Bewusstes Leben 2017


Frühling 2017


Am Anfang ein Traum - von Mike Kauschke

Über die tieferen Quellen sozialen Wandels

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Hermann Hesse

Vor einigen Wochen sprach ich mit einer Freundin, deren Tochter begonnen hat, Konfliktforschung zu studieren. Sie erzählte, wie schwierig es für die junge Frau sei, mit der Fülle an dramatischen Nachrichten zurechtzukommen, die nun durch Erfahrungsberichte von sozialen Brennpunkten überall auf der Welt auf sie einströmen. Denn diese drastischen Berichte finden nur selten einen Ausgleich in Erfolgsgeschichten wirksamer gesellschaftlicher Veränderung. Schnell kann da die Hoffnung auf eine tatsächliche Transformation unserer Welt verloren gehen – eine Hoffnung, die uns erst veranlasst, uns für den Wandel zu engagieren. Nach dem Gespräch fragte ich mich, ob wir dabei nicht oft die tieferen Quellen der Hoffnung vergessen.

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Ein Leben in Glück und Freiheit - ein Erfahrungsbericht von der Familie Leviro

Wir haben unser Unternehmen in der Schweiz verkauft, das Haus aufgegeben und unsere Kinder aus den Schulen genommen. Heute bereisen wir die Welt und leben von unserem Online-Unternehmen, mit dem wir die Menschen zu mehr Tiefgang und einem wahren Leben bewegen. Wir sind die Familie Leviro und haben uns für ein Leben fern von Konventionen entschieden. Heute dürfen wir einen erfüllten, glücklichen und freien Alltag purer Lebensfreude erfahren.

Noch vor wenigen Monaten lebten wir in einem Wohnmobil, mit dem wir mit unseren 3 Kindern durch den Südwesten Europas bis in die Sahara fuhren. Wie lange die Reise dauern sollte, war nicht auszumachen, da wir aufgehört haben die Zukunft zu verplanen. Es hätte gut sein können, dass wir bis ins Tiefe Afrika fahren und eine lange Lebensreise daraus machen. Genauso wäre es aber möglich gewesen, dass wir nach wenigen Wochen wieder entschieden hätten umzukehren und uns ein Haus in der Schweiz zum Wohnen suchen. Schlussendlich wurde es mit der 6-monatigen Reise etwas dazwischen. Lernen durften wir was es heißt dem Leben zu vertrauen und dadurch an den Platz zu kommen, zu welchem wir bestimmt sind, um unsere Lebensaufgabe erfüllen zu können.

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„Vertrauen“ - ein kleines Wort, aber mit einer unglaublich großen Bedeutung für uns und unser Leben - von Susanne Schwarz

Was genau bedeutet Vertrauen? Hier die Definition von Wikipedia:

„Vertrauen ist in psychologisch-, persönlichkeits- und theoretischer Perspektive definiert als subjektive Überzeugung von der (oder auch als Gefühl für oder Glaube an die) Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von Personen, von Handlungen, Einsichten und Aussagen eines anderen oder von sich selbst (Selbstvertrauen). Zum Vertrauen gehört auch die Überzeugung der Möglichkeit von Handlungen und der Fähigkeit zu (eigenen) Handlungen. Als das Gegenteil des Vertrauens gilt das Misstrauen.“

Dazu auch passend ein kurzes Zitat von Mahatma Ghandi:
„Misstrauen ist ein Zeichen von Schwäche.“

Wenn Vertrauen grundsätzlich fehlt, regiert die pure Angst. Aber auch wenn das bereits vorhandene gesunde Vertrauen plötzlich durch Ereignisse erschüttert wird, löst das ebenfalls Ängste und Unsicherheit aus. Solche Ereignisse kennt jeder in seinem Leben, nahe Menschen, die einen verletzen oder das bereitwillig geschenkte Vertrauen missbrauchen. Und leider auch Ereignisse, die uns zwar nicht direkt in unserem Umfeld betreffen, sondern die auf der Welt passieren und uns schockieren, unsicher machen und damit insgesamt unser allgemeines Vertrauen verringern und eine nicht richtig greifbare, schwelende Angst auslösen.
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Erwachsen werden in der Wildnis – brauchen wir das noch? Ein Erfahrungsbericht - Autorin: Judith Wilhelm

Passiert Erwachsen werden automatisch mit dem 18. Geburtstag? Wer sind die Vorbilder, die Jugendlichen das Erwachsen werden attraktiv erscheinen lassen? Wer sind die Mentoren, die Jugendlichen Werte vermitteln und sie im Kreis der Erwachsenen willkommen heißen?
Unsere Vorfahren wussten noch, dass Erwachsen werden nicht von alleine passiert. In den Märchen Der Eisenhans und Die schöne Wassilissa sind Männer- und Fraueninitiationswege beschrieben. Diese Wege funktionieren für uns heute noch genauso. (siehe auch Angelika Hirsch: An den Schwellen des Lebens – Warum wir Übergangsrituale brauchen).
Steven Foster und Meredith Little sind zwei VorreiterInnen in Sachen Jugendvisionssuche, indem sie vor über 30 Jahren die Initiationsriten von vielen verschiedenen indigenen Völkern zusammentrugen und die Grundprinzipien herausarbeiteten. Allen Initiationsriten gemeinsam ist: 1. das Alleinesein, 2. das Fasten und 3. in der Natur sein.
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Winter 2017


#Familie - Entspannter Umgang mit digitalen Medien - Von Detlef Scholz

Ein Interview mit Detlef Scholz zu seinem neuen Buch:

 

Inhalt des Buches: „Kinder und Jugendliche sind oft überfordert, wenn man ihnen die Verantwortung für ihren Medienkonsum komplett überlässt. Zu groß sind die Verlockungen und Attraktionen, zu wichtig die sozialen Kontakte, als dass sie das digitale Schlaraffenland freiwillig verließen. Kontrolle und Verbote können daran nichts Grundsätzliches ändern.
Den richtigen Umgang mit Medien lernen Kinder nicht in den Medien, sondern in der Familie. Detlef Scholz lenkt den Blick auf die entscheidenden Faktoren: Den Entwicklungsstand und die Bedürfnisse der Kinder, den Nutzen beim Gebrauch von Internet & Co, das Vorbild, das die Eltern mit ihrem eigenen Verhalten geben, und viele weitere Aspekte untersucht der erfahrene Berater auf ihre Wirkung für das Leben und Zusammenleben in der Familie.
Der Autor greift dabei auf Erkenntnisse der Hirn-, Lern-, Medien- und Familienforschung zurück und verbindet diese mit bewährten Erziehungsprinzipien. Anregende Fragen, Experimente und Übungen unterstützen Eltern wie Kinder bei der Selbstreflexion. So wird schnell deutlich, worum es eigentlich geht: Abenteuer, Geborgenheit und Glück in der Beziehung zu anderen zu finden.“

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Haben Sie Angst? Von Andreas Winter

© Guter Punkt - unter Verwendung von shutterstock.com und thinkstock.com

Na klar haben Sie Angst! Jeder hat doch irgendeine Form von Abscheu, Vorbehalten, Befürchtungen oder Panik. Über sieben Millionen Deutsche leiden sogar unter einer diagnostizierten spezifischen Phobie, Tendenz steigend. Aber keine Bange, das kriegt man wirklich weg! Ich weiß es, denn ich war der ängstlichste Junge, den Sie sich vorstellen können.

 

Vielleicht nicht in jeder Hinsicht ängstlich, aber ich hatte Angst vor Lehrern, vor Mitschülern, vor Einbrechern, vor Kellern und Spinnen, ja eigentlich vor allem. Damit war ich sicher nicht der Einzige in der Klasse, aber mich quälten meine Ängste so sehr, dass ich mit 15 Jahren beschloss, damit nicht mehr länger leben zu wollen. Ich nahm mir vor, angstfrei zu werden. Es wurde allerdings ein langer Weg. Jahrelang versuchte ich, eine Angst nach der anderen in die Zange zu nehmen, mich zu überwinden, mir Mut einzureden und mich zusammenzureißen oder zu disziplinieren. Doch egal, was ich tat, es tauchten immer neue Ängste in meinem Leben auf: Die Angst, ein Mädchen anzusprechen, die Angst, ein Referat zu halten, später die Angst vor dem Autofahren oder Angst vor Prüfungen. Mein Versuch, mich zu befreien, war fast wie Herakles’ Kampf gegen die schlangenköpfige Hydra. Wurde ihr ein Schlangenkopf abgeschlagen, wuchsen sogleich zwei neue nach. Je mehr man ein Symptom bekämpft, ohne die dahinterliegende Ursache aufzuarbeiten, desto deutlicher zeigt sich der innere Konflikt! Alles wird schlimmer. Sich zusammenreißen brachte also nichts. Eine chronische Bronchitis, chronischer Schnupfen, Schulversagen, Sprachstörungen, Konzentrationsstörungen, psychosomatische Angststörungen, soziale Hemmungen, Begabungsdefizite und Weinerlichkeit waren unerträgliche Folgen meiner Ängste. Lächerlich, peinlich, ein Jammer!

 

Doch irgendwann, ich war schon 18 Jahre alt und stand kurz vorm Abitur, las ich das Märchen „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ von den Gebrüdern Grimm. Erinnern Sie sich an das Märchen? Der jüngere Sohn eines Töpfers galt als naiv und dümmlich, weil er sich vor nichts fürchtete. Weder Geister noch Friedhöfe oder Galgen ängstigten ihn. Mich hingegen faszinierte seine Furchtlosigkeit, und mir wurde durch dieses traditionelle Märchen klar, dass man Angst zunächst erlernen muss. Dieser Gedanke ließ mich fortan nicht mehr los. Wenn jemand vor etwas Angst hat, so muss er die befürchtete Situation zunächst einmal in seiner Gefährlichkeit kennengelernt, genauer gesagt emotional erlebt haben. Ich wusste bereits von Konditionierungen, Reiz-Reaktions-Verknüpfungen und Auslösern, und so bestätigte sich in den folgenden Jahren während meines geisteswissenschaftlichen Studiums mein Verdacht. Es war das Gegenteil von dem, was ich an der Uni in den Vorlesungen hörte, denn da hieß es immer, Angst entstünde angesichts des Unbekannten. Aber einmal ehrlich, wenn Sie Angst vor dem Unbekannten hätten, dann hätten Sie auch Angst vor diesem Buch, denn Sie kennen ja den Rest des Inhaltes nicht. Sie müssten gleich morgens nach dem Aufwachen Angst bekommen, denn der Tag, der vor Ihnen liegt, ist unbekannt. „Niemand hat Angst vor ‚Schnirx‘“, sage ich heute bei meinen Vorträgen immer. „Warum nicht? Weil niemand ‚Schnirx‘ kennt.“ Wir haben nur Angst, wenn wir die Gefahr einer Sache bereits kennen oder sie mit einer ähnlichen Situation in Verbindung bringen. Ein Märchen brachte mich auf diesen Zusammenhang; meine Forschung in Sachen Angst wurde eine faszinierende und spannende Arbeit, denn dadurch zeigte sich mir der goldene Schlüssel zur Angstfreiheit, mit dem ich alle meine Ängste vollständig und in Sekunden auflösen konnte.

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Wesentlich werden - von Andreas Meyer

Der Weg zu innerem Wachstum, sei es im Alltag oder bei Meditation und Konzentrationsübungen, führt letztlich immer in Richtung Selbst-Werdung. Alles, was uns innerlich den ganzen Tag über prägt, beeinflusst und seine Wirkungen in uns hinterlässt, vollzieht sich über unsere Aufmerksamkeit. Entscheidend ist deshalb vor allem, womit und in welcher Weise sich die Aufmerksamkeit verbindet.

Beim Betrachten der Struktur unseres Alltagsbewusstseins stellen wir fest, dass unsere Aufmerksamkeit sich normalerweise in einer Überfülle von Eindrücken, Gedanken und Tätigkeiten zerteilt, bis hin zum Getriebensein von den vielen, vermeintlich notwendigen Aufgaben. Eine radikale Selbstbesinnung, wie sie oft äußerlich durch Lebenskrisen, Krankheit oder das Wissen um eine begrenzte Lebensdauer eintritt, kann helfen, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen.
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