Bewusstes Leben 2018


Herbst 2018


Eltern sind auch nur Menschen

Von Jörg Mangold

 

Vater und Mutter zu sein in der heutigen Lebenswelt ist nicht leicht. Kinder- und Jugendpsychiater zu sein übrigens auch nicht! Ich bin Vater und Kinder- und Jugendpsychiater, zusätzlich Lehrer für Achtsamkeit und Mitgefühl, − eine sehr seltene Kombination. Eltern und Kinder liegen mir sehr am Herzen.

In meiner Rolle als Kinder- und Jugendpsychiater erlebe ich häufig kleine und große Dramen in Familien und möchte helfen. Als Achtsamkeitslehrer will ich gerne Begleiter sein und Angebote machen, bevor es zu Störungen kommt. Als Vater reagiere ich sensibel auf die vielen öffentlichen Klagen und die massive Verunsicherung von Eltern, deren angeblich abnehmende Erziehungskompetenz oder gar den Ruf nach einem Eltern-Führerschein. Da haut uns Eltern doch jemand Anschuldigungen um die Ohren, die ganz wo anders hingehören!

 

Steigende Zahl von seelischen Erkrankungen 

 

Ich wundere mich, warum von den Entscheidungsträgern, die diese Anklagen hervorbringen, keiner die folgenden Fragen stellt: Was sind die Lebensbedingungen in Deutschland, dass wir eine ständig steigende Zahl von seelischen Erkrankungen sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen verzeichnen müssen? Welchen Lebensstil und welche Werte kultivieren wir, dass diese Auffälligkeiten und Nöte ständig zunehmen, obwohl wir in einem der wohlhabendsten Ländern dieser Erde leben?

Das ist nicht eine Angelegenheit von uns Eltern, sondern von unserer Art zu leben, inklusive der dazugehörigen Risiken und Nebenwirkungen. Dazu möchte ich einen echten Experten in diesem Bereich zitieren. Professor Fritz Mattejat hat zur Frage des steigenden Therapiebedarfs für Kinder und Jugendliche zwei wesentliche Antworten herausgearbeitet.

 

1. Armut und prekäre Lebenssituation lassen die Zahl der Risikofaktoren für psychische Erkrankungen bei allen Beteiligten in der Familie deutlich steigen. In Berlin leben z. B. 30 Prozent der Kinder von Sozialleistungen. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem letzten Jahr zeigt, wenn Familien erst in der Armut landen, dann bleiben sie lange dort.

 

2. Wir setzen uns unter Druck. Familien ohne gravierende Einschränkungen erleben eine hohe elterliche Stressbelastung, die sich aus den eigenen hohen Ansprüchen ergibt. Elterliche Stressbelastung erhöht wiederum die Anfälligkeit für psychische Auffälligkeiten bei den Kindern. Mit dem hohen Anspruch an sich selbst ist auch ein erhöhter Anspruch an die Kinder verbunden. Als Folge sinkt  die Toleranzschwelle bezüglich Interventionen bei Auffälligkeiten. Das zeigt sich besonders bei den schulischen Erwartungen an die Kinder.

(Zitate aus dem Vortrag von Professor Fritz Mattejat auf dem Symposium 2016 „Über den Tellerrand 2“…)

 

Aus meiner psychiatrischen Tätigkeit kann ich diese Fakten bestätigen. Ich kenne die eine und die andere Gruppe gut. Aber wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht den Eltern einfach den „Schwarzen Peter“ zuschieben. Wenn Eltern in prekären Lebenslagen wenig Ressourcen und noch weniger Energie haben, leiden sie selbst oft am meisten daran. Sie wünschen sich auch, ihren Kindern ganz Anderes anbieten zu können.

Das Phänomen der zweiten Gruppe bezieht sich nicht vordringlich aufs Elternsein. Es tritt dort nur verstärkt auf und wirkt sich in der Folge auf die Kinder weiter aus. Ist es nicht unglaublich, dass jeder vierte Mann und jede dritte Frau in Deutschland innerhalb der nächsten 12 Monate die Diagnosekriterien einer psychischen Störung erfüllen wird (www.degs-studie.de)?

 

Wir machen uns Druck und werden krank

 

Ich möchte die steigende Zahl der psychischen Erkrankungen, der Burn-Out-Fälle, der Stress-Geplagten klar als den „Kaufpreis“ und damit als Aus- und Nebenwirkungen unserer Lebensart benennen. Es ist unlauter, diese Thematik dem Einzelnen als „Patient“ in die Schuhe zu schieben. Die genannten psychischen Erkrankungen sind eine direkte Folge unseres gewählten Lebensstils, wie die Klimaerwärmung oder wie die Zahl der Verkehrstoten, die wir eben in Kauf nehmen.

Zu Beginn meiner Ausbildung vor 25 Jahren waren wir seltene Exoten und mussten Öffentlichkeitsarbeit leisten, damit überhaupt jemand mit seinem Kind zum Psychiater kam, obwohl wir zu so vielen Störbildern wirklich Hilfen angeboten hatten. Das Versorgungsnetz mit Kliniken und Praxen ist heute viel dichter geworden und die Schwellen zur Inanspruchnahme von Hilfe sind geringer.

Aber zäumen wir heute nicht viel zu oft das Pferd von hinten auf? Wir versuchen, die steigende Zahl der psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen zu versorgen, wenn sie schon eingetreten sind. Was tun wir alle dafür, dass es nicht soweit kommt? Wo bleibt die Vorsorge? Um ein Bild zu bemühen: Ich fühle mich in der Praxis mit all den Dringlichkeitsanfragen oft wie in einem „Emergency Room“. Laufend kommen Menschen mit abgesägten Fingern oder Armen, und ich bin so damit beschäftigt, sie zu versorgen, dass ich gar keine Zeit habe für die Frage: „Wo ist denn das verdammte Sägewerk? Wo kommen die denn alle her?“

 

Wer ist denn hier ver-rückt?

 

Wir haben weltweit mit eine der höchsten Kapazitäten für ambulante und stationäre Psychotherapie. Es kann doch nicht die Antwort sein, noch mehr und am besten alle Betroffenen in Psychotherapie und Behandlung zu schicken. Wer oder was ist denn hier ver-rückt? Beim System Schule gerät die gesellschaftliche Entwicklung, die eigenen Wünsche und die entstehenden Nöte für die Kinder und Eltern unters Brennglas. Es scheint leider eines der größten Sägewerke zu sein.

Wir geben aufgrund der Veränderungen im Berufs- und Familienleben immer mehr grundlegende Aufgaben der Erziehung an Krippen, Kindergärten und Schulen im Ganztages-Modus ab. Wir statten sie aber nicht mit den notwendigen Ressourcen dafür aus, dass es gelingen kann. Mit den Ausgaben für Erziehung liegt Deutschland im hinteren Feld in Europa (www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/armutsmuster-in-kindheit-und-jugend/).

Ich soll als Kinder- und Jugendpsychiater oft die Störer dazu bringen, nicht mehr zu stören. Aber wer ist hier eigentlich gestört? Die einzelnen Kids, die mit den Bildungs- und Betreuungsangeboten nicht klarkommen? Oder wir als ganze Gesellschaft, die wir dem Aufwachsen unserer Kinder so wenig Bedeutung einräumen?

 

Reparatur an der falschen Stelle

 

Ich erlebe das als Kinder- und Jugendpsychiater zunehmend als ethischen Konflikt. Ich soll „doktorn“, damit alles wieder klappt. Ich kann ja mit der Hilfe für die Kinder nicht warten, bis sich etwas ändert im System. Aber ich komme auch nicht klar damit, dass ich immer mehr Reparaturaufträge aus einem kranken System bekomme. Reparatur an der falschen Stelle.

 

Hier meldet sich der Achtsamkeitslehrer zu Wort: Wir brauchen viel Weiterentwicklung: eine Evolution hin zu Nachhaltigkeit, lebenswerten Rhythmen und endlich die Einsicht, dass die Kinder unser höchster Wert und unsere Zukunft sind. Eltern sind auch nur Menschen! Sie und die Kinder stehen im Mittelpunkt der Misere. Sie wollen von Herzen das Beste für ihre Kinder. Wir Experten laufen leider Risiko, mit in die Optimierungsfalle zu tappen aus vermeintlich besten Absichten für das Kind, um damit den Druck auf Eltern noch weiter zu erhöhen.

 

Achtsamkeit und Selbstmitgefühl als Prävention

 

Ich bin überzeugt, dass Achtsamkeit und Selbstmitgefühl bzw. Mitgefühl mit anderen entscheidende hilfreiche Gegenmittel für etliche der Ver-rücktheiten unserer Lebensart sind. Für Eltern sind sie hilfreich, mit den vielen Herausforderungen, dem Druck, den eigenen begrenzten  Möglichkeiten und den unweigerlichen Konflikten und Missgeschicken heilsamer klarzukommen. Therapeuten und Psychiatern helfen sie für das eigene Seelenwohl, gerade angesichts des vielen Leids, dem wir begegnen. Beratung aus dieser mitfühlenden Haltung macht einen großen Unterschied für Eltern. Ich freue mich, wenn wir Achtsamkeit und Selbstmitgefühl als präventive Kraft in die Elternarbeit in Kindergärten, Horteinrichtungen, Schulen und Erziehungsberatungsstellen tragen können. Ich bin überzeugt, wir brauchen dann weniger psychische Behandlungen.

 

Da klingt mir mein erster Psychiatrie-Lehrmeister, Prof. Wolfgang Werner aus dem Saarland, im Ohr: „Wir sollten als Psychiater und Psychotherapeuten darauf hinarbeiten, dass wir möglichst überflüssig werden, nicht immer wichtiger!“ Ich bin gerne dabei, überflüssiger zu werden. Damit dies möglich ist, will ich auch, dass wir politisch etwas an den Lebensbedingungen für Eltern und Kinder ändern und die Prioritäten neu setzen.

 

Jörg Mangold, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Achtsamkeitslehrer, Dozent, Elterncoach.

Mehr Info: www.we-mind.life.

 

Autor des Buches „Wir Eltern sind auch nur Menschen! Selbstmitgefühl zwischen Säbelzahntiger und Smartphone.

Siehe auch unter „Wortwelten“ .

 

Diesen Beitrag haben wir gefunden auf www.ethik-heute.org . Ethik heute ist ein kostenloses Online-Magazin, das jede Woche neue Artikel rund um Ethik und achtsames Leben veröffentlicht. Das Projekt finanziert sich allein durch Spenden. 

 


Woher? Wohin? Orientierung im Leben

Von Christian Brehmer

 

Salatkopf und Gartenzaun                                                                  

 

Gib einem Esel einen Salatkopf, und er wird fragen: „Nanu, was ist das für eine Distel?“

 

Dieses Gleichnis aus der Sufi-Tradition will unsere Wahrnehmung hinterfragen. Was auch immer das Leben uns bietet an schönen Dingen: eine glückliche Partnerschaft, einen erfolgreichen Job, einen gesunden Körper, soziale Anerkennung u.a.m.  Oder weniger schöne Dinge: mieses Wetter, einen hartnäckigen Infekt, Ärger mit dem Chef oder Spannungen in der Beziehungskiste. Immer ist es unser Bewusstsein, das diese Dinge wahrnimmt und bewertet. Der Esel kennt nichts anderes als Disteln, und der Salatkopf wird vom Distel-Bewusstsein beurteilt. Unser Bewusstsein ist die Bühne, auf der sich alles abspielt. Das gilt für den Esel, das gilt für uns.

 

Wir haben alle unseren privaten Bewusstseinsgarten mit etlichen Salatköpfen und einem Gartenzaun mit keinem Zwischenraum, hindurchzuschauen.

 

Wir haben den Wahrnehmungshorizont, der uns gerade verfügbar ist. Und meistens sind wir uns dessen gar nicht bewusst. Bei Kindern schmunzeln wir belustigt (nicht immer!)  über ihren kleinen Bewusstseinsgarten, auch wenn sie jede Menge Blödsinn bauen. Aber dass wir auch als Erwachsene in unserem Bewusstseinsgarten eingegrenzt sind, das fällt uns nicht weiter auf. So tragen wir u.a. unbemerkt unsere Konditionierungen von Kindesbeinen an mit uns herum und können sie oft ein Leben lang nicht loswerden. Männer, beispielsweise, projizieren häufig unbewusst ihr Mutterbild auf ihre Partnerin. Und wenn die gute Frau dem nicht entspricht, gibt es handfeste Anpassungsprobleme. 

   

Manchmal wird unser Gartengrundstück eingeengt. Durch Krankheit z.B. oder eine schlechte Nachricht, die wir nicht loslassen können. Sind wir dann in einem Gespräch mit unserem Partner, können wir gar nicht richtig zuhören – es rotiert und rotiert in unserer Birne.  Und auch die Wahrnehmung ist eingetrübt. Wir sehen nur Disteln statt Salatköpfe. Fazit: Wir erleben die Welt,  so wie wir sind. 

 

Das ist nichts Neues. Schon in der Philosophie des Mittelalters, der Scholastik, wusste man: „Quidquid recipitur, recipitur ad modem recipientis“, was  immer auch empfangen wird, wird im Modus des Empfängers empfangen. Es wird aufgenommen und integriert, oder es bleibt liegen bis die Zeit gekommen ist. Deswegen bringen wir am Schluss unseres Buches nach all den Ausführungen das Zitat: „Du kann einen Esel ans Wasser führen, trinken aber muss er selbst.“   

 

Zusammen mit dem Eingangszitat bildet es die umfassende Klammer unseres Buches. Es ist die Klammer unseres gegenwärtigen  Bewusstseins.       

Aber zurück zu unserem Gartenzaun. Es gibt nämlich auch kollektive Gartengrundstücke, die eine ganze Gesellschaft eingrenzen. So ist zum Beispiel die Mehrheit unserer Bevölkerung, der sogenannte Mainstream, dem Sog des Materialismus verfallen. Denken, Fühlen und Wollen kreisen um Geld und Wohlstand: Arbeitsplatz, Anschaffungen, Krankenversicherung, Altersversorgung, Spaß und Konsum usw. Nicht verkehrt, aber eben begrenzt. Dieses materiell orientierte Bewusstsein drückt sich in der Priorität der Wirtschaft vor der Politik aus und wird dadurch weiter verfestigt. 

 

Schließlich wird auch die ganze Menschheit von Wahrnehmungszäunen geprägt. Etwa das  geographische Weltbild. Für die frühen Naturvölker war die Erde eine Scheibe; damals kam man nicht viel über die unmittelbare Umgebung hinaus. Der griechische Astronom Claudius Ptolemäus stellte die Erde in den Mittelpunkt der Welt. War ja auch logo, denn unsere Beobachtung suggeriert, dass die Sonne sich um die Erde dreht. Dann aber kam Kopernikus und belehrte uns eines Besseren. Er rückte die Sonne in den Mittelpunkt. Heute wissen wir, dass auch die Sonne samt ihrer Planetenfamilie innerhalb der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie, mit ihren Milliarden von Sternen,  sich um einen zentralen Kern dreht. Und vielleicht rotiert die gesamte Milchstraße in einem System von Galaxien in einem gigantischen Reigen. Da kann einem nur schwindelig werden… 

 

Aber auch das Erkenntnisvermögen, mit dem wir unser Weltbild aufbauen, hat eine kopernikanische Wende hinter sich. Bis zur Aufklärung im 18. Jahrhundert glaubte man noch allgemein, dass unsere Wahrnehmung  der Dinge den Dingen selbst entspricht. Immanuel Kant belehrte uns eines Anderen. Er zeigte auf, dass es unser Bewusstsein ist, das der Wahrnehmung der Dinge ihre Gesetze vorschreibt. Unser Bewusstsein ist die Bedingung aller Erfahrungen. 

   

Zu dieser Erkenntnis war auch Stephen Hawking gekommen, der einer der größten Wissenschaftler der Gegenwart galt. In seinem zusammen mit Leonard Mlodinow verfassten Buch „Der große Entwurf“ kommt er zu der Einsicht, dass alle Wahrnehmungen und Beobachtungen als Grundlage menschlicher Erkenntnis von den Deutungsstrukturen unseres Gehirns abhängig sind. Wir arrangieren uns in einem „modellabhängigen Realismus“.      

 

Das ist eine zentrale Einsicht. Es sind nicht die Dinge selbst, die uns glücklich oder unglücklich machen, die der Wirklichkeit entsprechen oder nicht, sondern unsere Wahrnehmung und Beurteilung der Dinge gemäß unseren Bewusstseins, unseren Gartenhorizonts. Freud und Leid sind eine Sache des Bewusstseins. Somit müssen wir hier ansetzen, wenn wir unsere Lebensqualität verbessern wollen. Das Leben, die Evolution, hat es auf die Entfaltung des Bewusstseins angelegt, auf die Erweiterung unseres Erkenntnis- und Erlebnishorizonts und auf mehr Daseinsfreude: das ultimative Abenteuer.

 

Textauszug aus dem Buch „Woher? Wohin? Orientierung im Leben. Die Evolution des Bewusstseins als Ausweg aus der Krise“ von Christian Brehmer, Vianova Vlg. 2018.


Sommer 2018


Hochsensibilität – ihre verschiedenen Gesichter

Von Bettina Keller

 

Gerade steht sie mir etwas im Wege, meine eigene Hochsensibilität (HS) – beim Schreiben dieses Artikels. Ich möchte alle Aspekte berücksichtigen, allen Facetten gerecht werden, gewissenhaft alles richtig machen. Ich merke, wie mir der innere Perfektionist im Nacken sitzt. Durch das vernetzte Denken – typisch für hochsensible Personen (HSP) – fällt es mir nicht leicht, zu entscheiden, worauf sich mein Artikel fokussieren soll. 

Glücklicherweise bin ich weder hungrig noch leide ich unter Schlafmangel, was meine Konzentration beeinträchtigen würde, und ich schreibe in einer reizarmen Umgebung. 

Gestern habe ich noch vergeblich versucht, im Zug zu arbeiten. Eine Zugfahrt kann ja ein regelrechter Ansturm auf die Sinne sein. Stimmen aus dem Lautsprecher und von Mitreisenden … jemand verzehrt etwas, das einen intensiven Geruch verströmt … am Tag die vorbeiziehende Landschaft, abends die Lichtreflexe im Zug … viele Menschen um einen herum, alle unterschiedlich gestimmt … insgesamt unzählige Informationen, die da aufgenommen und verarbeitet werden müssen.

Hochsensibilität ist komplex und lässt sich nicht in eingängige Schemata pressen, genauso wie dies auch mit hochsensiblen Menschen nicht machbar ist. Aber einige mögliche Eigenschaften dieses beständigen Persönlichkeitsmerkmales der HS habe ich oben bereits eingeflochten.

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Phänomen alleingeborener Zwilling

Foto/ Grafik: Birgit Annette Schulz
Foto/ Grafik: Birgit Annette Schulz

Autorinnen: Britta Steinbach und Petra Becker, twin-light.de 

 

Verwirrende Gefühle

 

Kennen Sie vielleicht das Gefühl von unerklärlicher Traurigkeit, die ganz tief verwurzelt zu sein scheint? Oder führen Sie eine Partnerschaft, die zwar unerfüllt ist, aber aus der Sie sich nicht zu lösen vermögen? Oder leiden Sie an unerklärbaren Ängsten, die sich allein durch den Verstand nicht beseitigen lassen? 

Möglicherweise ist die Ursache ein im Mutterleib verlorener Zwilling. Dieses Urtrauma ist vom Bewusstsein nicht erinnerbar und somit gibt es für die psychischen und/oder körperlichen Symptome keinen nachvollziehbaren Anker. Der auf Zellebene angelegte Informationsspeicher führt dazu, dass immer wieder Erinnerungen an der Körperebene auftauchen, die bewusst nicht kontrollierbar sind. 

Beginnen wir mit der Frage: Was heißt das denn „Im Mutterleib verlorener Zwilling“? - Jede Lebensform, die sich über Jahrmillionen auf der Erde durchgesetzt und überlebt hat, benötigte dazu eine enorme Fähigkeit, sich immer wieder an den äußeren Gegebenheiten zu orientieren und anzupassen. Der Mensch selbst ist eine der überlebensstärksten Arten auf der Erde. Um dies zu leisten, ist das Fortbestehen der Art hinsichtlich der Fortpflanzung grundlegend wichtig. Gerade weil eine Schwangerschaft beim Menschen verhältnismäßig lang dauert, ist es wichtig, dass diese mit der erfolgreichen Geburt eines gesunden Neugeborenen endet.                                                                                                      Weiterlesen... 

 


Der verwundete Heiler

Von Andreas Nager

 

Ein fundiertes Fachwissen und technische Kompetenz sind wichtige Voraussetzungen für das erfolgreiche Ausüben eines therapeutischen Berufes. Doch die einseitige Ausrichtung unseres heutigen Gesundheitssystems auf Technik und Fachwissen geht immer mehr auf Kosten der menschlichen Qualitäten. Die essentielle Grundlage jedes wirksamen therapeutischen Arbeitens ist der heiltätige Mensch selber. Jeder therapeutisch tätige Mensch „hat nicht nur eine Methode: er selber ist sie.“ (i) Der Inhalt seiner persönlichen Lebensgeschichte hat einen wesentlichen Einfluss auf den Heilerfolg. 

„Nur wo der Arzt selber betroffen ist, wirkt er.“, schreibt C.G. Jung in seiner Autobiographie. „Nur der Verwundete heilt.“ (ii) Das Motiv vom „verwundeten Heiler“ dreht sich um den schöpferischen Umgang des Therapeuten mit seiner eigenen Verwundung, seinem persönlich erlebten Schmerz und Leid. Seine an Leib und Seele durchlittene Auseinandersetzung mit eigenen Verletzungen und Nöten ist das Kapital, welches er - neben seinem Fachwissen - mitbringt, um andere Menschen von ihrer Wunde zu heilen. Nur wer den dreistufigen Prozess von Leiden, „Zu-Grunde-Gehen“ und wieder Auferstehen selbst durchlebt hat, ist qualifiziert, mit seinen Patienten in eine Beziehung zu treten, die Heilung ermöglicht. Nur derjenige Therapeut, der einen offenen und bewussten Umgang mit seiner eigenen Verwundbarkeit und Zerbrechlichkeit pflegt, ist imstande, seinem verwundeten Gegenüber in echter Resonanz zu begegnen - mit Einfühlungsvermögen und aufrichtigem Mitgefühl.                                           Weiterlesen...

 


Irren ist nützlich

Von Henning Beck

Aus der Einleitung des gleichnamigen Buches

 

Dies ist kein Buch, das Ihnen zeigt, wie toll das Gehirn funktioniert. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Dies ist auch kein Buch, in dem Sie lesen können, wie perfekt das Gehirn arbeitet. Das tut es nämlich nicht. Und wenn Sie nach dieser Lektüre mit Ihrem Gehirn noch schneller und konzentrierter denken wollen, muss ich dem gleich zu Beginn eine Absage erteilen: Auch das wird nicht passieren, denn das Gehirn ist alles andere als präzise oder flott im Rechnen. Es ist ein verträumter Schussel, oft abgelenkt und unkonzentriert, nie zu hundert Prozent verlässlich, es verrechnet sich, irrt ständig und vergisst mehr, als es behält. Kurzum: Es ist ein etwa 1,5 Kilo schwerer Fehler. Sie alle tragen diesen schlampigen Zeitgenossen ständig im Kopf mit sich herum – und ich gratuliere herzlich dazu.

 

Nachdem ich nun einen Großteil der Leserschaft verschreckt haben dürfte, gibt es eigentlich nur noch einen Grund, dieses Buch weiterzulesen: weil es Ihnen zeigt, dass es gerade das Nichtperfekte, das Fehlerhafte, das scheinbar Ineffiziente ist, was Ihr Gehirn so einzigartig und so erfolgreich macht. Jeder kennt es aus dem eigenen Leben: Das Gehirn macht Fehler – manchmal größere, manchmal kleinere; es vergeht kein Tag, an dem nicht auch Ihr Gehirn irgendwelchen Unsinn baut, sich verrechnet oder irrt. Sie schätzen die Zeit falsch ein, haben vergessen, was Sie gerade erst gelesen haben oder lassen sich von Ihrem Handy ablenken. Und gerade das ist eine prima Sache.

 

Denn es sind die vermeintlichen Schwächen und Ungenauigkeiten, die Ihr Gehirn so anpassungsfähig, dynamisch und kreativ machen.

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Frühjahr 2018


Die Algorithmen und wir - wem gehört die Zukunft?

Von Thomas Steininger

 

Künstliche Intelligenz wird unsere Welt völlig verändern. Viele ihrer Vordenker haben die Vision, dass wir Menschen in naher Zukunft mit intelligenten Maschinen verschmelzen. Mit einer Intelligenz, die unsere Intelligenz weit in den Schatten stellt. Vielleicht ist das ein guter Zeitpunkt zu fragen, was ein Mensch und was eine Maschine ist.

 

Wir leben mitten in der Big-Data-Revolution, und diese technische Revolution ist ein großer weltgeschichtlicher Umbruch, mehr – als uns oft bewusst ist. In großer Geschwindigkeit werden immer weitere Dimensionen unserer Welt Teil eines großen algorithmischen Netzwerks. Mit den Suchmaschinen, den sozialen Medien, mit unseren Smartphones, aber auch den Webkameras und der neuen Wearable Technology verbinden wir immer größere Bereiche unserer analogen Welt mit den Rechenzentren der Internetkonzerne.

Und diese Rechenzentren entwickeln in einem rasanten Tempo eine neue, künstliche Intelligenz, die wir uns vor wenigen Jahren noch nicht vorstellen konnten. Im Mai 2017 gewann Googles DeepMind-Programm gegen den chinesischen Weltmeister des Go-Spiels Ke Jie. Auch die Fachwelt war völlig überrascht. Go ist nicht Schach, es ist viel komplexer. Es braucht viel mehr Intuition und Improvisation – Fähigkeiten, die wir dem Computer noch nicht zutrauten.

Und DeepMind ist nicht einfach ein Programm. Es ist eine künstliche Intelligenz, die sich das Go-Spiel selbst beigebracht hat und täglich weiter lernt, viel schneller als wir. Die Verbindung der alles umspannenden digitalen Netze mit einer technischen Intelligenz, die in rasender Geschwindigkeit immer Neues lernt, wird unsere Zukunft bestimmen. Bald wird sie unsere gesamte menschliche Intelligenz überflügeln. Sie wird Lösungen für Probleme entwickeln, an die wir noch nicht einmal gedacht haben. Dieser Moment, an dem sie uns ein für allemal überflügeln wird, hat auch schon einen Namen. Ray Kurzweil, der technische Direktor von Google und einer der Propheten dieser digitalen Zukunft, nennt ihn Singularität, und er sagt ihn für das Jahr 2045 voraus.

 

Bibel der Singularität

 

Es gibt auch schon eine neue Bibel der Singularität. In dem weltweiten Bestseller Homo Deus beschreibt der israelische Historiker Yuval Harari mit einer brillanten Fülle an Details und Hintergrundinformationen, wie unsere bisherige menschliche Geschichte bald zu Ende gehen wird. Die Zukunft gehört ganz der künstlichen Intelligenz. Wir dürfen nicht vergessen, auch wir Menschen haben die biologische Evolution mit unserer kulturellen Evolution als bestimmendem Entwicklungsfaktor für den Planeten Erde abgelöst. Genauso wird jetzt die künstliche Intelligenz unsere bisherige menschliche Geschichte ablösen. Zu uns herkömmlichen Menschen wird diese neue technische Intelligenz, so Harari, ein ähnliches Verhältnis entwickeln, wie wir es zu unseren Nutz- und Haustieren entwickelt haben. Dieser Prozess ist schon im Gange. In dem Maße, in dem immer mehr Menschen mit dieser neuen künstlichen Wirklichkeit verschmelzen – nicht nur mit Smartphone und Computer, sondern bald auch durch Implantate, technische Schnittstellen und künstliche Verbesserungen unserer Körper – wird der neue Cyborg-Mensch so etwas wie unsterblich, allwissend und allmächtig werden. Deswegen nennt Yuval Harari sein Buch auch Homo Deus.

 

Das sind sehr religiöse Töne, und das ist besonders interessant, weil die Transhumanisten rund um Ray Kurzweil oder Yuval Harari meist überzeugte Materialisten sind. Ihr Traum ist, und das sprechen sie ganz offen aus, dass uns die Technik von unseren Unzulänglichkeiten erlösen wird. Dieser Erlösungsgedanke hat viel mit ihrer Vorstellung des Menschen zu tun. Wir sind, so ihre Meinung, eine Form hoch entwickelter biologischer Technik. Yuval Harari, der sich in seinem Buch gleichzeitig als Buddhist und Materialist darstellt, bringt diese Ansicht so auf den Punkt: „Alle Lebewesen sind eine Form von Algorithmus.“ Das ist für ihn die logische Schlussfolgerung aus den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft. So wie Nietzsche Gott für tot erklärt hat, spricht Harari heute vom Tod des Humanismus. Die Zukunft gehört dem „Dataismus“, einer Welt, in der nicht mehr die Menschenrechte den höchsten Wert unserer Gesellschaft darstellen werden, sonden der frei lernende Informationsfluss im globalen Datennetz.

 

Das ist vielleicht der Kern der Big-Data-Revolution, die wir gerade erleben. Die Frage ist, ob wir diesen Übergang wirklich so wollen. Aber das hängt auch davon ab, wer wir als Menschen eigentlich sind. Die gängige materialistische Naturwissenschaft neigt ja wirklich zu der Ansicht, wir seien hochkomplexe biologische Algorithmen. Sollte das so sein, haben wir von der transhumanistischen Zukunft vielleicht nichts zu befürchten. Wir bauen, so ein wesentliches Argument der Transhumanisten, einfach die besseren algorithmischen Maschinen. Wäre unser Dasein damit erfüllt? Um diese Frage zu beantworten, ist es heute so wichtig, noch einmal darüber nachzudenken, wer wir unserem Wesen nach wirklich sind. Gibt es etwas in uns, das Maschinen nie sein können? Wenn dem so ist, stehen wir an einem kritischen Punkt. Dann müssen wir dringend darauf achten, wie wir unsere technische Zukunft so gestalten können, dass wir diese besonderen Qualitäten des Menschseins nicht von einer anderen, der künstlichen Intelligenz, einfach an die Seite drängen lassen. Vielleicht ist das ja der Moment, einen alten Humanisten zu Wort kommen zu lassen. Goethe meinte in seiner Ballade „Der Zauberlehrling“: „Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.“ Es ist ein guter Zeitpunkt, darüber nachzudenken: Was bedeutet es, Mensch zu sein? Wir können uns dabei nicht allein auf persönliche, vielleicht religiöse oder spirituelle Glaubenssätze zurückziehen. Diese Frage betrifft uns alle gemeinsam, als ganze Menschheit. Wir müssen in unserer offenen Gesellschaft miteinander Antworten finden, zusammen mit Agnostikern, Traditionalisten, Fundamentalisten, postmodernen Spirituellen und allen anderen Menschen. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Dialog darüber, wer wir sind.

 

Wir sind hier

 

Der kürzlich verstorbene amerikanische Philosoph Hubert Dreyfus hat uns hier vielleicht etwas zu sagen. Schon in den 60er Jahren war Dreyfus einer der ersten prominenten Kritiker der künstlichen Intelligenz. Er machte darauf aufmerksam, dass uns Menschen etwas Prinzipielles von künstlicher Intelligenz unterscheidet. Es ist fast zu offensichtlich, um es bewusst zu sehen: „Wir sind hier. Die Welt betrifft uns. Sie berührt uns. Sie ist uns ein Anliegen. Du bist mir ein Anliegen.“ Diese Fähigkeit, in diesem Sinn anwesend zu sein, betroffen zu sein, können auch die intelligentesten Maschinen nur simulieren. Auch wenn sie mit aller nur denkbaren zukünftigen Rechenleistung perfekte fürsorgliche Antworten auf alle Fragen dieser Welt finden werden, so werden diese Antworten doch nur berechnete Antworten, Algorithmen sein. Da ist niemand in der Maschine, der in unserem Sinne von der Welt persönlich betroffen ist. Diese Betroffenheit unterscheidet uns. Und nur weil uns die Welt betrifft, empfinden wir so etwas wie das Bedürfnis nach dem Wahren, dem Guten und dem Schönen. Aus dieser grundlegenden menschlichen Fähigkeit entsteht ein ganzes, eigenes Universum, in dem wir einander etwas bedeuten. Nur so gibt es Sinn in der Welt.

 

Spirituelle Menschen können natürlich noch viel weiter gehen. Eine grundlegende spirituelle Erfahrung ist ja, dass diese Sinnerfahrung nicht eine willkürliche persönliche Erfahrung ist, sondern dass sie eine universelle Wirklichkeit besitzt. Da würden Atheisten oder Agnostiker vielleicht nicht mitgehen. Aber wir können uns darin treffen, dass uns die Welt als Menschen etwas angeht, dass wir in ihr einen Sinn empfinden oder zumindest einen Sinn suchen. Kein Transhumanist behauptet, dass das in absehbarer Zeit eine noch so intelligente Maschine auch so empfinden wird. Aber wenn, wie die Transhumanisten hoffen, die künstliche Intelligenz uns ab 2045 in der Gestaltung der Welt überflügelt, dann wird diese Frage auch nicht mehr in unserer Hand liegen. Wir leben in einem Moment der Geschichte, in dem wir vielleicht die Deutungshoheit über unser Menschsein verlieren. Wir haben ein Zeitfenster, in dem wir uns neu besinnen können, welche Zukunft wir wollen.

Wir haben uns so daran gewöhnt, die Welt und uns selbst, unser eigenes Menschsein mit einem technisch-instrumentellen Blick wahrzunehmen. Wir schauen sozusagen von außen durch unsere technisch-instrumentelle Brille auf uns selbst zurück. Auf diese Weise nehmen wir uns aus einer Perspektive wahr, aus der wir vielleicht auch Maschinen sein könnten. Unsere materialistisch-moderne Zivilisation ist heute größtenteils von dieser Art der Wahrnehmung durchdrungen. Und unsere großen technischen Zukunftsprojekte wie das der künstlichen Intelligenz werden von Menschen konzipiert, deren nahezu gesamtes Leben von diesem Blickwinkel bestimmt ist. Wenn das einzige Werkzeug, das du kennst, ein Hammer ist, dann kann es leicht geschehen, dass alles in der Welt wie ein Nagel erscheint. Die Menschen in all den Silicon Valleys dieser Welt haben eine gigantische Vision, wie unsere gemeinsame Zukunft aussehen wird. Doch es werden wahrscheinlich Menschen mit einer anderen Wahrnehmung sein müssen, die diesen verengten Blick infrage stellen können.

 

Die technische Brille

 

Es ist gar nicht so leicht, die technische Brille als technische Brille zu erkennen – und es braucht Mut. Der Schlüssel dazu liegt darin, dass ich mich von der Welt ansprechen lasse. In dem Augenblick, in dem ich wahrnehme, dass ich wirklich von etwas oder von jemandem gemeint bin, eröffnet sich eine völlig andere Welt. In diesem Angesprochensein wird mir mein unmittelbares In-der-Welt-Sein bewusst, es ist ein umfassendes Empfinden, das unsere üblichen Wahrnehmungs-gewohnheiten aufbricht. Erst in dieser Unmittelbarkeit entdecken wir auch wirklich einander. Ich erlebe, dass ich von dir angesprochen bin und du von mir. Eine spirituelle Sichtweise lässt diesen Horizont noch weiter werden. Es ist Teil der spirituellen Erfahrung, dass auch die Natur, die Welt, der Kosmos uns meint, uns anspricht. Wir sind nicht in ein bedeutungs- und beziehungsloses Universum geworfen. Alles, was ist, spricht uns an. Wir fühlen uns vom Ganzen angesprochen. Es ist das Wesen der mystischen Erfahrung, dass das, woraus alles kommt, mich, uns meint. Auch hier würden agnostische Menschen natürlich nicht mitgehen. Diese Erfahrung geht ihnen zu weit. Aber dass wir uns als Menschen voneinander angesprochen fühlen, dass wir einander meinen, ist eine universelle menschliche Erfahrung, wenn wir uns auf sie einlassen. In dieser Fähigkeit zeigt sich unser Menschsein in einer besonderen Art, in einer Art, die wir von außen, mit dem analytischen Blick der gängigen Wissenschaft übersehen. Eigentlich wird diese Sicht in der konventionellen Wissenschaft sogar tabuisiert. Nur die Außensicht ist für sie gültig, so als gäbe es im Weltinnenraum nichts zu sehen. Aber erst in diesem direkten Blick sieht man, dass Maschinen, auch superintelligente Maschinen, kein wirkliches Du sein können – kein Du, das mich anspricht, das mich meint. Wie können wir diese authentische Ich-Du-Beziehung, die Fähigkeit, gemeint zu sein und den anderen als Du zu meinen, in einer Zukunft schützen, die uns vielleicht nicht mehr gehört? Diese Frage müssen wir heute an die Transhumanisten richten und an jene, die diese Singularität möglichst schnell technisch verwirklichen wollen.

 

Ein globaler Besinnungsprozess

 

Der philippinische Soziologe Nicanor Perlas, den wir für diese Ausgabe von evolve interviewen konnten, hofft, dass dieses Gespräch in der globalen Zivilgesellschaft stattfinden wird. Dort sieht er den globalen Ort, an dem wir für ein neues Verständnis unseres Menschseins eintreten können. Diese Zivilgesellschaft ist neben den internationalen staatlichen Strukturen und den großen wirtschaftlichen Playern die dritte weltweit wirkende Kraft, die unsere planetare Zukunft mitgestalten kann. In diesem immer dichter werdenden Netzwerk treffen sich in erster Linie nicht politische oder wirtschaftliche Interessen, sondern Menschen und Kulturen mit ihren Werten und ihren Beziehungen. Vielleicht ist die globale Zivilgesellschaft wirklich jenes internationale Forum, in dem es gelingt, gerade durch den Druck der Big-Data-Revolution ein weltweites Gespräch anzustoßen, sozusagen im letzten möglichen Augenblick: Wer sind wir eigentlich? Wer wollen wir sein? Und wie können wir unseren menschlichen Freiraum und Gestaltungswillen auch in einer umfassend digitalisierten Zukunft nicht nur schützen und bewahren, sondern ihm immer neue Ausdrucksformen verleihen? Mit der für 2045 angekündigten Singularität hat Ray Kurzweil eine Vision unserer Zukunft zur Diskussion gestellt. Es liegt an uns, ob es die einzige Vision bleiben wird. Möchten wir, dass eine auf Algorithmen basierende, vernetzte Intelligenz unsere Kultur dominiert? Oder wollen wir darüber sprechen, wie wir unserer menschlichen Intelligenz und Empfindungsfähigkeit im bewussten Umgang mit den Technologien Ausdruck verleihen können, sodass wir mehr und etwas Anderes als biologische Algorithmen sind? Wir sind in der Welt. Wir fühlen uns von ihr angesprochen. Aus dieser Perspektive können wir das Menschsein neu entdecken.

 

Eine der Herausforderungen, die Nicanor Perlas in diesem historischen Augenblick sieht, liegt darin, dass auch viele Aktivisten der globalen Zivilgesellschaft einem materialistisch-mechanistischen Menschenbild anhängen, das dem der Transhumanisten durchaus ähnelt. Aus dieser Perspektive ist es schwierig, die bestehende Herausforderung in ihrer Tiefe wahrzunehmen. Deswegen ist es wichtig, dieses Gespräch anzustoßen. Wer sind wir eigentlich? In einer unserer Initiativen, unserer Online-Plattform „One World in Dialogue“ machen wir auch die überraschende Erfahrung, dass es gerade mittels der neuen Technologien möglich ist, global auf eine ganz neue, unmittelbare Weise zusammenzukommen. Gerade im Kontrast zu dem, was Technik sonst oft ist, entsteht in diesen digitalen Dialogräumen eine Erfahrung dieser Ich-Du-Wir-Beziehung, die sich über Kontinente und Kulturen hinweg entfaltet und in der sich Menschen als angesprochen und gemeint erkennen. Es ist eine Beziehung, die unser Menschsein ganz neu in die Sichtbarkeit bringt. Ich glaube, wir erleben gerade einen globalen Besinnungsprozess. Menschen fragen sich heute weltweit, wie es uns gelingen kann, die kommende Big-Data-Kultur so zu gestalten, dass sie zu einer neuen menschlichen Kultur wird. Ein wesentlicher Beitrag dazu ist, dass wir uns gemeinsam unserer selbst neu besinnen.

 

Dr. Thomas Steininger ist Philosoph, Journalist und Herausgeber des Magazins evolve. 

 

Dieser Artikel erschien zuerst in evolve – Magazin für Bewusstsein und Kultur, www.evolve-magazin.de . evolve erscheint viermal jährlich und verbindet Menschen aus vielen geistigen Traditionen, die auf der Suche nach einer zeitgemäßen, kulturell und praktisch relevanten Spiritualität sind.

 

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Winter 2018


Mut und Transzendenz - Von Wolf Sugata Schneider

Die Komfortzone als Nest und Gefängnis

 

Spirituelle Ratgeber neigen dazu, zwei einander fundamental entgegengesetzte Empfehlungen zu geben. Einerseits sagen sie: »Akzeptiere dich so wie du bist! Es ist, wie es ist!« Dies hinzunehmen sei die Essenz von Weisheit, Hingabe, Gnade – Gracias a la vida que me ha dado tanto. Diese Dankbarkeit gegenüber dem Leben sei die wahre Spiritualität. Andererseits behaupten sie, dass es auf dem spirituellen Weg vor allem darum gehe, die eigene Komfortzone zu verlassen, in der wir uns doch nur um uns selbst drehen, um unsere Gedanken- und Verhaltensmuster, das Ego, das gesellschaftlich Akzeptierte, das uns gefangen hält, weil wir nicht den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen und zu unserer Einzigartigkeit zu stehen. 

 

Die Komfortzone als Kuschelzone

Ja, was nu? Ist die Komfortzone die perfekte Kuschelzone zur Regeneration der sich selbst Liebenden, die dann umso mehr andere lieben können? Oder ist sie der Unterschlupf des Ego, in das es sich vor den Zumutungen der Welt da draußen mit ihren harten Realitäten zurückziehen kann, wann immer es herausgefordert wird? 

Irgendwie scheinen hier beide Seiten Recht zu haben. Die Schlaueren unter uns Spiris werden deshalb geneigt sein, diesem Gegensatz mit Begriffen wie „Polarität“ oder „Paradoxie“ die höheren Weihen zu erteilen. Womit wir uns aber um die eigene Weiterentwicklung rumdrücken, die dieser Widerspruch doch eigentlich bietet. 

 

Wir sind Werdende

Vielleicht helfen hier ein paar Begriffspräzisierungen und Betrachtungen von der Metaebene aus. Zunächst mal sollte Akzeptanz dessen, was ist, nicht verstanden werden als Lob der Apathie und Empfehlung, die Hände in den Schoß zu legen. Man kann auch den eigenen Tatendrang akzeptieren, ihn abzulegen wäre dann sozusagen 'unspirituell'. Zweitens ist Selbstliebe nicht dasselbe wie ein sich selbst beweihräucherndes Feiern des Status quo. Wenn Selbstliebe als Absage an das eigene Entwicklungspotenzial missverstanden wird, führt sie zur Selbstgerechtigkeit. 

Wenn wir hingegen uns als Werdende, sich Entwickelnde verstehen, impliziert Selbstliebe, dass wir nicht die bleiben, die wir sind. Dann sagt der Frosch nicht mehr zur Prinzessin, die ihn küssen will: „Neeeeeiiiin!!! Ich will so bleiben, wie ich bin!!!“, sondern versteht sich als Werdender, sich Wandelnder – und kann so zum Prinzen werden. Wer sich selbst so liebt, wie er aktuell ist, wird auch dem natürlichen Bedürfnis nach Entwicklung des eigenen Potenzials zustimmen wollen, denn auch das gehört zum Status quo. So nähern sich die beiden Seiten schon ein bisschen an. 

Und das Ego ist nicht des Teufels Kern. Es sei denn man definiert es zum Beispiel als die jeweils aktuelle Summe der eigenen blinden Flecken. Die reduzieren zu wollen ist durchaus immer ein lohnendes Ziel. Aber auch hierbei kann man ins spirituelle Strebertum verfallen.

 

The call to action – der Ruf

Als nach 9/11 in den USA die Umsätze der fetten und süßen Nahrungsmittel, des „comfort food“ (Trostnahrung) in die Höhe schossen, war das vielleicht verständlich und gut für Nestlé. Aber es war nicht gut für die Amerikaner, die dabei noch übergewichtiger wurden und ungesünder. Es wäre besser gewesen, sie hätten sich angesichts dieses Schocks daran erinnert, dass es im Leben Gefahren gibt, die sich auch mit der stärksten Militärmacht der Welt nicht beseitigen lassen, und schon gar nicht durch fette und süße Nahrung. 9/11 hätte als „call to action“ verstanden werden können, als Herausforderung des Helden auf seiner Reise, nun über sich selbst hinauszuwachsen. Das amerikanische Selbstverständnis hätte einen Schritt nach vorn machen können, so wie in allen anspruchsvollen Filmen – gerade auch aus Hollywood – und in Romanen, in denen der Held oder die Heldin erst dann siegt, wenn sie über sich selbst hinaus wächst – wenn sie eine andere wird als sie vorher war. 

 

Behinderung oder Erweiterung?

Wir sind Werdende, die immer auch Widrigkeiten zu konfrontieren haben – das Leben ist kein Ponyhof. Dabei kommt es nun darauf an zu erkennen, welche Herausforderung uns das Leben nur schwer macht und uns unnötig leiden lässt, und welche andererseits geeignet ist, unsere Identität auszudehnen auf uns bisher noch unvertraute, in uns schlummernde Teile des Menschseins. Herausforderungen können uns erweitern. Im Sinne des Diktums „Nichts Menschliches ist mir fremd“ (von dem römischen Dichter Terenz) können sie aus einem kleinlichen Menschen einen großherzigen machen. Es braucht Mut für diesen Schritt, und es braucht emotionale Intelligenz für die Unterscheidung, welche Herausforderung eine mich nur behindernde ist und welche mich erweitert.

 

Die Heimatidentität

Mal angenommen, ich friedliebender Mensch hätte entdeckt, dass ich auch ein rücksichtsloser Kämpfer sein kann, eifersüchtig, rachelüstern, geizig, ausgrenzend oder sogar alles das zusammen. Will ich das dann bleiben? Oder will ich diese Identität als Teil meines Verhaltensrepertoires behalten, als etwas, das mir zur Verfügung steht, wenn ich es brauche, um dann wieder der friedliche, nicht nachtragende, großzügige Mensch zu sein, für den ich mich vor dieser Erfahrung gehalten habe? 

Ich führe hierfür den Begriff der Heimatidentität ein. Damit meine ich die Alltagsidentität, in die ich zurückkehre, nachdem ich einen Wutausbruch hatte oder – ich ansonsten großzügiger, liebevoller Mensch – jemandem meine kühle Schulter gezeigt oder mich für etwas gerächt habe. Diese anderen Persönlichkeiten sind nicht „mein wahres Selbst“, würde ein Spiri vielleicht sagen. Meine Heimatidentität, in die ich nach den Ausbrüchen zurückkehre, ist jedoch ebenso künstlich, Bedingungen unterworfen und prägbar wie meine Identität als Wütender oder Blasierter, ich verweile nur häufiger in ihr – da bin ich „ganz der Heinz“ oder „ganz die Regina“, wie man dann sagt. Es ist aber beides künstlich, prägbar und biografisch in Bewegung.

 

Sich erweitern

Als Gautama Buddha begann Schüler auszubilden, nannte er diese Initiation in den Stand des Samanera ein „Hinausgehen in die Heimatlosigkeit“ (in Pali, der damaligen Volkssprache: pabbajja). Der Initiat verließ damit seine Herkunftsidentität und begab sich auf den Weg des Werdenden, des „Stirb und Werde“. Er richtete sein Bewusstsein darauf, dass er heute ein anderer ist als er noch gestern war – und wer weiß, wer er morgen sein wird. Die Heldenreise des Menschen ist die eines Werdenden. Sie braucht Mut, denn sie ist ein fortwährendes Sterben und neu Geboren werden. Nicht immer ist es eine Kreuzigung und Wiederauferstehung, so heftig wie in diesem Grundmythos des Christentums ist es zum Glück meistens nicht. Aber wer genau genug hinschaut merkt, dass er heute ein anderer ist als gestern. Auf meinem Entwicklungsweg habe ich etwas losgelassen, etwas verloren und etwas anderes hinzugewonnen, und wenn ich dabei mir selbst treu geblieben bin, habe ich mich erweitert.

 

Der Wert der Kicks

Wenn Motivationstrainer uns auffordern beim Bungee-Springen, Rafting oder im Heraustreten und Sichtbarwerden in einer Selbsterfahrungsgruppe Mut zu zeigen, wollen sie, dass wir unsere Komfortzone verlassen, um uns zu erweitern. Bestandene Mutproben geben uns einen Kick. Wenn sie jedoch nicht zu einer Freundschaft mit dem Leben als etwas prinzipiell Unvorhersehbarem führen, in dem Sicherheit immer nur etwas Relatives ist, dann sind diese Mutproben wie eine Diät, nach der man sich wieder vollfrisst, dann hat der Rat seinen Zweck verfehlt. Wir brauchen Herausforderungen, aber wir brauchen auch eine Heimat, und auch die ist in Bewegung.

 

Wolf Sugata Schneider, Jg. 52. Autor, Redakteur, Kabarettist. 1971-75 Studium der Wissenschaftstheorie. 1975-77 in Asien. 1985-2015 Hrsg. der Zeitschrift Connection. Seitdem Leben mit Flüchtlingen. Kontakt: schneider@connection.de, Blog: www.connection.de

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Märzausgabe der www.kgsberlin.de

 


Die Erweiterung des Begriffes der Nachhaltigkeit auf das menschliche Bewusstsein - Von Karin Karina Gerlach

Ein Selbsterfahrungsbericht 

 

Nachhaltigkeit kann ein Sinnbild für ökologischen Anbau, eine umweltgerechte Lebens- und Konsumweise, für eine Wirtschaft im Sinne der Generations-Gerechtigkeit sein, für Entwicklungs-, Finanz- und Umweltpolitik, Architektur und Wissenschaft aber auch für den bewussten Umgang mit sich selbst, was von all dem unabhängig ist.

 

Bewusstsein wirkt sich nachhaltig auf den inneren Frieden und damit auf die eigene Gesundheit aus. Klarheit, was die eigenen Bedürfnisse betrifft, reduziert sowohl den unbewussten Raubbau am eigenen Körper als auch den Raubbau der Erde. Der dem Menschsein immanente Selbst-Zerstörungs-Prozess wird gestoppt. Das stabilisiert die Selbstheilungskraft des Körpers. Diese Wahrheit offenbarte sich mir innerhalb eines einfachen Selbst-bewusst-seins-Prozesses, der in der Welt als „The Work of Byron Katie“ bekannt geworden ist. Überraschenderweise setzte eine Regeneration (Heilung) meines Körpers ein, gekoppelt an eine heilsame Erdverbundenheit. Das durch bislang falsches Denken und Verhalten gestörte Körpersystem kommt in Balance. Durch die Klärung meines Ich-brauche-Verstandes bin ich in die natürliche Ordnung der Dinge hineingewachsen. Es ist wie ein Ankommen in der Zeitlosigkeit des Seins, in einer mystischen Stille, wo sowohl das eigene Verständnis über die Natur, die Erde, über Tiere, Pflanzen und Menschen seine Bedeutung verloren hat. Weil ich einen Zeitablauf nicht mehr sehen kann, bin ich selbst zeitlos. Durch die angenehme Achtsamkeit meiner selbst ist es leicht im Einklang mit der Natur zu leben und sanft mit den Ressourcen umzugehen, weil ich ansonsten mich selbst und das wunderbare lebendige Wesen, das die Erde ist, verletzen würde. Eine ökologische Konzeption, die oft mit einem aufgesetzten Verzicht einhergeht, ist überflüssig.

 

Es ist die Umkehr vom Haben zum Sein, durch die jeder Mensch die Zeitlosigkeit erahnen kann. Hier erübrigt es sich den persönlichen Alterungsprozess aufhalten zu wollen. Es ist eben der Einklang mit den Naturgesetzen ohne Gegenwehr. Hingabe an die Wirklichkeit, an die Schönheit des Seins, die immer perfekt ist. Es ist wohl auch das, worauf das chinesische Wu We hinweist: Absichtsloses Tun, ein Tun ohne den Anspruch der Verbesserung, weil das, was ist, gut ist.

 

Das Wesen des Bewusstseins ist die Spiegelung. Ihre uneingeschränkte Anerkennung hier und jetzt ist der heilige, heilsame Weg nach innen, auf dem sich der unbewusst eingeprägte Trennungs-Gedanke „Ich“ auflöst und Liebe erwacht. Die Ich-Separation und die daran gekoppelte körperliche Erscheinung ist das Ergebnis der Ignoranz der Spiegelung. Die Folge ist die an der Wurzel eines jeden Menschen sitzende Überlebens-Angst. Sie äußert sich als Angst vor Bedrohung, Wut, Zorn, Frustration, Bedürftigkeit, Verletzt-Sein, Traurigkeit, Depression usw. Diese Emotionen sind nicht falsch, schlecht oder negativ. Sie müssen nicht verändert, geheilt oder überwunden werden. Als wunderbare Achtungs-Signale sind sie Signale (Wecker) des Bewusstseins selbst, das den Ich-Menschen in die Wirklichkeit, die Liebe ist, zurückruft. In dieser Folge geschehen so manche Aha-Erkenntnisse.

 

Die Offenbarung der persönlichen Heilung ist längst nicht alles. Es offenbart sich die Weisheit der Mystiker aller Zeiten. Es kommt Licht in die Erkenntnisse der Hirnforschung über die Illusion des freien Willens, was dem Verstand unbegreiflich ist. Die Erkenntnis der Illusion des Ich-Gedankens kommt dem Zustand des erleuchteten Seins gleich. Das geheimnisvolle Tao offenbart sich gleichermaßen wie auch das Geheimnis der Evolution und die dem Verstand nicht wirklich zugänglichen Erkenntnisse der Quantenphysik, das Ellam Ondre (Alles ist Eins), um nur Einiges zu nennen. Es offenbart sich das Mysterium der Schöpfung, der Ursprung von allem, die Entstehung des Menschen die Ursache seines unbewussten selbst-zerstörerischen Verhaltens. Es offenbart sich die Illusion der Trennung von Leben und Tod, das dem Verstand verborgene Geheimnis der Unsterblichkeit. Und: Glaube all das nicht, lieber Leser! Sieh selbst, was wirklich und wahr ist. Es ist DAS, was nachhaltig immer hier ist. Bewusstsein.

 

Neu erschienene Bücher zum Thema Erwachen im Bewusstsein:

Es handelt sich um spirituelle Texte mit symbolischem Charakter, die das Bewusstsein und damit die innere Liebe beim Leser nachhaltig erwecken können:

 

Offenbarungen durch „The Work of Byron Katie“, „Mensch und Bewusstsein“, Univers-Umkehrgedichte, ISBN: 9783746029658.

 

„Das Mysterium der Schöpfung oder Die Architektur des Geistes“, Selbstoffenbarung, ISBN: 9783746018645.

 

„Geheimnisvolle Spiegelung“, Selbstoffenbarung in mystischen Versen, ISBN: 9783746014623.

 

Gedankenüberprüfung und spirituelle Unterweisungen - Mai-Oktober in 14554 Seddiner See mit Übernachtungsmöglichkeit;

Dezember-März auf La Gomera.

 

Karin Karina Gerlach, Diplomphysikerin, spirituelle Lehrerin, ger.lach@gmx.de , www.umkehrkurs.de