Aktuelles 2018


Herbst 2018


Warum wir nicht (mehr) bei Facebook sind mit unseren Seiten

von Ulrike Plaggenborg

 

Neulich sah ich eine Buchvorstellung: „Zehn Gründe warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst“ von Jaron Lanier. Trotz des offensiven Aufforderungscharakters sprang mich der Titel sofort an, weil ich seit geraumer Zeit schon massiv genervt war von Facebook. Das Buch war eine Offenbarung! Jaron Lanier ist nun nicht irgendwer sondern ein Internetpionier der ersten Stunde und zählt laut Wikipedia zu den 300 wichtigsten Erfindern der Geschichte. In seinem Buch beschreibt er haargenau das was ich selbst erlebt hatte und was mir zunehmend unangenehm wurde.

 

Meine eigenen Erfahrungen mit Facebook

 

Ich hatte vor vielen Jahren schon mal einen Versuch gemacht mit Facebook, mich dann aber wieder abgemeldet, weil ich zuerst nichts damit anzufangen wusste. Ein paar Jahre später habe ich mich dann beruflich wieder angemeldet, und weil das nur über den privaten Account geht, eben auch privat. Zu Beginn fand ich es ganz spannend: so viele interessante Dinge, die mir einfach so auf den Rechner flatterten ohne dass ich dafür was tun musste! Nach spätestens einem Jahr jedoch begann sich alles zu wiederholen: das zigste Katzenvideo, der hundertste Spruch usw. usw.. Ich verfing mich zunehmend in der Filterblase, d.h. ich bekam immer nur noch das zu sehen, was ich geliked hatte, von Leuten, mit denen ich ohnehin einer Meinung war – die Vielfalt war dahin. Dazu kam, dass Facebook in der Zwischenzeit an der Schraube gedreht hatte, die da heißt: Personalisieren bis zum Anschlag.

 

Ich habe Facebook immer nur als Informationsmedium betrachtet, weniger als Kontaktbörse. Wobei es teilweise sehr nett war, auf so unverfängliche Art mit Menschen „in Kontakt“ zu sein, die ich lange nicht gesehen hatte oder die weit weg wohnen. Nur das „in Kontakt“ sein stimmt eben nicht. Und das ist auch das, was mich dann immer mehr nervte: es war wie wenn man pausenlos im Fernsehen rumzappt. Der Newsfeed mit seinem unendlichen Strom an Info-Häppchen, alles nur Schnipsel, alles nur klitzekleine Ausschnitte aus einem immer unübersichtlicher werdenden Ganzen – das macht mich wahnsinnig!! Es hinterlässt ein schales Gefühl, eine unangenehme Leere, ein Unbefriedigtsein, einfach ungut. Dazu ist es ein ungeheurer Zeitfresser.

 

Social Media sind ein starkes Suchtmittel

 

Zugleich ist es natürlich DAS Suchtmittel Nr. 1. Schon nach relativ kurzer Zeit hatte ich das Gefühl: wenn ich jetzt nicht nachschaue, was es Neues gibt, dann verpasse ich was. Oder wie es eine Freundin formulierte: „Es fühlt sich an wie: ich bin abgeschnitten von der Welt“, wenn ich nicht reinschaue. Tatsächlich ist es aber genau andersherum: durch dieses ständige Raus-Schauen bin ich ja zunehmend abgeschnitten von mir selbst. Dazu gibt es auch ein neues Buch „#fomo – Fear of Missing Out, Die Angst etwas zu verpassen“ von Manfred Poser – siehe auch unter „Wortwelten“.

 

Ein weiterer Punkt ist die Sucht nach Anerkennung. Wenn man so wie ich, auch öfter mal selber was gepostet hatte, dann war es natürlich wichtig, wie die anderen darauf reagieren. Ich freute mich wenn es gefiel oder fand mich wichtig, weil ich auf „sowas Wichtiges“ hingewiesen hatte. Da ich ja ein kritischer Mensch bin, wurden es auch öfter mal kritische Beiträge. Damit umzugehen ist eine Erfahrung für sich, weil auf Facebook selbst in Kreisen, die sich für bewusst halten, jede/r seinen Mist raushaut, egal wie. Der Ton ist zuweilen haarsträubend, sodass ich mich nach kurzer Zeit entschieden habe, nichts mehr in der Richtung zu posten, weil mir das zu blöd wurde mit all der negativen Energie. Es findet eben kein wirklicher Austausch statt. Und dann stellte ich fest, dass ich, wenn ich selbst mal irgendeinen Beitrag kommentierte, anfing, mich sehr genau zu kontrollieren, was ich da schreibe, damit mir das auf keinen Fall um die Ohren fliegt.

 

Social Media lebt von Negativität

 

Jaron Lanier macht deutlich, dass die Algorithmen so programmiert sind, dass es nur um Aufmerksamkeit geht, also um Likes oder dass Beiträge geteilt werden. Das ist für die Kunden wichtig, die Anzeigen schalten, denn das ist ja das Geschäftsmodell (das gilt sowohl für Facebook wie auch für Google). Negative Beiträge finden jedoch weitaus mehr Beachtung als positive und daher entwickelt sich das Ganze in eine Spirale der Negativität, also nach unten. Daraus erklärt sich auch dieser ganze Hass, der die sozialen Medien zu dominieren scheint. Wir würden alle zu A…löchern, meint er, selbst Menschen, die sich für aufgeklärt halten würden sich in einer Art und Weise auslassen über Dinge oder Menschen, dass man es nicht glauben könne. Und warum machen sie das? Weil es Aufmerksamkeit erzeugt.

 

Bekannt ist, dass sich Mark Zuckerberg nach Trumps Wahl bei ihm persönlich bedankt hat für die ausgezeichnete Facebook-Kampagne. Trump hat dafür 44 Mill. Dollar ausgegeben, Hillary Clinton „nur“ 28 Mill.. So verdanken wir diesen verrückten Präsidenten wohl u.a. Facebook. Und die AfD hat auf Facebook die meisten Stimmen, wenn man das mal nach Parteien anschaut. Das ist ein Umfeld, in dem ich mich absolut unwohl fühle. Fake News Produzenten sind mir ein Gräuel. Unter Facebooks Anzeigen-Kunden sind halt auch Kunden, die ein handfestes Interesse daran haben, bestimmte Gesellschaften zu destabilisieren.

 

Und so ziehen sich die Netze immer dichter zusammen, jede/r sitzt in seiner/ihrer eigenen Filterblase fest und weiß überhaupt nicht mehr, was der andere Mensch denkt. Man isoliert sich letztendlich also eigentlich. Die Folge der ausufernden Personalisierung ist halt, dass die Vielfalt stirbt. In den USA gibt es z.B. schon fast keinen investigativen Journalismus mehr, weil alle nur nach den Klicks schielen. Da wird für meine Begriffe zuviel geopfert, und wofür? 

 

Lanier empfiehlt, sich abzumelden bzw. die Accounts zu löschen (abmelden reicht nicht, man ist dann immer noch im System drin), weil nur dadurch die kreativen Köpfe im Silicon Valley oder anderswo einen Impuls bekommen, etwa Neues zu schaffen. Und ein anderes Social Media wäre sicher nicht mehr komplett kostenlos, was unbedingt zu empfehlen ist. Meine Idee ist ja schon lange, dass man einen geringfügigen monatlichen Beitrag zahlen müsste an Facebook, damit Werbung überflüssig würde. Und wenn es nicht mehr darum geht, dass Anzeigen verkauft werden, dann haben ALLE Inhalte mehr Chancen und es müsste auch nicht mehr gefiltert werden.

 

Natürlich kann man sich in seiner eigenen Filterblase wohl fühlen und viele bauen sich ja auch so kleine „Nester“, in denen ein angenehmerer Ton herrscht.  Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, es ändert nur rein gar nichts am grundlegenden, strukturellen Problem des Geschäftsmodells, das da heißt: du bist nicht der Kunde der großen Internetunternehmen, sondern ihr Produkt, und zwar ein fremdbestimmtes Produkt, das gar nicht merkt, wie fremdgesteuert es ist.

 

Warum unsere Seiten nicht mehr auf Facebook sind

 

Eine Geschäftsseite auf Facebook zu haben macht nur Sinn, wenn sie eine gewisse Reichweite hat, sprich, die Beiträge genügend Leute erreichen. Da hat Facebook auch an Schrauben gedreht und seitdem haben wir Reichweiten, die den Zeitaufwand nicht mehr rechtfertigen, den es bedeutet, sinnvollen Inhalt zu generieren. Denn das war unser Anspruch: wir wollten halt nicht nur Werbung machen für unsere Produkte (Bücher), mal abgesehen davon, dass das dann sowieso keine/r angeguckt hat. Reichweiten, die sich lohnen, sind jetzt nur noch käuflich zu erwerben. Facebook will, dass wir für Klicks bezahlen (wie Google auch, nur dass es bei Google noch genügend Stellschrauben gibt, auch kostenlos noch relativ weit oben zu landen in den Suchergebnissen; auf Google können wir deshalb leider auch nicht verzichten, um nicht komplett unsichtbar zu werden…). Dafür fehlt uns das Geld und wir sehen es auch nicht ein. Facebook hat derzeit 2 Milliarden aktive Nutzer monatlich (Wikipedia, Stand Juli 2018), wenn die alle 1 Dollar monatlich zahlen würden… nun ja…

 

Wir würden uns ein echtes Soziales Netzwerk wünschen, das die Menschen wirklich zusammenbringt und nicht auseinander dividiert. Eine Plattform, auf der ein Umgangston gepflegt wird, der einen aufbaut und nicht runterzieht. Ein offenes Netz, in dem viele verschiedene Meinungen möglich sind, weil man respektvoll miteinander umgeht. Ein Netz, das für die Zukunft gewebt wird, das inspiriert und erfreut. Bis es soweit ist sammeln wir Inspirierendes, auch Kritisches, Schönes, Lustiges auf unseren Internetseiten www.buchhandlung-plaggenborg.de und www.achtsames-leben.org (im Blog) oder in meinem Blog www.fenster-zur-zukunft.org . Und warten darauf, dass die Kreativen im Techie-Business den Faden aufnehmen und was Neues basteln. 

 

Bis dahin kann man ja auch mal wieder „richtig“ lesen, nicht nur Schnipsel. Was ich so lese:

Zeitungen: NWZ täglich, Süddeutsche Zeitung am Wochenende; Zeitschriften: im Abo: evolve, moment by moment, enorm, SEIN Magazin; BUND Magazin, KGS HH, LebensArt Hannover, Spirit Live. Diese Magazine nehme ich mit, wenn ich sie beim Einkaufen finde: BIORAMA, Schrot & Korn, KGS HB, Wegweiser. Gelegentlich kaufe ich die Buddhismus aktuell, info3 und die National Geographic. Online: ursache wirkung, newslichter und seit neuestem den SZ-Podcast.

Daneben bekomme ich jede Menge Newsletter von zukunftsweisenden Bloggern und Organisationen, an deren Aktionen ich mich online fast immer beteilige.

Ach ja, und es gibt ja auch andere Suchmaschinen als Google, z.B. https://www.ecosia.org, die pflanzen für jeden Klick Bäume.

 

Dies ist das Buch: Jaron Lanier: „Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst“, Hoffmann und Campe, 2018. Und „#fomo – Fear of Missing Out, Die Angst etwas zu verpassen“ von Manfred Poser – erhältlich u.a. über uns (www.buchhandlung-plaggenborg.de ), versteht sich…. 

 

Lesen Sie dazu bitte auch den Beitrag von Peter Gerd Jaruschewski: Facebook - eine Datenkrake, auf Seite 11.

 

Und von Axel Hacke aus dem SZ-Magazin: Das Beste aus aller Welt: Raus aus der Handy-Falle


Das Oldenburger Sommermärchen

Foto: © Andreas Burmann
Foto: © Andreas Burmann

Vom GLOBE-Team

 

Ende Juni 2018 konnte die Kulturgenossenschaft GLOBE e.G. ihr Sommermärchen mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags wahr werden lassen. Jetzt wird aus der Initiative ein gemeinnütziges Kulturunternehmen.

 

Nach mehr als 30-jährigem Leerstand drohte das 1954 für die in Oldenburg stationierten britischen Soldaten gebaute GLOBE zu verfallen. Im Frühjahr 2017 startete eine Initiative zur Sanierung und Erhaltung des denkmalgeschützten Theaters. Sie bildete sich aus einem Quartierstreffen des alten Kasernengeländes in Neu-Donnerschwee. Ein gutes Jahr später gehören der neu gegründeten Kulturgenossenschaft bereits rund 600 Mitglieder an. Kultur ist für alle da und durch die Genossenschaft wird dies gelebt. Ehrenamtliches Engagement steht dabei im Vordergrund.  Die Genossenschaft organisiert sich in verschiedenen Arbeitsgruppen, von Öffentlichkeitsarbeit und Marketing bis hin zur Erstellung eines zukünftigen Nutzungskonzeptes kann hier jeder sein Wissen oder Erfahrung mit einbringen.  Für je 100 Euro können Genossenschaftsanteile erworben werden. Damit gehört den Unterstützerinnen und Unterstützern dann ein kleines Stück GLOBE. Neue Mitglieder sind immer herzlich willkommen.

 

Den ersten Meilenstein erreichte die gemeinnützige Kulturgenossenschaft GLOBE e.G. im Juni 2018 mit dem Kauf des Baudenkmals. Hunderte von Menschen brachten durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen und Spenden innerhalb von einem halben Jahr den vollständigen Kaufpreis auf. Nun steht die umfangreiche Sanierung an, die sowohl den Anforderungen des Denkmalschutzes und dem Erhalt des 50er Jahre-Charmes, als auch den Anforderungen an eine spätere breite Nutzung sensibel Rechnung tragen muss.

Als Teil der Genossenschaft hat jeder Mitbestimmungsrecht. Ideen einbringen und sich vernetzen, organisieren, bauen, backen, diskutieren - alles kann, nichts muss. 

 

Nach dem erfolgreichen Kauf beginnen im Herbst 2018 die Sanierungsarbeiten. Parkplätze müssen geplant und angelegt, nichttragende Wände sollen entfernt oder verändert werden. Das Dach muss erneuert werden, ebenso Türen und Fenster. Dabei bleibt das Gebäude sowohl innerlich als auch äußerlich in seiner Erscheinung und Ausstattung weitgehend erhalten, orientiert an der zukünftigen Nutzung. 

 

Ziel ist es, dass Oldenburg 2020 um eine Kulturinstanz reicher wird. Früher diente das Kino als Unterhaltungsraum für britische Soldaten, nun soll buntes, kulturelles Leben entstehen: Proberäume, Workshops, Festivals, Tanz, Theater uvm.. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Von Vielen, für Viele, mit Vielen – dieser Slogan soll auch im späteren Kulturbetrieb gelebt werden.

 

Das denkmalgeschützte Gebäude öffnet regelmäßig seine Türen für die Öffentlichkeit. Das diesjährige Motto „Entdecken, was uns verbindet“ passt hervorragend zu den Bestrebungen der Kulturgenossenschaft, die historischen Hintergründe des GLOBEs näher zu beleuchten. Derzeit recherchiert dazu in Großbritannien Genossenschaftsmitglied Dr. John Goodyear. Seine Forschungsarbeiten bilden einen Brückenschlag zwischen der britischen Vergangenheit des GLOBE und der heutigen Zeit.

 

Infos zu Terminen und Fördermöglichkeiten unter www.globe-oldenburg.de .

Frühjahr 2018


Silber-Jubi-Treffen: 25 Jahre Qigong im Schlossgarten

Mo. 7. Mai, 17:45 - 19:15 Uhr

 

Informations- und Übestunde mit vier Anleitenden (Doris Kirstein, Gerd Schnesche, Helga Mansholt, Manfred Folkers). Offen für alle Interessierte. Veranstalter: Achtsamkeit in Oldenburg e.V.

 

Als im Frühjahr 1994 erstmals montags „Qigong im Schlossgarten“ angeboten wurde, dachte niemand an das Jahr 2018. Diese Vision hätte auch dem erklärten Ziel der Qigong-Praxis widersprochen. Wer sich aufmerksam auf die Atmung und die Bewegung konzentriert, möchte im Kontakt sein mit dem gegenwärtigen Augenblick. Seitdem kommen regelmäßig zahlreiche Menschen, um sich inmitten der Bäume und Sträucher des Oldenburger Schlossgartens zu entschleunigen und die frische Luft zu genießen. 

 

Dieses Jahr startet die 25. Saison - Anlass genug für eine Art „Silber-Jubi-Treffen“. Der Verein „Achtsamkeit in Oldenburg“ als Veranstalter der Qigong-Übe-Stunden lädt deshalb alle Interessierte (auch Neulinge) ein, am 7. Mai um 17:45 Uhr zur Qigong-Wiese westlich des Tropenhauses zu kommen. Ab 18 Uhr werden sich vier Übe-Gruppen bilden, die von Doris Kirstein, Gerd Schnesche, Helga Mansholt und Manfred Folkers angeleitet werden. Vor- und hinterher gibt es Infos zum Qigong und Möglichkeiten zum Austausch. 

 

Die Qigong-Übe-Stunden finden bis zum 10. September bei jedem Wetter jeden Montag (außer Pfingstmontag) von 18 - 19 Uhr statt. Eine regelmäßige Teilnahme ist zwar wünschenswert, aber keinesfalls notwendig. Ein Einstieg ist jederzeit möglich (auch ohne Vorkenntnisse). Die Übe-Stunden sind kein Seminarkurs. Die Teilnahme ist kostenlos. Spenden sind möglich; sie werden an gemeinnützige Organisationen weitergeleitet. Wer mit dem Fahrrad anreist, sollte es im Eingangsbereich des Schlossgartens abstellen.

 

Infos unter: www.achtsamkeit-in-ol.de 


Gesunde Vielfalt im Küchengarten Jaspershof e.V.

Von: Christina Martens

 

Dieses Gemeinschaftsgartenprojekt startet nun in seine dritte Gartensaison auf dem Gelände der Jaspers-Hochkamp Stiftung in Westerstede. Jung und Alt haben dort im Ehrenamt Räumlichkeiten mit Küche, Geräteräumen, Aufenthaltsräumen, Terrasse hergerichtet und auf 3000qm Fläche auf dem wunderschönen weitläufigen Gelände des Hofes einen Garten angelegt. Dort wachsen diverse Obstgehölze, Rosen, Kräuter, Stauden, einjährige Pflanzen und vor allem verschiedenes Gemüse.

 

Aktiv dabei sind von ganz kleinen Kindern bis Jugendlichen, berufstätige Erwachsene und Senior/innen mit und ohne Fachwissen. Miteinander draußen herumwerkeln, immer wieder dazu lernen und vom Alltag entspannen und abschalten ist allen wichtig.  Es wird auch gerne gemeinsam gekocht und das angebaute Gemüse zusammen verwertet. Mit Kindern Pizza backen, Kartoffeln mit Kräuterdip genießen, Sauerkraut machen, Heilkräutersalben selbst herstellen und vieles mehr. Es gibt verschiedene Kursangebote zur Pflege von Rosen, Obstgehölzen, zur Kompostierung, etc. und auch das gesellige Zusammensein wird am liebsten bei schönem Wetter draußen genossen.

 

Neugierige Besucher und Gäste sind herzlich willkommen. Gemeinschaftlich gegärtnert wird vor allem am Mittwoch- und am Samstagvormittag.

Wer in diesem Jahr selbst leckeres und gesundes Gemüse in eigenen oder Gemeinschaftsbeeten mit anbauen und ernten möchte kann zur Gemüsegruppe noch mit hinzu kommen. 

 

Die Gemeinschaft erhält mit ihren Aktivitäten ein bedeutendes Kulturgut rund um einen Gemüsegarten und die Verwendung in der Küche und freut sich über weitere Mitglieder und Unterstützer, die Zeit und Freude haben sich und der Natur im Küchengarten auf dem Jaspershof etwas Gutes zu tun. 

Neugierige und Gäste sind herzlich willkommen.

 

Jaspershof, Zum Stiftungspark 27, 26655 Westerstede

 

 

Kontakt: Christina Martens (1.Vorsitzende)  Tel.  04488.861168 oder per E-Mail an christina.martens@ewe.net


Winter 2018


Woher nimmst du deine Kraft?

Gesprächstag des Arbeitskreises „Religionen in Oldenburg“ (AK-RiO)

am Sonntag 11. Februar 2018, 14.00 - 18.00 Uhr im PFL

 

In vielen Städten und Regionen gibt es interreligiöse Projekte, so das Haus der Religionen in Hannover, die Akademie der Weltreligionen in Hamburg, den Rat der Religionen in München oder das Forum der Religionen in Berlin. Im Jahr 2011 hat sich der „Arbeitskreis Religionen in Oldenburg“ (AK-RiO) gebildet, an dem sich neben christlichen und islamischen Gemeinden auch die jüdische, die yezidische und die Bahá´í-Gemeinde sowie buddhistische Gruppen beteiligen. Initiiert wurde der Arbeitskreis vom Präventionsrat Oldenburg und der Stabsstelle Integration, deren beständige und neutrale Koordination sich in vielerlei Hinsicht als beruhigend und fruchtbar erweist.

 

Der AK-RiO trifft sich alle sechs bis acht Wochen in Räumen der Mitgliedsgemeinden. Neben der Durchführung und Begleitung diverser Aktivitäten (Veranstaltungen, Hilfe für Flüchtlinge, Öffentlichkeitsarbeit usw.) wurden zwei Fachtagungen zum interreligiösen Dialog durchgeführt („Präventionsarbeit in den religiösen Gemeinden“, „Was tun Religionen für die Menschen?“). Außerdem entstanden mittlerweile vier interreligiöse Kalender.

 

Als Highlight des AK-RiO darf die 2016 veröffentlichte Stellungnahme „Grundwerte, Grundrechte und Religionsfreiheit“ gelten, die die Mitglieder nach intensiver Diskussion gemeinsam unterzeichneten und veröffentlichten. Wohl erstmals in Deutschland haben sich unterschiedliche Religionsgemeinschaften nicht nur gemeinsam zu den Grundrechten im Grundgesetz, sondern auch in aller Deutlichkeit für deren Geltung in ihren Gemeinden sowie in gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Bereichen bekannt (http://pro-ol.de/pdf/AK%20Religionen_Grundwerte.pdf).

 

Doch das wichtigste Ergebnis des AK-RiO ist die Kommunikation an sich und die sich auf diese Weise ergebenden direkten Kontakte - vor allem zwischen den islamischen und christlichen Gruppen. Zwar kommt es auf den Arbeitstreffen kaum zu Gesprächen über Glaubensinhalte, aber sie schimmern oftmals als Motivation für den Einsatz in sozialen und kulturellen Projekten durch.

 

Dabei stellt sich immer wieder heraus, dass sich die Gemeinden und Gemeinschaften im Grunde mit den gleichen Bereichen beschäftigen - zum Beispiel Ethik und gesellschaftliches Engagement. Auch das Thema „Entwicklung und Erhalt von Lebenskraft“ wird von allen gleichermaßen bearbeitet. Dieser gemeinsame Hintergrund ist der Anlass, dem Thema „Lebenskraft“ auf einem Gesprächstag nachzugehen. Dies soll jedoch nicht als Diskussion auf einem Podium geschehen, sondern in kleinen Gruppen „auf Augenhöhe“. Schließlich haben alle Menschen bereits Erfahrungen mit ihrer Lebenskraft gemacht. Ein offener Austausch darüber kann sehr anregend sein.

 

 

Der Gesprächstag mit dem Titel „Woher nimmst Du Deine Kraft?“ wird wie folgt angekündigt: 

„Jeder hat sie - jede kennt sie - alle brauchen sie: Lebenskraft. Die Entwicklung und Pflege dieser Kraft ist eine ständige Aufgabe für alle Menschen. Schließlich gilt es, das eigene Leben zu meistern. Doch nur selten gibt es Gelegenheit, direkt und ausführlich über sie zu sprechen: Wie entsteht die Kraft zum Leben? Welche Rolle spielt die eigene Energie im Umgang mit dem Leben? Wie lässt sie sich am besten erhalten und pflegen? Aus welchen Quellen schöpfen wir? Auf diese Fragen gibt es sehr unterschiedliche Antworten, denn Leben und innere Stärke sind individuelle Erfahrungen.

 

Am Sonntag, dem 11. Februar 2018 von 14.00 - 18.00 Uhr möchte der Arbeitskreis Religionen in Oldenburg im PFL-Kulturzentrum allen Interessierten die Möglichkeit geben, sich in moderierten Gesprächsgruppen die Quellen ihrer Kraft anzuschauen und sich über deren Bedeutung für einen von Ethik und Mitgefühl durchdrungenen Alltag auszutauschen: in ihren Familien, in ihrer Nachbarschaft und in ihrem Engagement in allen sozialen und kulturellen Bereichen der Gesellschaft.“

 

Das Programm: 

Nach dem Ankommen (mit Kaffee) ab 13.30 Uhr wird es eine kurze Begrüßung und ein ebenso kurzes buddhistisch inspiriertes Impuls-Referat („Anhalten und genau hinschauen - Alltag als Kraftquelle“) geben, um anschließend in parallelen Gruppen eine Stunde lang darüber zu sprechen. Nach einer langen Kaffee- und Tee-Pause gibt es zwei weitere kurze Impuls-Referate; zunächst aus christlich/jüdischer Perspektive („Gibt mir mein Glaube Orientierung in der Welt?“), dann aus islamischen Blickwinkeln („Welche Rolle spielt die religiöse Gemeinschaft für meinen Glauben?“), die - wiederum für eine Stunde - in den Kleingruppen besprochen werden. Ein Abschluss-Plenum wird den Nachmittag beenden.

 

 

Eine Anmeldung in der Geschäftsstelle des Präventionsrates (Stau 73, 26122 Oldenburg, 0441.235-3611, praeventionsrat@stadt-oldenburg.de) ist bis zum 2.2. erwünscht, aber ein spontaner Besuch ist auch möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.