Gesundheit 2023/2024


Dezember 2023 - April 2024


Die Zistrose, ein Immun-Booster und Anti-Viren-Mittel erster Güte

© Rhiannon – pixabay.com
© Rhiannon – pixabay.com

Autorin: Barbara Simonsohn

 

Schon wieder wird von Corona gemunkelt. „Wo aber Gefahr wächst, wächst das Rettende auch“, ermutigte uns Friedrich Hölderlin. Was, wenn die Natur eine Heilpflanze bereithält, die ein Füllhorn an Polyphenolen darstellt – vermutlich ist es die polyphenolreichste Pflanze Europas – und uns auf rein mechanische Weise vor Viren jeder Art schützt als auch vor gram-positiven und gram-negativen Bakterien? Und die gleichzeitig Entzündungen eindämmt, die oft mit bakteriellen und viralen Infektionen Hand in Hand gehen? 

Bei der Zistrose handelt es sich um eine alte Heilpflanze, die schon in der Antike bekannt war. Der berühmte Arzt der Antike, Pedanios Dioskurides, erwähnt die Zistrose mehrfach in seinem fünfbändigen Werk „Materia Medica“ als Heilmittel gegen wuchernde Narben, für Wöchnerinnen, Hauterkrankungen, bei Ohrenschmerzen, zur Entwässerung und Reinigung, Verdauungshilfe und vieles mehr. 

Die Zistrose ist eine Pionierpflanze von herber Schönheit, der Duft ihrer ätherischen Öle erfüllt im Sommer die Luft der Mittelmeerländer. Die Graubehaarte Zistrose ist ein Halbstrauch aus der Familie der Zistrosengewächse, die zu den Malvenartigen gehören. Sie wächst vor allem auf den ägäischen Inseln Griechenlands, an den Küsten Zyperns, der Türkei und der Balearen, aber auch auf mineralstoffreichen Felsheiden und ist ein immergrünes niedriges Gehölz. 

1999 wurde der Zistrose eine besondere Ehre zuteil: sie wurde von der wissenschaftlichen Institution „Herba Historica“ vor allem wegen ihres beispiellosen Polyphenolgehaltes zur „Heilpflanze Europas“ gekürt. Polyphenole sind bioaktive Substanzen, welche die Pflanze vor Fressfeinden und Pilzbefall schützen und ihr Immunsystem stärken. Diese Wirkung geben sie eins zu eins an den Menschen weiter. Eine besonders polyphenolreiche Unterart hat Dr. Pandalis im Norden von Griechenland entdeckt. Sie wächst dort wild und wird per Hand geerntet und schonend an der Meeresluft getrocknet. Diese spezielle Varietät steht unter dem Namen Cistus x incanus L. PANDALIS EU-weit unter Sortenschutz und ist als einzige Art von allen Cistus x incanus L. Varietäten als sicheres Lebensmittel nach der Novel Food-Verordnung anerkannt und zugelassen. 

 

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Zistrose 

Die Polyphenole der Zistrose schützen den menschlichen Körper vor dem Angriff freier Radikaler, die sozusagen den Umsturz des Staates – die Zerstörung unseres Organismus – planen, sie schützen vor Herzkrankheiten, entgiften den Organismus von Schwermetallen, setzen pathogene Keime wie Viren und Bakterien außer Kraft, modulieren unser Immunsystem, schützen vor Entzündungen und Krebs, verhindern die Oxidation von Fetten in unseren Arterien und den Wänden von Nervenzellen, und beugen damit sogar Alzheimer und Demenz vor. Polyphenole sind eine Art Allzweckwaffe und wirken antibakteriell, antiviral, antifungizid, antioxidativ, entzündungshemmend, antiparasitär, immunmodulierend und krebsvorbeugend. Die von Dr. Pandalis entdeckte Zistrosen- Varietät, verarbeitet in Produkten wie Cystus Pandalis® Lutschtabletten oder Cystus 052®-Extrakt oder -Tee, hat rund das Vierfache an antioxidativem Potenzial wie Grüntee und rund das Fünffache wie Rotwein. Die Polyphenole in der Zistrose arbeiten synergetisch mit Harzen und Gerbstoffen in der Pflanze zusammen. Antioxidantien wie Polyphenole schützen unsere DNA, beugen Makuladegeneration AMD vor, Gedächtnisverlust, Herzerkrankungen, Rheuma, Diabetes, Krebs, Arteriosklerose, Lungenerkrankungen, Demenz und chronischen Entzündungen, um nur einige Beispiele dieser „Gesundheitsvorsorge aus der Natur“ zu nennen. Sie haben einen günstigen Einfluss auf zu hohen Blutdruck, senken einen zu hohen Cholesterinspiegel, regulieren den Blutzuckerspiegel und beugen Demenz vor. 

 

Wie die Zistrose gegen Viren wirkt 

Professor Dr. Stephan Ludwig, Grippeforscher an der Universität Münster, konnte die Wirksamkeit von Cystus® auch gegen einen der neuesten Grippevirenstämme H7N9 nachweisen und resümierte: „Die Wirksamkeit von Cystus 052® auch gegen diese neu beim Menschen aufgetretenen Grippe-Erreger lässt den Schluss zu, dass Cystus 052® eine generelle antivirale Aktivität gegen Influenza-Viren hat.“ In einer Studie wies Professor Dr. Oliver Planz vom Friedrich-Löffler-Institut Tübingen nach, dass Cystus® bis zu 100 Mal wirksamer gegen die Schweinegrippe wirkt als Tamiflu® mit dem Vorteil, dass gegen das Zistrose-Präparat keine Resistenzen gebildet werden können. 

Professor Jens-Martin Träder empfiehlt im Schlusssatz seiner Studie zur Delta-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2, die im September 2021 erschien, „mit dem Cystus Pandalis®-Extrakt die Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus zu verhindern zu versuchen.“ (J. M. Träder, 2021, „Antivirale Eigenschaften des Extrakts aus Cistus x incanus L. Pandalis auch bei SARS-CoV-2 nachgewiesen“ www.doi.org/10.1055/a-1102-1686 ) Auch nach Einschätzung von Professor Dr. med. Peter W. Gründling von der Hochschule Fresenius in Idstein bietet Cystus® „eine sehr gute Chance, sich vor der Viruserkrankung zu schützen.“ (NWZonline) Ich hatte jedenfalls während der Pandemie-Zeit immer Cystus®-Lutschtabletten in der Handtasche und nahm sie vorbeugend ein, vor allem in der Öffentlichkeit, zum Beispiel in der S-Bahn, im Intercity oder im Fitnessstudio, um Viren schon im „Eintrittstor“ Rachen lahmzulegen. Trotz Risiko-Altersgruppe – ich bin Jahrgang 1954 – bin ich coronafrei durch die Pandemiezeit gekommen. Um den Polyphenolgehalt im Blut zu steigern und hoch zu halten, empfiehlt sich eine Dosierung von dreimal täglich zwei Cystus Pandalis® Lutschtabletten (Apotheke) oder alternativ Cystus 052®-Sud. 

 

Der Wirkmechanismus im Einzelnen

Wie ist der überzeugende Wirkmechanismus von Zistrose-Extrakt auf pathogene Viren jeder Art zu erklären? Der Extrakt Cystus 052® mit seinen hochpolymeren Polyphenolen verhindert das Andocken von Viren an Zelloberflächen bereits im Rachenraum, ihrem Eintrittstor. Er verhindert die Bindung von sogenannter viraler Glyko-RNA in menschlichen Zellen und entlastet das Immunsystem, indem die Erregerlast im Mund- und Rachenraum vermindert wird. Vereinfacht kann man sich das so vorstellen: das Virus ist der Schlüssel, der ein Schlüsselloch in einer Zelle braucht, um in sie einzudringen und sie zur Fabrikation von Viren umzufunktionieren. Die Polyphenole im Zistrosen-Extrakt ummanteln diesen „Schlüssel“, das Virus, wie mit Tesafilm. Das Ergebnis ist, dass das Virus nicht mehr in die Zelle eindringen kann. Ein paar Viren schaffen es, diesem Mechanismus zu entkommen, und lösen eine natürliche Immunantwort aus: der Körper bildet, ohne krank zu werden, Antikörper gegen das Virus beziehungsweise wandelt einen Teil der Lymphozyten in Gedächtniszellen um, die sich an das Virus erinnern und eine passende und schnelle Abwehrmaßnahme einleiten, wenn es erneut versuchen sollte einzudringen. Diese Immunisierung ist im Gegensatz zur Impfung auf natürliche Weise erworben und damit wesentlich wirksamer und vor allem nebenwirkungsfrei.

 

Die antibakterielle Wirkung der Zistrose

Die polyphenolreichste Pflanze Europas wirkt auch gegen pathogene Bakterien. Die antimikrobielle Wirkung von Cystus®-Extrakten wurde von Professor Thomas Wichelhaus an der J. W. Goethe-Universität Frankfurt 2015 mittels des sogenannten Mikrobouillondilutions-Verfahrens bestätigt. In seiner Untersuchung kommt Professor Wichelhaus zum Ergebnis, dass der Cystus 052® Flüssigextrakt von Pandalis gegen etliche multiresistente Krankenhauskeime sowie Salmonellen wirksam ist. Weitere Studien bestätigen die Befunde. So erschienen mehrere Studien, welche die Effekte von Cystus®-Tee auf die bakterielle Besiedelung der Mundflora untersuchte. Die pathologische Bakterienflora im Mund wurde eingedämmt und damit die Gefahr, an Karies oder Paradontitis zu erkranken. Die Forscher empfehlen, als Prophylaxe eine Minute nach dem Zähneputzen zehn Minuten lang mit kaltem Cystus®-Tee zu gurgeln (C. Hannig u.a., 2008 und G. Wittpahl u.a. 2015). 

Cystus 052® Flüssigextrakt kann bakterielle Infektionen verhindern oder eindämmen. Es entlastet das Immunsystem, indem er die Erreger wie Viren oder Bakterien abfängt, bevor sie in die Körperzellen gelangen oder Entzündungen verursachen. Zwar werden in der Praxis nicht alle Erreger abgefangen, aber die meisten. Mit den wenigen, die übrig bleiben, wird das Immunsystem schnell fertig und kann so sogar noch daraus lernen und Gedächtniszellen bilden – man spricht von natürlicher Immunisierung. Daher können Cystus®-Produkte auch von Menschen eingenommen werden, die Erkrankungen des Immunsystems haben oder Immunsuppressiva nehmen müssen. 

 

Zistrosen-Extrakte helfen auch bei Karies und Paradontitis. Karies wird von pathogenen Keimen im Mundraum verursacht, der Hauptverursacher ist Streptococcus mutans. Die Polyphenole in der Zistrose verhindern, so die Forscher, das Anhaften des Bakteriums an den Zahnschmelz. Die Beweglichkeit des Bakteriums wird verhindert sowie seine enzymatische Aktivität. Die gesunde Funktion des Zahnschmelzes bleibt dabei unangetastet. Auch die Aktivität und das Wachstum von Bakterien, die mit der Entstehung von Zahnfleischentzündung in Verbindung gebracht werden, wird ausgebremst. Rund 30 Millionen Deutsche leiden an einer leichten, 11,5 Millionen an einer schweren Form von Paradontitis. Damit zählt diese Erkrankung zu den häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankungen des Menschen. Paradontitis begünstigt die Entstehung von Herzmuskelentzündungen, Morbus Parkinson, Diabetes Typ 2, Arthritis und Arteriosklerose. 

 

Tagtäglich entscheiden wir durch viele kleine aber wichtige Entscheidungen, ob wir alt werden, und welche Lebensqualität wir im Alter genießen werden. Die Gene sind nicht so wichtig wie die Lebensweise, weil sie bestimmt, welche Gene aktiviert werden und welche nicht. Wie lässt sich unser Wohlstand genießen ohne die Geißel der Zivilisationserkrankungen? Natürliche Heilmittel wie die Zistrose kommen hier wie gerufen und erleben zu Recht eine Renaissance. Millionen von Jahren haben unsere Vorfahren auf die Heilkraft von Pflanzen vertraut. Wir sollten uns nicht allein auf die Errungenschaften der Schulmedizin verlassen, sondern auf eine gesunde Lebensweise mit Unterstützung natürlicher Heilmittel. Die Zistrose ist vielleicht kein Allheilmittel, gehört aber in meinen Augen als Gesundheitsschutz in jede Hausapotheke. 

 

Barbara Simonsohn: „Zistrose – Immunschutz und Entgiftung aus der Natur“, Mankau Vlg., 127 S., 9,99 €. 

Matthias Glaubrecht: „Die Rache des Pangolin. Wild gewordene Pandemien und der Schutz der Artenvielfalt“, Ullstein Vlg., 640 S., 29,99 €

Bestellmöglichkeit: www.buchhandlung-plaggenborg.de

 


August - Dezember 2023


Kräudeln: Per Rad die Kräuterwelt erkunden

Autorin & Fotos: Dorothee Stübe

 

Seit nunmehr zehn Jahren radele ich einmal monatlich mit naturinteressierten Menschen durch das grüne Oldenburg, um verschiedene Wildkräuter in ihrer natürlichen Umgebung kennenzulernen - und zu genießen. Wie lassen sich Heilpflanzen in der Küche oder für die Hausapotheke verarbeiten? Wie unterscheiden sie sich von ihren giftigen Artgenossen? Welche besonderen Signaturen zeigen sie uns? Diese und andere Fragen werden auf der Kräudeltour behandelt, und nun kann man auch schon erahnen, was sich hinter meiner Wortschöpfung Kräudeln verbirgt: Eine Kombination aus den Anfangssilben der Wörter Kräuter und Radeln = Kräudeln. 

 

Die Kräudelgruppe trifft sich in Wechloy vor dem Lokal „Zum Drögen Hasen“ und ist ca. drei Stunden in gemütlichem Tempo Richtung Ammerland unterwegs. Zwischendurch gibt es an einem sonnigen Platz in Wassernähe ein Picknick mit selbstgemachten Kräutersnacks. Dabei werden Rezepte weitergegeben und Kräutergeschichten ausgetauscht.

 

Unter den Pflanzen, die wir besuchen, befinden sich auch viele alte Bekannte, die wohl jedem schon einmal über den Weg „gewachsen“ sind oder sich sogar im eigenen Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon tummeln. Beliebte Wildkräuter, die man auch im Spätsommer gut ernten kann, sind Schafgarbe und Gundermann. Diese Pflanzen sind weit verbreitet, denn sie stellen keine besonderen Ansprüche an Boden und Standort. Während die Schafgarbe eine sonnige Lage bevorzugt, findet man den Gundermann eher an feuchten und halbschattigen bis schattigen Plätzen mit nährstoffreichem Boden.

 

Vom „Herrn des Eiters“

Schon nach wenigen Minuten treffen wir auf unserer Radtour Herrn Gundermann an und nehmen ihn gleich einmal unter die Lupe: Ein über den Boden kriechendes Pflänzchen, daher auch „Erdefeu“ genannt, mit meist dunkelgrünen rundlichen oder nierenförmigen, an den Rändern gekerbten Blättern. Während der Blütezeit jedoch richtet sich die ganze Pflanze auf, als wolle sie ihre Blütenpracht stolz präsentieren. Seine Eigenschaft, an Zäunen emporzuklettern, hat ihm den plattdeutschen Beinamen „Kiek dör´n toon“, Guck-durch-den-Zaun, eingebracht. Auch der Name Gundermann weist auf eine besondere Eigenschaft hin: Die Silbe Gund stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet Eiter. So übersetzt haben wir es also mit dem „Herrn des Eiters“ zu tun! Tatsächlich kann der Gundermann bei der Behandlung von schlecht heilenden Wunden, auch im Mund- und Rachenraum, hilfreich sein. 

Doch damit nicht genug: Gundermann kann sowohl bei Erkältung als auch bei langwierigen Krankheiten helfen. Er unterstützt Blase und Nieren und hilft bei der Ausleitung von Schwermetallen, vor allem Blei. Der Gundermann hat eine allgemein kräftigende, den Stoffwechsel anregende Wirkung.

Auch in der magisch-religiösen Welt unserer Vorfahren spielte der Gundermann eine bedeutende Rolle. Er wurde dem Gott des Donners, Donar, geweiht. So wurde ein Sträußchen des „Donnerkrautes“ in Haus und Stall aufgehängt, um die zwei- und vierbeinigen Bewohnern vor Blitzeinschlag und anderen Gefahren zu beschützen. Ein Gundermannkränzchen, auf dem Kopf getragen, sollte sogar hellsichtig machen! Hat es heute schon jemand ausprobiert? 

 

In früheren Zeiten war es ganz natürlich, die Heilpflanzen für magische Zwecke zu verwenden. Im Weltbild unserer Vorfahren waren die Pflanzen beseelte Lebewesen, die in direkter Verbindung mit dem Göttlichen standen.

 

Leckeres Wiesen-After-Eight

 

Unsere Kräudelgruppe begnügt sich zunächst mit der genaueren Erkundung eines einzelnen Blättchens. Um Bekanntschaft mit dem speziellen Duft zu machen, reiben wir das Blatt vorsichtig zwischen den Fingern. Hmm ... wie lässt sich so ein spezieller Geruch nur beschreiben? Riecht nach Thymian. Nach Minze. Nein! Riecht nach Ziege. Wie Tabak. Solche und andere Geruchseindrücke liefert der Gundermann! Schließlich einigt man sich auf die Note würzig und intensiv. Daher ist dieses Pflänzchen auch wie geschaffen für die Küche. Im Salat und in der Kräuterbutter kann man gut ein paar Blättchen Gundermann unterbringen. Natürlich darf er im Frühjahr auch nicht in der Neun-Kräuter-Suppe fehlen, eine magische, kräftigende Speise unserer germanischen Vorfahren, die das ganze Jahr über Gesundheit gewährleisten sollte, indem man sich mit den guten Kräften der Natur verband.

 

Wenn man den Gundermann auf ganz einfache Weise verwenden möchte, kann man einzelne Blättchen direkt auf´s Butterbrot legen. Auch im Kräuterquark und in der Kräuterbutter schmeckt er prima. Das Pflänzchen sollte aufgrund seines intensiven Aromas jedoch sparsam verwendet werden.

Das „Wiesen-After-Eight“ ist eine besondere Leckerei: Dazu werden besonders schöne Blätter vom Gundermann in geschmolzene Schokolade getaucht. Danach abtropfen lassen und zum Trocknen auf Küchenpapier legen. Der herbe Minzgeschmack in Kombination mit der Schokolade ist ein besonderes Geschmackserlebnis. Auch zur Dekoration von Kuchen, Torte oder Eis ist das Wiesen-After-Eight geeignet.

Viele gute Inhaltsstoffe befinden sich im Gundermann: Vitamin C, Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle und Kalium, um nur einige zu nennen. Er enthält aber auch Substanzen, die für Kleintiere tödlich sind. Also bitte nicht an Häschen & Co verfüttern!

 

Der Gundermann kann das ganze Jahr über geerntet werden. 

 

Augenbraue der Venus

Unsere nächste Station führt uns zu einer weiteren historischen Pflanze. Schon aus der Entfernung strahlt sie uns mit ihren hübschen weißen und rosa Blüten an. Auf den ersten Blick erscheint sie wie ein Doldenblütler, doch in Wirklichkeit trägt ihre rispige Scheindolde winzig kleine Korbblüten, die ihre Zugehörigkeit zur Familie der Korbblütler zeigt. Die Schafgarbe trägt wunderschöne längliche fein gefiederte Blätter, die ihr den Namen „Augenbraue der Venus“ eingebracht haben. In dem Duft ihrer Blüte meint man die sonnige Würze und Fülle eines ganzen Sommers zu wahrzunehmen. 

Ihr lateinischer Name Achillea bezieht sich auf den griechischen Gott Achilles, der in der Schlacht um Troja mithilfe der Schafgarbe seine blutigen Kriegsverletzungen behandelte. Die blutstillende Wirkung der Schafgarbe hat ihr auch den Namen „Herbe au charpentier“, Zimmermannskraut, eingebracht. Wenn man sich beim Hämmern einmal den Daumen blutig schlug, griff man auch hier zum blutstillenden Kraut. Die Schafgarbe wirkt außerdem entzündungshemmend, entkrampfend, verdauungsfördernd und kräftigend. Sie kann bei Menstruationsproblemen und Nervosität, bei Magen- und Darmstörungen und bei Blähungen helfen. Ein wahrer Tausendsassa, die Schafgarbe, wie schon die althochdeutsche Bezeichnung „garwe“ = Gesundmacher bereits verrät. Sie enthält Bitterstoffe, Gerbstoffe, Cumarine, Flavonoide und ätherische Öle.

 

Die astrologische Signatur der Schafgarbe ist der Planet Venus. Dieser steht bekanntlich für die Liebe. Die Schafgarbe kann tatsächlich unseren Körper und Geist harmonisieren. Bereitet man sich einen Tee aus frischem und getrocknetem Kraut, lässt die entspannende und beruhigende Wirkung nicht lange auf sich warten, da bereits die ätherischen Öle einen wohltuenden Duft erzeugen. Die Schafgarbe vermag den Geist friedlich zu stimmen und hilft den Menschen zueinander zu finden, um harmonisch miteinander zu leben. Eine Tasse, zubereitet aus dem frischem oder getrockneten Kraut (Blüte und Blätter können verwendet werden), lassen die Welt gleich entspannter aussehen. Dafür 1 Esslöffel getrocknetes Kraut (frisches Kraut doppelte Menge), mit 150ml kochendem Wasser übergießen, ca. 7 Minuten ziehen lassen. Fertig. 

 

Wir nehmen uns Zeit beim Kräudeln. Wir betrachten jede Pflanze in Ruhe und lassen sie auf uns wirken. Mit allen Sinnen nehmen wir ihr Wesen wahr. Unser Bewusstsein weitet sich. Wir erinnern uns an unser eigenes wahres Wesen, welches die Natur liebt, weil es tief mit ihr verbunden ist. Diese Verbindung bringt Fülle und Freude in unser Leben.

 

Pause mit Picknick

 

Auf unserer Kräutertour begegnen uns noch weitere spannende Heilpflanzen, mit denen wir uns beschäftigen. Zwischendurch gibt es eine Pause, in der wir uns mit selbst zubereiteten Gemüsebratlingen und Kräuterdip stärken. Jetzt ist Zeit für eine kleine Buchvorstellung aus der Kräuterwelt. Ich gebe eines meiner Lieblingsbücher in die Runde: Susanne Fischer-Rizzi, Medizin der Erde. Ein wahrer Longseller aus dem Jahr 2005, in dem die im Allgäu lebende Heilpraktikerin und Autorin ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit heimischen Wildkräutern auf liebevolle und ganzheitliche Weise weitergibt. Wir erfahren dabei sowohl etwas über den historischen und mythologischen Hintergrund der jeweiligen Pflanze, als auch über die medizinischen und kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten. Fischer-Rizzi beschreibt Wirkung und Inhaltsstoffe der Kräuter, auch für Anwendungen in der Tierheilkunde. Das ganze Werk ist außerdem mit eindrucksvollen Pflanzenzeichnungen geschmückt.

 

Gut gestärkt und bereit für weitere Pflanzenbegegnungen radeln wir nach einer Weile weiter auf unserer Rundtour, bis wir schließlich unser Ziel, den Drögen Hasen, wieder erreicht haben. Ab hier trennen sich unsere Wege und jede/r radelt nun weiter ihres/seines Weges - Kopf und Herz gefüllt mit Kräudelfreuden.

 

Dorothee Stübe hat eine Ausbildung an einer Heilpflanzenschule in Oldenburg sowie eine Ausbildung in Phytotherapie absolviert. Sie bietet ab April bis September Kräuterspaziergänge in der Haarenniederung und Kräuterradtouren an. 

Die examinierte Musiklehrerin verbindet in ihrer Arbeit die Schwerpunkte Natur und Musik. Sie  ist  als Klavierpädagogin, Chorleiterin und Sängerin tätig. Außerdem hat sie Klavierstücke zum Thema Natur komponiert, die in ihrem Werk „Piano Natur“ 2019 erschienen sind. 

Zur Zeit arbeitet sie an einem Buch über Heilpflanzen.

 

Termine für Kräuterwanderungen und Kräudeln sowie weitere Infos finden Sie unter www.krautundklang.de . 

 

Mehr zum Buch „Medizin der Erde“ von Susanne Fischer-Rizzi: www.buchhandlung-plaggenborg.de . 


April - August 2023


Bitterstoffe – wichtig für Darmgesundheit, Verdauung und vieles mehr

Bild: © wreco – pixabay.com
Bild: © wreco – pixabay.com

Autorin: Barbara Simonsohn

 

Bitterstoffe wurden aus unseren Nahrungsmitteln systematisch herausgezüchtet. Die Grapefruit von heute hat geschmacklich kaum mehr etwas zu tun mit der Pampelmuse meiner Kindheit. Züchtungsziele auch im Bio-Landbau haben nichts mit Gesundheit zu tun, leider. Im Fall „Bitterstoffe“ ist dies fatal. Denn Bitterstoffe optimieren unsere gesamte Verdauung und Stoffwechsel, entlasten die Leber, stärken die Bauchspeicheldrüse und stärken das Immunsystem. Nur durch die ausreichende Zufuhr von Bitterstoffen kann sich die Darmflora regenerieren und können die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln optimal aufgenommen werden.

Bitterstoffe aktivieren die Verdauungssäfte und die Darmperistaltik, so dass die Darmentleerung weitaus häufiger stattfand und sie gründlicher verlief. Ein häufiger Stuhlgang wie früher und auch heute noch bei Naturvölkern üblich – eine Mahlzeit, eine Darmentleerung – minimiert entzündliche Prozesse im Darm, die zu Krebs führen können. Außerdem sinkt bei zahlreichen Stuhlgängen das Risiko für Übergewicht. 

 

Was sind Bitterstoffe? 

Bitterstoffe gehören keiner einheitlichen Stoffgruppe an, ihre einzige gemeinsame Eigenschaft ist die Geschmacksnote „bitter“. Darunter fallen auffallend gesundheitlich wertvolle bioaktive Substanzen wie Phenole, Terpenoide, Glycoside und Purine. Die Sinneszellen für den Geschmackssinn für „bitter“ befinden sich auf dem Zungenrücken, auf dem Gaumen, in der Rachenwand und an der Wangeninnenseite, aber auch im Magen, im Darm und in der Bauchspeicheldrüse! Dort wirken sie günstig auf Appetit, Insulinproduktion und die Verdauung ein. Die Reizweiterleitung für die Bitter-Sinneszellen geschieht durch den 9. Hirnnerv.

Bitterstoffe lösen über Nervenimpulse Verdauungsreflexe aus wie den Speichelfluss zur Verdauung von Kohlenhydraten, die Sekretion von Magensäften zur Verdauung von Eiweiß, die Sekretion der Dünndarmschleimhaut zur optimalen Aufnahme der Nahrung, von Gallensäure zur Emulgierung der Fette und Pankreassaft zur Verdauung von Eiweiß, Fetten und Kohlenhydraten. Sie regen die Motorik des Magens an und sorgen für die Sekretion von Magensäure und Pepsin, wichtig für die Eiweißverdauung. Alle Verdauungsdrüsen bilden eine Einheit. Nehmen wir Bitterstoffe auf, wird ein Kaskadenprozess durch all unsere Verdauungs- und Stoffwechselorgane in Gang gesetzt. Durch Bitterstoffe ausgelöste vermehrte Sekretion von Verdauungsdrüsen beträgt 25 bis 30 Prozent und hält zwei bis drei Stunden nach ihrer Aufnahme an. 

Indem Bitterstoffe die Schleimproduktion fördern, werden neben Enzymen auch Schleimstoffe wie Neuraminsäure vermehrt ausgeschüttet, welche die Mund- und Rachenschleimhaut vor Krankheitserregern wie Viren schützen. Durch die Zufuhr von Bitterstoffen wird sogar das vegetative Nervensystem gekräftigt, was seit 1999 bekannt ist. Durch Bitterstoffe in der Nahrung wird ein langanhaltender Sättigungseffekt ausgelöst, der rund vier Stunden anhält. Auch durch die optimierte Fettverdauung machen Bitterstoffe schlank. 

Eine Fehlbesiedelung des Darms gilt als Haupt-Verursacher vom bauchbetonten Übergewicht oder viszeralem Bauchfett. Bauchfett bildet Substanzen, die das Immunsystem schwächen, zu chronischen Entzündungen führen und zu Bluthochdruck, Thrombosen und Herz-Kreislauferkrankungen. Sanieren wir den Darm und den Verdauungstrakt mithilfe von Bitterstoffen, verschwindet mit der Zeit auch der „Rettungsring“. Ist die Darmschleimhaut intakt, bildet sie ein Milieu, in dem pathogene Keime nicht gedeihen können.

Bitterstoffe aktivieren und stärken die Leber, die mehr Gallensäuren ausschüttet, welche überschüssiges Cholesterin aufnimmt und ausscheidet und so den Cholesterinspiegel senkt, Hauptrisiko für Arteriosklerose und damit Bluthochdruck und Herzinfarkt. Nur, wenn genügend Magensaft und Gallenflüssigkeit bereitgestellt werden, können Vitamine wie Vitamin B12, die fettlöslichen Vitamin A, D, E und K sowie Mineralstoffe wie Eisen ausreichend resorbiert werden. Das Darmhirn kommuniziert via Darm-Hirn-Achse mit dem zentralen Nervensystem und sorgt bei einer gesunden Darmflora für Resilienz, gute Stimmung, gutes Gedächtnis, Konzentration und Lernfähigkeit. Eine Behandlung depressiver Verstimmungen mit Bitterdrogen war über längere Zeit gängige Praxis, und erste Studien bestätigen ihr bedeutsames antidepressives Potential. 

Auch für unser Immunsystem spielen Bitterstoffe eine äußerst wichtige Rolle. Kommen Bitterstoffrezeptoren in Kontakt mit Erregern, werden unterschiedliche Abwehrmechanismen ausgelöst. Die Immunantwort in den Atemwegen wird zum Beispiel durch Bitterstoffe stimuliert, welche letztlich zur Abtötung von gram-negativen und gram-positiven Bakterien führt. 

 

Welche „Bitter-Stars“ der Wildkräuter bringen Hilfe?

Schon unsere Vorfahren nutzten sie als Nährstoffquelle und zur Optimierung von Verdauung und Stoffwechsel: Wald-Wegwarte, wilder Löwenzahn, Brennnessel und Wild-Artischocke. Diese vier Power-Pflanzen regen unsere Verdauung an, befeuern den Stoffwechsel, entgiften und harmonisieren die Darmflora. Eine Studie mit einem Kombi-Präparat aus diesen vier „Bitterpflanzen-Stars“ zeigen, dass das Bauchfett signifikant zurückging, die Anzahl der wöchentlichen Stuhlgänge signifikant zunahm, die Konsistenz des Stuhls sich normalisierte, Blähungen bei fast allen Studienteilnehmern verschwanden, die Teilnehmer der Studie sich geistig und körperlich fitter fühlten, und die etwas übergewichtigen TeilnehmerInnen bei Studienende nach nur sechs Wochen durchschnittlich 4,4 Kilogramm abgenommen hatten (Vergleichsstudie zum Nachweis der Wirksamkeit von Urbitter® Granulat bei Verdauungsschwäche, Blähungen, Verstopfung und Darmdysbiose, Prüfungsleiter Dr. Bernhard Neesen, Bahnhofstraße 26, 49733 Haren). Die Verträglichkeit war gut.

Die Wald-Wegwarte wird bis zu 1 ½ Metern hoch und besticht durch ihre leuchtend hellblauen Blüten, die ein solches Himmelblau haben, dass die Pflanze auch „Wegleuchte“ genannt wird. Es handelt sich um ein magen- und verdauungsstärkendes Wildgemüse mit Bitterstoffen wie Cichoriin, Lactucin, Intybin und Sesquiterpenlactonen. Paracelsus empfahl die Pflanze, um den inneren Alchemisten zu stärken. Der gesundheitsfördernde Effekt auf Leber, Galle, Darmflora und die gesamte Verdauung ist sehr hoch. Die Wegwarte wirkt heilkräftig zur Blutreinigung, bei Fettsucht, Stoffwechselerkrankungen, Nierenbeschwerden, Erkrankungen der Milz, Lebererkrankungen, Gallenleiden, Verdauungsbeschwerden, Übergewicht, Hautunreinheiten, Flechten und Menstruationsbeschwerden. 

Die zweite Pflanze im Gesundheits-Kleeblatt der Bitter-Starks ist der wilde Löwenzahn. Seine Haupt-Inhaltsstoffe bilden die Bitterstoffe wie Sesquiterpensäuren, Taraxacosid und Taraxin. Die Löwenzahn-Bitterstoffe reduzieren einen zu hohen Cholesterinspiegel, optimieren die Verdauung, entgiften sogar Schwermetalle, reduzieren das Krebsrisiko und ziehen Krebszellen aus dem Verkehr, wirken als Immunbooster und senken das Risiko, eine Demenzerkrankung zu entwickeln. Wolf-Dieter Storl: „Der Löwenzahn scheint die Verkörperung der Lebenskraft an sich zu sein.“

Die dritte Pflanze ist die besonders bitterstoffhaltige Wildartischocke. Sie wächst ein bis zwei Meter hoch und blüht mit auffällig großen blauroten Blüten von September bis Oktober. Die Wildartischocke ist extrem bitter, die Blätter enthalten bis zu sechs Prozent Bitterstoffe. Als Lebensmittel und Heilpflanze war sie bereits den alten Griechen bekannt. Als Hauptwirkstoffe wurden die Bitterstoffe Cynarin und Cynaropikrin nachgewiesen. Die Bitterstoffe und Flavonderivate Cynarosid und Luteolin unterstützen die Cholesterinsynthesehemmung und mobilisieren Cholesterin aus dem Gewebe und bringen es zur Ausscheidung. Die Artischocken-Bitterstoffe optimieren die Fettverdauung, senken einen zu hohen Blutzuckerspiegel und beugen Thrombosen vor. Eine Doppelwirkung auf Gallenwege und Leber besitzen nur wenige Heilpflanzen.

Als vierte Pflanze im Glückskleeblatt der gesundheitsfördernden Bitterstoffe finden wir die Brennnessel, Heilpflanze des Jahres 2022. Wegen ihrer Heilkräfte wurde sie schon von den Ärzten der Antike geschätzt. Ihr Inhaltsstoffe, darunter auch Bitterstoffe, bremsen Haarausfall, wirken stimmungsaufhellend, schützen das Gehirn vor degenerativen Erkrankungen, wirken gegen Rheuma, stärken das Immunsystem, optimieren die Verdauung und gelten als potentes Blutreinigungsmittel. Rudolf Steiner nannte die Brennnessel „Königin der Beikräuter“.

„Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, ermutigte uns Friedrich Hölderlin. Mit dem Herauszüchten der Bitterstoffe haben wir uns gesundheitlich einen Bärendienst erwiesen. Gott sei Dank gibt es noch ursprüngliche, unveränderte Wildkräuter, die hier einen Ausgleich schaffen. Wir können die Heilpflanzen selbst sammeln und trocknen, sie uns als Tee in der Apotheke zusammenmixen lassen, oder uns eine fertige Wildgemüsemischung „Urbitter®“ mit den vier wilden Bitter-Stars von der Firma Dr. Pandalis bestellen. Studien zeigen, dass durch die Zufuhr von Bitterstoffen natürlichen Ursprungs der Teufelskreis von Verdauungsstörungen, bauchbetontem Übergewicht, Demotivation und „ungesunder“ Ernährung durchbrochen wird und das geistige und körperliche Wohlbefinden wächst. Wenn wir unsere Verdauung optimieren und unseren Darm sanieren, entziehen wir vielen Krankheiten den Boden. Wir kommen wieder ins Gleichgewicht und haben die Lebensfreude, Vitalität und Resilienz, die wir in diesen bewegten Zeiten dringend brauchen. 

Lesetipp: Barbara Simonsohn, „Löwenzahn. Wunderkraut für Resilienz und Lebenskraft“, Mankau Verlag.

Siehe auch unter „Wortwelten“.


August - Dezember 2022


Heilen mit Bachblüten

© Foto: Stux auf Pixabay.com
© Foto: Stux auf Pixabay.com

Autorin: Anna Elisabeth Röcker

 

»Heile Dich selbst«, so der Titel eines Büchleins, das Dr. Edward Bach 1931 herausgegeben und »allen leidenden Menschen« gewidmet hat. Er zeigt darin auf, worin er die wahren Ursachen von Krankheit und Leid sieht: in unseren negativen und belastenden Gedanken und Gefühlen. Krank wird der Mensch – so die Überzeugung Bachs – wenn er sich von sich selbst entfernt und gegen sein eigenes inneres Gesetz lebt. Die von ihm entdeckten Blütenessenzen sollen den Menschen wieder auf den Weg zurück zu seinem inneren Zentrum führen und ihn so seinen ureigensten Platz in dieser Welt finden lassen.

 

Die Bedeutung der Eigenverantwortung

Heute ist Bachs Lehre aktueller denn je. Trotz des großen Fortschritts, den unsere moderne Medizin in den letzten Jahren gemacht hat, stehen wir einer Vielzahl von chronischen Krankheiten immer noch hilflos gegenüber. Wir sind aufgefordert, mehr Verantwortung für uns, für unsere Gesundheit und unser Leben zu übernehmen, und uns nicht einfach nur auf Hilfe von außen zu verlassen. Dazu gehört auch, dass wir uns damit beschäftigen, was wir brauchen, um gesund zu bleiben bzw. wie wir verhindern können, dass aus kleineren seelischen oder körperlichen Problemen Krankheit entsteht und unser ganzes Leben aus den Fugen gerät.

 

Körper und Seele als Einheit

Der Entstehung von körperlichen Krankheiten gehen in den meisten Fällen emotionale Belastungen voraus. Die Erkenntnisse aus der psychosomatischen Medizin oder aus der Psychoneuroimmunologie zeigen uns, dass psychische Belastungen sich irgendwann körperlich ausdrücken, wenn sie nicht beachtet werden. Die Bachblüten haben gerade in diesem frühen Stadium eine rasch spürbare Wirkung. Achten Sie also auf Ihre Gemütsverfassung, wenn ein körperliches Symptom auftritt, und suchen Sie danach eine entsprechende Blüte aus.

Üben Sie, öfter eine kleine Pause einzulegen und nachzuspüren, wie Sie sich gerade fühlen. Nicht immer können wir Krankheiten vermeiden, denn wir sind sehr vielen Einflüssen ausgesetzt, die nicht immer zu beeinflussen sind. Greifen Sie also auch dann zu den Blütenessenzen, wenn Sie bereits unter einer Krankheit leiden oder wenn Sie sich in einer medizinischen Behandlung befinden. Die Bachblüten haben sich gerade in der Begleittherapie bei chronischen oder akuten schweren Erkrankungen bewährt (z. B. unterstützend bei Chemotherapie). Die Bachblüten bewähren sich in diesen Zeiten als Seelentröster, sie stärken Hoffnung, Mut und Widerstandskraft. Die 38 Blütenessenzen sollen dem Menschen helfen, aus den belastenden emotionalen Situationen herauszukommen und neue Lebensfreude und Kraft zu entwickeln.

Eine besonders wichtige Rolle spielen die Bachblüten bei Schockzuständen. Das gilt z. B. für den Erhalt einer schlechten Nachricht (z. B. einer Krankheitsdiagnose), für Unfälle, Blackout bei Prüfungssituationen usw. Aus der Traumatherapie wissen wir, dass schon kleinere Schockerfahrungen den Menschen in eine Art Lähmungszustand versetzen können. Die Lebenskraft wird bis auf die Zellebene blockiert, man spricht sogar vom »Einfrieren« der Lebensenergie. Die Abwehrbereitschaf sinkt, es kommt zu emotionalen Verstimmungen, die oft lange anhalten und schwer in den Griff zu bekommen sind. Gerade diesen Kreislauf durchbrechen z. B. die Notfalltropfen aus der Bachblüten-Therapie. Sie bringen blockierte  Emotionen in Fluss und schaffen damit die Voraussetzung, dass wieder ein klarer Gedanke gefasst werden kann.

 

Krankheit und Psyche – ein neues Verständnis

Durch seine umfassenden Forschungen war Edward Bach zu dem Schluss gekommen, dass eine der Hauptursachen für Krankheit in unseren negativen Gedanken und Stimmungen liegt. Heute kann dieser Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und körperlichen Reaktionen, der damals revolutionär erschien, längst wissenschaftlich nachgewiesen werden. Bach geht allerdings etwas weiter, wenn er sagt, dass diese negativen Gemütszustände daher kommen, dass wir nicht dem Weg folgen, den uns unsere Seele  aufzeigt. In seinem Verständnis heißt das, dass wir es immer wieder zulassen, dass sich andere Menschen in unser Leben einmischen, oder dass wir das Leben eines anderen Menschen bestimmen wollen. Selbstbewusstsein und Toleranz anderen gegenüber sind nach Bachs Meinung entscheidend, um ein glückliches Leben zu führen. 

 

Die Wirkungsweise der Bachblüten

»Alles Dasein ist Schwingung«, so lassen sich die Erkenntnisse der modernen Atomphysik zusammenfassen. Jedes Teilchen der Materie ist in Bewegung, jedes Teilchen der Materie schwingt, langsam oder schneller. Alle unsere Zellen schwingen, alles in der belebten und unbelebten Natur ist, wie man seit Nils Bohr und Werner Heisenberg weiß, über irgendeine Art von Schwingung definiert. In der Musik ist uns das am auffälligsten. Schon etwas schwerer nachvollziehbar ist die Vorstellung, dass sich jede Pflanze in der ihr eigenen Schwingung befindet. Edward Bach, der die Welt der Heilpflanzen kannte wie kaum ein anderer, konnte die Wirkung der von ihm gefundenen Pflanzen am eigenen Leib fühlen, konnte ihre Kräfte als Vibrationen spüren.

 

Die Blüte – das Zentrum der Pflanzenenergie

Die größte Konzentrierung dieser Schwingungen spürte Edward Bach in der Blüte. Sie ist für ihn außerdem eine Art Signum der Pflanze, ein Erkennungszeichen höchster Individualität. In der Blüte zeigt die Pflanze ihre typische Farbe, Form und ihren individuellen Duft. Diese besondere Schwingung, die in der Pflanze im Überfluss vorhanden ist, gibt sie an den Menschen weiter und bringt ihn damit in eine höhere Schwingungsebene.

So können Defizite ausgeglichen werden, die durch negative Gemütszustände entstanden sind, und die bis in die Zellebene wirken und die Ordnung stören. Die spezifische Heilkraft der von ihm gefundenen 38 Blüten hat Edward Bach intuitiv herausgefunden, jetzt musste es ihm nur noch gelingen, diese Heilkräfte »einzufangen«.

Zunächst tat er das dadurch, dass er den Tau von der Blüte sammelte und ihn in kleine Fläschchen abfüllte. Später entwickelte er die sogenannte Sonnenmethode: Die Blüten werden beim Höchststand der Sonne auf Wasser ausgelegt und somit der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Auf diesem Weg wird die Kraft der Blüte ins Wasser übergeführt.

 

Die harmonisierende Wirkung der Blüten

Negative Gedanken oder Gefühle können sich derart manifestieren, dass sich unser ganzer Alltag nur noch darum dreht und wir uns komplett verunsichert fühlen. Würden Sie sich eine solche Situation als ein Schwingungsmuster vorstellen, sähe das wohl sehr chaotisch aus. Wenn Sie z. B. nun die entsprechenden Blüten einnehmen würden, könnten Sie spüren, wie Sie langsam ruhiger werden und wieder in Kontakt mit sich selbst kommen. Die Pflanzen haben das chaotische Schwingungsmuster, das in uns wirkt und Seele und Körper verunsichert, sozusagen mit ihrer speziellen Schwingung wieder harmonisiert.

 

So finden Sie die richtige Blüte

Fragen Sie sich zunächst, welches Thema Sie mithilfe der Bachblüten bearbeiten möchten. Schon mit der Klärung, für welchen Bereich Ihres Lebens Sie die Kraft der Blüten nutzen möchten, beginnt ein Prozess, in dessen Verlauf Sie sich besser kennenlernen, und damit arbeiten Sie bereits an dem gewünschten Thema. Das Nachdenken über Ihre »Sorgen« bringt Sie in Ihrer Suche nach der richtigen Blüte weiter.

 

Textauszug aus „Heilen mit Bachblüten“ von Anna Elisabeth Röcker mit freundlicher Genehmigung des Mankau Verlages.
Siehe auch bei „Wortwelten“.