft.

Der Text ist zuerst erschienen in evolve – Magazin für Bewusstsein und Kultur
www.evolve-magazin.de, www.facebook.com/evolve.magazin
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Mike Kauschke für die freundliche Überlassung dieses wunderbaren Beitrages!
Foto: www.pixabay.com


Ein Leben in Glück und Freiheit - ein Erfahrungsbericht von der Familie Leviro

Wir haben unser Unternehmen in der Schweiz verkauft, das Haus aufgegeben und unsere Kinder aus den Schulen genommen. Heute bereisen wir die Welt und leben von unserem Online-Unternehmen, mit dem wir die Menschen zu mehr Tiefgang und einem wahren Leben bewegen. Wir sind die Familie Leviro und haben uns für ein Leben fern von Konventionen entschieden. Heute dürfen wir einen erfüllten, glücklichen und freien Alltag purer Lebensfreude erfahren.

Noch vor wenigen Monaten lebten wir in einem Wohnmobil, mit dem wir mit unseren 3 Kindern durch den Südwesten Europas bis in die Sahara fuhren. Wie lange die Reise dauern sollte, war nicht auszumachen, da wir aufgehört haben die Zukunft zu verplanen. Es hätte gut sein können, dass wir bis ins Tiefe Afrika fahren und eine lange Lebensreise daraus machen. Genauso wäre es aber möglich gewesen, dass wir nach wenigen Wochen wieder entschieden hätten umzukehren und uns ein Haus in der Schweiz zum Wohnen suchen. Schlussendlich wurde es mit der 6-monatigen Reise etwas dazwischen. Lernen durften wir was es heißt dem Leben zu vertrauen und dadurch an den Platz zu kommen, zu welchem wir bestimmt sind, um unsere Lebensaufgabe erfüllen zu können.

Wie einfach ein wahres Leben sein kann, erfährt man erst wenn man seinem Herzen folgt. Alles geschieht zur rechten Zeit und bringt das größte Glück der Welt wenn man in sich geht und ein unerschütterliches Vertrauen im Selbst aufgebaut hat. Das Leben nicht weiter kontrollieren zu wollen, zurück zur Natürlichkeit und Einfachheit zu finden und so als wahren Meister durch ein Leben voller Glück, Freiheit und tiefer Freude zu gehen, das ist es, was wir, als die Familie Leviro, der Welt zeigen möchte.
Wir Menschen sind darauf ausgerichtet Sicherheiten zu schaffen. Besitztümer häufen sich, vieles davon muss zudem noch durch Dritte versichert werden. Anhand dieses Festhaltens, bauen wir hohe Mauern und nehmen uns selbst die Freiheit, so dass wir uns vom Paradies auf Erden regelrecht abschotten. Wir klammern aber nicht nur an materiellen Dingen. Unsere Vorstellung wie das Leben zu sein hat und die stetig bohrenden Gedanken bestimmen unser Handeln und Sein. Loslassen und immer wieder in die Tiefen des Selbst tauchen, dadurch erfährt man, dass das Leben in keinster Weise Kampf sondern wahre Freude bedeutet.

Unsere 5-köpfige Familie selbst ist als Weltenbummler unterwegs. Wir gaben somit gleich auch die Sicherheit unseres Staates auf und haben keinen festen Wohnsitz, weder in der Schweiz noch sonst wo auf der Welt. Während den Zeiten in der Heimat wohnen wir in Ferienhäusern oder nutzen Gelegenheiten von anderen Reisenden, um während dieser Zeit in ihrem Haus zu wohnen. Lange Zeit lebten wir gar in einem Wohnmobil auf wenigen Quadratmetern Wohnfläche. In der Zwischenzeit haben wir aber auch unser fahrbares Zuhause wieder verkauft. Unser Besitz beinhaltet lediglich noch einige Spielsachen der Kinder und wenige Wintersportartikel. Die Sachen sind bei den Großeltern der Kinder verstaut.

Noch vor wenigen Jahren war unser Leben allerdings keinesfalls so glanzvoll. Damals hätten wir uns ein derartiges Leben, wie wir es heute erfahren, nicht einmal erträumen können. Ich als Mutter unserer 3 Kinder setzte meinen Wunsch, einfach nur Mami sein zu dürfen, in die Tat um, nachdem ich mich dazu entschieden hatte meinen Beruf als Unternehmerin aufzugeben. Aufgrund der Branche im Kinderbereich konnte ich die Rolle als Hauptverantwortliche nur schwer ablegen. Schnell merkten wir auch, dass wir uns völlig verrannt hatten und uns der Erfolg über den Kopf wuchs. So viele Zeichen haben wir bekommen, welche uns, trotz des Erfolgs, in Form von Geldschwierigkeiten und Krankheiten vom Leben gezeigt wurden. Wir sind unendlich dankbar, dass wir die Zeichen damals wahrnehmen konnten und heute das Paradies auf Erden erleben dürfen.

Zwei unserer Kinder sind bereits schulpflichtig. Der älteste der drei Geschwister wäre offiziell in der dritten Klasse, allerdings besuchen sie keine öffentliche Schule. Das Leben selbst ist ein riesengroßes Schulhaus, indem es alles zu lernen gibt, was man für ein erfolgreiches und glückliches Leben braucht. Den Kindern scheinen die Schulaufgaben des Lebens auch gut zu bekommen. Voller Lebensenergie strahlen unsere drei Engel. Mit den schulischen Leistungen der Volksschule kann man ihren Wissenstand jedoch nicht vergleichen. Während der 7-jährige Levin oft sehr verträumt ist und seine Aufmerksamkeit allzu gerne in den vielen Abenteuern des Lebens verliert, toppt er durch sein natürliches Talent im Rechnen und der Naturwissenschaft. Sein 9-jähriger Bruder dagegen tut sich noch schwer im Lesen und Schreiben, ist dafür aber ein begabter Handwerker und Sportler. Alles kommt zur rechten Zeit. Dass die Kinder als Erwachsene jeden Beruf auf dieser Welt ausüben können, davon sind wir als Eltern überzeugt.

Ich als Vater, heute 33 Jahre, bin seit 2010 ausgebildeter Coach im Bereich Lebenskunst. Was meine Arbeit im Online-Coaching allerdings vor allem prägt, sind die jahrelangen Erfahrungen in meinem jungen Leben. Bereits mit 12 Jahren begann ich zu meditieren. Ich erinnere mich noch gut, wie ich mich mitten in der Nacht aus dem Haus schlich. Ich konnte oft nicht einschlafen und war getrieben von einem inneren Ruf, hinaus in die Natur zu laufen und in die Sterne zu tauchen. Außerhalb des Dorfes, in dem ich aufgewachsen bin, befand sich ein Fluss. Immer wieder trieb es mich durch die Dunkelheit an die Uferböschung, um auf einem Felsen, der aus dem Wasser ragte zu meditieren.

Zurzeit bereisen wir das zentralamerikanische Land Costa Rica, wollen aber den Schnee und den Frühling in den Schweizer Bergen nicht verpassen, weshalb wir nächstens wieder zurück in unsere Heimat reisen. Ob wir danach eine weitere Reise angehen, in der Schweiz oder einem anderen Land für immer niederlassen, steht in den Sternen geschrieben. Wir lassen uns vom Fluss des Lebens treiben und freuen uns auf die vielen wundervollen Abenteuer, die uns noch erwarten. Sobald wir uns für einen anderen Lebensstil entscheiden, stellt sich dieser auch ein, denn wir sind die Schöpfer unseres wahren Lebens.

Ein unerschütterliches Vertrauen in uns und in das Leben durften wir aufbauen, eine Fähigkeit, welche ein Kind ohnehin von Natur aus schon hat. Umso wichtiger ist es uns als Eltern diese Gabe in den Kindern zu wahren. Wir durften erfahren wie einfach und wunderschön das Leben sein kann, wenn man gelernt hat, seine wahre Natur zu entdecken und ein Leben als Meister zu führen. Dieses wundervolle Glück wollen wir nicht für uns behalten sondern die ganze Welt daran teilhaben lassen und den Menschen zeigen worum es im Leben wirklich geht.

Mehr über unser Leben und unsere erfüllende Arbeit erfahren Sie auf der Homepage: www.lebe-frei.com



"Vertrauen" - ein kleines Wort, aber mit einer unglaublich großen Bedeutung für uns und unser Leben - von Susanne Schwarz

Was genau bedeutet Vertrauen? Hier die Definition von Wikipedia:

„Vertrauen ist in psychologisch-, persönlichkeits- und theoretischer Perspektive definiert als subjektive Überzeugung von der (oder auch als Gefühl für oder Glaube an die) Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von Personen, von Handlungen, Einsichten und Aussagen eines anderen oder von sich selbst (Selbstvertrauen). Zum Vertrauen gehört auch die Überzeugung der Möglichkeit von Handlungen und der Fähigkeit zu (eigenen) Handlungen. Als das Gegenteil des Vertrauens gilt das Misstrauen.“

Dazu auch passend ein kurzes Zitat von Mahatma Ghandi:
„Misstrauen ist ein Zeichen von Schwäche.“

Wenn Vertrauen grundsätzlich fehlt, regiert die pure Angst. Aber auch wenn das bereits vorhandene gesunde Vertrauen plötzlich durch Ereignisse erschüttert wird, löst das ebenfalls Ängste und Unsicherheit aus. Solche Ereignisse kennt jeder in seinem Leben, nahe Menschen, die einen verletzen oder das bereitwillig geschenkte Vertrauen missbrauchen. Und leider auch Ereignisse, die uns zwar nicht direkt in unserem Umfeld betreffen, sondern die auf der Welt passieren und uns schockieren, unsicher machen und damit insgesamt unser allgemeines Vertrauen verringern und eine nicht richtig greifbare, schwelende Angst auslösen.
Vertrauen kann man nicht auf Knopfdruck, erst Recht nicht nach schlimmen Ereignissen, ob sie nun direkt im privaten oder aber im weiteren, allgemeinen Umfeld passiert sind. Aber man kann immer aktiv daran arbeiten, dass die Angst und das Misstrauen nicht überhand nehmen, dass wir wieder einen guten Vorrat an Vertrauen aufbauen und in uns bewahren, und dieses auch weiterhin an andere Menschen, an Institutionen und Situationen verschenken.
Ein normales Maß an Angst begleitet uns schon, seit wir als Homo Sapiens auf der Erde unterwegs sind. Sie lässt uns wachsam sein und beschützt uns, wird besonders aktiv bei etwas Ungewohntem, Fremdem oder auch bei bereits erlebten negativen Umständen, damit sich die schmerzhaften Erfahrungen nicht wiederholen.
Wenn aber der Mensch seit Urzeiten nicht auch schon immer ein gewisses Maß an Vertrauen, in sich selbst und in andere, gehabt hätte, hätten wir uns sicherlich niemals so weit entwickelt, wie wir es heute sind.
Dass wir fremden Menschen und ungewohnten Situationen zuerst einmal mit einem gewissen Misstrauen, Zurückhaltung und einer „gesunden“ Angst begegnen, ist also tief in uns verwurzelt und (über-)lebenswichtig.
Was dann aber darauf folgt, bestimmt in einem großen Maß unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen und auch zu uns selbst. Gehen wir den einen kleinen Schritt auf den anderen zu, auf die neue Situation? Zeigen wir dann vorsichtige Offenheit, Neugier und – ganz genau – ein Stückchen unseres Vertrauens? Geben wir einen kleinen „Vertrauens-Vorschuss“?

Mir geht es gar nicht schwerpunktmäßig um die schon so oft in sämtliche Richtungen beleuchtete aktuelle Thematik der Zugewanderten, Geflohenen, Kulturfremden, sondern für mich geht es um sämtliche mich im Alltag direkt umgebenden Mitmenschen.
Bin ich grundsätzlich freundlich zu anderen? Bin ich offen? Achte ich auf andere, bin ich achtsam und aufmerksam, halte eine Tür auf, bedanke mich, lächle ich einem völlig Fremden zu? Gehe ich zwar wachsam, aber insgesamt mit Vertrauen durch die Innenstadt, dass mir nichts passieren wird? Stehe ich geduldig in einer Warteschlange zusammen mit Anders aussehenden, ohne wabernde Sorge oder negative Vermutungen?

Vertrauen zu wollen ist eine Entscheidung, die wir bewusst treffen. Wann immer wir Vertrauen schenken, gehen wir das Risiko ein, enttäuscht, abgelehnt, verletzt zu werden oder eine Situation zu erleben, die sich im Nachhinein als nicht gut für uns herausstellt.
Aber wir groß ist die Belohnung, die Freude und die Lebensqualität, wenn das geschenkte Vertrauen wie ein paar Pusteblumensamen aufgeht und daraus frische, neue, positive Erfahrungen erblühen. Und das nicht nur für uns selbst, sondern auch für diejenigen, die wir mit unserem Vertrauen beschenken.
Vertrauen haben ist unbequem. Angst haben ist leicht. Aber wir haben jeden Tag aufs Neue, mit jeder Situation und jedem - fremden - Menschen, der uns begegnet, die Wahl, uns zu entscheiden.

Ich wünsche Ihnen die Kraft, den Mut und die Zuversicht, so oft es geht Vertrauen zu fassen. Nicht nur der anderen wegen, sondern ganz besonders wegen Ihnen selbst. Vertrauen ist die Basis von mitmenschlicher Nähe, von Selbstannahme, echter Freundschaft und bedingungsloser Liebe.
Nichts ist für uns Menschen, egal wo wir gerade sind, egal woher wir kommen, schöner oder wichtiger als das.

Susanne Schwarz lebt und arbeitet in Delmenhorst -  www.personal-couching.de.

Foto: mbolina – fofolia.com


Erwachsen werden in der Wildnis – brauchen wir das noch? Ein Erfahrungsbericht - Autorin: Judith Wilhelm

Passiert Erwachsen werden automatisch mit dem 18. Geburtstag? Wer sind die Vorbilder, die Jugendlichen das Erwachsen werden attraktiv erscheinen lassen? Wer sind die Mentoren, die Jugendlichen Werte vermitteln und sie im Kreis der Erwachsenen willkommen heißen?
Unsere Vorfahren wussten noch, dass Erwachsen werden nicht von alleine passiert. In den Märchen Der Eisenhans und Die schöne Wassilissa sind Männer- und Fraueninitiationswege beschrieben. Diese Wege funktionieren für uns heute noch genauso. (siehe auch Angelika Hirsch: An den Schwellen des Lebens – Warum wir Übergangsrituale brauchen).
Steven Foster und Meredith Little sind zwei VorreiterInnen in Sachen Jugendvisionssuche, indem sie vor über 30 Jahren die Initiationsriten von vielen verschiedenen indigenen Völkern zusammentrugen und die Grundprinzipien herausarbeiteten. Allen Initiationsriten gemeinsam ist: 1. das Alleinesein, 2. das Fasten und 3. in der Natur sein.
 
Über die Jahre hat sich eine Form der Jugendvisionssuche herauskristallisiert, die für Jugendliche genauso viel Freude wie Herausforderung bietet, die sie brauchen.


Junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 26 Jahren treffen sich für 11 Tage in einem Camp. Es sind Gleichgesinnte. Ein vier Himmelsrichtungen-Medizinrad ist der Kompass für den neuen Schritt. Das Visionssuche-LeiterInnen-Team beschreibt unsere Lebensphasen anhand der Jahreszeiten und Himmelsrichtungen. Ja, der Mensch ist auch Natur und funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Unser Leben ist ein Kreislauf, wird dabei klar, keine Linie, die im Nirgendwo endet. Das bringt schon mal Erleichterung. Die Werte des Erwachsenseins stehen im Norden, dem Winter, der klaren Nacht, wo der Polarstern die Richtung weist. Wir sprechen über Verantwortung übernehmen und Klarheit in Entscheidungen finden. Ein Jugendlicher fragt, was sagt ihr zum Ernst des Lebens, der jetzt beginnt, wie man sagt?. Das Medizinrad zeigt, dass ein integriertes Erwachsensein alle Himmelrichtungsqualitäten in sich vereint. Ein initiierter Erwachsener, eine initiierte Erwachsene befindet sich in der Mitte des Medizinrades, wo sich die Verbindungslinien kreuzen. D.h. sie/er weiß, dass kindliche Freude, Leichtigkeit und Spaß (Süden) genauso wichtig ist wie die Struktur und für die Gemeinschaft sorgen (Norden), dass innerer Rückzug, Zweifeln und Hinterfragen (Westen) seine Zeiten braucht wie das Vertrauen, Meditation und Spiritualität (Osten). Alles zu seiner Zeit und im Gleichgewicht.

 

Jetzt sind die jungen Erwachsenen vorbereitet ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Sie ziehen los, nur mit dem Nötigsten an Ausrüstung, um sich gegen Kälte und Regen zu schützen, mit ein paar Wasserkanistern für den Durst. Jede und jeder geht an einen eigens gewählten Platz, der die individuelle Seelenlandschaft wiederspiegelt. Drei magische Tage und Nächte, die auch ganz irdische Träume von Pizza und Burgern beinhalten können und doch ist am Ende die Klarheit da: DAS BIN ICH!
Stolz, freudig, leise, weich, … kehren die QuesterInnen vom Berg zurück in die Gemeinschaft, wo sie gebührend empfangen werden. Es ist ein berührender Moment in diese Gesichter zu schauen! So authentisch, kraftvoll und wild blitzt die Erfahrung aus der Solozeit in der Natur durch ihre Augen. Ein großes Glück und Vertrauen in die nächste Generation durchfährt die Leitung in dieser ersten Begegnung. Die letzten Tage im Camp dienen dazu, die Geschichten zu hören und die neuen Erwachsenen auf die Zeit nach der Initiation vorzubereiten, damit die Erfahrung rund wird und ihre Früchte tragen kann.
www.wildnisschule.de


Bewusstes Leben Winter 2017


#Familie - Entspannter Umgang mit digitalen Medien - von Detlef Scholz

Ein Interview mit Detlef Scholz zu seinem neuen Buch:

 

Inhalt des Buches: „Kinder und Jugendliche sind oft überfordert, wenn man ihnen die Verantwortung für ihren Medienkonsum komplett überlässt. Zu groß sind die Verlockungen und Attraktionen, zu wichtig die sozialen Kontakte, als dass sie das digitale Schlaraffenland freiwillig verließen. Kontrolle und Verbote können daran nichts Grundsätzliches ändern.
Den richtigen Umgang mit Medien lernen Kinder nicht in den Medien, sondern in der Familie. Detlef Scholz lenkt den Blick auf die entscheidenden Faktoren: Den Entwicklungsstand und die Bedürfnisse der Kinder, den Nutzen beim Gebrauch von Internet & Co, das Vorbild, das die Eltern mit ihrem eigenen Verhalten geben, und viele weitere Aspekte untersucht der erfahrene Berater auf ihre Wirkung für das Leben und Zusammenleben in der Familie.
Der Autor greift dabei auf Erkenntnisse der Hirn-, Lern-, Medien- und Familienforschung zurück und verbindet diese mit bewährten Erziehungsprinzipien. Anregende Fragen, Experimente und Übungen unterstützen Eltern wie Kinder bei der Selbstreflexion. So wird schnell deutlich, worum es eigentlich geht: Abenteuer, Geborgenheit und Glück in der Beziehung zu anderen zu finden.“

Verändert die Omnipräsenz des Internets das Familienleben?
Das lässt sich pauschal – zum Glück – nicht beantworten. Manche Familien erleben mehr Einsamkeit, andere empfinden tiefere Verbundenheit. Die Tendenz wird durch das Medienverhalten der Eltern bestimmt.
Allgemein zu beobachten ist aber, dass die wichtigen Phasen von Entspannung und Muße seltener werden. Man fühlt sich getrieben. Manche verkraften das ganz gut. Die Zunahme von psychischen Störungen lässt vermuten: Immer mehr Menschen verkraften das weniger.
Wenn die Beziehungen in der Familie auch mit Berührung verbunden sind und ausreichend Gelegenheit zur Bewegung besteht, werden digitale Medien eher als Bereicherung empfunden. Sie können dann kreativ, produktiv und entlastend wirken. Die entscheidende Frage bleibt, wie in den Familien mit der medialen Omnipräsenz umgegangen wird.

Wie viel Kontrolle braucht der Umgang mit dem Internet in Familien?
Kontrolle ist eine etwas unglückliche Bezeichnung. Wenn jemand kontrolliert werden muss, bedeutet es meistens, dass er selbst nicht in der Lage ist, Absprachen einzuhalten. Er hat also selbst kein großes Interesse daran. Der Sinn oder Zweck ist für ihn nicht einsichtig, oder es ist ihm zu mühsam.
Für junge Menschen ist es wichtig zu erfahren, welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt, auf eigene Bedürfnisse zu reagieren. Sie sollten nachvollziehen können, wie angenehmes Erleben organisiert oder Trauer verarbeitet wird. Dann sind sie in der Lage, hilfreiche Vereinbarungen auszuhandeln und Konsequenzen zu tragen. Statt Kontrolle von außen braucht es eher Selbstkontrolle. Sie bietet die Chance, den Selbstwert und das Selbstvertrauen zu stärken.
Je jünger Kinder sind, desto mehr sind die Eltern dafür verantwortlich, den Handlungsrahmen abzustecken. Das gilt natürlich auch für den Umgang mit Bildschirmmedien – technisch ist das leicht zu realisieren. Der Rahmen sollte sich am Entwicklungsfortschritt des Kindes orientieren und möglichst wenig elterliche Kontrolle erfordern. Die ersten Erkundungen in der virtuellen Welt sollten die Eltern unbedingt begleiten.

Inwiefern kann Ihr Buch dabei helfen?
Ich denke, das Buch kann drei Dinge leisten. Es macht deutlich, welche Wirkung der immer intensivere Umgang mit Bildschirmmedien hat. Man kann besser einschätzen, wie konstruktiv die Mediennutzung in der Familie ist. Und es bietet die Chance, sich auf das Bedeutsame in Erziehung und Familie zu konzentrieren: den Umgang mit Ängsten und die gelebte Liebe. Dafür werden bekannte Erkenntnisse mit Ergebnissen aus der aktuellen Hirn-, Lern- und Bindungsforschung verknüpft.
Wer mutig genug ist, sich auf das eine oder andere Experiment aus dem Buch einzulassen, wird sich selbst und die Handlungen anderer besser verstehen lernen. Er wird die wichtigen Beziehungen stärken und die eigene Wirkung besser steuern können.

Was ist das Besondere an Ihrem Buch?
Auf eine gewisse Weise kann man es digital lesen. Also in jedem Kapitel immer wieder entscheiden: Schaue ich mir nur die Hervorhebungen an (0) oder den gesamten Text (1)?
Mit dem Finger (lat.: digital) schlägt man es irgendwo auf, liest ein Kapitel und wartet, wie das Unterbewusstsein darauf reagiert. Dann liest man vielleicht noch ein anderes Kapitel. Die meisten sind ohne den Vor- oder Nachtext verständlich.
Man kann einfach loslegen und ausprobieren, indem man sich die Fragen, Übungen, Experimente und anderen Anregungen ansieht. Und man kann durch die theoretischen Ausführungen seinen Standpunkt in Bezug auf die Mediennutzung in der Familie prüfen, festigen oder variieren.
Letztlich kann das Buch dazu beitragen, vor allem die eigene Mediennutzung dauerhaft konstruktiv zu regulieren. Indem man digitale Medien als das begreift, was sie sind: wunderbare Hilfs-Mittel. Keine Lebens-Mittel.

Was verstehen Sie unter Familienlust?
Mit Familienlust meine ich das lustvolle Zusammensein und die Chance darauf, etwas Begeisterndes gemeinsam zu erleben – in der Familie.
Lust als Vorfreude auf bereichernde Erfahrungen ist ein existenzielles Gefühl. Lust auf die Menschen, denen wir begegnen, und Lust auf die Welt – mit ihrer faszinierenden Vielfalt und ihren Herausforderungen.
Dieses Gefühl ist die Quelle von gelingenden Beziehungen, unserer Neugier und dem Interesse an unserem Umfeld. Es entsteht während des Aufwachsens und sollte die familiäre Atmosphäre dominieren. Als Vorfreude darauf, sich am Nachmittag wiederzusehen, sich auszutauschen, gemeinsam etwas zu unternehmen oder Herausforderungen zu meistern.

Vielen Dank, Herr Scholz, für das Interview!


Haben Sie Angst? Von Andreas Winter

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Na klar haben Sie Angst! Jeder hat doch irgendeine Form von Abscheu, Vorbehalten, Befürchtungen oder Panik. Über sieben Millionen Deutsche leiden sogar unter einer diagnostizierten spezifischen Phobie, Tendenz steigend. Aber keine Bange, das kriegt man wirklich weg! Ich weiß es, denn ich war der ängstlichste Junge, den Sie sich vorstellen können.
 
Vielleicht nicht in jeder Hinsicht ängstlich, aber ich hatte Angst vor Lehrern, vor Mitschülern, vor Einbrechern, vor Kellern und Spinnen, ja eigentlich vor allem. Damit war ich sicher nicht der Einzige in der Klasse, aber mich quälten meine Ängste so sehr, dass ich mit 15 Jahren beschloss, damit nicht mehr länger leben zu wollen. Ich nahm mir vor, angstfrei zu werden. Es wurde allerdings ein langer Weg. Jahrelang versuchte ich, eine Angst nach der anderen in die Zange zu nehmen, mich zu überwinden, mir Mut einzureden und mich zusammenzureißen oder zu disziplinieren. Doch egal, was ich tat, es tauchten immer neue Ängste in meinem Leben auf: Die Angst, ein Mädchen anzusprechen, die Angst, ein Referat zu halten, später die Angst vor dem Autofahren oder Angst vor Prüfungen. Mein Versuch, mich zu befreien, war fast wie Herakles’ Kampf gegen die schlangenköpfige Hydra. Wurde ihr ein Schlangenkopf abgeschlagen, wuchsen sogleich zwei neue nach. Je mehr man ein Symptom bekämpft, ohne die dahinterliegende Ursache aufzuarbeiten, desto deutlicher zeigt sich der innere Konflikt! Alles wird schlimmer. Sich zusammenreißen brachte also nichts. Eine chronische Bronchitis, chronischer Schnupfen, Schulversagen, Sprachstörungen, Konzentrationsstörungen, psychosomatische Angststörungen, soziale Hemmungen, Begabungsdefizite und Weinerlichkeit waren unerträgliche Folgen meiner Ängste. Lächerlich, peinlich, ein Jammer!

 

Doch irgendwann, ich war schon 18 Jahre alt und stand kurz vorm Abitur, las ich das Märchen „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ von den Gebrüdern Grimm. Erinnern Sie sich an das Märchen? Der jüngere Sohn eines Töpfers galt als naiv und dümmlich, weil er sich vor nichts fürchtete. Weder Geister noch Friedhöfe oder Galgen ängstigten ihn. Mich hingegen faszinierte seine Furchtlosigkeit, und mir wurde durch dieses traditionelle Märchen klar, dass man Angst zunächst erlernen muss. Dieser Gedanke ließ mich fortan nicht mehr los. Wenn jemand vor etwas Angst hat, so muss er die befürchtete Situation zunächst einmal in seiner Gefährlichkeit kennengelernt, genauer gesagt emotional erlebt haben. Ich wusste bereits von Konditionierungen, Reiz-Reaktions-Verknüpfungen und Auslösern, und so bestätigte sich in den folgenden Jahren während meines geisteswissenschaftlichen Studiums mein Verdacht. Es war das Gegenteil von dem, was ich an der Uni in den Vorlesungen hörte, denn da hieß es immer, Angst entstünde angesichts des Unbekannten. Aber einmal ehrlich, wenn Sie Angst vor dem Unbekannten hätten, dann hätten Sie auch Angst vor diesem Buch, denn Sie kennen ja den Rest des Inhaltes nicht. Sie müssten gleich morgens nach dem Aufwachen Angst bekommen, denn der Tag, der vor Ihnen liegt, ist unbekannt. „Niemand hat Angst vor ‚Schnirx‘“, sage ich heute bei meinen Vorträgen immer. „Warum nicht? Weil niemand ‚Schnirx‘ kennt.“ Wir haben nur Angst, wenn wir die Gefahr einer Sache bereits kennen oder sie mit einer ähnlichen Situation in Verbindung bringen. Ein Märchen brachte mich auf diesen Zusammenhang; meine Forschung in Sachen Angst wurde eine faszinierende und spannende Arbeit, denn dadurch zeigte sich mir der goldene Schlüssel zur Angstfreiheit, mit dem ich alle meine Ängste vollständig und in Sekunden auflösen konnte.
   
Ängste und Blockaden basieren auf Erlerntem, haben eine Schutzfunktion und lassen sich durch das Bewusstmachen der ihnen gemeinsamen Ursache mit einer Verhaltensalternative versehen: entscheiden statt reagieren! Angstfreiheit ist somit Entscheidungsfreiheit.
   
Stress
Stress ist die Grundvoraussetzung für Angst. Stress ist eigentlich die Ursache aller psychosomatischen Krankheiten und Verhaltensstörungen. Stress entscheidet darüber, ob Schokolade dick macht oder schlank. Stressbedingte Säure verhindert die Wundheilung und ist für vorzeitige Schwangerschaftsabbrüche verantwortlich. Stress ist das negative Vorzeichen, das aus einer harmlosen Speise wie Käse oder Spinat ein krank machendes Übel werden lässt.
Die meisten Menschen verstehen unter Stress allerdings Gereiztheit, Wut oder Ärger. Doch das sind nur einige der wahrnehmbaren Auswirkungen von Stress. Oftmals ist man sich seines Stresslevels genauso wenig bewusst, wie des Gefühls seiner Füße in den Schuhen, wenn man am Schreibtisch sitzt. Nur weil Ihnen Stress nicht bewusst ist, heißt das aber noch lang nicht, dass Ihr Körper nicht voller blockierender Botenstoffe ist.
Wir unterscheiden zwischen akutem Stress, beispielsweise bei einem Knall hinter uns, einer heißen Herdplatte, die wir anfassen, oder bei einem Insektenstich, und chronischem Stress. Dieser kann eine mittlere Phasendauer haben, sich also eine Weile halten, bevor er wieder verschwindet. Hier spielt mit hinein, wie wir die Situation interpretieren. Wenn beispielsweise ein geliebtes Haustier verstirbt, wenn wir einen Autounfall mit Blechschaden verursachen oder der Partner fremdgegangen ist, kann sich der Stress über Tage in Wellen halten.
 
Es gibt aber auch chronischen Stress, der länger, ja fast lebenslang andauert, wenn er durch Schuld-, Minderwertigkeits-, Scham- oder Bevormundungsgefühle ausgelöst wird.
Wir können zwar unsere Wahrnehmung zwischendurch auf etwas anderes richten, uns mit Fernsehen oder Liebesromanen abzulenken versuchen, können uns in die Arbeit stürzen oder verreisen. Doch sobald die Ablenkung nicht mehr funktioniert, werden wieder Stresshormone ausgeschüttet. Wir können uns an dieses Dauerfeuer der blockierenden Hormone sogar in gewissen Toleranzen anpassen, so wie jemand, der neben einer Autobahn oder Kirche wohnt, den dadurch verursachten Lärm nach einer Weile nicht mehr bewusst wahrnimmt, weil er seine Reizschwelle heraufgesetzt hat. Bekommt dieser Mensch Besuch von jemandem aus einer ruhigeren Wohngegend, wird er wegen des Glockenläutens oder des Motorlärms deutlich zeigen, dass er den Stress zwar erfolgreich verdrängt hatte, dieser jedoch nicht verschwunden war. Wenn Sie ein Leben lang zu feste oder zu enge Schuhe tragen – und die meisten von uns tun dies –, dann deformieren Sie damit Ihre Zehen. Sie weichen Ihre Hornhaut auf und degenerieren die Fußmuskulatur. Sie spüren dies meist erst dann, wenn im Alter Ihr Gang unsicher wird oder wenn Sie einmal versuchen, barfuß über Kieselsteine zu laufen. Folglich: Nur weil wir Stress nicht spüren, ist er damit noch lang nicht verschwunden, vielmehr wirkt sein blockierendes Werk im Verborgenen weiter.
 
Über die Ausschüttung von Stresshormonen lässt sich vereinfacht sagen:
Stress entsteht, wenn die Erwartungen nicht mit dem Erlebten übereinstimmen.
Das Gehirn sendet und empfängt permanent Millionen elektromagnetischer Wellen und vergleicht das Empfangene mit dem Gesendeten. Jede Dissonanz wird als Stresssignal interpretiert. Sie kennen dieses physikalische Phänomen aus der Harmonielehre: Wenn zwei Töne nicht in ihrem Frequenzbereich im Einklang sind und sich auch nur minimal unterscheiden, dann empfinden wir einen Missklang. Wenn in einem Chor auch nur einer falsch singt, fällt das auf. Nach diesem Schema registriert das Gehirn Übereinstimmungen oder Unterschiede zur ausgesendeten Erwartung. Ähnlich wie eine Fledermaus mit ihrem Echolot genau herausfindet, wo sich ein Baum, eine Mauer oder ein Insekt befindet, so registriert Ihr Gehirn kleinste Abweichungen von dem, was Sie erwarten.

Beispiel: Wenn Sie ein Glas Wasser trinken wollen, dann erwarten Sie, dass das Wasser in Ihrem Glas wie gewohnt schmeckt. Ist das Wasser aber salzig, zu heiß oder sehr kalt, dann werden Stresshormone ausgeschüttet. Diese sind wie selbsterzeugte Stoppschilder, die Sie daran hindern sollen, einfach weiterzumachen, da etwas nicht dem entspricht, was Sie erwarten.
Angst soll vor weiterem Stress und damit vor Dingen und Situationen schützen, die Sie nicht wollen. Daher versuchen wir, zukünftige Ereignisse abzuschätzen (zu antizipieren) und sie auf ihre Gefährlichkeit zu überprüfen und zu bewerten. Angst ist somit selbst gemachter Stress, weil das, was Sie erleben, bereits im Kopf und nicht schon real abläuft.
Da dieser Zusammenhang für das gesamte Verständnis von Angst und ihre Auflösung so wichtig ist, seien hier einige Beispiele von Stresssituationen genannt:

  • Wenn Sie dachten, Ihre Arbeitskollegin fände Sie sympathisch, dann aber erfahren, dass diese hinterrücks abfällig über Sie redet, dann haben Sie Stress. So kann es sein, dass Sie bereits beim Gedanken an die Kollegin Angst (vor Mobbing) bekommen, selbst wenn Sie sich bei Ihnen bereits entschuldigt hat.
  • Wenn Ihnen Ihr Partner oder Ihre Partnerin zum Geburtstag ein Buch schenkt, bei dem Sie sich allein schon durch den Titel beleidigt fühlen, dann entspricht die Realität nicht Ihren Erwartungen. Das erzeugt Stress, und wenn dieser nicht abgebaut wird, führt dies zu sehr schlechter Laune.
  • Wenn Sie sich um Ihre beste Freundin kümmern, die sich gerade von ihrem Partner getrennt hat und sich deswegen seit Wochen zu jeder Tages- und Nachtzeit bei Ihnen ausheult, dann aber eines Tages mit Ihrem besten Freund durchbrennt, dann ist das, was Sie erleben, nicht deckungsgleich mit dem, was Sie real erleben wollen. 


Weil in solchen Situationen Stresshormone ausgeschüttet werden und zudem Serotonin verbraucht wird, versuchen wir, solche Umstände möglichst zu vermeiden. Serotonin ist ein Botenstoff, der gebraucht wird, um Nervenreize zu übertragen. Er befähigt das Gehirn, sich auf Neues einzustellen. Fehlt Serotonin, empfinden wir das als Antriebshemmung. Depressive Verstimmung nennt das der Arzt und verschreibt Ihnen einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, damit dieser Botenstoff länger im Blut bleibt.
Damit uns solche Frusterlebnisse nicht zu sehr enttäuschen, entwickeln wir einen sogenannten Zweckpessimismus. „Ach, es regnet doch sowieso wieder, wenn ich spazieren gehe“, „Mein Geschenk gefällt dir wahrscheinlich gar nicht“, „Du wirst mich eines Tages bestimmt verlassen!“ – das sind solche Beschwörungsformeln, mit denen man sich auf ein Negativerlebnis einzustellen versucht, damit es nicht so wehtut, wenn es tatsächlich dazu kommt. Pessimisten sind Menschen mit Angst.
Ein großes Problem ist dabei, dass man insgeheim hofft, die Befürchtung möge nicht wahr werden. Man erwartet also letzten Endes doch (aber eben unterbewusst), dass die Sonne scheint, dass das Geschenk gefällt, dass alles gut wird usw. Deswegen sehen Zweckpessimisten auch selten glücklich aus, was sie aber eigentlich sein müssten, da die Welt doch immer so viel besser und schöner ist, als sie erwartet hatten. Sie tun nur so, als erwarteten Sie nichts oder etwas Negatives. Dieser Selbstbetrug kann sich über die Jahre hinweg auch im Gesicht abzeichnen: Traurigkeit, Frustration und Misstrauen, Pessimismus sieht man einem Menschen an seinen Gesichtsfalten, den Augen und Mundwinkeln an.
Doch auch einen Zweckpessimismus verliert man, sobald man herausgefunden hat, warum man eigentlich diese Angst vor Enttäuschung hat bzw. hatte (…).
Wenn aus dem Gesichtsausdruck diese negativen Züge verschwinden, begegnet man Ihnen auch wieder freundlich. Ich erlebe in meiner Praxis fast täglich, dass Menschen, nachdem sie endlich ihre Kindheitstraumen aufgelöst haben, in den Folgetagen nur noch Komplimente wegen ihrer positiven Ausstrahlung bekommen.
Weitere Infos unter www.andreaswinter.de

 

Andreas Winter: Was deine Angst dir sagen will

Dieser Textauszug wurde uns freundlicherweise von Andreas Winter zur Verfügung gestellt aus seinem Buch:

„Was deine Angst dir sagen will“ aus dem Mankau Verlag. Siehe auch unter „Wortwelten“.


Wesentlich werden - von Andreas Meyer

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Der Weg zu innerem Wachstum, sei es im Alltag oder bei Meditation und Konzentrationsübungen, führt letztlich immer in Richtung Selbst-Werdung. Alles, was uns innerlich den ganzen Tag über prägt, beeinflusst und seine Wirkungen in uns hinterlässt, vollzieht sich über unsere Aufmerksamkeit. Entscheidend ist deshalb vor allem, womit und in welcher Weise sich die Aufmerksamkeit verbindet.

Beim Betrachten der Struktur unseres Alltagsbewusstseins stellen wir fest, dass unsere Aufmerksamkeit sich normalerweise in einer Überfülle von Eindrücken, Gedanken und Tätigkeiten zerteilt, bis hin zum Getriebensein von den vielen, vermeintlich notwendigen Aufgaben. Eine radikale Selbstbesinnung, wie sie oft äußerlich durch Lebenskrisen, Krankheit oder das Wissen um eine begrenzte Lebensdauer eintritt, kann helfen, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen.

Will man herausfinden, welches die eigentlich wichtigen, unverzichtbaren Tätigkeiten sind, die ganz zum eigenen Weg gehören, dann frage man sich, was man tun oder lassen würde, wenn man nur noch einige Wochen zu leben hätte. Es gibt letztlich keinen Grund und kein überzeugendes Argument, diese wesentlichen Betätigungen auf den Sankt Nimmerleinstag („bessere Zeiten“) zu verschieben. (…) Durch die Beschränkung auf das Wesentliche im Alltag kann man viel stärker zu sich selbst kommen.

Ein anderer Aspekt liegt im Hier und Jetzt verborgen. Sinnbedeutung und erfüllte Lebensmomente vollziehen sich immer jetzt und in genau diesem Moment. Immer sind wir umgeben von Möglichkeiten, ganz Eins mit dem Augenblick zu werden. Die Blume vor mir wartet darauf, dass ich mich mit ihr verbinde; das Gespräch und die Verbindung mit einem Menschen entfaltet jetzt seine Strahlkraft; und der Geschmack des Essens oder die Stimmung der Natur sind Ereignisse, die im Hier und Jetzt zutiefst erfüllen können. Gewöhnlicherweise planen wir aber beim Essen schon wieder weiter, sind wir im Gespräch schon wieder beim nächsten Termin und bei den nächsten Aufgaben und wir beachten die Schönheit der Blume und die Stimmung der Natur nicht. Die tägliche Übung, sich ganz leer zu machen, gehört hier zu den Hilfen dazu, sich das volle, pralle Leben zu erschließen, welches tiefe Eindrücke in uns einprägt, die zu unvergänglichen Früchten in der Seele werden.

 

 

 

 

 

Ganz einfach

 

Wenn du schläfst, stehst du schon auf.
Wenn du aufstehst, gehst du schon.
Wenn du gehst, dann isst du schon.
Wenn du isst, dann schaffst du.
Wenn du schaffst, dann planst du schon.
Wenn du planst, dann sprichst du schon.
Wenn du sprichst, dann hörst du schon.
Wenn du hörst, dann schläfst du.

Wenn ich schlafe, schlafe ich.
Wenn ich aufsteh’, steh ich auf.
Wenn ich gehe, gehe ich.
Wenn ich esse, ess ich.
Wenn ich schaffe, schaffe ich.
Wenn ich plane, plane ich.
Wenn ich spreche, spreche ich.
Wenn ich höre, hör ich.
Auszug aus einem Liedtext von G. Schöne


Info3: „Wir trauern um unseren Autor Andreas Meyer, der am 18. Oktober nach kurzer, schwerer Krankheit starb.

In dieser, seiner letzten Kolumne kann man etwas davon spüren, wie er den Tod bewusst einbezogen hat.“

Ein Text aus der Zeitschrift Info3 - Impulse für ein erfülltes Leben mit Tiefgang.

Ein kostenloses Probeheft erhalten Sie auf der Website www.info3-magazin.de oder direkt bei Vertrieb@info3.de.