Bewusstes Leben 2019


Herbst 2019


Achtsamkeit und Resilienz

© Marc Pascual - www.pixabay.com
© Marc Pascual - www.pixabay.com

Autorin: Doris Kirch

 

Resilienz fördert, salopp gesagt, ein dickeres Fell im Umgang mit dem Stress des Alltags. Von Achtsamkeit sagt man das Gleiche. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen dem Konzept der „7 Säulen der Resilienz“ und der buddhistisch basierten Achtsamkeitspraxis? Wissenswertes für jeden, der an einem wirkungsvollen Stressmanagement interessiert ist. 

 

Definition von Resilienz 

Der Begriff Resilienz bedeutet kurz gesagt: psychische Widerstandsfähigkeit. Damit wird die Fähigkeit eines Individuums bezeichnet, schwierige Ereignisse wie Krisen Widrigkeiten, Verluste, Traumata, Bedrohungen, Beziehungs- und Familienprobleme, ernste Gesundheitsprobleme oder Stress am Arbeitsplatz gut bewältigen zu können, das Beste daraus zu machen und daraus zu lernen. 

Ein resilienter Mensch ist jemand, den das Leben nicht so schnell „auf die Bretter schickt“. Wenn das doch einmal geschieht, findet er schnell in sein inneres Gleichgewicht zurück.

 

Das Geheimnis innerer Stärke: Die Resilienzforschung 

Das wohl bekannteste Forschungsprojekt zu Resilienz führte Prof. Emmy Werner von der University of California durch. Im Jahr 1977 veröffentlichte sie eine Längsschnittstudie von 698 Kindern, die 1955 auf der hawaianischen Insel Kauai unter schwierigen biologischen und psychosozialen Bedingungen geboren wurden. 

Das Ergebnis war nicht wirklich überraschend: Kinder, die unter Armut und disharmonischen häuslichen Bedingungen aufwuchsen, entwickelten sich negativer als Kinder, die unter günstigeren Bedingungen groß wurden.

 

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In den Wellen des Wandels

© Dimitris Vetsikas - www.pixabay.com
© Dimitris Vetsikas - www.pixabay.com

Autorin: Katharina Sebert

 

Wenn du dich im Zwischenreich von dem, was nicht mehr ist und dem, was noch nicht ist, befindest, gibt es nur das Hier und Jetzt und die Möglichkeit, mit den Wellen des Wandels zu sein und dich ihnen hinzugeben. Wenn es dir wie mir und vielen Menschen in meinem Umfeld geht, liegt das Ende einer bedeutsamen Lebensphase hinter dir und vor dir etwas Neues, was du noch nicht kennst, vielleicht erahnen kannst und eventuell eine Vision dafür hast. Die Sonnen– und Mondfinsternisse in diesem Monat (Juli, Anm. d. R.) haben ihren Teil dazu beigetragen, in die Klärung zu bringen, wo du noch Unerlöstes aus der Vergangenheit lösen und befreien darfst, um wirklich in deiner Wahrheit zu stehen und zu wirken.

 

Wandelzeiten sind Wellenzeiten 

Wellen der Wehmut durchfluten dich möglicherweise, wenn du auf das Vergangene zurückblickst, das dir entrissen wurde, unmöglich wurde und nicht mehr gelang. Ein Zeitfenster hat sich geschlossen und du kannst nicht mehr zurückkehren in das Bisherige. Es ist unwiderruflich vorbei. Wellen des Schmerzes wollen durchfühlt, zugelassen, wahrgenommen, empfangen und willkommen geheißen werden. Wellen der Liebe schenken dir Schutz, Führung, Halt und Geborgenheit. Wellen der Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht wollen zärtlich umarmt und Wellen der Angst, Unsicherheit und Mutlosigkeit in Vertrauen hineingeliebt werden.

Es ist eine wackelige Zeit. Du fühlst dich entwurzelt. Der Boden, der dich möglicherweise lange und stabil getragen hat, ist weg und neues Sein und Keimen, Wachsen und Gedeihen noch in den Traumzeitwelten verborgen. Nun gilt es umso mehr, deinen Mutterboden in dir zu sondieren, dich ganz in dir zu verwurzeln und noch tiefer als je zuvor. Wie ein Baum im Sturm seine Wurzeln tief und innig in den eigenen Seelenurgrund hinein versenkt. Dich auszudehnen in deinen inneren Räumen und sie wieder ganz zu bewohnen, nachdem du dich im Abschied und Sterben vielleicht nach außen orientiert und verausgabt hast.

 

Die Gnade des Offenbarungseides

Es sind Held*innentore, die du in Wandelzeiten durchschreitest, in den Übergängen von einem alten Zyklus in einen neuen, in der Phase zwischen Tod und Neugeburt, zwischen Festhalten und Loslassen, zwischen Erschöpfen und Aufgeben. Im Offenbarungseid liegt die Gnade des Friedens. Du überlässt dem Universum, dem Fluss des Lebens die Richtung und gibst dich endlich dem Unvermeidlichen hin. Schwierig, erschöpfend und zehrend ist der Prozess, solange du ringst, kämpfst und eine Vorstellung davon hast, wie es sein sollte. Sobald du dich dem Größeren, was geschieht und geschehen will, hingibst, kehrt Friede ein und Durchatmen, und du befindest dich mit einem Mal in der Mitte eines Stromes, der dich kraftvoll trägt und deine Bestimmung kennt. Einverstandensein durchflutet dich immer mehr und ist magisch und erschütternd zugleich. So einfach ist es nach all dem Ringen, Versuchen und Festhaltenwollen?

 

Schmerz ist unumgänglich

Emotionaler Schmerz ist das entscheidende Momentum, durch das du vorher gehen musst, um bereit zu werden, dich wirklich zu lösen, dich hinzugeben und dem Großen anzuvertrauen, was sich verwirklichen will. Heilen heißt Fühlen: Im vollständig durchfühlten Schmerz geschieht eine Katharsis und Reinigung von Mustern, Glaubenssätzen und Ängsten, die Heilung von Wunden, Verletzungen, Schuld- und Schamgefühlen und die Transformation, die den Wandel überhaupt erst ermöglicht.

Übergänge sind gekennzeichnet von Chaos. Aus Abbruch wird erst Umbruch und dann irgendwann Aufbruch. Aus Zusammenbruch erwächst Durchbruch. Aus Angst, Schmerz und Widerstand werden Hingabe, Friede und Zuversicht geboren. Du wirst und lebst in wachsenden Ringen und jeder Übergang ist Sterben in eine Übergangsphase und dann Neugeburt.

 

Sterben geschieht in Hingabe

Wie auch beim Übergang vom Leben in den Tod, so bestimmst du allein, wann du bereit bist, dich hinzugeben, dich in die Arme des Geschehens zu legen und dich dem Fluss anzuvertrauen, den Wellen des Sterbens und Gebärens, die dich in neue Lebensräume tragen. Es ist keine Verstandesentscheidung, sondern eine deiner Seele und deines Herzens, wann du in der Hingabe tief und vertrauensvoll genug geworden bist, um nicht mehr selbst die Dinge lenken zu wollen, sondern dich zu überlassen: „Übernimm das Ruder, Universum“, ist die Haltung, die dich durch das Nadelöhr gleiten lässt.

Du hörst auf, den Fluss kontrollieren zu wollen und gibst auf und dich damit hin. Was vorher deine größte Befürchtung war, wird nun der größte Segen. Du gibst ab. Und erstaunlicherweise zeigt sich in diesem Augenblick oder kurze Zeit später, wenn die Wellenberge eine Höhe annehmen, die dir wieder etwas Weitblick schenkt, ein Leuchtturm, dessen Lichtsignal dir vermittelt, dass alles gut ist, einem tieferen Sinn folgt und das Leben dir Gaben in deine leergewordenen Hände legen will, was keinen Raum gehabt hätte, solange du noch festhältst an Vergangenem.

 

Den tieferen Sinn atmen

Die Wellen zerstören dich nicht mehr. Sie erschüttern dich noch, langsam werden sie seltener, weniger heftig und die Phasen der Zuversicht zwischen den Wellen werden länger und nachhaltiger. Du ahnst ihn nicht nur, sondern atmest langsam den würzigen Duft des tieferen Sinns, der hinter allem liegt. Das Licht des Leuchtturms wird dir den weiteren Weg weisen und ein neuer Ruf wird eines Tages aus deinem Herzen aufsteigen, dem du folgen wirst, um über unbekannte Ozeane neue Kontinente deines Lebens zu erreichen und zu bewohnen. Ein neuer Zyklus beginnt.

 

Zuletzt weißt du: Es war gut. Es ist gut. Es wird gut. Alles.

 

Zur Autorin:

Katharina Sebert ist Heilpraktikerin, Wegbegleiterin, Lehrerin, Autorin, Heilungs- und Friedensaktivistin, Lebens-, Liebes-, Glücksforscherin und allzeit Lernende beim Zentrum für Tiefenheilung ‚In guten Händen‘ (www.in-guten-Haenden.com). 

Diesen Text haben wir gefunden auf www.newslichter.de. Vielen Dank an Bettina Sahling für die freundliche Überlassung.


Sommer 2019


Natur als Ressource im persönlichen Entwicklungsprozess - Teil 2

Autorin: Sabine Rickels

 

Von Achtsamkeit bis Naturtherapie - die Wirkung von Naturaufenthalten in verschiedenen Kontexten

 

"Die Erfahrung von äußerer Natur ist auch bedeutsam für die Entwicklung der inneren Natur des Menschen". Ulrich Gebhard

 

In der Frühlingsausgabe von Achtsames Leben beschrieb der erste Teil die physiologische Wirkung von Naturaufenthalten sowie die Wirkung von Achtsamkeit in der Natur. Im zweiten Teil steht die Natur als Wirkfaktor im Kontext von Begleitungsprozessen.

 

Natur als Wirkfaktor in Coaching, Beratung und Therapie 

Die Natur bzw. das Naturerleben wird hier in den Veränderungsprozess mit einbezogen. Dabei kann der gewählte Naturraum einfach unterschwellig wirken oder aktiv mitgenutzt werden.  Die positiven Wirkungen von Naturaufenthalten wie Entspannung, Aufmerksamkeits-erholung, Stimmungsaufhellung, Stressabbau, besserer Konzentrationsfähigkeit usw. schaffen ideale Voraussetzungen, um sich mit sich selbst zu beschäftigen. Daher profitieren Begleitungsprozesse wie Coaching und Therapie allein schon durch die physiologischen Wirkungen des Draußenseins. Zusätzlich verändern sich auch die mentalen Voraussetzungen: Sich in der Natur zu bewegen, schafft ein Gefühl von Abstand zum Alltag. Es entsteht mehr Offenheit und Bereitschaft zu einem Perspektivwechsel. Der Kontrast zur Lebens- und Arbeitswelt stimuliert die Nutzung der rechten Gehirnhälfte, die für unsere Kreativität zuständig ist. Bei Bewegung in der Natur schwingen sich - wie bei einer tiefen Meditation -  beide Gehirnhälften auf gleichem Rhythmus im sogenannten Alphawellenbereich ein. Sie arbeiten ideal zusammen und steigern so unsere Fähigkeit zum Lösungsdenken.

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10 Regeln für eine gute Debatte

Foto: Helmut J. Salzer - pixelio.de
Foto: Helmut J. Salzer - pixelio.de

Autor*in: Romy Jaster und David Lanius

 

Wir leben in Zeiten, in denen sich viele Menschen ungehört fühlen und sich in den sozialen Medien entsprechend auf eine Art und Weise Gehör verschaffen, dass einem ganz anders wird. Dieser Umstand wirft mit neuer Dringlichkeit die Frage auf, wie wir wieder konstruktiv miteinander ins Gespräch kommen. Romy Jaster und David Lanius haben zehn Regeln formuliert, die bei Streitgesprächen mit Andersdenkenden helfen können.

 

1. Versuchen Sie, wirklich zu verstehen

Hören Sie zu, wenn Ihr Gegenüber spricht, und versuchen Sie zu verstehen, worum es ihm im Kern geht. Fassen Sie zusammen, was bei Ihnen angekommen ist. Sie können zum Beispiel sagen: „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann ist Ihre Sorge, dass …“ oder „Ihr Punkt ist also, dass …“ Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie wirklich verstanden haben, was dem anderen wichtig ist. In der Theorie der gewaltfreien Kommunikation nennt man dieses Vorgehen „aktives Zuhören“.

 

2. Bleiben Sie beim Thema

Menschen neigen in Diskussionen dazu, an entscheidenden Stellen abrupt das Thema zu wechseln oder in schneller Abfolge verschiedene Meinungen zu äußern. Das führt dazu, dass Streitpunkte aus dem Blick geraten, bevor Sie ihnen auf den Grund gegangen sind. Machen Sie das Parolenspringen nicht mit. Moderieren Sie das Gespräch und haken Sie nach: „Das scheint mir ein neuer Punkt zu sein. Können Sie mir erst noch erklären, was Sie gemeint haben mit …“

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Frühjahr 2019


Natur als Ressource im persönlichen Entwicklungsprozess – Teil 1

Von Sabine Rickels

Von Achtsamkeit bis Naturtherapie -

die Wirkung von Naturaufenthalten in verschiedenen Kontexten 

 

„In every walk with nature one receives far more than he seeks.“

John Muir

 

Frische Luft, ein Gang ins Grüne - Rausgehen tut gut, das ist allgemein bekannt. Seit jeher suchen Menschen instinktiv in der Natur nach Ruhe, Klarheit und Inspiration. Waren es in der Vergangenheit meist eher spirituelle Beweggründe, so ist es heute im Kontext unserer beschleunigten Lebenswelt vornehmlich die Suche nach Erholung und Entspannung. Neben den klassischen Natursportarten finden mittlerweile auch andere Aktivitäten vermehrt den Weg nach draußen: Yoga und Achtsamkeitstraining im Freien, Waldbaden, Naturcoaching, Naturtherapie u.v.m.. Aber was ist dran an dieser Naturkomponente und wie viel Potenzial hat sie? Wie wirkt Natur und kann sie uns helfen, unsere seelische und körperliche Gesundheit zu unterstützen, ja sogar uns persönlich weiterzuentwickeln? Ist es ein Unterschied, ob der gewählte Naturraum reine Kulisse ist, ob wir ihm ganz bewusst mit allen Sinnen begegnen oder ihn sogar als Resonanzraum nutzen, der uns unsere inneren Prozesse spiegelt? 

 

In dieser und in der nächsten Ausgabe werden diese Fragen aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet. Der folgende Teil stellt zunächst die rein physiologischen Wirkungen vom "Draußen-Sein" dar und erörtert die Verbindung von Achtsamkeit und Naturaufenthalten. Der zweite Teil beschreibt die Bedeutung von Naturaufenthalten als Ressource in Coachingprozessen sowie im therapeutischen Kontext. 

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Neustart - aufräumen ist mehr als aufräumen

Von Michael Schöckel und Priscilla Willms

 

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Morgens auf, Sie öffnen Ihre Augen, und alles und jedes, das Sie sehen, ist eine Einladung, ein Weckruf, ein „Einen wunderschönen guten Morgen“, extra für Sie persönlich. Jeder Gegenstand, dem Sie auf Ihren ersten Wegen jedes Tages begegnen, gefällt Ihnen wirklich gut, ermutigt Sie und erinnert Sie an das, was Sie wollen, was Sie sich wünschen, und was Ihnen wichtig ist. Ist das eine gute Vorstellung? Nicht mehr sozusagen das Wachwerden mühsam ‚gegen‘ Ihre eigene Wohnung durchsetzen zu müssen, sondern von Schönheit, Klarheit und Stimmigkeit liebevoll in den Tag gehoben zu werden? Gut? Davon handelt dieser Artikel.

 

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Dein Pferd - Spiegel deiner Seele

Von Ina Ruschinski

 

Pferde – seit Jahrzehnten versuche ich diese wunderbaren Tiere zu begreifen, alles über sie zu lernen, zu wissen, zu verinnerlichen – und je mehr ich über sie erfahre, je mehr ich mit ihnen zusammen an meiner Seite erlebe, umso größer wird das Mysterium Pferd für mich. Ihr Wesen zu erforschen und ihnen wahrhaftig nah zu sein, erfordert nicht allein Wissen, das habe ich mittlerweile gelernt, sondern Hingabe, einfach Sein, pur und authentisch. Dann offenbaren sich Wunder, die mich jedes Mal sprachlos und tief dankbar werden lassen. 

 

In die Wesenheit Pferd hinein zu tauchen, bringt uns zurück, zu unserem alten, ewig existenten Selbst – unserer Seele. Es ist die Ursprünglichkeit der Pferde, ihre Stille, ihre achtsame, immer gut geerdete Gegenwärtigkeit, die uns an uns selbst erinnert – daran, wie wir mal waren, als wir noch das Leben mit einem Atemzug erspürten und in seiner Gesamtheit erfassten – lange bevor wir Schöpfung intellektuell zu erklären und zu erforschen versuchten.

 

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Winter 2019


„PaarZeit – Mit dem Wunsch-Spiel zu einer erfüllenden Liebeskultur“

Foto: www.pixabay.com
Foto: www.pixabay.com

Von Monika Entmayr und Reiner Kaminski

Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass sich im Laufe einer Paarbeziehung Verhaltensweisen einschleichen, die unvermeidlich erscheinen: vorschnell Kompromisse machen, sich anpassen, ständig Rücksicht nehmen und die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zurückstellen - oder umgekehrt: viel zu oft die Verantwortung tragen oder die Initiative ergreifen müssen. Und immer wieder gibt es Missverständnisse, Vorwürfe oder Streit. Das muss nicht sein. 

Eine erfüllende Liebeskultur

Ein glückliches Liebesleben hat mit erfüllten Bedürfnissen zu tun. Auf die Frage, was sie sich für eine glückliche Partnerschaft wünschen, antworten die meisten Menschen jedoch zunächst, womit sie unzufrieden sind und was sie nicht möchten. In unseren Paar-Workshops und -Beratungen beobachten wir immer wieder, dass viele Frauen und Männer ihre Bedürfnisse kaum kennen und sich oft nicht trauen, über ihre Wünsche zu sprechen – geschweige denn für deren Erfüllung zu sorgen. Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst nehmen, tut es die Partnerin/der Partner auch nicht. Sich über die Bedeutung von erfüllten und unerfüllten Bedürfnissen bewusst zu sein, ist ein wesentlicher Schlüssel zu einer liebevollen, befriedigenden Partnerschaft.

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Über Liebe und Vergebung

Foto © ipopba - adobestock.com
Foto © ipopba - adobestock.com

Von Nicola Bludau

 

„Wir vergeben, um uns selbst und das Leben zu lieben.“

(Dr. Leonard Laskow)

 

Liebe und Vergebung sind beides Begriffe, die einerseits total überfrachtet und gleichzeitig oft nur noch leere Hüllen sind. Eine, wie ich finde, ganz einfache und sehr treffende Beschreibung davon, was Liebe bedeutet, gibt uns Christina von Dreien, die vielleicht wichtigste Friedensfürstin unserer Zeit: 

„Lass Liebe in all‘ ihren verschiedenen Formen in Dein Leben treten, wie zum Beispiel als Dankbarkeit, Freude, Akzeptanz, Vergebung, Ehrlichkeit“. 

Und damit schlägt sie auch gleich die Brücke zwischen Liebe und Vergebung: Vergebung ist ein Ausdruck unserer Liebesfähigkeit. Darauf möchte ich nun etwas näher eingehen.       Weiterlesen... 

 


Wieder fühlen lernen

Von Simone Klatt

Der Weg der Transformation mit Hilfe buddhistischer Psychologie und Meditation 

Wir leben in einer Zeit, in der scheinbar alles zu schnell geht. Vieles verändert sich im Äußeren, alles ist in stetem Wandel, und das Tempo scheint weiter zuzunehmen. Gleichzeitig erleben Menschen eine große Rastlosigkeit, innere Leere und sind immer irgendwie auf der Suche nach etwas. Nach sich selbst, nach einem besseren Leben, nach Glück, nach Partnern und vielem mehr. Dieses Suchen gab es natürlich schon zu allen Zeiten und gehört zur Natur des Menschen, aber was sich verstärkt hat, ist die Rastlosigkeit, Unruhe, das Getrieben-Sein und damit auch die Zunahme an psychischen Problemen und psychosomatischen Erkrankungen.

 

Denken reicht nicht 

Der tibetische Gelehrte Rinpoche Tarab Tulku meinte dazu, dass wir in einer Zeit leben, in der das konzeptuelle Bewusstsein, also der Verstand, unser Leben völlig dominiert und wir dadurch unsere anderen Bewusstseinsarten und Möglichkeiten, das Leben und uns selbst zu erfahren, kaum nutzen. Die tibetische Philosophie unterscheidet zwischen verschiedenen Bewusstseinsarten, mit denen wir uns selbst und das Leben wahrnehmen können. Der Verstand ist nur eine Form davon. In der spirituellen Szene aber wird der Verstand häufig als etwas Schlechtes betrachtet oder negativ konnotiert, was aber nicht richtig ist.                           Weiterlesen... 


Pferdefutter

Von W.W. Lasko

 

Der Mullah, ein Prediger, kam in einen Saal, um zu sprechen. Der Saal war leer, bis auf einen jungen Stallmeister, der in der ersten Reihe saβ. Der Mullah überlegte sich: „Soll ich sprechen oder es lieber bleiben lassen?“ Schlieβlich fragte er den Stallmeister: „Es ist niemand auβer dir da, soll ich deiner Meinung nach sprechen oder nicht?“ Der Stallmeister antwortete: „Herr, ich bin ein einfacher Mann, davon verstehe ich nichts. Aber wenn ich in einen Stall komme und sehe, dass alle Pferde weggelaufen sind und nur ein einziges dageblieben ist, werde ich es trotzdem füttern.“ Der Mullah nahm sich das zu Herzen und begann seine Predigt. Er sprach über zwei Stunden lang. Danach fühlte er sich erleichtert und glücklich und wollte durch den Zuhörer bestätigt wissen, wie gut seine Rede war.

Er fragte: „Wie hat dir meine Predigt gefallen?“ Der Stallmeister antwortete: „Ich habe bereits gesagt, dass ich ein einfacher Mann bin und von so etwas nicht viel verstehe. Aber wenn ich in einen Stall komme und sehe, dass alle Pferde auβer einem weggelaufen sind, werde ich es trotzdem füttern. Ich würde ihm aber nicht das ganze Futter geben, das für alle Pferde gedacht ist.“          Weiterlesen...