Bewusstes Leben 2019


Sommer 2019


Natur als Ressource im persönlichen Entwicklungsprozess - Teil 2

Autorin: Sabine Rickels

 

Von Achtsamkeit bis Naturtherapie - die Wirkung von Naturaufenthalten in verschiedenen Kontexten

 

"Die Erfahrung von äußerer Natur ist auch bedeutsam für die Entwicklung der inneren Natur des Menschen". Ulrich Gebhard

 

In der Frühlingsausgabe von Achtsames Leben beschrieb der erste Teil die physiologische Wirkung von Naturaufenthalten sowie die Wirkung von Achtsamkeit in der Natur. Im zweiten Teil steht die Natur als Wirkfaktor im Kontext von Begleitungsprozessen.

 

Natur als Wirkfaktor in Coaching, Beratung und Therapie 

Die Natur bzw. das Naturerleben wird hier in den Veränderungsprozess mit einbezogen. Dabei kann der gewählte Naturraum einfach unterschwellig wirken oder aktiv mitgenutzt werden.  Die positiven Wirkungen von Naturaufenthalten wie Entspannung, Aufmerksamkeits-erholung, Stimmungsaufhellung, Stressabbau, besserer Konzentrationsfähigkeit usw. schaffen ideale Voraussetzungen, um sich mit sich selbst zu beschäftigen. Daher profitieren Begleitungsprozesse wie Coaching und Therapie allein schon durch die physiologischen Wirkungen des Draußenseins. Zusätzlich verändern sich auch die mentalen Voraussetzungen: Sich in der Natur zu bewegen, schafft ein Gefühl von Abstand zum Alltag. Es entsteht mehr Offenheit und Bereitschaft zu einem Perspektivwechsel. Der Kontrast zur Lebens- und Arbeitswelt stimuliert die Nutzung der rechten Gehirnhälfte, die für unsere Kreativität zuständig ist. Bei Bewegung in der Natur schwingen sich - wie bei einer tiefen Meditation -  beide Gehirnhälften auf gleichem Rhythmus im sogenannten Alphawellenbereich ein. Sie arbeiten ideal zusammen und steigern so unsere Fähigkeit zum Lösungsdenken.

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10 Regeln für eine gute Debatte

Foto: Helmut J. Salzer - pixelio.de
Foto: Helmut J. Salzer - pixelio.de

Autor*in: Romy Jaster und David Lanius

 

Wir leben in Zeiten, in denen sich viele Menschen ungehört fühlen und sich in den sozialen Medien entsprechend auf eine Art und Weise Gehör verschaffen, dass einem ganz anders wird. Dieser Umstand wirft mit neuer Dringlichkeit die Frage auf, wie wir wieder konstruktiv miteinander ins Gespräch kommen. Romy Jaster und David Lanius haben zehn Regeln formuliert, die bei Streitgesprächen mit Andersdenkenden helfen können.

 

1. Versuchen Sie, wirklich zu verstehen

Hören Sie zu, wenn Ihr Gegenüber spricht, und versuchen Sie zu verstehen, worum es ihm im Kern geht. Fassen Sie zusammen, was bei Ihnen angekommen ist. Sie können zum Beispiel sagen: „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann ist Ihre Sorge, dass …“ oder „Ihr Punkt ist also, dass …“ Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie wirklich verstanden haben, was dem anderen wichtig ist. In der Theorie der gewaltfreien Kommunikation nennt man dieses Vorgehen „aktives Zuhören“.

 

2. Bleiben Sie beim Thema

Menschen neigen in Diskussionen dazu, an entscheidenden Stellen abrupt das Thema zu wechseln oder in schneller Abfolge verschiedene Meinungen zu äußern. Das führt dazu, dass Streitpunkte aus dem Blick geraten, bevor Sie ihnen auf den Grund gegangen sind. Machen Sie das Parolenspringen nicht mit. Moderieren Sie das Gespräch und haken Sie nach: „Das scheint mir ein neuer Punkt zu sein. Können Sie mir erst noch erklären, was Sie gemeint haben mit …“

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Frühjahr 2019


Natur als Ressource im persönlichen Entwicklungsprozess – Teil 1

Von Sabine Rickels

Von Achtsamkeit bis Naturtherapie -

die Wirkung von Naturaufenthalten in verschiedenen Kontexten 

 

„In every walk with nature one receives far more than he seeks.“

John Muir

 

Frische Luft, ein Gang ins Grüne - Rausgehen tut gut, das ist allgemein bekannt. Seit jeher suchen Menschen instinktiv in der Natur nach Ruhe, Klarheit und Inspiration. Waren es in der Vergangenheit meist eher spirituelle Beweggründe, so ist es heute im Kontext unserer beschleunigten Lebenswelt vornehmlich die Suche nach Erholung und Entspannung. Neben den klassischen Natursportarten finden mittlerweile auch andere Aktivitäten vermehrt den Weg nach draußen: Yoga und Achtsamkeitstraining im Freien, Waldbaden, Naturcoaching, Naturtherapie u.v.m.. Aber was ist dran an dieser Naturkomponente und wie viel Potenzial hat sie? Wie wirkt Natur und kann sie uns helfen, unsere seelische und körperliche Gesundheit zu unterstützen, ja sogar uns persönlich weiterzuentwickeln? Ist es ein Unterschied, ob der gewählte Naturraum reine Kulisse ist, ob wir ihm ganz bewusst mit allen Sinnen begegnen oder ihn sogar als Resonanzraum nutzen, der uns unsere inneren Prozesse spiegelt? 

 

In dieser und in der nächsten Ausgabe werden diese Fragen aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet. Der folgende Teil stellt zunächst die rein physiologischen Wirkungen vom "Draußen-Sein" dar und erörtert die Verbindung von Achtsamkeit und Naturaufenthalten. Der zweite Teil beschreibt die Bedeutung von Naturaufenthalten als Ressource in Coachingprozessen sowie im therapeutischen Kontext. 

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Neustart - aufräumen ist mehr als aufräumen

Von Michael Schöckel und Priscilla Willms

 

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Morgens auf, Sie öffnen Ihre Augen, und alles und jedes, das Sie sehen, ist eine Einladung, ein Weckruf, ein „Einen wunderschönen guten Morgen“, extra für Sie persönlich. Jeder Gegenstand, dem Sie auf Ihren ersten Wegen jedes Tages begegnen, gefällt Ihnen wirklich gut, ermutigt Sie und erinnert Sie an das, was Sie wollen, was Sie sich wünschen, und was Ihnen wichtig ist. Ist das eine gute Vorstellung? Nicht mehr sozusagen das Wachwerden mühsam ‚gegen‘ Ihre eigene Wohnung durchsetzen zu müssen, sondern von Schönheit, Klarheit und Stimmigkeit liebevoll in den Tag gehoben zu werden? Gut? Davon handelt dieser Artikel.

 

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Dein Pferd - Spiegel deiner Seele

Von Ina Ruschinski

 

Pferde – seit Jahrzehnten versuche ich diese wunderbaren Tiere zu begreifen, alles über sie zu lernen, zu wissen, zu verinnerlichen – und je mehr ich über sie erfahre, je mehr ich mit ihnen zusammen an meiner Seite erlebe, umso größer wird das Mysterium Pferd für mich. Ihr Wesen zu erforschen und ihnen wahrhaftig nah zu sein, erfordert nicht allein Wissen, das habe ich mittlerweile gelernt, sondern Hingabe, einfach Sein, pur und authentisch. Dann offenbaren sich Wunder, die mich jedes Mal sprachlos und tief dankbar werden lassen. 

 

In die Wesenheit Pferd hinein zu tauchen, bringt uns zurück, zu unserem alten, ewig existenten Selbst – unserer Seele. Es ist die Ursprünglichkeit der Pferde, ihre Stille, ihre achtsame, immer gut geerdete Gegenwärtigkeit, die uns an uns selbst erinnert – daran, wie wir mal waren, als wir noch das Leben mit einem Atemzug erspürten und in seiner Gesamtheit erfassten – lange bevor wir Schöpfung intellektuell zu erklären und zu erforschen versuchten.

 

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Winter 2019


„PaarZeit – Mit dem Wunsch-Spiel zu einer erfüllenden Liebeskultur“

Foto: www.pixabay.com
Foto: www.pixabay.com

Von Monika Entmayr und Reiner Kaminski

Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass sich im Laufe einer Paarbeziehung Verhaltensweisen einschleichen, die unvermeidlich erscheinen: vorschnell Kompromisse machen, sich anpassen, ständig Rücksicht nehmen und die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zurückstellen - oder umgekehrt: viel zu oft die Verantwortung tragen oder die Initiative ergreifen müssen. Und immer wieder gibt es Missverständnisse, Vorwürfe oder Streit. Das muss nicht sein. 

Eine erfüllende Liebeskultur

Ein glückliches Liebesleben hat mit erfüllten Bedürfnissen zu tun. Auf die Frage, was sie sich für eine glückliche Partnerschaft wünschen, antworten die meisten Menschen jedoch zunächst, womit sie unzufrieden sind und was sie nicht möchten. In unseren Paar-Workshops und -Beratungen beobachten wir immer wieder, dass viele Frauen und Männer ihre Bedürfnisse kaum kennen und sich oft nicht trauen, über ihre Wünsche zu sprechen – geschweige denn für deren Erfüllung zu sorgen. Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst nehmen, tut es die Partnerin/der Partner auch nicht. Sich über die Bedeutung von erfüllten und unerfüllten Bedürfnissen bewusst zu sein, ist ein wesentlicher Schlüssel zu einer liebevollen, befriedigenden Partnerschaft.

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Über Liebe und Vergebung

Foto © ipopba - adobestock.com
Foto © ipopba - adobestock.com

Von Nicola Bludau

 

„Wir vergeben, um uns selbst und das Leben zu lieben.“

(Dr. Leonard Laskow)

 

Liebe und Vergebung sind beides Begriffe, die einerseits total überfrachtet und gleichzeitig oft nur noch leere Hüllen sind. Eine, wie ich finde, ganz einfache und sehr treffende Beschreibung davon, was Liebe bedeutet, gibt uns Christina von Dreien, die vielleicht wichtigste Friedensfürstin unserer Zeit: 

„Lass Liebe in all‘ ihren verschiedenen Formen in Dein Leben treten, wie zum Beispiel als Dankbarkeit, Freude, Akzeptanz, Vergebung, Ehrlichkeit“. 

Und damit schlägt sie auch gleich die Brücke zwischen Liebe und Vergebung: Vergebung ist ein Ausdruck unserer Liebesfähigkeit. Darauf möchte ich nun etwas näher eingehen.       Weiterlesen... 

 


Wieder fühlen lernen

Von Simone Klatt

Der Weg der Transformation mit Hilfe buddhistischer Psychologie und Meditation 

Wir leben in einer Zeit, in der scheinbar alles zu schnell geht. Vieles verändert sich im Äußeren, alles ist in stetem Wandel, und das Tempo scheint weiter zuzunehmen. Gleichzeitig erleben Menschen eine große Rastlosigkeit, innere Leere und sind immer irgendwie auf der Suche nach etwas. Nach sich selbst, nach einem besseren Leben, nach Glück, nach Partnern und vielem mehr. Dieses Suchen gab es natürlich schon zu allen Zeiten und gehört zur Natur des Menschen, aber was sich verstärkt hat, ist die Rastlosigkeit, Unruhe, das Getrieben-Sein und damit auch die Zunahme an psychischen Problemen und psychosomatischen Erkrankungen.

 

Denken reicht nicht 

Der tibetische Gelehrte Rinpoche Tarab Tulku meinte dazu, dass wir in einer Zeit leben, in der das konzeptuelle Bewusstsein, also der Verstand, unser Leben völlig dominiert und wir dadurch unsere anderen Bewusstseinsarten und Möglichkeiten, das Leben und uns selbst zu erfahren, kaum nutzen. Die tibetische Philosophie unterscheidet zwischen verschiedenen Bewusstseinsarten, mit denen wir uns selbst und das Leben wahrnehmen können. Der Verstand ist nur eine Form davon. In der spirituellen Szene aber wird der Verstand häufig als etwas Schlechtes betrachtet oder negativ konnotiert, was aber nicht richtig ist.                           Weiterlesen... 


Pferdefutter

Von W.W. Lasko

 

Der Mullah, ein Prediger, kam in einen Saal, um zu sprechen. Der Saal war leer, bis auf einen jungen Stallmeister, der in der ersten Reihe saβ. Der Mullah überlegte sich: „Soll ich sprechen oder es lieber bleiben lassen?“ Schlieβlich fragte er den Stallmeister: „Es ist niemand auβer dir da, soll ich deiner Meinung nach sprechen oder nicht?“ Der Stallmeister antwortete: „Herr, ich bin ein einfacher Mann, davon verstehe ich nichts. Aber wenn ich in einen Stall komme und sehe, dass alle Pferde weggelaufen sind und nur ein einziges dageblieben ist, werde ich es trotzdem füttern.“ Der Mullah nahm sich das zu Herzen und begann seine Predigt. Er sprach über zwei Stunden lang. Danach fühlte er sich erleichtert und glücklich und wollte durch den Zuhörer bestätigt wissen, wie gut seine Rede war.

Er fragte: „Wie hat dir meine Predigt gefallen?“ Der Stallmeister antwortete: „Ich habe bereits gesagt, dass ich ein einfacher Mann bin und von so etwas nicht viel verstehe. Aber wenn ich in einen Stall komme und sehe, dass alle Pferde auβer einem weggelaufen sind, werde ich es trotzdem füttern. Ich würde ihm aber nicht das ganze Futter geben, das für alle Pferde gedacht ist.“          Weiterlesen...