Sommer 2016


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Grußwort

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Jahreszeiten fliegen nur so vorbei – nun beginnt schon der Sommer! Und bei uns hier in der Region auch gleich die Ferien. Zeit zum Lesen also.

Z.B. in einem dicken Wälzer, dem neuen, spannenden Buch von Ulli Olvedi „Die Yogini“, das in Tibet spielt und von einer starken Frau handelt (S. 5). – Albrecht Mahr befasst sich in seinem Buch mit dem spirituellen Missverständnis von Jesus‘ Aussage: „Werdet wie die Kinder“, den Illusionen einer unbeschwerten Kindheit und dem Glück, erwachsen zu sein (S. 10). – „Kann Glaube und Hoffnung heilen?“ Theresia de Jong aus Zetel beschreibt in ihrem Beitrag, wie eine Anbindung an „höhere“ Welten helfen kann beim Durchleben auch sehr schwieriger Prozesse (S. 15). – Matthias Ennenbach erläutert eine gut erprobte Strategie, mit der Sie Achtsamkeit im Alltag umsetzen können, die Achtsame Selbststeuerung (S. 27). – Mit den verschiedenen Ursachen der Alterung hat sich Frank Albrecht beschäftigt und empfiehlt, die heiligen Gesetze der Lebensprozesse zu achten (S. 19). – Verschwörungstheorien geistern z. Zt. verstärkt herum - Ulrike Plaggenborg erzählt, warum sie das nervt (S. 25). – Eine wundervolle Aktion hat Greg Snyder in New York ins Leben gerufen: Meditation für Problemkinder (S. 21).

Mit all diesen Anregungen im Gepäck wünschen wir Ihnen einen wunderschönen, warmen Sommer mit viel Erholung – auf Reisen oder zuhause!

Ihre Plaggenborgs

 




Die Artikel/ Beiträge dieser Ausgabe:

 

 



Die Zeitqualität von April bis September 2016

Autor: Uwe Christiansen
 

Astrologische ZeitqualitätSaturn Quadrat Neptun, Angst versus Vision

Nie zuvor wurde ich in meiner Praxis durch Klienten und Kursteilnehmer mit so viel Unsicherheit und Ängsten aufgrund der allgemeinen Entwicklungen konfrontiert. Der gewohnte Rahmen befindet sich in Auflösungsprozessen…

Das Prinzip von Struktur und Form und das Prinzip von Auflösung stehen noch bis zum Herbst 2016 in Spannung miteinander, ich schrieb darüber in der Herbstausgabe 2015 im Achtsamen Leben. Auf Sicht fahren ist weiterhin angesagt, der Umstand des Schwimmens sollte aktuell akzeptiert und angenommen werden. Ein klarer Ausblick und weiterführende Visionen sind aktuell gefragt.


Die Zeitqualität von April bis September 2016

Autor: Uwe Christiansen
 

Astrologische ZeitqualitätSaturn Quadrat Neptun, Angst versus Vision

Nie zuvor wurde ich in meiner Praxis durch Klienten und Kursteilnehmer mit so viel Unsicherheit und Ängsten aufgrund der allgemeinen Entwicklungen konfrontiert. Der gewohnte Rahmen befindet sich in Auflösungsprozessen…

Das Prinzip von Struktur und Form und das Prinzip von Auflösung stehen noch bis zum Herbst 2016 in Spannung miteinander, ich schrieb darüber in der Herbstausgabe 2015 im Achtsamen Leben. Auf Sicht fahren ist weiterhin angesagt, der Umstand des Schwimmens sollte aktuell akzeptiert und angenommen werden. Ein klarer Ausblick und weiterführende Visionen sind aktuell gefragt.

 

Angela Merkel und die Flüchtlingspolitik

Angela Merkel hat mit ihren persönlichen Konstellationen ein sehr feines Gespür für die Nöte der zu uns Kommenden. Allerdings ist in ihrem Horoskop zu sehen, das ihr Einfluss massiv schwindet und sie auch mehr und mehr die Lust an ihrer Arbeit verliert. Was passiert in Deutschland wenn sie dem inneren Druck nachgibt und von einem zum anderen Tag ihr Amt aufgibt?

In einem Länderhoroskop kann man einiges über die Befindlichkeit des Volkes herauslesen. Im Horoskop der Wiedervereinigung von Deutschland steht der Mond (der die Bevölkerung symbolisiert) auf 19 ° im Zeichen der Fische im 9. Haus. Umgangssprachlich übersetzt bedeutet das, dass uns das Empfinden für ein Gemeinschaftsgefühl, eine tragende Kultur oder Religion fehlt, bzw. unklar und verschwommen ist.

Die Frage nach unserer nationalen Identität wird auf Sicht der kommenden Jahre ein sehr heraus ragendes Thema sein. Neptun, der Planet der Auflösung des Vordergründigen und Verfeinerung des Hintergründigen wird in den nächsten Jahren unser Identitätsgefühl stark prüfen: Finden wir zu einem neuen Selbstverständnis, einer Kultur die diesen Namen auch verdient?

 

Die Bedeutung des Jahresherrschers Mars

Vom 3. Januar bis zum 5. März hielt sich Mars, der Impulsgeber im Wasserzeichen Skorpion auf. Vom 5. März bis zum 17. April bringt er hitzige Impulse in Glaubens- und Anschauungsfragen. Ab dem 17. April wird Mars auf (8° Schütze) rückläufig und bewegt sich dann noch einmal vom 27. Mai bis zum 2. August in dem Transformationszeichen Skorpion. Das kann im besten Fall bedeuten, dass über vier Monate unsere Impuls- und Durchsetzungsenergie sehr entschieden sein wird und wir auch die innere Arbeit mit unserem Schatten nicht scheuen werden. In seiner negativen Ausprägung steht diese Verbindung leider für ein starkes Gewaltpotential.

Zum Frühlingsbeginn, am 20. März wird Mars der sogenannte Jahresherrscher. Der Jahresherrscher ist wie eine Themenüberschrift für die kommenden zwölf Monate zu verstehen: Welche Art von Energie wird uns in diesen Monaten im Besonderen leiten? Durch seinen langen Aufenthalt im Zeichen Skorpion werden alle Themen, mit denen wir uns in dem Zeitfenster 2013 und 2014 auseinandergesetzt haben (Saturns Gang durch den Skorpion) mit frischer Energie versorgt. Ist unsere Aufklärungsarbeit gut ausgefallen bekommen wir nun einen Schub von neuen Impulsen. Blieben die „Schatten“ damals nur angeleuchtet, werden wir uns ihnen nun wiederholt stellen müssen, der emotionale Druck und die Wucht sind hoch.

Wir tun gut daran, uns immer wieder mit unserem Herzensraum zu verbinden und so in Spürung zu bringen, was unser innerer Impuls ist. Die Gefahr, sich in diesem Jahr von einem Kollektivrausch anstecken zu lassen ist extrem groß.

 

Längerfristige Entwicklungen: Das Maß der großen Konjunktionen

Bei all der Unsicherheit ist es hilfreich, ein wenig weiter als nur bis zum Tellerrand zu schauen. Astrologisch gesehen befinden wir uns in einem tiefen Bewusstseinswandel, der sich von einem rein materialistisch ausgerichteten Geist zu einem durch Gemeinschaft und Kommunikation bewegten Geist hin neu ausrichtet.

Die Konjunktion von Jupiter (dem Prinzip von Ausdehnung durch Erkenntnis) und Saturn (dem Prinzip von Struktur und Ausrichtung) die sich ca. alle 20 Jahre neu bildet, steht in der astrologischen Betrachtungsweise für eine Epoche, eine Zeitspanne, die mit einem neuen Thema ausgestattet ist.

Ca. 200 Jahre lang findet diese Epochengebung in Zeichen des gleichen Elementes statt. 1980 erlebten wir, nach sehr langer Zeit die erste Konjunktion im Element Luft. In diese Zeitphase fällt unter anderem die Geburt des Internet. Im Jahr 2000 fand die Epochenprägung noch einmal im Erdzeichen Stier statt und ab dem 21. Dez. 2020 (Jupiter Konjunktion Saturn auf 0° Wassermann) werden für ca. 180 Jahre die Luftzeichen Gastgeber der Konjunktion sein. Der aktuelle Erdzyklus begann 1802; davor war ein Zyklus von ca. 200 Jahren in den Feuerzeichen themenführend.

Der Wechsel von dem einen zum anderen Element entspricht einem großen Bewusstseinswandel.

 

Die Aufgabe der letzten 200 Jahre könnte man stark verkürzt so verdichten: Wie durchwirken wir mit unserem Geist die Materie, ohne dass wir dabei vergessen, dass wir beseelter Geist sind? Schattenthema: Das einseitig auf ständiges Wachstum ausgelegte Denken führt dazu, dass wir uns mittlerweile nicht mehr von dem ernähren können, was uns die Erde nachhaltig bietet. Wir verbrauchen aktuell so viel, dass wir ca. 1 ½ Erden zur Verfügung haben müssten! Fakt ist, das wir alle eklatant mehr verbrauchen als für uns vorhanden und notwendig ist!

Im Element Luft wechselt die Ausrichtung von der Materie hin zum Geistigen: Der Austausch von Ideen und die Vernetzung in der Welt werden im Vordergrund stehen. Das Kollektivbewusstsein wird einen wesentlich stärkeren Einfluss auf alle Lebensbereiche haben. So erleben wir schon jetzt, wie über das Internet Politik in den verschiedensten Ausprägungen gestaltet wird. Positive Denkanstöße wie Nachhaltigkeit, Tier- und Umweltschutz finden ein immer größeres Gehör. Wir werden erleben, dass große Gruppen von Menschen, die sich zu einem bestimmten Thema gemeinschaftlich, z.B. über Meditation ausrichten, mehr und mehr Einfluss bekommen, bzw. durch das Ziel ihrer Bemühung einen nachhaltigen Impuls setzen werden.

Ideen werden nicht mehr alleine von einer Person „ausgebrütet“ und damit personifiziert, sondern es wird an verschiedenen Stellen auf der Erde gleichzeitig Gedanken neuer Ausprägung geben, die im Laufe der Zeit gemeinschaftlich umgesetzt werden können. Mögliche Schattenthemen können im Zeichen des Luftelements sein: der unüberschaubare Missbrauch von Daten, die absolute Überwachung durch unsere digitalen Fingerabdrücke, Manipulation durch gelenkte Informationen.

Das Unterscheidungsvermögen von uns wird damit heraus gefordert und geprüft: Löse ich mich komplett auf im Kollektivbewusstsein oder ist es mir auch möglich immer wieder zu der Wahrnehmung meiner eigenen Herzenswahrheit zurück zu kehren? Genau dieser Prozess, das „Pendeln“ zwischen dem Kollektiv- und dem Eigenbewusstsein wird auch ein prägender Ausdruck der Zeit werden.

 

Weitere Fragen, die wir uns stellen können: Welche Gedanken und Impulse die „in der Luft liegen“ sind wirklich wichtig für mich? Ist es mir möglich, mich von einer Kollektivstimmung abzukoppeln und mich selber mit mir in Spürung zu bringen? Wie stark identifiziere ich mich über meinen Besitz und Wertefragen? Wie weit reicht unsere Toleranz: Wie offen bin ich als Veganer Fleischessern gegenüber oder als sogenannter Spiritueller einem Atheisten oder rein materialistisch Denkendem? In welchem Verhältnis stehen für mich das innere und das äußere Wachstum?

Aus dieser Perspektive betrachtet, wird die Präsidentschaftswahl in den USA am 8. November 2016 sehr spannend werden: Gewinnt die materialistische Version in Form von Donald Trump, oder geben die Amerikaner dem Demokraten Bernie Sanders ihre Stimme? Dieser kämpft seit Jahrzenten gegen soziale Ungerechtigkeiten und geht hart mit der US Notenbankpolitik ins Gericht. An der Wahl könnte sich zeigen, wie weit der Bewusstseinswandel in den USA schon gekommen ist.

 

Uwe Christiansen ist Heilpraktiker für Psychotherapie und seit 1987 in eigener Praxis in Oldenburg selbständig tätig. Er berät und coacht Privatpersonen sowie Firmen. Die astrologische Zeitqualität lässt er in seine therapeutische Arbeit mit einfließen. Auf Einladung hält er auch gerne Vorträge zur aktuellen Zeitqualität. Weitere Informationen finden Sie auf seiner Webseite: www.uwe-christiansen.de  

Den Astrologischen Jahresüberblick 2017 wird es ab November 2016 auf CD geben.




Bio-Lieferant Ecocion ist wieder umgezogen – an den alten Standort Ahlkenweg 1

Autoren: Ecocion

Ecocion„Als um 10 Uhr morgens am Tag der Eröffnung der Bautrupp der Telekom anfing den Vorplatz unseres neuen Bioladens aufzureißen,  haben wir die erste Flasche Prosecco geöffnet, kein Telefon, kein Internet, keine EDV, keine Kasse, Waagen…..Wir haben gerade auch in dieser Situation gesehen, wie sehr wir uns auf unser tolles Team verlassen können - das Team hat trotz enormem Umzugsstress den Laden komplett eigenverantwortlich geschmissen, wir können gar nicht oft genug danke sagen, das war super.

Dann war der Laden voll, die Stimmung war entspannt und locker, wir haben von vielen unserer Erzeuger gehört, dass sie sich wunderten, wo all die netten Menschen so gesammelt herkommen, solch tolle Kunden sind auch alles andere als selbstverständlich...


Bio-Lieferant Ecocion ist wieder umgezogen – an den alten Standort Ahlkenweg 1

Autoren: Ecocion 

Ecocion„Als um 10 Uhr morgens am Tag der Eröffnung der Bautrupp der Telekom anfing den Vorplatz unseres neuen Bioladens aufzureißen,  haben wir die erste Flasche Prosecco geöffnet, kein Telefon, kein Internet, keine EDV, keine Kasse, Waagen…..Wir haben gerade auch in dieser Situation gesehen, wie sehr wir uns auf unser tolles Team verlassen können - das Team hat trotz enormem Umzugsstress den Laden komplett eigenverantwortlich geschmissen, wir können gar nicht oft genug danke sagen, das war super.

Dann war der Laden voll, die Stimmung war entspannt und locker, wir haben von vielen unserer Erzeuger gehört, dass sie sich wunderten, wo all die netten Menschen so gesammelt herkommen, solch tolle Kunden sind auch alles andere als selbstverständlich. (…)

Seit der Eröffnung (Umzug) unseres neuen Bioladens haben wir sehr viele von euch endlich auch einmal persönlich kennenlernen können, wir haben uns sehr gefreut, dass so viele Menschen bei uns vorbeigeschaut haben. Gerade in diesen Zeiten wo gefühlt wöchentlich ein neuer Biosupermarkt hier in Oldenburg eröffnet, war und ist es auch ein Wagnis, dass wir uns darauf einlassen den Biosupermärkten die Stirn zu bieten.

Auf den regionalen Äckern geht es nun richtig rund, alles wächst und sprießt, natürlich auch das Beikraut (Unkraut), so dass nun für unsere Erzeuger kaum Zeit zum Durchschnaufen bleibt, täglich kommen nun neue regionale Waren hinzu und bereichern unser Angebot.

Wir werden ganz generell in diesem Jahr noch mehr unseren Fokus auf die regionalen Waren unserer Erzeuger werfen und würden uns freuen, wenn ihr mit uns die Höfe der BVH- Erzeuger erkunden würdet.“

 

Ecocion - Bioladen, Abokiste und Wochenmarkt, Ahlkenweg 1, 26131 Oldenburg, Tel. 20946914, www.ecocion.de




Lebensprozesse – die heiligen Gesetze der Gesundheit und Langlebigkeit

Autor: Frank Albrecht

 

LebensprozesseEin Leben ohne Krankheit und Alterung - davon träumt man schon seit vielen Jahrtausenden. Unsere tägliche Realität scheint uns zu beweisen, dass dies nicht im Bereich des Möglichen liegt – dennoch, wenn wir der Überlieferung vertrauen wollen dann haben die Menschen vor Noah (vor der Sintflut) des Öfteren 800 Jahre oder noch länger gelebt. Das erscheint zunächst fantastisch, aber wenn wir uns näher betrachten wie der Alterungsprozess und die Ursachen von Krankheiten genau funktionieren, dann öffnet sich uns ein unerwartet neuer Blickwinkel. Wir müssen zu dem Schluss kommen, dass unsere Lebensweise, als auch unsere Ernährung soweit von den ursprünglich angelegten heiligen Gesetzen des Lebens abweicht, dass Krankheit und beschleunigte Alterung die logische Konsequenz sind. Der Alterungsprozess ist nichts anderes als eine Aneinanderkettung von Fehlern unsererseits, welche wir zumindest zum großen Teil auch selbst wieder beheben können. (…)


Lebensprozesse – die heiligen Gesetze der Gesundheit und Langlebigkeit

Autor: Frank Albrecht

 

LebensprozesseEin Leben ohne Krankheit und Alterung - davon träumt man schon seit vielen Jahrtausenden. Unsere tägliche Realität scheint uns zu beweisen, dass dies nicht im Bereich des Möglichen liegt – dennoch, wenn wir der Überlieferung vertrauen wollen dann haben die Menschen vor Noah (vor der Sintflut) des Öfteren 800 Jahre oder noch länger gelebt. Das erscheint zunächst fantastisch, aber wenn wir uns näher betrachten wie der Alterungsprozess und die Ursachen von Krankheiten genau funktionieren, dann öffnet sich uns ein unerwartet neuer Blickwinkel. Wir müssen zu dem Schluss kommen, dass unsere Lebensweise, als auch unsere Ernährung soweit von den ursprünglich angelegten heiligen Gesetzen des Lebens abweicht, dass Krankheit und beschleunigte Alterung die logische Konsequenz sind. Der Alterungsprozess ist nichts anderes als eine Aneinanderkettung von Fehlern unsererseits, welche wir zumindest zum großen Teil auch selbst wieder beheben können. (…)

 

Der Alterungsprozess als auch die Ursache von Krankheiten kann allein auf physischer und biochemischer Ebene nicht geklärt werden. Unsere konventionelle Wissenschaft ist daher auf diesem Gebiet überfragt. Alles Leben ist Materie, Energie und Geist (und nicht nur Materie, wie heutzutage auf den Universitäten gelehrt wird), und so muss auch eine ganzheitliche Heilkunde jeden dieser drei Faktoren berücksichtigen. Es gibt daher genau drei unterschiedliche kausale Krankheitsfaktoren, die für alle Zivilisationskrankheiten als auch den Alterungsprozess gelten, und diese sind immer miteinander verknüpft:

 

1. die Ebene der Materie, welche sich im Biochemismus des Körpers ausdrückt, der vor allem nicht übersäuert sein darf (alle Zivilisationskrankheiten entstehen nur in einem übersäuerten biologischen Terrain). Diese Ebene ist vor allem von der Ernährung beeinflusst.

2. die energetische Ebene. Sie bezieht sich auf die organisierende Lebensenergie (die in China „Qi“ und in Indien „Prana“ genannt wird), welche alle zellulären Prozesse steuert. Auf dieser Ebene muss vor allen Dingen unser Lebensumfeld (z. B. die elektromagnetischen und geopathischen Störfelder in unserer Lebensumgebung, unserem Haus) berücksichtigt werden.

3. die seelische Ebene, welche oft durch Traumen oder Karma aus früheren Leben belastet ist. Das Unterbewusstsein der meisten erwachsenen Menschen ist oft mit viel „Unrat“ belastet, welcher die Funktionen der Chakren und Meridiane beeinträchtigt, und damit auch die Funktionen der verschiedenen Organe. Diese belastenden Faktoren müssen durch geeignete Techniken aufgelöst werden.

Jede Krankheit ist eine Kombination dieser drei Faktoren, und alle drei müssen bei der Behandlung berücksichtigt werden, um eine vollständige Heilung zu erreichen.

 

Materielle Ursachen der Alterung (das biologische Terrain):

Circa 99 % der Menschen in westlichen Ländern sind übersäuert. Je saurer das Bio-Terrain, desto schneller laufen degenerative Prozesse im Körper ab. Eine Säure ist aggressiv, sie verursacht Korrosion. Vielleicht haben Sie schon erlebt wie ein Tropfen Schwefelsäure aus einer Autobatterie ein Loch in Ihr Hemd gebrannt hat. Wir haben ähnliche Säuren in Tausenden von Kombinationen in unserem Körper.

Diese transformieren „lebendige Substanzen“ (unsere körpereigenen Mineralstoff-Speicher, die Basis unserer Gesundheit und Schönheit) in „tote Substanzen“ (saure Salze oder Schlacken, die die biologische Grundlage für jede Art der Zivilisationskrankheit bilden). Dies ist der (biochemische) Prozess des Alterns und der Beginn aller Krankheiten (lange bevor sich das eigentliche Symptom einstellt). Es ist jedoch möglich diesen Prozess zu verlangsamen und bis zu einem gewissen Grad auch umzukehren.

 

Energetische Ursachen der Alterung (das energetische Lebensumfeld):

Die Wahrheit ist, dass der Körper ein offenes System ist, welches von vielen anderen Systemen beeinflusst wird. Für die Lebensprozesse ist es besonders wichtig, die schädlichen Einflüsse von geopathischen und elektromagnetischen Energiefeldern zu berücksichtigen. Es gibt aber noch eine Vielzahl anderer Faktoren, die unseren energetischen Lebensraum und damit unsere Gesundheit und unseren Alterungsprozess beeinträchtigen, wie zum Beispiel baubiologische und geomantische Gegebenheiten. (…) Dieser Faktor ist ebenso wichtig für unsere Gesundheit und Heilung wie die Ernährung und Entgiftung.

 

Seelische Ursachen der Alterung:

Die Auswirkung der Seele auf die menschliche Gesundheit wird in der zeitgenössischen Medizin gemeinhin als psychosomatisch bezeichnet. In Wirklichkeit beinhaltet dieser Aspekt Karma aus früheren Leben, das Chakrensystem, das Meridiansystem, die Interaktion mit dem Reich der Verstorbenen und vieles mehr. Der Zustand unserer Seele hat einen starken Einfluss auf unsere Gesundheit. Diesen Einfluss einfach „psychosomatisch“ zu nennen, trifft nicht genau den Punkt. Die Aktivität unserer Seele bestimmt zu einem großen Teil das Prana (die Lebensenergie), das wir für unser Leben zur Verfügung haben.

 

Wenn wir die heiligen Gesetze der Lebensprozesse in unserem Leben berücksichtigen werden wir sicher nicht gleich 800 Jahre alt, aber viele Forscher sind sich einig, dass 140 Jahre das Alter wäre, das für uns Menschen normal wäre. Mit dem Verständnis der Lebensprozesse und der individuellen Analyse eines Patienten lässt sich auch eine Heilungsmöglichkeit für jede Krankheit finden. (…)

 

LebensprozesseLebensprozesse – die universellen Gesetze der Gesundheit und Langlebigkeit, Via Nova Vlg., 2015

 

 

Frank AlbrechtFrank Albrecht, in Deutschland aufgewachsen, lebte er von 2000 bis 2015 in Irland. Er arbeitet als ganzheitlicher Forscher, Wellness Coach, Autor, Feng Shui- und Ernährungsberater, Rutengänger, Seminarleiter und ganzheitlicher Pädagoge. Durch spirituelle und biophysikalische Forschungen und Studien, die von einem Prozess der inneren spirituellen Transformation begleitet waren, erhielt Frank Albrecht tiefe Einsichten in die bio-chemischen, bio-physischen und spirituellen Zusammenhänge von Gesundheit und Krankheit. Sein Wissen gibt er in Einzelberatungen, Vorträgen und Seminaren weiter.

www.stopageing.com , www.lebensprozesse.org  und www.frankalbrecht.eu 

 

Foto: Frank Albrecht und www.pixabay.com

 




Achtsame Selbststeuerung ASST ® - Wenn Achtsamkeit konkret wird

Autor: Matthias Ennenbach

Achtsame SelbststeuerungBestimmt gibt es bei Ihnen bereits einige Ideen, was Achtsamkeit sein könnte. Und wahrscheinlich fragen Sie sich dennoch, wenn Sie sich damit beschäftigen, wie Sie Ihr Wissen in Ihrem Alltag umsetzen können. Das scheint oft das größte Problem zu sein: die Umsetzung.

Die ASST®-Methode liefert nun eine gut erprobte Strategie, mit der Sie Achtsamkeit in Ihrem Alltag, und zwar in jeder Situation, auf eine sehr leichte Art und Weise umsetzen können.

Kurz zum Hintergrund: ASST® verbindet zwei sehr wesentliche Konzepte. Achtsamkeit und Selbststeuerung. Das Prinzip der Achtsamkeit wurde bereits schon als zentrale Methode der Geistesschulung in 2.600 Jahre alten buddhistischen Texten beschrieben. Heute ist Achtsamkeit gut erprobt und wir wissen um die zahlreichen heilsamen Wirkungen, wie z. B. die Steigerung von Konzentration, Gedächtnis, Gelassenheit, innerer Ruhe, aber auch von der Stabilisierung direkterer Gesundheitsfaktoren, wie unser Immunsystem.


Achtsame Selbststeuerung ASST ® - Wenn Achtsamkeit konkret wird

Autor: Matthias Ennenbach

 

Achtsame SelbststeuerungBestimmt gibt es bei Ihnen bereits einige Ideen, was Achtsamkeit sein könnte. Und wahrscheinlich fragen Sie sich dennoch, wenn Sie sich damit beschäftigen, wie Sie Ihr Wissen in Ihrem Alltag umsetzen können. Das scheint oft das größte Problem zu sein: die Umsetzung.

Die ASST®-Methode liefert nun eine gut erprobte Strategie, mit der Sie Achtsamkeit in Ihrem Alltag, und zwar in jeder Situation, auf eine sehr leichte Art und Weise umsetzen können.

 

Kurz zum Hintergrund: ASST® verbindet zwei sehr wesentliche Konzepte. Achtsamkeit und Selbststeuerung. Das Prinzip der Achtsamkeit wurde bereits schon als zentrale Methode der Geistesschulung in 2.600 Jahre alten buddhistischen Texten beschrieben. Heute ist Achtsamkeit gut erprobt und wir wissen um die zahlreichen heilsamen Wirkungen, wie z. B. die Steigerung von Konzentration, Gedächtnis, Gelassenheit, innerer Ruhe, aber auch von der Stabilisierung direkterer Gesundheitsfaktoren, wie unser Immunsystem.


Selbststeuerung ist der heilsame Gegenspieler von Hilflosigkeit. Während letzteres unsere Psyche labilisiert oder gar zersetzt, sind Erfahrungen von Selbstwirksamkeit Balsam für unsere Psyche. Also vollkommen unabhängig vom individuellen Problem, kann uns die Kultivierung von Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit deutlich spürbar weiterhelfen. Ob Sie zu viel grübeln, zu oft traurig, ängstlich, wütend-reizbar sind, ob Sie unter Schmerzen leiden oder Sorgen Ihr Leben schwer macht, ob Sie zu viel Alkohol konsumieren, Beziehungsprobleme haben, unter Einsamkeit leiden oder berufliche Probleme haben, immer geht es darum, diese Themen, bzw. sich selbst wieder eigenständig steuern zu können.

 

Die Methode der Achtsamen Selbststeuerung ASST® bietet Ihnen diese Möglichkeit. Es handelt sich hier um ein mittlerweile gut erprobtes Integrationsprojekt, dass die effektivsten Bausteine aus der ursprünglichen buddhistischen Literatur über Achtsamkeit, pragmatische Techniken aus westlichen Therapieverfahren und Ergebnisse und Darstellungsweisen der Neurowissenschaften zu nutzen weiß.

Die Umsetzungsmöglichkeiten werden in den buddhistischen Texten sehr exakt dargestellt. Hier wird uns ein strategisches Vorgehen angeboten, dass auf Grund des Alters der Texte bereits schon in zahllosen Selbstversuchen bestätigt werden konnte. Aber auch das müssen Sie als moderner Leser nicht einfach nur aufnehmen und glauben. Es handelt sich immer um eine Einladung zum Selbstversuch. Lernen Sie die Methode jetzt und hier kurz kennen und wenn Sie es interessant finden, dann probieren Sie es einfach mal aus.

 

Die erwähnte Strategie rät uns, die Achtsame Selbststeuerung immer zuerst auf der Körperebene zu beginnen. Nur zu oft versuchen wir durch Nachdenken, das aber schnell zur Grübelei wird, zu einer Lösung zu kommen. Aber solange unser Körper entweder in Aufruhr oder zu lethargisch ist, werden wir unsere Geistestätigkeiten nie effektiv nutzen können.

Also egal in welcher Situation Sie gerade sind, versuchen Sie sich für einen Augenblick auf Ihren Körper zu konzentrieren. Richten Sie sich auf. Nehmen Sie eine gute aufrechte Position ein. Wenn Sie das umsetzen können, werden Sie bereits erste heilsame Signale in sich wahrnehmen. Körperhaltung und Geisteshaltung sind sehr eng miteinander verknüpft. Ein hängender Körper erzeugt einen hängenden Geist, ein aufrechter Körper erzeugt eine aufrechte Geistesgrundlage. Selbst dieser kleine Aspekt kann eine sehr effektive Übung werden: Bringen Sie Ihren Körper so oft Sie daran denken, in eine gute Position. Sie werden bemerken, dass sich sowohl Ihr Körper durch das Training und Ihr Geist durch die Bewusstheit verändern.

 

Als zweiten Schritt nach den Haltungsübungen, prüfen Sie nun, ob Sie innerlich entweder zu wenig oder zu viel Energie haben. Wenn Sie zu wenig Spannungen bemerken, dann atmen Sie jetzt ein paar kräftige Atemzüge in Ihren oberen Brustkorb hinein. Diese Technik stimuliert Ihr neuronales Stresszentrum im vegetativen Nervensystem und das wiederum setzt Adrenalin frei, um uns zu aktivieren. Generell stimuliert jede unserer Handlungen ein entsprechendes Hirnareal. So ist jedes Handeln immer auch zugleich Hirntraining. Es ist also recht bedeutsam, was Sie täglich tun und wie oft Sie es tun. Wenn Sie bei Ihrer Bilanz aber spüren sollten, dass Sie über zu viel innere Spannungen verfügen, dann versuchen Sie Ihre Atmung langsam und sanft zu beruhigen und zu vertiefen. Unterstützend können Sie anfangs Ihre Hände auf Ihren Bauch legen und versuchen so zu atmen, dass sich beim Einatmen Ihre Bauchdecke nach vorne schiebt. So wird in unserem vegetativen Nervensystem der Ruhepol aktiviert und bei steten Wiederholungen auch trainiert. Diese einfachen Selbststeuerungsbeispiele haben u.a. den Sinn, in uns zuerst eine hilfreiche Verfassung zu erzeugen. Nur zu oft versuchen wir in einem vollkommen gestressten Zustand für uns wichtige Probleme zu lösen. Dabei machen wir immer wieder negative Erfahrungen. Meist liegt das einfach nur an ungünstigen inneren Vorbedingungen. Niemand ist in der Lage in einem inneren „Schneegestöber“ die Übersicht zu behalten.

 

Die nachfolgende Skizze möchte den zugrunde liegenden Prozess verdeutlichen. Sie sehen 3 Schneekugeln, die unsere innere Verfassung symbolisieren. Zuerst sind wir ganz aufgewühlt und gestresst. Alle Schwebeteilchen sind in Aufruhr. In so einem Zustand haben wir nur wenig Chancen auf gute Ergebnisse. Die ASST®-Methode liefert nun die Techniken, um die inneren Schwebeteilchen zu Boden sinken zu lassen.

 

 Achtsame SelbststeuerungAchtsame SelbststeuerungAchtsame Selbststeuerung

 

Erst wenn unsere innere „Schneekugel“ beruhigt ist, finden wir zur Klarsicht zurück und sind in der Lage die ursprügliche Problematik konstruktiv anzugehen. Wenn Sie sich demnächst mit einem Problem konfrontiert sehen, fragen Sie also zuerst nach dem Zustand Ihrer inneren Schwebeteilchen. Nutzen Sie gerne die ASST®-Techniken zur inneren Klärung und erst dann unternehmen Sie Lösungsversuche. Dieser Vorgang spiegelt übrigens den in der buddhistischen Literatur beschriebenen Achtsamkeitsvorgang wieder. Wir beginnen auf der Körperebene, indem wir unsere Körperposition wahrnehmen, sie sanft in Richtung einer aufrechten Haltung korrigieren und bewusst unseren Atemfluss beobachten. Darauf wird unser aufgewühlte Geist dann unweigerlich heilsam reagieren. So können wir Achtsamkeit konkretisieren: Achtsamkeit beginnt auf der Körperebene. Nehmen Sie Ihren Körper bewusst wahr und führen Sie ihn auf heilsame Weise in eine gute Ausgangslage. Dazu gehört natürlich auch, dass Sie selbstkritisch prüfen, mit welchen Substanzen und (Genuss-) Giften Sie Ihren Körper belasten. Vielleicht integrieren Sie in Ihrem Selbstversuch die Unterlassung von Selbstvergiftungen. Anfangs mag sich das wie Verzicht anfühlen, aber geben Sie sich die Chance für eine eigene neue Erfahrung. Prüfen Sie selbst die Auswirkungen.

 

So können Sie das Phänomen der Achtsamkeit für sich konkretisieren. Alles beginnt zuerst auf der Körperebene.

Diese wenigen Aspekten bilden die Grundbausteine zum Fundament der Achtsamen Selbststeuerung ASST®. Üben Sie das in der nächsten Zeit, wenn möglich zweimal täglich für ca. 5 Minuten. Aufrecht hinsetzen und entweder aktivierend oder beruhigend atmen. Konzentrieren Sie sich, auch wenn immer wieder Gedanken stören sollten, zurück auf Ihren Atemfluss. Vielleicht hilft es Ihnen zu wissen, dass es sich dabei nicht um einen Psychotrick, sondern um eine messbare und nachgewiesene, neurowissenschaftliche Methode handelt. Sie werden sich quasi per Naturgesetz verändern, wenn Sie das fortsetzen. Vielleicht nutzen Sie anfangs feste Zeiten, das hat sich als hilfreich herausgestellt. Ein letzter Aspekt betrifft eine Technik, die dabei hilft, von der Theorie in die Praxis zu kommen. Die sogenannten Mikropausen sind gewissermaßen mikroskopisch kleine Tagesunterbrechungen von nur 1 bis 2 Atemzügen, in denen wir unsere tagtäglich ablaufenden Automatismen unterbrechen, uns kurz aufrichten und entweder aktivierend oder beruhigend durchatmen. Um sich an die Mikropausen im Alltag regelmäßig zu erinnern, haben sich Erinnerungshilfen als wichtig herausgestellt. Suchen Sie sich dafür Ihre eigene Erinnerungshilfe.

 

Wenn Sie die Mikropausen oft genug wiederholen, werden sich sehr hilfreiche neue Automatismen bilden, die sich zukünftig immer leichter abrufen lassen. Ihre Fünf-Minuten-Übungen, die sich natürlich ausdehnen lassen, werden in Ihnen spürbare heilsame Ressourcen, insbesondere Ihre innere Veranlagung zur Achtsamkeit, aktivieren und die Mikropausen werden Ihre Achtsamkeit in Ihren Alltag hineinbringen. Fühlen Sie sich eingeladen, diese kleinen aber effektiven Techniken selbst zu überprüfen. Es reichen nur 14 Tage aus, um selbst die ersten Effekte zu spüren.

Sie können sich gerne weiter mit der ASST®-Methode beschäftigen. Sie finden weitere Umsetzungs- und Vertiefungsmöglichkeiten im hier angebotenen Literaturtipp.

 

Dr. Matthias Ennenbach, Diplom Psychologe, psychol. Fakultät Bielefeld, Promotion medizin. Fakultät München, Gastreferent Humboldt-Universität zu Berlin, BPT® und ASST® - Ausbilder, Appr. Psychol. Psychotherapeut TP, Tiefenpsychologe (Fachkunde), Gesprächstherapeut (Rogers), Hypnotherapeut (M.E.G.), Fachbuchautor

 

Weitere Infos über Seminare, Ausbildungsmöglichkeiten etc.: www.Info-BPT.de

 

Achtsame SelbststeuerungLiteratur: Achtsame Selbststeuerung. Ennenbach, M., 330 S. Windpferd Verlag 2015




Kann Glaube und Hoffnung heilen?

Autorin: Theresia de Jong

Theresia de Jong„Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan.“ (Matthäus 7,7)

Heilung ist ein großes Wort. Es impliziert, dass etwas heil, ganz und gesund ist. Vielleicht sogar ein wenig heilig. Denn auch dies ist im Wortstamm ein enger Verwandter der Heilung. Es bedeutet etymologisch so viel wie: heil, zugehörig, der Gottheit gehörig, ihr geweiht. Nun hat im heutigen Gesundheitswesen Gott keine Priorität geschweige denn eine kassenrechtliche Abrechungsnummer. Und doch: ganz verschwunden ist er auch nicht. Besonders wenn wir mit schwierigen Diagnosen konfrontiert werden, mit Krankheitsbildern, die tödlich enden können, dann schleicht sich das Göttliche, das Unbennbare, Numiose häufig ganz leise durch die Hintertür wieder mitten ins Geschehen. Wurde Gottes Sohn nicht auch „Heiland“ genannt? Der, der heil und ganz macht. Nicht nur seelisch, sondern – wollen wir den zahlreichen Berichten in der Bibel Glauben schenken – auch sehr konkret im Körperlichen. Blinde konnten wieder sehen, Lahme wieder gehen und sogar Tote kehrten ins Reich der Lebenden zurück.


Kann Glaube und Hoffnung heilen?

Autorin: Theresia de Jong


Theresia de Jong„Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan.“ (Matthäus 7,7)

Heilung ist ein großes Wort. Es impliziert, dass etwas heil, ganz und gesund ist. Vielleicht sogar ein wenig heilig. Denn auch dies ist im Wortstamm ein enger Verwandter der Heilung. Es bedeutet etymologisch so viel wie: heil, zugehörig, der Gottheit gehörig, ihr geweiht. Nun hat im heutigen Gesundheitswesen Gott keine Priorität geschweige denn eine kassenrechtliche Abrechungsnummer. Und doch: ganz verschwunden ist er auch nicht. Besonders wenn wir mit schwierigen Diagnosen konfrontiert werden, mit Krankheitsbildern, die tödlich enden können, dann schleicht sich das Göttliche, das Unbennbare, Numiose häufig ganz leise durch die Hintertür wieder mitten ins Geschehen. Wurde Gottes Sohn nicht auch „Heiland“ genannt? Der, der heil und ganz macht. Nicht nur seelisch, sondern – wollen wir den zahlreichen Berichten in der Bibel Glauben schenken – auch sehr konkret im Körperlichen. Blinde konnten wieder sehen, Lahme wieder gehen und sogar Tote kehrten ins Reich der Lebenden zurück.

 

Kurz bevor Jesus unsere Erde körperlich verließ, gab er seinen Jüngern einige Aufgaben mit auf den Weg. Eine davon war tatsächlich auch das Heilen. Pfarrer Dr. Wolfgang Bittner, Beauftragter für Spiritualität der Ev. Landeskirche Berlin-Brandenburg-Oberlausitz sprach auf einer Tagung der Evangelischen Akademie in Berlin die erstaunlichen Worte:  “Es gibt nicht nur die Aussendung zur Verkündung, sondern auch zur Heilung. Im Glauben öffnen wir uns der Gegenwart Gottes. Glaube ist kein Mittel, sondern ein Weg. Die Kirche hat sich aus der Heilung zurückgezogen und den Naturwissenschaftlern und Medizinern überlassen, zu beider Schaden. Es ist jedoch so, dass nicht nur das, was messbar ist, zur Schöpfung gehört, sondern auch das Nichtmessbare. Wir sollten uns der Frage stellen, was passieren muss, damit unsere Kirche wieder heilen lernt.“ Oder soll die Medizin womöglich lernen, sich der Gegenwart Gottes zu öffnen und ins Heilgeschehen zu integrieren? Oder sollen beide sich vielleicht die Hände reichen und gemeinsam Körper, Geist und Seele in die Ganzheit und zur Heilung führen? 

 

In den USA geht man gerne pragmatisch vor. Wenn etwas funktioniert, dann wird es auch angewandt, ohne Rücksichten auf eventuelle Empfindsamkeiten rein traditioneller Natur. Nun hat sich in mehr als 1200 Studien herausgestellt, dass Gläubige insgesamt gesünder sind als ihre spirituell ahnungslosen Mitmenschen. Erkranken Gläubige doch einmal, so genesen sie schneller und ohne größere Komplikationen. Sie kommen mit weniger Schmerzmitteln aus, sind weniger oft im Krankenhaus, haben einen niedrigeren Blutdruck und scheinen besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt zu sein. Sie reagieren darüber hinaus auf belastende Lebensereignisse und Krankenhausaufenthalte weniger häufig mit Depressionen. Wenn sie dennoch einmal depressiv werden, erholen sie sich meist schneller. Patienten, die glauben und beten waren nach Operationen schneller wieder auf den Beinen. Menschen, die regelmäßig einer spirituellen Praxis nachgehen, verfügen offenbar über ein stärkeres Immunsystem. Sie haben signifikant niedrigere Blutwerte von Interleukin-6, das bei chronischem Stress erhöht ist und Zeichen eines geschwächten Immunsystems ist. Ein geschwächtes Immunsystem wiederum ist bekanntlich ein wichtiger Faktor bei zahlreichen Erkrankungen angefangen bei einfachen (immer wiederkehrenden) Infekten bis hin zu schwerwiegenden Krankheitsbildern. Die gesundheitsrelevanten Unterschiede zwischen Menschen, die sich in irgendeiner Weise spirituell rückverbinden und solchen, die das nicht tun, ist ähnlich wie der zwischen Nichtrauchern und Rauchern.

 

Das Vertrauen der Menschen in die Schulmedizin sinkt zunehmend. Wie eine repräsentative Emnid-Umfrage ermittelte, ziehen 80 Prozent der Deutschen Naturheilmittel chemischen Medikamenten vor. Doch nicht nur das: Immer mehr Menschen glauben, dass die spirituelle Dimension in einer Krankheit wichtig ist. „Die Menschen haben genug davon, als mechanisches Zufallsprodukt der Evolution behandelt zu werden, wenn sie sich ihres fühlenden und verstehenden Wesens innewerden“, meint Psychiater Jakob Bösch. Neueste Untersuchungen bestätigen das. Der Arzt Arndt Büssing, tätig am Lehrstuhl für Medizintheorie und Komplementärmedizin der Universität Witten/Herdecke, hat zusammen mit seinen Kollegen Thomas Ostermann und Peter F. Matthiesen 112 Krebspatienten und 57 an multipler Sklerose leidende Menschen danach befragt, welche Rolle Spiritualität und Religion bei ihrer Krankheitsbewältigung spielen. Dabei stellte sich heraus, so Büssing, dass die meisten Patienten „sowohl Vertrauen in eine höhere Macht haben, die sie trägt, als auch in ihre innere Stärke. Und sie erleben ihre Krankheit als Hinweis, etwas in ihrem Leben ändern zu müssen.“ 70 Prozent nehmen die Krankheit als Anstoß, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, 65 Prozent sehen sie als Chance für die innere Weiterentwicklung. Knapp 40 Prozent sind der Überzeugung, dass sie mithilfe spiritueller Quellen ihre Krankheit günstig beeinflussen können. Wenig überraschend ist, dass Frauen in ihrer Krankheit häufiger eine Chance für ihre innere Entwicklung sehen als erkrankte Männer. Diese beschäftigen sich auch deutlich weniger mit spirituellen oder religiösen Fragen. Soziodemografisch ließ sich feststellen: Je höher die Schulbildung, umso stärker die Bereitschaft, spirituelle Quellen für die Krankheitsbewältigung zu nutzen.

 

„Wenn Spiritualität ein Medikament wäre, wäre es längst zugelassen, denn sie wirkt“, meint Ellis Huber, von 1987 bis 1999 Präsident der Berliner Ärztekammer. Auch der Psychologe Nikola Kohls kommt in seiner Doktorarbeit über die Wirkung von Spiritualität auf die Gesundheit zu dem eindeutigen Schluss: Wer Religion und Spiritualität gegenüber abgeneigt ist, hat ein gesundheitlich höheres Risiko als ein gläubiger Mensch. Denn der Nichtgläubige verfügt über weniger Möglichkeiten, mit schwierigen Erfahrungen und Schicksalsschlägen umzugehen.

 

Soll also Spiritualität in Zukunft ärztlich verordnet werden? Das hätte wohl wenig Aussicht auf Erfolg, denn Heilung lässt sich auch auf spirituellem Weg nicht herbeizwingen. Möglicherweise liegt gerade in der Absichtslosigkeit einer spirituellen Übung der Schlüssel zum Erfolg. Der Psychologe Michael Utsch, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche, gibt zu bedenken, dass Meditationsforscher – sowohl christlicher als auch buddhistischer Tradition – übereinstimmend zu dem paradoxen Befund gekommen sind, dass die Heilwirkung der Meditation gerade dann besonders groß ist, wenn sie weder zielgerichtet noch funktional eingesetzt wird: „Gesundheit und Entspannung treten demnach nur als indirekte Nebeneffekte ein.“ Eine Einschätzung, die auch vom amerikanischen Verhaltensmediziner Jon Kabat-Zinn seit Jahren vertreten wird: „Wir meditieren nicht, um Schmerzen, Krankheit oder Probleme zu beseitigen. Der beste Weg, in der Meditation Ziele zu erreichen, ist, diese loszulassen. Es geht nicht darum, irgendetwas zu erreichen. Die Entspannung entsteht als Nebenprodukt regelmäßiger Übung, sie ist nicht das Ziel.“ Utsch verweist darauf, dass dieser Ansatz vergleichbar sei mit dem christlichen Bekenntnis: Dein Wille geschehe. „Nur wer loslassen und sein Schicksal vertrauensvoll in die Hand Gottes oder einer anderen höheren Macht legen kann, profitiert von der gesundheitsförderlichen Kraft des Glaubens.“

 

Andererseits gibt es in den USA ermutigende Ansätze, die zeigen, dass sich spirituelle Konzepte mit der Schulmedizin durchaus verknüpfen lassen. Immer mehr Universitätskliniken eröffnen so genannte mind/body-Abteilungen – allen voran die renommierte Harvard Universität –, wo spirituelle Praxis mit medizinischer Therapie Hand in Hand geht. Am Columbia Presbyterian Hospital in New York – einem führenden Zentrum in der Herzchirurgie – werden die Patienten vor und nach einer Operation mit Meditation, Musiktherapie, Yoga und Tai-Chi begleitet: Drei Viertel der medizinischen Hochschulen in den Staaten bieten Kurse in Komplementärmedizin an; an den meisten Krankenpflegeschulen wird zum Beispiel Therapeutic Touch, eine systematische Form des geistigen Heilens gelehrt. In Deutschland gibt es zwar auch eine steigende Anzahl von Ärzten und besonders Krankenschwestern, die privat spirituelle (Heil)Ausbildungen absolvieren. Allerdings wenden sie dieses Wissen meist aus Angst vor Sanktionen der Klinikleitungen nicht offen an.

 

Zwischen den naturwissenschaftlich ausgerichteten Wissenschaften, zu denen sich auch die Medizin zählt, und den ganzheitlich ausgerichteten Bemühungen, spirituelle Bereiche wieder zu etablieren, klafft ein Graben des gegenseitigen Misstrauens. Zu Unrecht, wie Harald Walach von der Universität Freiburg meint. Im Altertum, bei den Griechen, Ägyptern und fast allen anderen Hochkulturen, war die geistige Dimension stets ein wesentlicher Faktor bei der Heilung von Krankheiten. Als Scharlatane wurden damals die Heiler tituliert, die sich lediglich den körperlichen Beschwerden widmeten und zur geistigen Dimension keinen Zugang hatten.

 

Im Verlauf der Aufklärung begann sich die Wissenschaft von der zur damaligen Zeit doktrinären kirchlichen Lehrmeinung zu lösen, die im geistigen Bereich eine Monopolstellung innehatte und diese auch mit allen Mitteln der Macht verteidigte. Es war in diesem Zusammenhang für die Freiheit der Forschung fast eine Notwendigkeit, spirituelle Gedanken außen vor zu lassen. Die Wissenschaft – und damit auch die Medizin – in ihrem Bestreben, die materielle Welt zu durchschauen und zu erklären, hat sich in der Folge völlig von geistigen Einflüssen entfernt. Diese galten als suspekt, unbeweisbar und daher unbrauchbar, die Welt zu erklären. Inzwischen kommt jedoch gerade die moderne Physik zu ähnlichen Erkenntnissen, wie sie in den meisten alten spirituellen Lehren anzutreffen sind.

 

Die große Rolle, die Gesundheit für den modernen Menschen spielt, hat sicherlich auch damit zu tun, dass metaphysische und spirituelle Dimensionen in den offiziellen modernen, aufgeklärten Weltbildern weitgehend abhanden gekommen sind. Insofern hat der Mensch keine andere Sicherheit mehr für seine Existenz als einen gesunden Körper und eine stabile Psyche. „Gesundheit, vor allem der Versuch, diese zu ‚erlangen‘ und ‚aufrechtzuerhalten‘ ist zur postmodernen Ersatzreligion geworden, und es ist ein Kampf gegen die Uhr des Lebens, der nicht zu gewinnen ist“, analysiert Nikola Kohls. Ein Zusammenrücken von körperlich orientierter Medizin und metaphysischer Ausrichtung könnte also beiden Seiten zu neuen Erkenntnissen verhelfen.

 

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Meditation für New Yorks Problemkinder

Autorin: Valerie Prassl

MeditationDer Zen-Meister Gregory Snyder leitet seit vier Jahren in einer der ärmsten Gegenden New Yorks das ‚Awake Youth Project’, ein Meditationsprogramm für problembeladene Jugendliche. 

Valerie Prassl: Wie kam es zum ‚Awake Youth Project'?
Gregory Snyder: Ich habe zuerst Achtsamkeitskurse an Colleges abgehalten, die Jugendlichen aus unterprivilegierten Nachbarschaften in Brooklyn helfen sollten, ihren Übertritt an Universitäten zu schaffen. Diese Jugendlichen kamen größtenteils aus Familien ohne Bildungshintergrund. Ich habe Workshops abgehalten, um ihnen zu zeigen, wie man Stress bewältigt.

Wie ist es zu dieser Kooperation gekommen?
Zuerst einmal hat ein College bei uns im Zen-Zentrum angerufen und gefragt, ob wir meinten, dass die Zen-Meditation den Schülern helfen könnte, mit ihren Problemen besser umzugehen. Wir haben ihnen daraufhin Meditationskurse angeboten, die von den Jugendlichen hervorragend angenommen wurden. Dieses Programm hat sich dann herumgesprochen. So hat die Arbeit mit der Non-Profit-Organisation ‚Brooklyn College Community Partnership' begonnen, die mit ungefähr 1.500 Kindern aus unterprivilegierten Nachbarschaften zusammenarbeitet. Die Kinder kommen aus fünf verschiedenen High-Schools, die alle unterfinanziert sind, in denen Gewalt auf der Tagesordnung steht und Polizeibeamte in den Schulgängen präsent sind. Aufgrund der enormen disziplinären Probleme baten sie um Hilfe.


Meditation für New Yorks Problemkinder

Autorin: Valerie Prassl

 

MeditationDer Zen-Meister Gregory Snyder leitet seit vier Jahren in einer der ärmsten Gegenden New Yorks das ‚Awake Youth Project’, ein Meditationsprogramm für problembeladene Jugendliche. 

 

Valerie Prassl: Wie kam es zum ‚Awake Youth Project'?
Gregory Snyder: Ich habe zuerst Achtsamkeitskurse an Colleges abgehalten, die Jugendlichen aus unterprivilegierten Nachbarschaften in Brooklyn helfen sollten, ihren Übertritt an Universitäten zu schaffen. Diese Jugendlichen kamen größtenteils aus Familien ohne Bildungshintergrund. Ich habe Workshops abgehalten, um ihnen zu zeigen, wie man Stress bewältigt.

 

Wie ist es zu dieser Kooperation gekommen?
Zuerst einmal hat ein College bei uns im Zen-Zentrum angerufen und gefragt, ob wir meinten, dass die Zen-Meditation den Schülern helfen könnte, mit ihren Problemen besser umzugehen. Wir haben ihnen daraufhin Meditationskurse angeboten, die von den Jugendlichen hervorragend angenommen wurden. Dieses Programm hat sich dann herumgesprochen. So hat die Arbeit mit der Non-Profit-Organisation ‚Brooklyn College Community Partnership' begonnen, die mit ungefähr 1.500 Kindern aus unterprivilegierten Nachbarschaften zusammenarbeitet. Die Kinder kommen aus fünf verschiedenen High-Schools, die alle unterfinanziert sind, in denen Gewalt auf der Tagesordnung steht und Polizeibeamte in den Schulgängen präsent sind. Aufgrund der enormen disziplinären Probleme baten sie um Hilfe.

 

Wie haben Sie das Programm gestaltet?
Wir haben erst vierwöchige Workshops für Schüler und Studenten auf freiwilliger Basis abgehalten. Mir wurde im Vorhinein gesagt, es sei schwierig, die Aufmerksamkeit dieser Kinder für nur 20 Minuten zu bekommen. Doch meine Erfahrung ist, dass sie für zweistündige Workshops bleiben und sich die gesamte Zeit über konzentrieren. Deshalb haben wir vor drei Jahren mit den wöchentlichen Meditationsgruppen angefangen. Zuerst nur mit fünf Schülern, die regelmäßig zu uns ins Zentrum kamen. Ihnen haben wir dann auch beigebracht, selbst Meditationen zu leiten, um noch mehr Schüler mit der Meditationspraxis zu erreichen. Heute bieten wir hier im Brooklyn Zen Center zweimal wöchentlich, dienstags und donnerstags, Meditationskurse für High-School-Schüler an.

 

Ist es nicht ungewöhnlich, dass sich offizielle Stellen an ein Zen-Zentrum wenden?
Wir arbeiten mittlerweile sogar mit dem New Yorker Bildungsministerium zusammen, nächste Woche halten wir einen Achtsamkeitskurs für Lehrer ab. Das war in der Tat nicht vorauszusehen, weil das New Yorker Bildungsamt eher konservativ ist. Allerdings ist Meditation mittlerweile relativ gut erforscht und das ist allgemein bekannt, daher wird sie angenommen. Außerdem ist die Verzweiflung über diese enormen Probleme in Brooklyns Schulen einfach zu groß. Es wird dringend nach Lösungen gesucht für diese unglaublichen disziplinären Schwierigkeiten. Daher sind viele Schulen offen, Neues zu versuchen. Was auch immer funktionieren könnte, wir tun, was wir können.

 

Was sind die Probleme der Jugendlichen in Ihrem Programm?
Die Probleme sind vielfältig: die schwierigen sozioökonomischen Umstände, in denen sie aufwachsen, und die Armut, in der sie leben. Die meisten kommen aus Familien ohne finanzielle Mittel, viele mit einem alleinerziehenden Elternteil, der oft mehrere Jobs hat und daher wenig Zeit, um für die Kinder zu sorgen. Viele Jugendliche, mit denen wir arbeiten, müssen auch noch ihre jüngeren Geschwister großziehen. Sie haben in ihrem jungen Leben schon enorm viel Stress und befinden sich in einem Umfeld, auch in der Schule, in dem sie sich nicht sicher fühlen, vor allem emotional. Ein Schüler hat zum Beispiel mehrere Brüder wegen Alkoholismus verloren und auch die Mutter ist alkoholkrank. Meiner Meinung nach sind das alles Auswirkungen von Armut. Wenn Sie mich fragen, was ihr größtes Problem ist: Sie haben kein Geld. 

 

Wie stellen Sie Fortschritte durch Meditation und Achtsamkeit im Leben der Schüler fest?
Die wöchentlichen Meditationen funktionieren gut. Ich könnte Ihnen viele Geschichten erzählen von Jugendlichen, die begonnen haben zu praktizieren und danach ihr Verhalten änderten. Eine Schülerin, die zu der Zeit auf Bewährung war, kam einmal in die Meditationsgruppe. Die Woche darauf kam sie wieder und erzählte von einer Erfahrung: Sie wäre beinahe in eine Schlägerei geraten, aber dann hat sie getan, was sie in der Sitzung gelernt hatte. Sie ist in diesem Moment ruhig geblieben und hat sich auf ihren Atem konzentriert und sich bewusst gegen die Gewalt entschieden. Viele Mädchen kommen in unser Projekt mit dem Gedanken, das Höchste, was sie je beruflich erreichen könnten, wäre, als Krankenschwester zu arbeiten, denn das sagen ihnen ihre Eltern. Ein Mädchen, das an unserem Programm teilnahm, macht heute eine Ausbildung zur Psychotherapeutin, eine andere zur Ärztin und eine studiert Soziologie. Sie machen diese Entwicklung, weil sie gelernt haben, ihre eigene Geschichte zu hinterfragen.

 

Wie kommt es durch Meditation zu diesen Veränderungen?
Die Jugendlichen bekommen durch Meditation die Möglichkeit, emotionales Bewusstsein an einem sehr frühen Zeitpunkt im Leben zu entwickeln. Die Freiheit beginnt, wenn man von seinen Gedanken ablässt und sich auf den Atem konzentriert. Teenager sehen ihre Gedanken nicht als unbewussten Antreiber, aber wenn sie das lernen, dann verändert sich etwas an ihrem Verhalten. Eine Sache, die fast alle von ihnen als Erstes realisieren, ist, dass sie andauernd über andere urteilen, und das machen sie auch bei sich selbst. In unseren Gedanken ist so viel Kritik, dass es manchmal schwer ist, authentisch zu sein.

 

Wir alle kennen Widerstände in der Meditation. Sind diese bei den Teenagern stärker ausgeprägt?
Sie lachen eindeutig mehr und machen blöde Witze. Es ist schwer für sie, zur Ruhe zu kommen, wenn der Rücken schmerzt. Die meisten Widerstände sind jedoch dieselben wie bei Erwachsenen. Die Jungen haben aber oft weniger Durchhaltevermögen. Obwohl, ich kenne auch 16-Jährige, die drei- bis viertägige Retreats mitmachen und sie problemlos durchhalten. Danach erzählen manche, dass sie durch die Straßen gehen und das Gefühl haben, in einer anderen Stadt zu sein als zuvor. Ich denke, dass Meditation für Jugendliche eher weniger spirituellen Kontext hat, das kommt erst später. In der Jugend ist Spiritualität meist noch keine essenzielle Frage.

 

Was kann man mit dem ‚Awake Youth Project' erreichen?
Die Achtsamkeit wird zur Lebenseinstellung. Zwei Aspekte stehen bei dem ‚Awake Youth Project' im Fokus, wenn es um den achtsamen Umgang mit Emotionen geht: zu lernen, die Ruhe zu bewahren und nicht überzureagieren, egal, was um einen herum geschieht. Ein weiterer Aspekt ist, sich seiner Gedanken bewusst zu werden und folglich seines eigenen Verhaltens. Jemand sagt etwas zu dir, was schmerzvoll ist. Achte auf den Schmerz, achte auf deine mentale Reaktion. In diesem Moment reimt man sich eine innere Geschichte zusammen und rechtfertigt die eigene Reaktion. Wie bei einem Marathonläufer, der seinen Körper trainieren muss, um schneller zu werden, müssen die Teenager die physische Praxis, das Sitzen, durchhalten, um mit ihren Emotionen umgehen zu lernen.

 

Wie ist der praktische Ablauf des ‚Awake Youth Project'?
In den ersten sechs bis zehn Wochen lehre ich die Grundlagen der Meditation, danach involviere ich mich weniger. In einem Teil der Sitzungen darf über alles gesprochen werden. So lernen die Schüler, mit ihren Emotionen zu arbeiten, und werden sich bewusst, woher ihre Gedanken kommen. Wenn sie es schaffen, einen Schritt zurückzutreten und ihre Gedanken wie ein Objekt zu betrachten, haben sie ihr Ziel erreicht, denn das wird zu ihrer Lebenseinstellung. 

       

Wie regelmäßig meditieren die Teenager?
Das ist unterschiedlich, von ein- bis dreimal wöchentlich. Ich ermutige sie allerdings, sich täglich mindestens fünf Minuten auf ihren Atem zu konzentrieren. Bei manchen funktioniert dies gut, bei anderen weniger. Es sind schließlich Teenager ...

 

Wie ist die Erstreaktion der Schüler auf Sie und das Programm?
Erst letzte Woche habe ich eine neue Schule dazubekommen, dort sind alle schon informierter darüber, was Meditation ist. Mehr, als es die meisten waren, als wir vor vier Jahren das Programm gestartet haben. Meditation gehört mittlerweile zur Populärkultur. Die Jungen können heute schon mehr mit dem Begriff anfangen. Das Programm ist auf freiwilliger Basis, diejenigen, die nichts mit Meditation zu tun haben wollen, die sehe ich sowieso nicht.

 

Gibt es auch negative Reaktionen?
Ich habe einmal einen jungen Mann kennengelernt, der richtig zornig auf die Meditation reagiert hat. Er war emotional nicht bereit und hat die Sitzung verlassen. Ein Jahr später kam er wieder und hat regelmäßig teilgenommen. Viele meiner Schüler kommen aus afroamerikanischen oder afrokaribischen ethnischen Hintergründen, aber auch aus weißen Arbeiterfamilien. In diesem Umfeld hier in New York gibt es große soziale Gewalt. Einmal sagte ein Schüler zu mir: „Wie soll ich ruhig bleiben, wenn ich sehe, wie mein Stiefvater meine Mutter verprügelt?" Das sind echte Lebensfragen.

 

Wie reagieren Sie auf eine solche Aussage?
Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm nicht einfach raten könne, er solle sich nicht körperlich zwischen den Gewalttäter und sein Opfer stellen, aber, dass er sehr viel geschickter intervenieren könne, wenn er es nicht aus Ärger tut.

 

Wie geht es für die Teenager nach Beendigung des ‚Awake Youth Project' weiter? Integrieren sie später die Meditation auch in ihr Erwachsenenleben?
Sobald sie aufs College gehen, praktizieren sie im Normalfall weniger. Es ist natürlich ein zeitlicher Aufwand, soziale Kontakte sind ihnen wichtiger. Einer meiner ehemaligen Schüler erzählte mir, dass er vor allem dann wieder auf Meditation zurückgreift, wenn er unter Prüfungsstress steht. Meditation ist ihm nun als Möglichkeit gegeben.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass die Jungen die Gewohnheit entwickeln, sich von ihren Denkmustern und ihrem Leid zu befreien. Das braucht Zeit, bei manchen geht es schneller, bei manchen dauert es Jahre. Momentan arbeiten wir an der Kooperation mit lokalen Restaurants, Zen hat eine starke Verbundenheit mit bewusstem Kochen und Essen. Wir arbeiten daran, dass die Jugendlichen nach ihrer Zen-Praxis in Restaurants als Köche arbeiten können.

 

Gregory Snyder ist buddhistischer Zen-Mönch, Gründer und Geschäftsführer des ‚Brooklyn Zen Center' und leitet das ‚Awake Youth Project'. Er war zuvor im sozialen Dienstleistungssektor tätig. Nach seinem Post-Graduate-Studium in Human Rights an der Columbia University war er für das ‚Center for International Conflict Resolution' tätig, wo er an Trainingsprogrammen gegen Gewalt und für Prävention von Völkermord arbeitete.

 

Dieses Interview wurde uns freundlicherweise von der Zeitschrift Ursache & Wirkung zur Verfügung gestellt.


Foto: aerogondo - www.fotolia.com

 




Die Yogini (Textauszug)

Autorin: Ulli Olvedi

Die Yogini(…) Der würzige Geruch von Lhasang, dem heiligen Rauch, den Ani-la jeden Morgen im Opferofen vor dem Haus entzündete, kroch durch alle Fenster ins Haus, wenn Lenjam und Nyima in den oberen Stock zum Schreinraum mit den kostbaren Statuen und Rollbildern hinaufstiegen. Dort setzten sie sich auf die Matten vor den Kästchen, in denen die Texte lagen, holten das Buch mit den »Anleitungen auf dem Weg zur Glückseligkeit« hervor und wickelten es aus seinem Tuch. Erst dann kam Lama Samten aus seinem kleinen Zimmer nebenan und setzte sich auf das Polster neben dem Schrein. Lama Samten hielt viel von strengen Regeln.

Dann lasen sie so laut sie konnten, damit es im ganzen Haus zu hören war, damit alle, vor allem Pala und Amala, mit ihrem hörbaren Fleiß zufrieden waren. Lange Zeit lernten sie immer nur Lesen. Lenjam verstand nicht viel von alledem, was sie lesen musste. Es war ein kunstvolles Tibetisch mit vielen unbegreiflichen Inhalten. Aber man musste lesen lernen, Pala wollte es so.


Die Yogini (Textauszug)

Autorin: Ulli Olvedi


Die Yogini(…) Der würzige Geruch von Lhasang, dem heiligen Rauch, den Ani-la jeden Morgen im Opferofen vor dem Haus entzündete, kroch durch alle Fenster ins Haus, wenn Lenjam und Nyima in den oberen Stock zum Schreinraum mit den kostbaren Statuen und Rollbildern hinaufstiegen. Dort setzten sie sich auf die Matten vor den Kästchen, in denen die Texte lagen, holten das Buch mit den »Anleitungen auf dem Weg zur Glückseligkeit« hervor und wickelten es aus seinem Tuch. Erst dann kam Lama Samten aus seinem kleinen Zimmer nebenan und setzte sich auf das Polster neben dem Schrein. Lama Samten hielt viel von strengen Regeln.

Dann lasen sie so laut sie konnten, damit es im ganzen Haus zu hören war, damit alle, vor allem Pala und Amala, mit ihrem hörbaren Fleiß zufrieden waren. Lange Zeit lernten sie immer nur Lesen. Lenjam verstand nicht viel von alledem, was sie lesen musste. Es war ein kunstvolles Tibetisch mit vielen unbegreiflichen Inhalten. Aber man musste lesen lernen, Pala wollte es so.

 

»Das versteht kein Mensch«, sagte sie einmal vor der Lernstunde. »Der Lama erklärt es doch«, entgegnete Nyima mit ihrem Blick von oben herab. »Und du verstehst es?« Nyima nickte. »Natürlich!« - »Du lügst«, sagte Lenjam. »Ich lüge nie!« - »Aber jetzt lügst du!« Lenjam schubste Nyima von ihrem Polster. Nyima wehrte sich wütend und riss an Lenjams Zöpfen. Plötzlich stand Lama Samten vor ihnen. »Schluss damit! Ich darf euch das nicht durchgehen lassen. Wenn ihr nicht sofort aufhört, müsst ihr bestraft werden.« Sie setzten sich eilig auf ihren Plätzen zurecht und senkten die Köpfe über die Texte. Natürlich würde nicht Lama Samten sie bestrafen, doch Pala, das wussten sie, war es seinem hohen Stand als Distrikthauptmann schuldig, dass er sie nicht schonte. Sie wurden unterrichtet wie Söhne, also galten für sie dieselben Regeln wie für Jungen. Stoßen und Hauen im Schreinraum, wo sie unterrichtet wurden, war verboten.

»Ihr werdet euch von jetzt an gut benehmen«, sagte Lama Samten, und es klang nicht ganz so streng, wie es klingen sollte, denn die Khampa-Aussprache wollte ihm nie recht gelingen. »Ja, Lama-la«, sagten die Mädchen und machten brave Mienen.

Als sie in den Hof hinunterliefen, erklärte Nyima: »Wenn du es unbedingt wissen willst, ich gebe zu, ich verstehe nicht alles genau. Aber ich verstehe es ein bisschen. Also hab ich auch nur ein bisschen gelogen.« Lenjam vermutete, dass an dieser Logik etwas nicht stimmte. Doch wozu darüber nachdenken? Lieber überließ sie Nyima das letzte Wort, denn das hatte sie ja letztlich immer.

 

Ihre Gedanken kreisten stattdessen um Lama Samten, über dessen Herkunft man wenig zu wissen schien, obwohl doch alle immer so gern tratschten und Lenjam dafür stets ein offenes Ohr hatte. Den Lama mit dem steifen Bein habe Pala einmal irgendwo auf seiner Lhasa-Reise aufgelesen, so hatte sie eine der Tanten sagen hören. Er müsse aus Zentraltibet stammen, das habe man gleich bemerkt an seiner hochnäsigen Sprache, und er könne sich ja ruhig bemühen, die Khampa-Sprache besser zu lernen.

Doch gerade wegen dieser hochnäsigen Sprache, so erkannte Lenjam, als sie älter war, konnte Pala den Lama gut gebrauchen, denn so erhielten seine Mädchen den ordentlichen Unterricht, den sonst nur Jungen im Kloster bekamen. Die Tanten hatten einmal davon gesprochen, dass er den Lama ursprünglich für den zukünftigen Sohn mit nach Hause genommen hatte, der ihm dann jedoch versagt blieb.

 

Wäre es nach Lenjam gegangen, hätten sie auch ganz gut ohne Lama Samten auskommen können. Aber, wie Amala sagte, es war eben eine große Ehre und sehr gut für das Wohl des Hauses, einen eigenen Lama zu haben für all die Rituale und Schutzgebete.

Nach dem Mittagessen durften die Mädchen spielen. Doch seit sie von Lama Samten unterrichtet wurden, spielten sie nicht mehr so häufig mit den übrigen Kindern des Anwesens, die zum größten Teil im zweiten Haus bei den anderen Tanten und Onkeln wohnten. Die meisten Kinder mochten Nyimas Spiele nicht mehr, denn ständig wollte sie den Lama spielen und die Kinder sollten ihre Schüler sein und still sitzen.

 

Palas Haus war groß und im weiten Vorhof war immer etwas los. Oft kamen Besucher, denn Pala genoss große Hochachtung. Er war, so viel wusste Lenjam, der Oberste der Sippe und besaß große Yak- und Schafherden, und er war der Herr über die Region. Nur dem Gyalpo, ihrem König, hatte er zu gehorchen, der schätzte ihn sehr, das wusste jeder.

Amala und Ani-la herrschten über den Haushalt. Für Lenjam war Ani-la fast ebenso wichtig wie Amala, vielleicht insgeheim noch wichtiger, denn sie glaubte, dass sie in Anilas Herz den allerersten Platz einnahm. Zumindest hatte sie diese hoffnungsvolle Überzeugung. Andererseits war Ani-la eher auf der dienenden Seite im Haus, obwohl niemand so etwas gesagt hätte. Sie war eine Nonne und deshalb hatte sie gut und dienend zu sein.

Neben Mola, der Großmutter, war Tante Puntsog die wichtigste der Tanten und wohnte in Palas Haus, wie auch die boshafte Tante Tamdzin, vor der alle fast ebenso viel Respekt hatten wie vor Amala. Und auch Onkel Dokar, die kleine Pema und deren drei kleine Buben wohnten mit im Haus, denn Onkel Dokar war der Bruder von Pala, auch wenn man sich das nur schwer vorstellen konnte.

»Onkel Dokar war im letzten Leben ein Stein«, sagte Nyima, »darum mag er nur herumsitzen und nichts tun.« Die anderen Onkel, die alle »Palas Männer« nannten, wohnten mit weiteren Großmüttern, Tanten und Kindern im zweiten Haus, das ebenso groß war wie das vordere Haus des Anwesens, aber nicht so gut ausgestattete Räume hatte.

 

Am Abend, wenn die Pferde versorgt waren, vollzog Lama Samten die Rituale für die Schutzgottheit des Hauses und die örtlichen Geistwesen, und alle gesellten sich dazu, denn es war überaus wichtig, in guter Beziehung zu den mächtigen unsichtbaren Wesen zu stehen.

Lenjam und Nyima mochten das gemeinsame Singen und Rezitieren, zumal sich, wie Lama Samten sagte, die hohen Gottheiten Chenresig und Arya Tara darüber freuten und darum besonders gut auf Lenjam und Nyima aufpassten und sie dabei unterstützten, gute Menschen zu werden, Verdienste zu sammeln und eine gute Wiedergeburt zu bekommen. Nach und nach erklärte der Lama die Begriffe der Texte, die sie lesen konnten, und ihr Verständnis für die Inhalte wuchs, wenn auch Lenjam sich unter dem Ziel, »den Erleuchtungsgeist zu entwickeln«, nicht viel vorstellen konnte. Doch dieses tägliche Studium führte dazu, dass eine Kluft zwischen den Mädchen und den anderen Kindern des Anwesens entstand. »Sie sind dumm und kindisch«, pflegte Lenjam zu sagen, »sie wissen ja gar nichts.«

 

»Das war ein Sommer, wie er sein sollte, die Ernte wird gut sein«, hörte Lenjam Pala sagen. »Ich denke, Ten-Dorje ist jetzt groß genug, um zu helfen. Wir sollten ihn nach der Sommerklausur aus dem Kloster holen.« - »Aber er war doch immer so ein Winzling«, erwiderte Amala, »da wird er jetzt auch nicht sonderlich groß sein. Soviel älter als Nyima und Lenjam ist er ja nicht. Ob der eine große Hilfe sein wird?« Pala brummte. Er gab Amala oft recht und machte das mit einem Brummen deutlich. »Aber einen Versuch ist es wert«, erklärte er nach kurzem Nachdenken. »Wir können ein paar Hände mehr gut gebrauchen. Und ich gebe dem Kloster schließlich genug für ihn.«

 

Dieses Gespräch, das sie zufällig mitgehört hatte, fand Lenjam sehr aufregend. Den entfernten Cousin kannte sie kaum. Pala hatte Ten-Dorje, das älteste Kind jener Verwandten, die eine seiner Herden hüteten, als kleinen Jungen ins Kloster gegeben, nachdem Amala mehrmals nur Mädchen geboren hatte, von denen lediglich Nyima überlebt hatte. Schließlich musste jemand von Palas Stand einen Sohn oder Neffen im Kloster haben, das gehörte sich so.

Am Abend im Schlafraum der Frauen besprach sie mit Nyima flüsternd, um die Tanten und Mägde nicht zu stören, wie es wohl sein würde mit Ten-Dorje als Spielkameraden. »Gut, dass Pala nicht eine von uns in ein Kloster gesteckt hat«, flüsterte Lenjam. Nyima pustete verächtlich. »Puh, eine Nonne, davon hat doch niemand was. Aber die Jungen dürfen im Kloster viel lernen, mehr als wir.« Lenjam fand die Vorstellung, mehr lernen zu müssen, nicht erfreulich. »Er kann bestimmt nicht so gut lesen wie ich«, flüsterte Nyima, »auch wenn er älter ist.« Lenjam lächelte zufrieden in der Dunkelheit. »Und so gut reiten wie ich kann er erst recht nicht.« - »Wenigstens hat er was gelernt und ist nicht dumm.« sagte Nyima und drehte sich zur Seite.» Hoffentlich«, fügte sie hinzu.

 

Der Cousin würde eine willkommene Abwechslung bieten. Als Klosterzögling hatte er gewiss kein Interesse an den wilden Spielen der Jungen. Man könnte Wortspiele mit ihm machen oder Rätselspiele, solche Dinge. Oder das Spiel mit der Leiche.

Es war eine echte Leiche, die den Anlass zu diesem Spiel gegeben hatte. Männer aus der Gegend flussabwärts waren eines Tages auf dampfenden Pferden und in höchster Eile mit einem Toten über dem Sattel in den großen Hof geritten. Der Mann, ein Nomade, war von seinem Bruder auf einer Almweide gefunden worden, bewacht von seinem Hund und die Schafe in alle Richtungen verstreut.

 

»Er lag einfach da«, sagten die Männer, »mit weit aufgerissenen Augen ohne irgendeine Verletzung, und kein Mensch weit und breit.« Es war Palas Aufgabe, solche Vorfälle zu untersuchen und dem Gyalpo zu melden. Die Familie hatte den Toten nicht behalten wollen. Möglicherweise hatte ein Geist seine Lebenskraft geraubt. Die Leiche brachte alle in Gefahr, denn jederzeit konnte ein Dämon von dem Toten Besitz ergreifen, und dann würde er als Rolang aufstehen und die Gegend unsicher machen. Man wusste, wie gefährlich Rolangs waren. Berührten sie einen Menschen, fiel dieser augenblicklich tot um. Unverzüglich hatten sich die Verwandten mit ihrer beunruhigenden Last auf den Weg gemacht.

 

Zum Glück lebte ein Bönpo in den Bergen über dem Tal. Er kannte die nötigen Rituale und hatte die Zauberkräfte, um solch ein Unheil zu verhindern. Pala schickte zwei seiner Männer los, um den mächtigen Zauberer aus seiner Einsiedelei zu holen, und befragte die Leute, die den Toten gebracht hatten. Zuerst hatten sie gedacht, er sei das Opfer von Räubern geworden. Es gab ein Gerücht, dass sich im Norden eine Horde räuberischer Krieger aus dem Golok-Land herumtrieb. Doch obwohl diese Räuber stahlen wie die Raben, wusste man, dass sie nach Möglichkeit vermieden, ihre Opfer zu töten. Und es gab ja auch keinerlei Anzeichen einer Verletzung.

 

Pala trug für den offiziellen Anlass seine prachtvolle, mit Leopardenfell besetzte Chuba und sah sehr beeindruckend aus. Das ist unser Pala, dachte Lenjam stolz. Alle haben Achtung vor ihm, manche fürchten ihn sogar. Er ist der wichtigste Mann weit und breit. Nyimas böse Behauptung, Pala sei nicht ihr richtiger Pala, lag lange zurück, lange genug, um ein beruhigendes Dunkel darüber zu breiten.

Die Leiche wurde in eine Kammer neben den Ställen gebracht, aus der man eilig einiges Gerümpel entfernt hatte, und der Lama richtete im Hof einen Schrein mit Butterlampen und allen nötigen Ritualgegenständen her. Mit Trommel, Glocke und Rezitationen vollzog er ein Ritual, das machtvolle Beschützer herbeirufen sollte. Lenjam fürchtete sich, doch Nyima behauptete, keine Angst zu haben. »Und wenn ein böser Geist sich an Lama Samten vorbeimogelt und in die Leiche fährt?«, sagte Lenjam leise. »Unsinn«, antwortete Nyima. »Der Lama hat unsere Beschützer gerufen und heute Abend kommt der Bönpa und sorgt dafür, dass sich hier kein böser Geist blicken lässt.« Lenjam seufzte. »Na ja, man sieht sie ja nicht.« - »Onkel Dokar hat einen gesehen«, sagte Nyima. »Behauptet Mola. Onkel Dokar redet ja nie darüber.« - »Weil er danach so krank war.« - »Hast du ihn gefragt?« Nyima verdrehte die Augen. »So was fragt man doch nicht. Aber er hat es Mola erzählt.«

 

Am Nachmittag kamen die Männer mit dem Bönpo. Kaum wagte Lenjam das dunkle, faltige Gesicht anzusehen, das fast im langen, filzigen Haar verschwand, und sie vermied den Blick in die wilden Augen. Nichts außer einer alten, knielangen Chuba, die ein Strick zusammen hielt, bedeckte ihn. Seine Beine und sein freier Arm waren sehnig und muskulös und ließen viel Kraft vermuten. Wie war das möglich, überlegte Lenjam, wenn er doch ständig in seiner Einsiedelei hockte? Die Mädchen hatten den Bönpo seit Jahren nicht gesehen. Er kam selten herunter in die Welt und dies nur, wenn ein mächtiger Zauber gebraucht wurde. Er sei gar kein Mann aus Osttibet, kein richtiger Khampa, sagten die Leute, aber Genaueres wusste niemand. Jeder im Dorf steuerte etwas zur Versorgung des geschätzten und gefürchteten Zauberers bei, und ein paar mutige Männer brachten jeden Mond einmal Tee, Tsampa, Trockenobst, getrocknetes Fleisch und Chang zu ihm hinauf.

 

Der Bönpo warf einen Blick auf die Leiche in der Kammer, ohne irgendjemanden zu begrüßen. »Putzt ihm den Hintern«, brummte er. »Der Kerl stinkt.« Die Mitglieder der Familie, das Gesinde, die Verwandten des Toten und die wichtigeren Bewohner des Tals drängten sich hinter Pala an die Mauer, die tapfersten in der ersten Reihe. Dorthin hatte Nyima auch die widerstrebende Lenjam mit sich gezerrt. »Wir müssen näher ran«, flüsterte Nyima. »Von hier sieht man ja nichts.« Lenjam hielt die Schwester am Ärmel fest. »Bist du verrückt? Viel zu gefährlich!«

(…)

Die YoginiTextauszug mit freundlicher Genehmigung des Goldmann/ Arkana Verlages.

„Die Yogini“, Ulli Olvedi, Arkana Vlg., 576 S.









Foto: www.pixabay.com




Warum mich Verschwörungstheorien nerven

Autorin: Ulrike Plaggenborg

Verschwörungstheorien nervenUm es vorweg kurz zusammenzufassen: es schwächt die Vision, wenn ich Gedanken an solche Verschwörungen denke. Ich konnte das schon sehr oft feststellen – es ist, als ob der Stöpsel aus der Badewanne gelassen wird und da geht sie hin, die Energie.

Denn: es gibt sie nicht – die „DIE“ (die uns vergiften wollen usw.). Das ist wie bei der Angst vorm schwarzen Mann, den gibt’s ja auch nicht. Das ist ein Mann in einem (schwarzen) Mantel, den kann man ansprechen und ihm klarmachen, dass es bis hierher geht und nicht weiter.

Ein Beispiel: Chemtrails - da sind Flugzeuge am Himmel, die irgendeine ungeklärte Substanz in den Himmel entlassen (wenn man mal absieht von den Kondensstreifen, die uns im Übrigen viel mehr bedrohen, weil sie unser Klima beeinflussen), da sitzt also ein Pilot drin, den kann man fragen, von wem der Auftrag stammt. Dann landet man bei einer Firma, die das beauftragt hat. Dann hakt man nach und fragt nach der Legitimation – es handelt sich ja schließlich um gesundheitsgefährdende Stoffe. Man hakt weiter nach und fragt nach Lobbyisten in der Politik, die das beauftragt haben. Dann startet man bei einer der großen NGOs (Avaaz, Campact oder Greenpeace) eine große Aktion um Einfluss zu nehmen auf die Politiker, die schielen ja nach den Wählerstimmen. Und man verlangt mit den vielen anderen auch, dass das aufzuhören hat mit der Besprühung mit was auch immer.


Warum mich Verschwörungstheorien nerven

Autorin: Ulrike Plaggenborg

 

Verschwörungstheorien nervenUm es vorweg kurz zusammenzufassen: es schwächt die Vision, wenn ich Gedanken an solche Verschwörungen denke. Ich konnte das schon sehr oft feststellen – es ist, als ob der Stöpsel aus der Badewanne gelassen wird und da geht sie hin, die Energie.

 

Denn: es gibt sie nicht – die „DIE“ (die uns vergiften wollen usw.). Das ist wie bei der Angst vorm schwarzen Mann, den gibt’s ja auch nicht. Das ist ein Mann in einem (schwarzen) Mantel, den kann man ansprechen und ihm klarmachen, dass es bis hierher geht und nicht weiter.

 

Ein Beispiel: Chemtrails - da sind Flugzeuge am Himmel, die irgendeine ungeklärte Substanz in den Himmel entlassen (wenn man mal absieht von den Kondensstreifen, die uns im Übrigen viel mehr bedrohen, weil sie unser Klima beeinflussen), da sitzt also ein Pilot drin, den kann man fragen, von wem der Auftrag stammt. Dann landet man bei einer Firma, die das beauftragt hat. Dann hakt man nach und fragt nach der Legitimation – es handelt sich ja schließlich um gesundheitsgefährdende Stoffe. Man hakt weiter nach und fragt nach Lobbyisten in der Politik, die das beauftragt haben. Dann startet man bei einer der großen NGOs (Avaaz, Campact oder Greenpeace) eine große Aktion um Einfluss zu nehmen auf die Politiker, die schielen ja nach den Wählerstimmen. Und man verlangt mit den vielen anderen auch, dass das aufzuhören hat mit der Besprühung mit was auch immer.

 

Warum ist das noch nicht passiert in dem Zusammenhang? Das Thema ist seit 10 Jahren bekannt. Warum sind wir nicht ALLE krank, wenn so viel Aluminium herunterregnet? Ein fundierter und sachlicher Artikel ist von David Rotter von der SEIN: https://www.sein.de/chemtrails-echte-verschwoerung-oder-reine-fiktion/

 

Die Interessenlagen in der heutigen Welt sind hinlänglich bekannt. Fast 99 % aller Aktivitäten in der Welt sind wirtschaftlichen Interessen bzw. der Gier von unbewussten Menschen untergeordnet. Wenn irgendetwas gemacht wird, dann, weil man sich dadurch mehr Einfluss mithilfe von Geld verspricht.

 

Wir haben zum Glück heutzutage so viele Möglichkeiten uns aus den verschiedensten Richtungen zu informieren, wir sind wirklich nicht mehr auf die Mainstream-Medien angewiesen, um Dinge zu erfahren, die verschwiegen werden sollen.

 

Wenn allerdings im Zusammenhang mit solchen Meldungen wie z.B. zu Chemtrails der Name Andreas Popp fällt stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich habe einen 7. Sinn für Leute, die ihr Ego mit Macht verknüpfen und insbesondere im Zusammenhang mit Themen, die abseits des Mainstreams sind. Herr Popp ist sich ja nicht zu schade, als Redner bei Pegida-Demos aufzutreten. Der Herr ist reichlich rechts gesinnt. Bei solchen Leuten muss man sehr genau nach den Motiven fragen.

 

Warum nerven mich Verschwörungstheoretiker?

 

Sie ändern gar nichts an dem, was sie da angeblich aufgedeckt haben. Und es ändert sich auch nichts dadurch, dass sie da irgendwelche Zusammenhänge erfinden, außer dass massiv Ängste geschürt werden. Das haben wir aber nun wirklich zur Genüge! Außerdem nervt mich die Exklusivität, die Verschwörungstypen (meistens Typen, also Männer) mit sich tragen. SIE haben die Infos, sonst niemand! Das ist doch krank! Wenn man sich die Leute mal genau anschaut, dann sind das irgendwelche Möchtegernwichtigtuer, die ihre Unsicherheit zu kaschieren versuchen.

 

Auf einer persönlichen Ebene stellt es sich ja so dar: jemand behauptet, da gäbe es Mächte, die ich nicht kenne (und eigentlich niemand), die bestimmen über unser Leben. Wie fühle ich mich da: ohn-mächtig. Wozu soll das gut sein, Menschen sich ohnmächtig fühlen zu lassen? Heutzutage können wir wirklich herausfinden, wer die Menschen sind, die angeblich über uns bestimmen.

 

Und tun sie das wirklich?

 

Das war jetzt sozusagen die weltliche Ebene. Wenn wir jetzt mal auf die geistige Ebene gehen, da stellt es sich doch so dar: alles was sich da „draußen“ abspielt bin ich, sind alle. Alles ist mit allem verbunden, also kann es das gar nicht geben, dass da was ist was nicht mit mir zu tun hat und auf das ich keinen Einfluss nehmen kann. Mächte, die ich nicht „geschaffen“ habe? Gibt’s nicht. Die über mich bestimmen können? Wie sollten sie? Ich habe das so oft erlebt, dass ich mit bestimmten Sachen absolut nicht einverstanden war, sie aber nicht direkt ändern konnte und das abgegeben habe an höhere Ebenen, wo es letztendlich nach einiger Zeit sich tatsächlich geändert hat. Natürlich habe ich die damit zusammenhängenden Themen auch innerlich bearbeitet.

 

Mir ist schon klar, was Leute fasziniert an Verschwörungstheorien: wenn ich mich ohnehin ohn-mächtig fühle, dann ist das ja Wasser auf meine Mühlen. Dazu gibt es einen Beitrag von dem Soziologen Bernhard Heinzelmaier, der einige ungeschminkte und unbequeme Wahrheiten ausspricht: Der ungebildete Mann sieht sich als Opfer der Verhältnisse, weil er nicht mehr machen darf, was er will: zu schnell Auto fahren, besoffen Auto fahren. Stattdessen muss er sich um den Haushalt kümmern. Das irritiert die verblödeten Männer. Deswegen folgen sie einer Partei, die sich systematisch als Opfer inszeniert…“ Zum Artikel hier: http://www.jetzt.de/was-ist-rechts/warum-waehlen-junge-maenner-so-gerne-rechts.

 

Was sollen also die Verschwörungstheorien bewirken?

 

Sie sind schlicht überflüssig, denn es geht doch wirklich um Selbst-Ermächtigung heutzutage. Und alles andere schwächt die Kraft, die Vision. Man könnte sich einfach jedes Mal, wenn wieder eine dieser Verschwörungsgeschichten auftaucht und man drauf anspringt, fragen: woran genau erinnert mich diese Situation? Woher kenne ich das? Was hat es mit diesem äußerst unangenehmen, gleichzeitig aber auch aufregenden Gefühl von Hilflosigkeit auf sich? Die Aufregung kommt von der insgeheimen Ahnung, dass es ein tief sitzendes Thema berührt. Und dieses tief sitzende Thema kann man mit einem offenen und neugierigen Forschergeist zu ergründen versuchen. Es wird garantiert spannend, was dort in der Tiefe auf einen wartet!

 

Menschen sind zu allen Zeiten mit Unmenschlichkeit in jeder Form konfrontiert gewesen, sie haben die unfassbarsten Dinge erlebt – man denke nur an unsere eigenen Eltern - und sie sind alle irgendwie daraus hervorgegangen. Diejenigen, die sich innerlich mit einer höheren Ebene verbunden hatten, haben es leichter überstanden und für sich eine innere Freiheit und Unangreifbarkeit entwickelt. Ab dem Punkt ist man nicht mehr empfänglich für angstmachende Botschaften. Das ist Selbst-Ermächtigung, das ist Freiheit.

 

Zur Ermutigung: mein Blog www.fenster-zur-zukunft.org.




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