Nachhaltigkeit & Neue Wirtschaft 2018


Winter 2018


NEU: Der „Ernährungsrat Oldenburg“

Quelle: www.ernaehrungsrat-oldenburg.de 

 

Für eine sozial gerechte, ökologisch produzierte und regionale Versorgung mit Lebensmitteln

 

Im Oktober 2017 fand die offizielle Gründungsveranstaltung des „Ernährungsrates Oldenburg“ im Stadtmuseum statt. Dem Rat gehören VertreterInnen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung an. Der Ernährungsrat Oldenburg ist ein zukünftiges Projekt des Vereins „transfer – Verein für Medienarbeit zugunsten einer gesunden Umwelt“ mit Sitz in Oldenburg. Die Veranstaltung sowie die Koordinationsstelle des „transfer-Vereins“ wird unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ziel ist, Oldenburg als Leuchtturmprojekt für andere Städte in Niedersachsen präsentieren zu können. 

 

Der Ernährungsrat Oldenburg soll ein beratendes Gremium werden, das eng mit der Stadtpolitik und -verwaltung zusammenarbeitet. So erhält die Region Oldenburg und umzu wieder Kontrolle über die Gestaltung ihrer eigenen Ernährungsversorgung. Der Ernährungsrat entwickelt zusammen mit der lokalen Politik eine nachhaltige, gerechte, effektive und ökologische Ernährungsstrategie mit konkreten und messbaren Zielen, in der die Wertschöpfung in der Region und bei den kleinbäuerlichen Betrieben und dem verarbeitenden Handwerk verbleibt. Dadurch wird die ganze Region vielfältiger und lebenswerter.

 

In Ausschüssen werden zu verschiedenen Ernährungsthemen Strategien, Veranstaltungen und Projekte erarbeitet. Der Ernährungsrat regt einen aktiven Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaftsakteuren und der Zivilgesellschaft an, um so langfristig zukunftsfähige Strukturen für eine möglichst regionale Versorgung mit Nahrungsmitteln aufzubauen.

 

Das Ziel ist eine selbstbestimmte Ernährungspolitik sowie die Stärkung der Reputation für die Stadt Oldenburg als einem Akteur nachhaltiger Entwicklung. So kann Oldenburg schließlich Modellregion für eine regionale, vielfältige, auf Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit fokussierte Ernährungspolitik im Nordwesten werden, deren Beispiel andere Städte des Landes und Bundes folgen können.

 

Die Ziele des Ernährungsrates

 

Regional: Nahräumliche Versorgung im Einklang mit den Jahreszeiten, um die regionale Wirtschaft zu stärken und mit dem natürlichen Kreislauf der Natur zu wirtschaften. Prinzipien der Nähe und Transparenz.

 

Fair: Lebensmittel sollen so erzeugt werden, dass die sozialen Bedingungen nachhaltiger Entwicklung erfüllt und nicht auf Kosten der ErzeugerInnen konsumiert werden. LandwirtInnen sollen für ihre Produkte so entlohnt werden, dass sie ihren Lebensunterhalt mit ihrer Arbeit bestreiten und ihren Betrieb langfristig sichern können.

 

Ökologisch: Im Einklang mit der Natur, mit Menschen, Tieren, Pflanzen, Wasser und Boden gesunde, unbelastete und schmackhafte Lebensmittel erzeugen und dabei die natürlichen Ökosysteme schonen.

 

Selbstbestimmt: Im Supermarkt nicht nur passiv ins Regal greifen, sondern Lebensmittel bewusst einkaufen. Uns interessiert: Woher kommen sie? Wer hat sie angebaut? Wo kann ich regionale Lebensmittel einkaufen und lange Lieferketten umgehen? All diese Fragen führen automatisch zu einem selbstbestimmteren Umgang mit dem, was auf den eigenen Teller kommt. Wir möchten Menschen helfen, diese Fragen zu beantworten.

 

Bedürfnisorientiert: Was brauchen wir wirklich? Für eine nachhaltige Entwicklung führt kein Weg an einer Reduktion von materiellem Überfluss vorbei. Wir fragen uns: Was brauchen wir wirklich und was können wir uns leisten und gleichzeitig unserer Umwelt zumuten? Was brauchen wir - VerbraucherInnen und ErzeugerInnen - und wie müssen sich unsere Lebensstile ändern, um ein gutes Leben zu führen und unsere Bedürfnisse so auszurichten, ohne Natur und Mensch zu schaden?

 

Alle Informationen rund um den Ernährungsrat: www.ernaehrungsrat-oldenburg.de