Archiv Gesundheit & Heilen


2019


Herbst 2019


Eine Frage von Leben und Tod

© Natalie Gi - www.Pixabay.com
© Natalie Gi - www.Pixabay.com

Haben wir die moralische Pflicht, Organe zu spenden?

Ein Gespräch von Karsten Krogmann (NWZ) mit dem Arzt und Medizin-Ethiker Andreas Zieger

 

955 Menschen haben im vergangenen Jahr nach ihrem Tod Organe gespendet – zu wenig, findet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, weil 10 000 Kranke auf ein Spenderorgan warteten. Er sagt: Wir brauchen mehr Organspender! Aber ist das auch so?

 

Frage: Haben Sie einen Organspender-Ausweis, Herr Professor Zieger?

Zieger: Nein, habe ich nicht.

Frage: Warum nicht? „Organspende rettet Leben“, sagt der Bundesgesundheitsminister. Möchten Sie keine Leben retten?

Zieger: Früher habe ich auch so einfach gedacht. Ich kann mich erinnern, dass ich als klinisch tätiger Neurochirurg vor 25 Jahren versucht habe, Angehörige mit dem Argument christlicher Nächstenliebe von einer Organspende zu überzeugen. Mit zunehmendem Nachdenken fragte ich mich aber, ist das wirklich so einfach? Reparieren wir da etwas, oder greifen wir ins Leben ein? Ist eine Organhergabe nach dem festgestellten Hirntod eine Pflicht, die wir gegenüber anderen Menschen haben? Das Wort Organspende sagt bereits alles darüber: Eine Spende ist immer freiwillig und uneigennützig, sonst ist es keine Spende.

Frage: Fakt ist aber, dass es todkranke Menschen gibt, die weiterleben können, wenn sie rechtzeitig ein Spenderorgan bekommen. Gibt es nicht vielleicht doch so etwas wie eine moralische Pflicht, dieses Weiterleben zu ermöglichen?

Zieger: Die Organverpflanzung ist eine machbare und – pathetisch gesagt – segensreiche medizinische Technik, die ich überhaupt nicht infrage stellen will. Mir geht es darum, dass wir den Umgang mit dieser Technik sehr genau reflektieren müssen. Wir sollten als Gesellschaft wissen, was wir tun, gerade auch vor dem Hintergrund des schon zum vierten Mal geänderten Transplantationsgesetzes. Jetzt im Oktober sind von der Bundesärztekammer noch einmal deutliche Kriterien eingeführt worden: Wir sprechen nicht mehr vom „Hirntod“, weil das missverständlich ist.

Frage: Was ist daran missverständlich?

Zieger: Es bedeutet ja nur den Funktionsausfall eines Organs, das kann niemals der Tod eines integrierten Organismus als Ganzes sein. Deshalb spricht die Ärztekammer jetzt von dem „irreversiblen Hirnfunktionsausfall als sicheres Todeszeichen“. Das ist eine angemessene Versachlichung der Debatte.

Frage: Dann lassen Sie uns sachlich über den Tod sprechen. Es gibt die sogenannten sicheren Todeszeichen: Leichenflecken gehören dazu, Leichenstarre, Verwesung. Wenn diese Zeichen auftreten, haben wir keinen Zweifel: Jemand ist tot. Wir haben aber ein Problem: Wenn diese Zeichen nachweisbar sind, sind die Organe des Verstorbenen ebenfalls tot und nicht mehr transplantierbar.

Zieger: Genau. Sie sind nicht mehr lebensfrisch.

Frage: Umgekehrt gibt es die Merkmale des Lebens: Stoffwechsel zählt dazu, Wachstum…

Zieger: … Fortpflanzung, Reizbarkeit, Atmung …

Frage: … richtig. Die meisten dieser Merkmale lassen sich auch bei sogenannten Hirntoten nachweisen. Sind Hirntote nun tot – oder sind sie es vielleicht doch nicht?

Zieger: Die Hirntod-Diagnose ist ein rein naturwissenschaftliches Kriterium, es markiert den Punkt der Irreversibilität. Dieser Mensch kann nicht in ein selbstbestimmtes Leben zurückkehren. Es markiert den Punkt der Unumkehrbarkeit im Sterbeprozess. Das heißt: Ein hirntot diagnostizierter Mensch ist medizinisch und biologisch ein lebender Mensch im Sterbeprozess. Dieser Prozess ist unumkehrbar geworden dadurch, dass im tiefen Koma alle Schutzreflexe und auch das Atmen ausgefallen sind. Intensivmedizin unterstützt das Leben dieser Menschen durch Beatmung, Herzkreislaufmittel und andere Techniken.

Frage: Verstehe ich Sie richtig: Wir haben es mit einem sterbenden, aber lebenden Menschen zu tun?

Zieger: Ja.

Frage: Diese Definition könnte viele Menschen schockieren, deren Angehörige Organe gespendet haben nach einer Hirntoddiagnose.

Zieger: Ja, das schockiert – aber es zeigt das Dilemma auf, das wir mit dieser rationalistischen Konstruktion des Hirntods eingegangen sind. Beim Hirntod-Konzept hört Leben auf, wenn der diagnostizierte Hirntod eingetreten ist. Das Gehirn steuert jedoch nicht alle Lebensvorgänge des Menschen. Auch das Sterben im Hirntodsyndrom gehört zum Leben. Es ist also eine Lebensäußerung. Die rein naturwissenschaftliche Medizin bemüht sich, strikte Grenzen einzuführen, um in dieser Grenzsituation Kriterien des Handelns zu haben. Das Irreversibilitätskriterium ist ein solches Kriterium. Darüber müssen die Menschen jedoch aufgeklärt werden.

Frage: Was genau sollten wir wissen?

Zieger: Eine Organverpflanzung ist nur möglich und tauglich, wenn lebensfrische Organe entnommen werden. Das heißt: Der Organismus ist noch am Leben, nur das Gehirn hat den unumkehrbaren Funktionsausfall. Hirntod als Tod des Menschen ist eine künstliche Definition, kein wissenschaftlicher Beweis, sondern eine kulturelle Vereinbarung, die auch wieder geändert werden kann.

Frage: Sind Sie ein Gegner der Transplantationsmedizin?

Zieger: Es gibt radikale Hirntod-Gegner, die das Irreversibilitätskriterium und die Transplantationsmedizin insgesamt ablehnen. Zu dieser Gruppe gehöre ich nicht.

Frage: Einen Organspende-Ausweis wollen Sie trotzdem nicht.

Zieger: Ich weiß, dass ich deswegen einem Menschen, wenn ich gestorben bin, ein Organ nicht geben werde. Weil ich auch von diesem „Geschenk“ nicht überzeugt bin. Die Verhältnisse im Transplantationswesen insgesamt halten mich davon ab. Wir müssen aufklärerisch-kritisch sein, damit der einzelne Mensch sich wirklich entscheiden kann. Aber jetzt will uns der Staat mit der Widerspruchslösung die Entscheidung abnehmen, indem er sagt: Ihr seid alle Organspender oder Organhergeber. Wer sollte sich da noch ausführlich beschäftigen mit dem Dilemma, das wir mit dem Hirntodproblem haben? Wie wird eigentlich darüber aufgeklärt, wie es den Organempfängern geht? Sind die dann wirklich wieder gesund? Nein, sie müssen Medikamente zur Unterdrückung der natürlichen und lebensnotwendigen Immunabwehr einnehmen, lebenslang!

Frage: Aber sie leben immerhin!

Zieger: Ein Nierentransplantierter hat eine Ein-Jahres-Überlebensrate von etwa 85 Prozent, ein Herztransplantierter deutlich weniger. Und wir wissen, dass etwa ein Drittel der herztransplantierten Menschen psychiatrisch erkranken, weil sie eine Depersonalisierung mit Körperidentitätsstörung entwickeln. Auch ist durch Immunsuppressiva das Krebsrisiko deutlich erhöht, bis zu 500-fach! Und für das krebskranke Organ braucht man evtl. auch wieder eine Transplantation. Heute weiß man, dass ein transplantiertes Herz vielleicht zehn Jahre halten kann, dann braucht man ein neues. Das alles erhöht den Organbedarf.

Frage: Ist das nicht ein weiteres Argument dafür, wie dringend wir Organspender brauchen?

Zieger: Die Organbedürftigen versterben nicht am Organmangel, sondern an ihrer Grundkrankheit. Hier gilt es, vorbeugend gesundheitlich einzuwirken. Und wer klärt eigentlich darüber auf, was die lobbyistischen Interessen sind? Es werden an den teuren Medikamenten und Transplantationen Milliarden verdient. Transplantation ist zu einem Geschäft geworden.

Frage: Welche Forderung leiten Sie daraus ab?

Zieger: Ich bin nach wie vor für die enge Zustimmungslösung: Nur ich selbst kann bestimmen, ob ich Organspender sein will oder nicht. Mit der erweiterten Zustimmungslösung, dass also Angehörige entscheiden können, und der gegenwärtig geltenden Entscheidungslösung, kann ich noch mitgehen.

Frage: Gehört zu einer freien Entscheidung nicht auch die Möglichkeit, sich nicht zu entscheiden?

Zieger: Natürlich. Die gegenwärtige, angeblich informierte Regelungswut ist jedoch höchst problematisch: Da sollen sich 18-Jährige, die gerade ihren Personalausweis bekommen, schon entscheiden, wie ihr Lebensende sein soll? Obwohl sich das niemand vorstellen kann und in 50, 60 Jahren sich alles, auch technisch, ändern kann, gerade in der digitalisierten Welt! Es gibt im Digitalen nur noch Ja oder Nein, es gibt kein Dazwischen mehr. Der binäre Code zwingt uns zu Entscheidungen, die wir in Wahrheit gar nicht treffen können. Die lebendige Wirklichkeit lässt sich nicht in 0 und 1 auflösen.

Frage: Die Widerspruchslösung verlangt aber genau das von uns.

(„Widerspruchslösung“: Diese Idee von Minister Spahn besagt, dass jeder Mensch automatisch Organspender ist – es sei denn, er sagt ausdrücklich Nein. Der Vorschlag ist im Bundestag umstritten.)

Zieger: Ich halte das für zutiefst undemokratisch. In dieser sensiblen Frage von Leben und Tod, bei dieser Gratwanderung, braucht es eine besondere moralische und philosophische Absicherung durch wahrheitsgemäße Aufklärung. Es wird stattdessen viel verschwiegen, und Zweifel werden ignoriert.

Frage: Es gibt Transplantationsmediziner, die Organe von Hirntoten nur unter Betäubung entnehmen. Wie sicher sind wir uns bei dem, was wir da tun?

Zieger: Laut Umfrage geben 50 Prozent der deutschen Anästhesisten Schmerzmittel, weil sie sichergehen wollen. Die Forschung hierzu ist nicht eindeutig und nicht richtig in die Tiefe gegangen. Untersuchungen zeigen, dass bei der Organentnahme Körperbewegungen auftreten und Blutdruck und Herzschlag wie bei einer Stressreaktion ansteigen. Das ist zwar umstritten, weil man einerseits behauptet, dass seien nur Reflexe – die gehören allerdings auch zum Leben – und anderseits entgegnet, die Hirntodbestimmung sei fehlerhaft gewesen. Gerade weil wir das nicht genau wissen, wenn wir uns auf diese Vereinbarung einlassen, muss darüber endlich ein breiter gesellschaftlicher Diskurs geführt werden.

Frage: Was entgegnen Sie, wenn Ihnen jemand sagt: „Aber wenn Ihr Kind durch ein Spenderorgan gerettet werden könnte, dann würden Sie sich doch auch über jeden registrierten Spender freuen“?

Zieger: Ich würde erwidern: Das ist ein rein moralisches Totschlagargument! Ich weiß nicht, was ich tun würde! Ich habe privat Situationen im Umfeld von inzwischen Verstorbenen erlebt, in denen ich überhaupt nicht wusste, wie ich da entscheiden sollte. Und in denen dann nur in der Beratung mit anderen gemeinsam eine Entscheidung getroffen werden konnte. Jede Entscheidung schließt die Möglichkeit des Irrtums mit ein. Darum geht es doch: Wir müssen ehrlich sein.

 

Experte für Schwerst-Hirngeschädigte

Prof. Dr. Andreas Zieger, geboren 1949 in Nordhorn als siebtes Kind einer Pastorenfamilie, ist Facharzt für Neurochirurgie. Er ist Gründungsmitglied der Ethikkommission der Fakultät Medizin und Gesundheitswissenschaften an der Universität Oldenburg. Bis 2015 war er Leiter der Frührehaklinik für Schwerst-Hirngeschädigte am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg. Er nahm als Experte an der Anhörung zum Transplantationsgesetz 1996 im Ausschuss für Gesundheit des Bundestages teil. Seit 2017 Vorsitzender des Vereins Neuro-Netzwerk Weser-Ems.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der NORDWEST-ZEITUNG, Oldenburg. Dieser Beitrag erschien in Nr. 24/2019.

Anmerkung des Achtsamen Lebens: Bitte lesen Sie ergänzend dazu auch den Beitrag von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung vom 4.10.2019: www.sueddeutsche.de/politik/organspende-widerspruchsloesung-meinung-prantl

 

Mehr zum Thema auch hier: https://initiative-kao.de/

 


Sommer 2019


Gewitter im Kopf: Migräne und Kopfschmerz nachhaltig stoppen.

Foto: Marisa04 - pixabay.com
Foto: Marisa04 - pixabay.com

Interview vom Mankau Verlag mit Maria Holl

 

Die Maria-Holl-Methode® 

 

Laut Statistik leiden etwa zehn Prozent der Deutschen unter Kopfschmerzen und Migräne. Was versteht man überhaupt darunter, und was ist der Unterschied zwischen den beiden Beschwerdeformen? 

 

Maria Holl: Es gibt ganz unterschiedliche Kopfschmerzen; inzwischen kennt die Medizin zwischen 180 verschiedene Kopfschmerzarten. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) unterscheidet zwischen den drei am häufigsten vertretenen Kopfschmerztypen: Spannungskopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerz und Migräne. 

Eine Migräne ist sehr viel mehr als Kopfschmerzen, die schon unangenehm genug sind. Bei Migräne kommen noch Übelkeit und/oder Erbrechen sowie Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen hinzu. Während bei Kopfschmerzen Bewegung manchmal die Schmerzen lindert, verschlimmert sich die Migräne dadurch. 

 

Bis heute ist medizinisch nicht eindeutig geklärt, was Kopfschmerzen und Migräne wirklich auslöst. Welche Ursachen werden vermutet, und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? 

 

M.H.: Die bekannten Kopfschmerzarten werden einer von zwei großen Kategorien zugeordnet: primäre Kopfschmerzen, bei denen keine Ursache erkennbar ist, oder sekundäre Kopfschmerzen, die als Folge einer Erkrankung auftreten. Eine klare Ursache können etwa verspannte Nackenmuskeln sein, ausgelöst durch eine Fehlhaltung. Wenn das auszuschließen ist, vermutet die Medizin ein Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn. Besonders die Funktion von Serotonin wird in diesem Zusammenhang diskutiert. Aus der Sicht der Maria-Holl-Methode sind Migräne und Kopfschmerz Symptome einer energetischen Imbalance des gesamten Körpers und können durch die Übungen der MHM erfolgreich behandelt werden. 

 

Seit vielen Jahren unterstützen Sie Menschen mit Migräne in Ihrer Praxis bei der Bewältigung dieses Symptoms. Woran kann man feststellen, dass die Kopfschmerzen nicht auf eine andere Erkrankung hinweisen? 

 

M.H.: Die meisten Patienten sind bei ihrem Hausarzt gewesen und haben schon abgeklärt, ob die Kopfschmerzen und die Migräne eine organische Ursache haben und medizinisch behandelt werden müssen. Falls dies vorab noch nicht geschehen ist, bitten wir darum, dies zunächst von einem Arzt ihrer Wahl untersuchen zu lassen. 

 

Nach der Tinnitus-Atemtherapie nach Holl® (TAT) haben Sie nun die Maria-Holl-Methode® (MHM) entwickelt, um Betroffenen zu helfen. Was ist das Besondere an dieser Methode, und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Anwendung erfolgreich ist? 

 

M.H.: Es gibt keine Voraussetzungen für die Anwendung der Maria-Holl-Methode, die für den in unserer Zeit lebenden normalen Menschen entwickelt wurde. Jeder, der bereit ist, 30 Minuten täglich zu üben, kann die Methode erfolgreich anwenden. 

 

Die MHM wirkt vordergründig sehr einfach, da die Übungen am Anfang leicht umzusetzen sind. Dennoch schreiben Sie, dass Sie selbst mehrere Jahre gebraucht haben, um die Methode komplett zu verstehen. Worin besteht die „Tiefe des Programms“ für Sie als Begründerin? 

 

M.H.: Bei der Maria-Holl-Methode kommt es auf das ausdauernde und tägliche Üben an. Der Körper kommt durch die Übungen wieder in Balance, und seine Selbstheilungskräfte werden aktiviert. Sie beginnen damit, die oberen Schichten der körperlichen Verspannungen und Balancestörungen zu heilen. Auf Dauer dringen sie in tiefere Schichten vor, und die Tiefe des Menschen ist endlos. Deshalb können Sie mit der MHM Schicht um Schicht Ihres Körpers in Balance bringen. 

 

Die Übungen der Maria-Holl-Methode® erhöhen die Lebenskraft und sorgen gleichzeitig schrittweise dafür, dass das Qi im Körper wieder frei fließen und zirkulieren kann. Wie kommt es zu den Blockaden und Verspannungen der Lebensenergie? 

 

M.H.: Täglich kommt es zu Blockierungen und Verspannungen. Sie sind unsere Schutzmechanismen. Immer, wenn Sie sich erschrecken, sich unwohl fühlen, sich nicht entscheiden können oder wenn Sie irritiert sind, ziehen Sie sich zusammen. So entstehen Blockierungen und Verspannungen. Sobald Blockierungen und Verspannungen zu viel werden, entstehen Symptome und Krankheiten. 

 

Zur Unterstützung des Übungsprogramms empfehlen Sie, ein Tagebuch zu führen und einen Vertrag mit sich selbst abzuschließen. Was sollte darin festgehalten werden, und welche Vereinbarungen gilt es einzuhalten? 

 

M.H.: Als Erstes formulieren Sie Ihr persönliches Ziel. Danach wählen Sie aus Ihrer Familie oder Ihrem Freundeskreis einen Motivationscoach, mit dem Sie am Anfang zweimal wöchentlich telefonieren und berichten, ob Sie geübt haben und welche Erfahrungen Sie beim Üben hatten. Als Drittes legen Sie die tägliche Übungszeit fest. 

 

Maria Holl (geb. 1953) ist Diplom-Sozialarbeiterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie und arbeitet seit 1981 in eigener Praxis als Psychotherapeutin, Coach und Meditationslehrerin in Aachen. www.maria-holl-methode.de 

 

Siehe auch unter Wortwelten.


Melisse - über eine Heilpflanze

Foto: © Karin Baumgart
Foto: © Karin Baumgart

Autorin: Julia Gruber

 

Melisse, auch Zitronenmelisse genannt, ist eine 30 bis 100 Zentimeter hohe Pflanze, die das stolze Alter von 30 Jahren erreichen kann. Sie hat aufrechte, verzweigte Stängel, die zumeist mit feinen Haaren bewachsen sind. Die Blätter sind ellipsenförmig mit gesägtem Rand und sitzen gekreuzt gegenständig am Stängel. Die blassen, weißlichen Lippenblüten sind in Halbquirlen in den oberen Blattachseln angeordnet. Von der Pflanze geht ein charakteristischer Duft nach Zitronen aus. Aufgrund ihrer nektarreichen Blüten wird sie auch als Bienenweide angebaut (griech. Melissa = Biene).

 

Geschichte

Der Ursprung der Melisse ist der östliche Mittelmeerraum und West­asien. In der Antike war sie ein beliebtes »Frauenkraut«. In den mittelalterlichen Klöstern setzte man gerne verdauungsförderliche Kräuterliköre mit Melisse an, zum Beispiel den »Karmelitergeist« (als Vorläufer des heutigen Melissengeists). Hildegard von Bingen schrieb, dass der Mensch, der Melisse isst, gerne lacht. Denn sie erfreue das Herz. Heute wächst sie weltweit in der gemäßigten bis warmen Zone, oft auch verwildert an Wegesrändern. 

 

Inhaltsstoffe und körperliche Wirkung

Melisseblätter enthalten verschiedene Polyphenole, Bitter- und Schleimstoffe, Saponine und Vitamin C. Der Gehalt an ätherischen Ölen ist nicht besonders hoch (0,1 – 0,3 %), doch sehr komplex aufgebaut (aus über 50 Bestandteilen, hauptsächlich Citronella, Neral und Geraniol). Daher ist echtes Melissenöl sehr teuer und wird oft durch Zitronengrasöl ersetzt. Melissentee wirkt beruhigend und entkrampfend. Er unterstützt die Magenfunktion und hilft bei allerlei Stress, Nervosität und Einschlafstörungen. Aufgrund der enthaltenen Rosmarinsäure hemmen die Blätter Viren und Bakterien, daher wird Zitronenmelisse auch bei Bronchitis und Grippe eingesetzt.

 

Tipp: entspannendes Melissebad

Beim Baden Melisseblätter in ein Leinensäckchen unter den Wasserhahn direkt in den warmen Wasserstrahl hängen. Riecht angenehm und lässt die Sorgen des Tages vergessen.

 

Foto: © Dani Vincek
Foto: © Dani Vincek

Verwendung in der Küche

Melisse besitzt einen erfrischenden, leicht säuerlichen Geschmack, der sich vielseitig in Sorbets, Limonaden, Obstsalat und Kräuteressig einsetzen lässt. Eistee mit frischer Melisse ist ein beliebtes Getränk im Sommer, das kalt und warm getrunken wird. Oft sieht man die Blätter auf Desserts als grüne essbare Dekoration. Sie können dafür frisch oder kandiert verwendet werden. In Asien kennt man Zitronenmelisse auch als Würze scharfer Reis- und Fischgerichte, denen sie eine fruchtige Note gibt.

 

 

Vielen Dank für den Textauszug aus dem Buch „Die Heilkraft der Kräuter und Gewürze“

von Julia Gruber

aus dem Königsfurt Urania Verlag. 

Leseprobe und Bestellmöglichkeit


Frühjahr 2019


Erste Hilfe bei Smartphone-Sucht

Dieser einfache Trick kann bei Handy-Sucht helfen

Von Andreas Winterer auf utopia.de

 

Geben wir es zu: Viele von uns leiden an einer gewissen Smartphone-Sucht. Oder wann habt ihr das letzte Mal euer Handy eine Woche lang ausgeschaltet? Eben. Jetzt haben wir einen Trick gefunden, der helfen soll.

Handy-Sucht ist kaum erforscht, doch die Symptome kennt jeder: Wann immer wir uns wenige Sekunden langweilen, nutzen wir die Zeit nicht mehr, um uns zu entspannen oder mal über uns und die Welt nachzudenken – sondern wir checken Whatsapp & andere Messenger auf neue Nachrichten, suchen News auf Facebook, scrollen durch endlose Instagram-Bilder oder posten selber Fotos.

 

Schwarzweiss-Trick gegen Handy-Sucht

 

Die New York Times titelte, mit-dem-Smartphone-aufhören sei das neue mit-dem-Rauchen-aufhören. Nun haben wir eine spannende Idee bei www.treehugger.com/gadgets/smartphone-users-go-gray-curb-addiction.html  gefunden: Gegen Smartphone-Sucht helfe, einfach das Smartphone auf den Schwarzweiß-Modus zu schalten.

Klingt zunächst ein bisschen lächerlich. Das soll der ganze Trick sein?

Und doch ist was dran: Wird das Smartphone ohne Farbe betrieben, sieht alles darauf „grau“ aus. Das Handy büßt deutlich an Attraktivität ein. Denn Farbe hat im wahrsten Sinne des Wortes Signalwirkung auf uns. Farbiges sticht hervor und macht klar: Das ist wichtig! Daher erscheint vielen in der bunten Welt des Smartphones alles immerzu wichtig.

 

Wir haben es selbst ausprobiert, obwohl wir uns nicht für Smartphone-süchtig halten und den simplen Trick anfangs auch irgendwie nicht sonderlich ernst nehmen konnten. Doch die typischen Kommentare unserer Schwarzweiß-Umsteller lauteten stets: „Neee, irgendwie mag ich mein Smartphone so jetzt nicht mehr“. Gut so! Denn genau darum geht es ja.

Werden wir einfach heimlich wieder auf Farbe umstellen? Bestimmt. Daher wäre es vielleicht klug, sich ganz gezielt „Grau-Tage“ gegen die Smartphone-Sucht zu verschreiben. Du könntest zum Beispiel unter der Woche auf Schwarzweiss umstellen und dir nur am Wochenende „Farbe gönnen“ … nur eine Idee.

 

Grau-Modus aktivieren

 

Schwarzweiß-Modus aktivieren – so geht es:

Android: Einstellungen / Eingabehilfe / Sehhilfe und dort Graustufen anschalten (kann je nach Modell variieren).

iPhone: Einstellungen / Allgemein / Bedienungshilfen / Display-Anpassungen / Farbfilter auf Ein schalten (Vorgabe: Graustufen).

 

Handy auf grau stellen: links Android, rechts iPhone (Screenshot: Utopia.de):

 

Smartphone-Sucht: noch 10 Tipps, die helfen

 

Nicht alle Tipps mögen auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, manche klingen sogar unangenehm oder undurchführbar. Probier‘ doch einfach mal einige aus und prüfe selbst, was für dich in Frage kommt:

  1. Schalte es stumm. Ein Schritt gegen die Smartphone-Sucht: reduziere die Signaltöne des Smartphones. Dazu schaltest du die Hinweise der verschiedenen Apps ab bzw. entziehst ihnen die Erlaubnis, Hinweise geben zu dürfen – auch die Vibration solltest du abstellen. Jeder Hinweiston verführt uns nur, wieder zum Smartphone zu greifen.
  2. Reduziere Apps. Whatsapp, Snapchat, Hangouts sind ja nur die eine Seite – hinzu kommen die ganzen News-Apps, Mail-Apps, Dating-Apps, Facebook & Instagram … Abspecken hilft: weniger Apps erzeugen auch weniger Ablenkung. Brauchst du wirklich vier Messenger, reicht nicht auch einer, und nur ein Social Network?
  3. „Verlege“ dein Handy. Aus den Augen, aus dem Sinn – das gilt auch für die Handy-Sucht. Warum nicht einfach das Handy in der Tasche lassen, statt es neben dich auf den Tisch zu legen, wo es stets in der Lage ist, dich aus der Konzentration zu reißen?
  4. Schaffe Smartphone-freie Zonen. Bad und Schlafzimmer wären ein Anfang, bei Familien das Kinderzimmer: Du könntest einfach für dich beschließen, dass ein Smartphone in diesen Räumen nichts zu suchen hat. Es wäre ein erster Schritt gegen die Handy-Sucht.
  5. Geh mal offline. Auch definierte Zeiten ohne Handy sind eine gute Idee. Einfach mal ausschalten – und keine Angst vor „Nichterreichbarkeit“ haben: Wer dir bis 8 Uhr abends nicht mitteilen konnte, wird damit auch bis zum nächsten Tag warten können.
  6. Richte „Sprechstunden“ ein. Es mag manchem ein Trost sein, dass wir früher nicht Smartphone- sondern Mail-süchtig waren. Was bei Mails half empfiehlt sich auch beim Messenger: Begrenze die Zeit, in der du Mails und Nachrichten beantwortest, auf eine bestimmte Stunde. Das ist deine Sprechstunde – außerhalb dieser Zeit bist du nicht zu sprechen. Aus, basta.
  7. Informiere („erziehe“) Freunde. Viele antworten bei Nachrichten per Whatsapp, Snapchat oder anderen Kurznachrichtendiensten sofort – und erwarten das auch umgekehrt. Das macht uns zwangsläufig zu Sklaven des Messengers. Freunden, Verwandten, dem Büro klarzumachen, dass man über diese Kanäle nicht oder nur zu bestimmten Zeiten erreichbar ist, hilft gegen Smartphone-Sucht.
  8. Suche Uhren. Viele Menschen haben heute keine Uhr mehr. Weil sie ja ein Smartphone haben. Dort aber die Uhrzeit zu checken führt nur dazu, dass man auf dem Display die lockenden Hinweise auf Nachrichten sieht – und dann doch nachschauen möchte. Einfaches Mittel ist daher eine simple Uhr in Sichtweite – sie erspart den Blick auf das Handy und seine Verführungen.
  9. Sichere dein Handy kompliziert. Das Smartphone per Passwort zu schützen ist ohnehin sinnvoll. Und es kann bei Handy-Sucht helfen: Statt es dir mit simpler PIN, Entsperr-Muster oder bequemen Fingerabdruck leicht zu machen, stellst du bewusst auf ein möglichst kompliziertes Passwort um. Das hält dich davon ab, ständig zu checken, ob es was Neues gibt. Sicher kein Tipp für alle …
  10. Smartphone-Apps gegen Smartphones: Klingt absurd, gibt es aber – zum Beispiel die App www.realizd.com : Sie informiert dich darüber, wann du wieviel Zeit mit deinem Smartphone verbringst. Noch besser gefällt uns www.forestapp.cc : Diese App lässt in einer frei bestimmbaren, dann also „suchtfreien“ Zeit einen (zunächst leider nur virtuellen) Baum wachsen – und dieser geht ein, sobald du die App beendest (weil du eine andere aufrufst). Die App zwingt einen also auf zwanglose Weise, die Finger vom Handy zu lassen – damit der Baum wächst. Erfolgreiche virtuelle Bäume bringen virtuelle Münzen, die dann auch gegen echte Baumpflanzungen tauschbar sind. (Auch für den Chrome-Browser nutzbar, dort lassen sich Webseiten wie Facebook sperren …)

Ist Smartphone-Sucht überhaupt ein reales Problem oder nur wieder Hype? Wie man es nimmt: Nicht jeder von uns fühlt sich Smartphone-süchtig – aber auch die meisten Raucher halten sich ja nicht für abhängig.

Doch rund die Hälfte aller „Millennials“ (Generation der zur Jahrtausendwende Geborenen) checkt nach einer Studie (B2X) mehr als 50 Mal am Tag ihr Smartphone, 25% der Millennials verbringen mehr als fünf Stunden am Tag mit ihrem Handy.

Viele fühlen sich laut Studie ohne ihr Mobiltelefon frustriert (27%), verloren (26%), gestresst (19%) und traurig (16%) und 4% würden sogar für einen Monat ins Gefängnis gehen, um ihr Gerät nicht für ein Jahr abgeben zu müssen (sagt die Studie).

 

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von

 

Utopia.de, Deutschlands größtem Portal für Nachhaltigkeit. Siehe auch den Beitrag dazu.


2018


Herbst 2018


KörperIntelligenz – ganz sein – eins sein

Foto: Dominik Remde
Foto: Dominik Remde

Von Dominik Remde

 

KörperIntelligenz vereinigt unseren intellektuellen Verstand, unsere emotionale Intelligenz und die Ressourcen unseres Körpers. Durch die KörperIntelligenz entsteht eine ideale Balance von Geist, Körper und Seele, die uns befähigt, mit Leichtigkeit Dinge zu vollbringen, die unsere bisherigen Vorstellungen beträchtlich übersteigen und die wir nicht für möglich gehalten hätten. 

KörperIntelligenz ist eine Kompetenz, die weit über rationalen Verstand und logisches Bewusstsein hinausgeht. Dabei ist nicht nur das Hirn gefragt, sondern alle Anteile, die einen Menschen ausmachen. Durch die KörperIntelligenz sind wir gut in unserer Mitte und können so all unsere Fähigkeiten und Ressourcen hervorbringen und optimal zur Geltung kommen lassen. Unser Leben wird erfüllt von Leichtigkeit, Freiheit, Selbstvertrauen und dem Gefühl von Geborgenheit. 

 

KörperIntelligenz hat ihren Ursprung im Aikido, einem japanischen System zur Selbstverteidigung, das eine über zweitausend Jahre lange Geschichte hat. Es gibt einige Meister des Aikido, allen voran der Gründer des modernen Aikido Meister Morihei Ueshiba, die allein durch das Aikido Training ihre Fähigkeiten so weit entwickelt haben, dass sie Angriffe abwehren können, ohne den Angreifer physisch zu berühren. Das heißt, der Angreifer bekommt den Meister gar nicht zu fassen, sondern stürzt vor oder neben dem Meister zu Boden. Oder er wird durch eine Welle aus Energie zurückgeschleudert. Diese Meister können ihre Fähigkeit zwar selbst wunderbar anwenden, haben aber kein Lehrsystem, um ihr Können in kurzer Zeit weiterzugeben. Sie selbst haben typischerweise 20 Jahre lang Aikido trainiert, und die Fähigkeit Angriffe ohne Berührung abzuwehren ist eher zufällig hervorgetreten. 

Bei der KörperIntelligenz liegt das Hauptaugenmerk nicht auf Kampfkunst, sondern vielmehr darauf, den Menschen das Leben zu erleichtern, indem innere Balance, Selbstvertrauen, besserer Umgang mit Stress, Präsenz, harmonische zwischenmenschliche Beziehungen, natürliche Autorität und Ausstrahlung, ganzheitliches Lebensgefühl und vieles mehr entwickelt und gestärkt wird. Hierfür werden Elemente aus Atemtherapie, alternativen Heilmethoden, Entspannungstechniken und Qi Gong intelligent und sinnvoll integriert.

 

Die eigene Mitte wiederfinden

 

Jeder Mensch wird mit der Fähigkeit zur KörperIntelligenz geboren, sie wird aber in unserer Kultur nicht genutzt und daher verkümmert sie. Wir können aber die eigene Mitte wiederfinden und den Zustand der idealen Balance von Geist, Körper und Seele wieder herstellen - also unsere KörperIntelligenz wiedererlangen. Wenn das gelingt, können wir diejenigen Verhaltensmuster, Glaubenssätze und Geisteshaltungen, die uns unglücklich machen, revidieren und so verändern, wie es unserem eigenen Wesen entspricht. Durch die Nutzung der KörperIntelligenz wird es ermöglicht, negative Geisteshaltungen, unglückselige Denkschemata, verfestigte Standpunkte, bedrückende Erwartungshaltungen und unpassende Verhaltensweisen aufzulösen und durch positive Einstellungen und erfolgversprechende Verhaltensweisen zu ersetzen. Somit wird der Paradigmenwechsel vom Reagieren zum Agieren aktiv unterstützt.

Reagieren bedeutet, dass wir uns danach richten, was um uns geschieht. Zum Beispiel, dass wir uns beleidigt zurückziehen, wenn der Partner schlecht gelaunt ist. Dann sind wir fremdbestimmt, denn die Launen anderer bestimmen unser Verhalten. Außerdem richtet sich unser Bewusstsein ganz auf den anderen. Wir sind in Gedanken damit beschäftigt, was ihm wohl über die Leber gelaufen ist und ob er uns wohl Schuld an seiner schlechten Laune zumisst. Damit sind wir sowohl geistig, als auch emotional gebunden. Denn wir richten uns nach der Beurteilung durch andere und lassen zu, dass Emotionen die Situation bestimmen. Dadurch rutschen wir unweigerlich in die Rolle des armen Opfers widriger Umstände.

 

Agieren bedeutet selbstbestimmtes Handeln. Dabei basieren unsere Entscheidungen auf unseren Werten und nicht auf den momentanen Gefühlen. Wir tun, was wir selbst wirklich tun möchten. Das setzt voraus, dass wir unsere eigenen Wertvorstellungen haben und kennen. Wir müssen uns also zuallererst mit uns selbst beschäftigen. Wenn wir mit uns selbst im Reinen sind, unsere Gefühle, Motive und Zielsetzungen kennen, kann sich unser Potential entfalten. Jeder von uns hat vielfältige Ressourcen. Wenn wir uns darauf besinnen und die eigenen Talente und Fähigkeiten nutzen, gelingt es ganz leicht, die eigenen Ziele zu erreichen und dabei unsere Wertvorstellungen weiterzutragen.

 

Körperliche Übungen

 

Um die KörperIntelligenz selbst zu erfahren, bieten sich spezielle körperliche Übungen an. Das hat hirnphysiologische Gründe, aber es hat auch andere Vorteile. Zum Beispiel kann sofort und ganz einfach überprüft werden, ob die Balance erreicht und aufrechterhalten wird, oder nicht. Wenn ja, gelingt die Übung mühelos. Wenn nein, wird es unmöglich oder zumindest sehr anstrengend.

Wenn wir unsere KörperIntelligenz erreichen, können wir sogar physikalisch Unmögliches vollbringen.

Hier das Beispiel einer Übung: Eine junge zierliche Frau sitzt am Boden, 4 starke Männer stehen um sie herum und drücken sie von oben auf den Schultern nach unten. Sie wollen die Frau mit aller Kraft am Boden halten. Wenn die junge Frau jetzt ihre  KörperIntelligenz aktiviert, kann sie mühelos aufstehen und die 4 Männer haben keine Chance sie festzuhalten. 

Im Zustand der KörperIntelligenz ist diese Übung mit keiner Anstrengung verbunden. Es gibt auch keine Ermüdung. An sich ist es prinzipiell egal, ob wir durch physische Einflüsse (wie in den Übungen) oder geistige oder emotionale Einflüsse unterdrückt oder beschränkt werden. Das Prinzip ist immer gleich. Es geht darum, sich auf sich selbst zu besinnen, die körperliche, geistige sowie emotionale Mitte zu finden und somit unabhängig von den äußeren Umständen und Einflüssen selbstbestimmt zu handeln.

 

Videos von Beispiel-Übungen finden sich hier: https://www.youtube.com/channel/UC7SP9pC4Y8S9ofhVsItNbdQ .

Weitere Infos: www.koerperintelligenz.at , Termin unter Kleinanzeigen.


Sommer 2018


Wildkräuter

Von Michaela Lewitz

 

Wildkräuter- wilde Schätze direkt vor der eigenen Haustür entdecken und nutzen

 

Solange es Menschen gibt, wurden die Kräuter zu unseren Füßen für die Ernährung und/oder medizinisch genutzt. Ihr Wissen war immer gegenwärtig und wurde, der jeweiligen Zeit angepasst, in das Leben und die Heilkunde integriert. In den Grabbeigaben der Ägypter und unserer direkten Vorfahren wurden viele entsprechende Kräuter sicher gestellt. Auch Ötzi führte sehr viele Heil- und Wildkräuter in seinem Köcher mit sich! Karl der Große ließ von ihm vorgeschriebene Kräuter in seinen Gärten an vielen Orten anpflanzen, um seine Soldaten zu nähren und gesund zu pflegen.

 

Dr. Samuel Hahnemann begründete um ca. 1800 mit vielen Kräutern die Klassische Homöopathie und Dr. Edward Bach begründete 1930 die „Bachblütentherapie“. Gerade in unsere rohvegane Küche sollten die Wildkräuter wieder vermehrt einkehren, um dadurch ein großes Plus an Gesundheit und Wohlbefinden zu bringen.

 

Die wilden Kräuter vor unserer Haustür strotzen vor Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen. Auch natürliche Antibiotika, z. B. Kapuzinerkresse finden sich unter ihnen. Leider laugt unsere heutige konventionelle Landwirtschaft die Böden sehr stark aus und setzt mit Pflanzenschutzmitteln, z. B. Glyphosat den Pflanzen so weit zu, dass immer weniger wichtige Inhaltsstoffe dem menschlichen Organismus zur Verfügung stehen. Ein guter und sinnvoller Weg zum Umweltschutz sind „essbare Städte“ (http://www.essbare-stadt-minden.de/wissenswertes/links-essbare-stadte/) und/ oder der Umstieg auf kontrolliert biologischen Anbau. 

 

Aber gerade mit der Nutzung von Wildkräutern und das in rohem Zustand können wir noch so viel mehr für uns und die Umwelt bewirken! Sie brauchen keinen Transport, keine Zwischenhändler, keinerlei Dünger oder/und Pestizide, bringen uns direkt ohne Verlust der flüchtigen Inhaltsstoffe ihre Kraft und wir profitieren noch von der zusätzlichen Bewegung an frischer Luft! Was will Mensch mehr? Die heimischen Wildkräuter sind unsere Superfoods! Überdies liefern auch unsere heimischen Laub- und Nadelbäume Nahrung und Heilmittel. Wir können Fichtentriebe, Knospen der Laubbäume, Blätter (gerade im Frühling von z. B. Birke und Linde) sehr gut in unseren Speiseplan integrieren.

 

Nun aber Infos zum Sammeln der Wildkräuter generell: nimm ein leeres Glas (Gurkenglasgröße) und ernte soviel, wie du für ca. 4 Tage verwertest. Du kannst das Glas verschlossen gut im Kühlschrank lagern. Sei bitte dankbar und achtsam beim Ernten und nimm nur soviel einer Pflanze, wie du benötigst und wie sie verschmerzen kann ohne zu leiden. Nimm nur von den Kräutern, die du eindeutig bestimmen kannst und lasse im Zweifel die Pflanze lieber stehen.

 

Jedes Kraut ist essbar, aber manches eben nur ein einziges Mal. Viele Korbblütler sind giftig! Beginne lieber mit eindeutigen Pflanzen, wie dem Gänseblümchen, von dem alle Teile essbar sind und dem Löwenzahn, der auch noch die wichtigen, vernachlässigten Bitterstoffe bietet. Vom Löwenzahn bitte von der Blüte nur die Zungenblätter austrennen und genießen, sonst sind alle Teile, auch die Wurzel, essbar. Auch sehr viele Blüten lassen sich für die Rohkostküche nutzen und bringen immer wieder wundervolle Highlights auf Torten, Salat und ins Heilwasser. Setze Blüten der wilden Malve zusammen mit Ringelblume und Stockrose mit gefiltertem Wasser an. Du kannst auch mit Gurke in Scheiben oder Apfel ergänzen. Lasse das Ganze gut eine Stunde stehen und dann genieße! Du trinkst gleich nochmal so gerne und mit Genuss, oder? Genieße mal Nachtkerzen- und Kapuzinerkresseblüten. Du wirst sicher überrascht sein. Auch Taglilie- und Stiefmütterchenblüten sind essbar und ein Augenschmaus. 

 

Hier habe ich noch zwei Kurzsteckbriefe von mir lieben Wildkräutern:

 

Wilde Möhre Daucus carota

Sie ist die Stammmutter aller kultivierten Möhrenformen und genau so verwendbar! Sie gehört zur Familie der Doldengewächse und ähnelt leider oft giftigen „Verwandten“! Bitte deswegen während einer Kräutertour zeigen und erklären lassen, auf die dunkle Mittelblüte achten, auf den gekerbten, behaarten Stiel und die Finger davon lassen beim klitzekleinsten Zweifel!!!

Inhaltsstoffe sind in der Wurzel: ätherische Öle, Flavonoide, Lycopin, Pektin, hoher Mineralstoffgehalt, insbesondere viel Kalium, Carotinoide (wie der lateinische Name schon sagt), Vitamin B1, B2 und C. Diese wiederum erklären die Eigenschaften: Stoffwechsel anregend, harntreibend, entzündungshemmend und appetitanregend, gut für die Augen. Die Wurzel findet den gleichen Einsatz, wie die Kulturmöhre, sie ist nur sehr viel gesünder und härter! Carotinoide schützen die Zellen vor freien Radikalen, wirken also krebsvorbeugend und können gut in das wichtige Vitamin A umgebaut werden! Die Blätter, Blüten, Samen sind auch gut verwendbar! Die jungen Blätter schmecken im Salat, der Suppe, im Smoothie. Selbst die Samen sind ein gutes süßliches Gewürz.

 

Löwenzahn Taraxacum officinale

Der Zusatz „officinale“ bedeutet, dass ein Wildkraut schon lange Zeit als Heilmittel in den Apotheken gehandelt wurde!

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Flavonoide, Cumarine, Phytosterole, Schleimstoffe (über 1%), nur im Frühjahr etwa 18 % Zucker und ungefähr 2 % Inulin, welches im Herbst bis auf 40 % steigt, hoher Kaliumgehalt und um ein vielfaches mehr Mineralien als im Kopfsalat.

Zusammen mit Brennnessel wird er sehr gerne für Frühjahrskuren zur Entgiftung und Regeneration eingesetzt. Er unterstützt die Leber exzellent in ihren Entgiftungsaufgaben, fördert die Gallensekretion und wird gegen Gicht und rheumatische Beschwerden eingesetzt.

Alles an ihm ist essbar, auch die Blütenstengel und die Wurzel. Nehmt aber bitte Rücksicht und lasst die Wurzel stecken. Am feinsten sind die jungen Blätter. Wenn du den Löwenzahn zurück schneidest treibt er neu aus und du kannst ihn bis in den Herbst hinein beernten. Denk aber dran, dass er sich über die Pusteblumen fortpflanzt und lass ihm die Möglichkeit!

 

Bitte besucht Wildkräuterwanderungen, auch mehrere zu unterschiedlichen Jahreszeiten, an unterschiedlichen Wachstumsorten und hört Experten zu um Wissen zu sammeln und die Kräuter sicher zu bestimmen. 

 

Michaela Narayana Lewitz, OL, www.123kraeuterzauberei.de: Wildkräuterwanderungen Vorträge, Workshops, Blog

 

Der ausführliche Beitrag erschien zuerst in der „Natürlich leben!“ Vereinszeitschrift, März 2018.


Vitamin B 12

Von Uta Fernkäse

Vitamin B12- Blutbildung und Nervenschutz

 

Vitamin B12 ist ein Sammelbegriff für eine Reihe unterschiedlicher Substanzen mit verschiedenen Aufgaben. Doch nicht nur die Gesundheitseffekte sind interessant, sondern die gesamte Geschichte dieses Vitamins. 

 

Nobelpreis gekürt

In den 1920er Jahren entdeckte der US- amerikanische Pathologe George H. Whipple, dass Hunde, die an einer bösartigen Blutarmut litten, durch die Fütterung mit roher Leber geheilt werden konnten. Für die Beschreibung dieser Heilmethode erhielten er und seine beiden Kollegen George R. Minot und William P. Murphy im Jahr 1934 den Nobelpreis für Medizin. Die Isolierung des Wirkstoffes Vitamin B12 gelang allerdings erst 1948. Sieben Jahre später wurde die chemische Struktur von der britischen Biochemikerin Dorothy C. Hodgkin entschlüsselt. Auch sie bekam dafür einen Nobelpreis. Den wissenschaftlichen Namen Cobalamin verdankt Vitamin B12 dem Cobalt. Das metallähnliche Element ist Bestandteil der verschiedenen Vitamin B12-Verbindungen: Cyanocobalamin, 5'-Adenosylcobalamin und Methylcobalamin. Häufig sind diese an Eiweiß gebunden, wodurch sich der Heilerfolg mit der rohen Leber erklärt.   

 

Das Zusammenspiel entscheidet

Die Aufnahme und Verdauung von Vitamin B12 ist ein Beispiel dafür, wie in unserem Körper alles perfekt aufeinander abgestimmt ist. Noch während wir essen, geben die Speicheldrüsen im Mund ein Eiweiß ab, das im Magen Vitamin B12 vor der Magensäure schützt. Gleichzeitig produziert die Magenschleimhaut den sogenannten Intrinsinc Faktor (IF), der im oberen Dünndarm Vitamin B12 übernimmt und auf dem Weg zum unteren Dünndarm begleitet, wo schließlich der B12-IF-Komplex über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen wird. Damit Vitamin B12 optimal verwertet werden kann, muss das Verhältnis stimmen. Ist zu wenig IF vorhanden, kann Vitamin B12 nicht aufgenommen werden. Ist zu viel IF im Spiel, beeinträchtigt das ebenfalls die Resorption durch die Darmschleimhaut. Somit bildet ein gesunder Verdauungstrakt die Grundvoraussetzung für eine gute Vitamin B12-Versorgung. 

 

Stoffwechselaktivator und Blutbildung

Vitamin B12 wird bei vielen Stoffwechselprozessen benötigt. Es ist ein unentbehrlicher Helfer für die Enzyme, welche chemische Umwandlungsprozesse bewerkstelligen. Die Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißverarbeitung hängen u.a. von Vitamin B12 ab. Fehlt es, ist ein Energiemangel in den Zellen die Folge. Überall da, wo sich Zellen ständig erneuern müssen, zeigen sich dann typische Mangelsymptome. Im Mund wären das z. B. eine entzündete Mundschleimhaut und eine raue, gerötete Zunge. Auch die Blutzellen, insbesondere die roten Blutkörperchen, müssen in einem gewissen Zeitrahmen ersetzt werden. Vitamin B12 sorgt im Rückenmark für den Einbau von Eisen in die roten Blutkörperchen. Diese transportieren Sauerstoff in jeden Winkel unseres Körpers. Ist die Blutbildung beeinträchtigt, fühlen wir uns müde und schlapp. Bei einem Vitamin B12-Mangel zeigt sich eine spezielle Form der Blutarmut. Die Mediziner sprechen von einer megaloblastären Anämie, wobei die roten Blutkörperchen nicht vollständig ausreifen und daher als Megaloblasten im Rückenmark und im Blut nachweisbar sind. Äußerlich fallen eine blasse Haut und blasse Schleimhäute auf.    

 

Wichtiger Nervenschutz

Unsere Nerven sind mit einer Schutzhülle (Myelin) versehen, an deren Bildung Vitamin B12 maßgeblich beteiligt ist. Bei Vorliegen eines Vitamin B12-Mangels treten daher Störungen im peripheren Nervensystem auf, die sich in Form von Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Händen und Füßen, einem Verlust des Tastsinnes, einem unsicheren Gang und einer gestörten Koordinationsfähigkeit zeigen. Im zentralen Nervensystem lassen sich Gereiztheit, Aggressivität, Gedächtnisstörungen, Verwirrung, Erregungszustände, Psychosen, Depressionen und Müdigkeit beobachten. Eine Patientin, die an ruhelosen Beinen leidet, beschrieb ihre Situation wie folgt: „Bei mir wurde ein ausgeprägter Vitamin B12-Mangel festgestellt, der höchstwahrscheinlich mit meiner chronischen Gastritis zusammenhängt. Seitdem bekomme ich Vitamin B12 gespritzt, da eine orale Aufnahme nichts bringen wurde, weil ja die Resorption gestört ist. Ich merke genau, wenn ich die Vitamin B12-Spritze wieder benötige, denn dann bekomme ich ganz unruhige und zappelige Beine, besonders am Abend und nachts. Nach der Spritze verschwinden diese Beschwerden komplett.“  

 

Teamarbeit mit Folsäure 

Nicht selten arbeiten verschiedene Nährstoffe im Team zusammen. Vitamin B12 ist für die Umwandlung von Folsäure in ihre aktive Form zuständig. Fehlt es, kann zwar genügend Folsäure in den Körperspeichern vorhanden sein, jedoch nützt das Vitamin in seiner inaktiven Form wenig. Alle Prozesse, wie etwa die Zellteilung und das Zellwachstum sind dann beeinträchtigt. Das zeigt sich zum Beispiel im Verdauungssystem. Durch die Schwächung der Regenerationsfähigkeit treten Entzündungsprozesse an der Magen- und Darmschleimhaut auf, welche in der Folge die Nährstoffverwertung beeinträchtigen. Ein Teufelskreis beginnt. Um herauszufinden, welches der beiden Vitamine tatsächlich einen Mangel in der Versorgung aufweist, ist eine differenzierte Analyse notwendig. Zum Nachweis eines Vitamin B12-Mangels hat sich die Bestimmung von Methylmalonsäure im Urin bewährt. Sie stellt einen frühen Marker dar, da sich Methylmalonsäure auf Grund der ungenügenden Methylierungsreaktionen bei einem Vitamin B12-Mangel anreichert.

 

Tierisch gut

Ausschließlich spezielle Mikroorganismen sind in der Lage Vitamin B12 zu bilden, daher kommt dieses Vitamin vorrangig in tierischen Nahrungsmitteln und in geringeren Mengen auch in fermentierten, pflanzlichen Nahrungsmitteln wie etwa Sauerkraut vor. Auch die Mikroflora des menschlichen Dickdarms produziert Vitamin B12, das dem Organismus jedoch nicht zur Verfügung steht und ungenutzt ausgeschieden wird. Die höchsten Konzentrationen finden sich in Innereien, z. B. Leber, welche das Vitamin speichern. In Muskelfleisch, Milch und Eiern liegen die Gehalte niedriger. Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Camembert gelten ebenfalls als gute Quellen. Der Tagesbedarf von 3 Mikrogramm Vitamin B12 ist z. B. in 100 Gramm Lachs oder 100 Gramm Camembert enthalten. Von Rinderleber bräuchte man nur etwa 5 Gramm zu essen, um genügend Vitamin B12 für den Tag aufzunehmen.  

 

Der Ursache auf der Spur

Obwohl nur eine minimale Zufuhr an Vitamin B12 notwendig ist, zeigen neue Untersuchungen, dass bis zu 90 Prozent der Senioren mit Vitamin B12 unterversorgt sind. Der Grund ist eine gestörte Magen-Darm-Funktion durch Alterungsprozesse, aber auch durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, welche eine chronische Magenschleimhautentzündung provozieren. Zudem kann ein hoher Alkoholkonsum die Magenschleimhaut schädigen. Somit muss bei einem Vitamin B12-Mangel unbedingt die Ursache mitbehandelt und in der Zwischenzeit Vitamin B12 als Injektion verabreicht werden. Die Vitamin B12-Versorgungslage kann sich aber auch durch eine einseitige, vegane Ernährung verschlechtern.  

 

Was tun Veganer?

Mit der Zunahme der veganen Ernährungsweise rückt die Versorgung mit Vitamin B12 mehr und mehr in den Fokus. Pflanzen können selbst kein Vitamin B12 herstellen, weisen aber, wenn sie auf humusreichem Boden gedeihen, gelegentlich geringe Gehalte auf. Eine Kartoffel, Karotte oder rote Beete aus einem nachhaltigen, ökologischen Anbaubetrieb könnte demnach Spuren von Vitamin B12 enthalten, aber darüber fehlen verlässliche Daten. Gerne wird die Bevölkerung der ländlichen Gebiete Indiens als Beispiel herangezogen, wo trotz veganer Ernährungsweise kein Vitamin B12-Mangel bekannt ist. Man geht davon aus, dass die verhältnismäßig schlechtere Hygiene eine höhere Aufnahme an Mikroorganismen z. B. über das Trinkwasser und das Baden in Flüssen wie dem Ganges dafür verantwortlich ist. Auch bei Rohköstlern, die regelmäßig frisch gesammelte Wildkräuter verzehren, lässt sich kaum ein Vitamin-B12-Mangel nachweisen. Mittlerweile werden vegane Produkte, wie Sojadrinks, Cornflakes, Säfte oder Tofu-Produkte mit Vitamin B12 angereichert. Um die Gehalte zu ermitteln, sollten die Angaben auf der Verpackung berücksichtigt werden. Dennoch scheint es schwierig zu sein über eine rein vegane Ernährung den Vitamin B12-Bedarf zu decken, so dass der Versorgungs-Status regelmäßig überprüft werden sollte.    

 

Literatur: Hans Konrad Biesalski, Peter Grimm „Taschenatlas der Ernährung“ und Hans Konrad Biesalski u.a. „Ernährungsmedizin

 

Dieser Beitrag wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Zeitschrift „Deine Gesundheit“ (siehe auch unter „Wortwelten - Zeitschrift“). 


2017


Herbst 2017


Vom Wert der Krankheit - von Theresia de Jong

Krankheit ist die dunkle Schwester der Gesundheit. Und meist total unbeliebt. Dabei kann sie uns sehr viel geben, wenn wir den Mut haben, uns ihr in Liebe zuzuwenden. Drei Jahre nach meiner Melanom-Hautkrebs – Genesung (inzwischen sind es 14 Jahre! her) hatte ich meine Krankengeschichte in einem Buch aufgearbeitet. Natürlich hätte ich damals auch die ganze Episode abhaken können.  Nach dem Motto: Glück gehabt. Schlussstrich und schnell vergessen.  Aber ich wusste: Das Leben wird niemals wieder so sein wie zuvor.  Der Weg nach innen ist unumkehrbar. Die Erkrankung hatte mich an meine brachliegende Spiritualität erinnert. Im Grunde wusste ich seit meinen Kindertagen von den Dingen, hinter den Dingen. Aber irgendwann hatte ich es vergessen. Erst als ich mit der Krebsdiagnose konfrontiert wurde, erwachte in mir der Zugang zu meiner Seele erneut. Hier ein Auszug aus dem Buch:

Die Psychotherapeutin Clarissa Pincola Estés schildert in „Die Wolfsfrau“ auch die Geschichte von La Loba – der Wolfsfrau. Es ist eine Geschichte über die Auferstehung von den Toten. Darin sammelt eine alte, weise Frau – La Loba – in der Wüste die Knochen toter Tiere. Sobald sie daraus ein vollständiges Skelett zusammengesetzt hat, stellt sie sich mit erhobenen Armen über die Knochenreste und beginnt zu singen. Nach und nach beginnt das Geschöpf unter ihr Leben zu zeigen bis es sich erhebt und wegläuft. Wer dem Tier nachblickt merkt vielleicht, dass es sich am Horizont plötzlich in eine Frau verwandelt, die sich schüttelt und lachend verschwindet. Estés deutet diese Geschichte wie folgt: Die toten, zusammenhanglosen Einzelteile werden neu belebt. „Über den Knochen zu singen bedeutet, dem Abgestorbenen, den Überresten, dem Verwundeten und Kaputten neues Seelenleben einzuhauchen. Dies geschieht, indem wir uns in die eigenen psychologischen Tiefen hineinfallen lassen und von dort aus zu den abgestorbenen, den restaurationsbedürftigen Teilen in uns singen und sprechen – mit tiefstem Mitgefühl und einer Liebe, die nur das Selbst für das Selbst empfinden kann.“

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Sommer 2017


Das Gesundheitsportal „www.Zentrum-der-Gesundheit.de“

Foto: ©stafichukanatoly, www.pixabay.com

Autoren: Zentrum der Gesundheit

Ein Interview mit dem Magazin Achtsames Leben

 

Seit wann gibt es das Gesundheitsportal „Zentrum der Gesundheit“?
Das Zentrum der Gesundheit informiert seine LeserInnen seit dem Jahr 1999 zu allen Themen rund um Gesundheit und Ernährung.

Was hat Sie damals bewogen, es ins Leben zu rufen?
Inzwischen sind wir ein Team aus vielen Mitarbeitern. Ursprünglich wurde das Zentrum der Gesundheit jedoch ins Leben gerufen, weil sich die Gründerin allein mit ganzheitlichen Maßnahmen von zahlreichen Beschwerden heilen konnte, die – laut der behandelnden Ärzte – alle chronisch seien und mit denen man sich folglich abfinden müsse. Dazu gehörten eine Psoriasis (Schuppenflechte), ein insgesamt schlechtes Hautbild und massiver Haarausfall. Man könne lediglich Medikamente zur Linderung einnehmen, so die Meinung der Ärzte.
Unsere Gründerin jedoch wollte nicht zeitlebens Medikamente einnehmen, die sie womöglich durch Nebenwirkungen noch kränker machen würden, als sie sich ohnehin schon fühlte. Sie beschloss, ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen und stellte dazu erst einmal ihre Ernährung auf eine basenüberschüssige vegane Ernährung um. Zusätzlich entgiftete und entsäuerte sie ihren Körper, kümmerte sich um eine gute Darmgesundheit, nahm hochwertige Vitalstoffpräparate ein und verwendete ab sofort nur noch natürliche Körperpflegeprodukte.
In den ersten Wochen verschlechterte sich ihr Hautbild jedoch noch weiter. Zwar wusste sie, dass eine Entgiftung mit einer vorübergehenden Verschlimmerung der bisherigen Symptome einhergehen kann, da der Organismus zunächst einmal die Altlasten aus dem Körper schafft. Doch wenn man diese Verschlimmerung am eigenen Leib erfährt, kann es durchaus sein, dass man ins Zweifeln gerät und gelegentlich den Mut verlieren will. Als sie drauf und dran war, einfach aufzugeben, bemerkte sie, wie es ihr von Tag zu Tag besser ging.
Das Hautbild klärte sich zusehends, der Haarausfall stoppte und auch die Psoriasis nahm an Intensität ab. Der Heilprozess verlief sehr langsam, doch nach einem Jahr konnte sie sich als geheilt bezeichnen. Die Psoriasis-Symptome waren verschwunden, das Hautbild war klar und rein, und neues Haar war nachgewachsen. Die Begeisterung war so groß, dass sie sich zur Gesundheits- und Ernährungsberaterin ausbilden ließ und ab sofort anderen Menschen dabei half, sich mit ganzheitlichen Maßnahmen wohler zu fühlen.
Ihre Erfolge führten dazu, dass aus einem kleinen Ein-Frau-Dienstleistungsunternehmen in wenigen Jahren eine Firma mit vielen Mitarbeitern entstand, die alle nur ein Ziel haben: Den Menschen zu zeigen, wie sie mit oft einfachen Maßnahmen ihre Gesundheit verbessern und ihre Selbstheilkräfte aktivieren können.

Wen möchten Sie mit dem Portal insbesondere ansprechen?
Wir möchten alle Menschen ansprechen, die sich gerne eigenverantwortlich um ihre Gesundheit kümmern möchten und die erkannt haben, wie viel Spaß es macht, das Befinden mit oft nur kleinen Veränderungen der eigenen Lebens- und Ernährungsweise enorm zu verbessern. Wir wünschen uns, dass unsere Leserinnen und Leser erkennen, wie sie aktiv ihr Leben, ihr Glück und ihre Gesundheit gestalten und beeinflussen können.
Das bedeutet natürlich nicht, dass man vollständig auf die Schulmedizin verzichten müsste. Im Gegenteil. Es geht darum, sich gut informiert aus jedem Bereich das für sich selbst Passende auszuwählen. Denn auch eine schulmedizinische Therapie wirkt besser und mit weniger Nebenwirkungen, wenn sich der betreffende Mensch gleichzeitig gut ernährt und eine gesunde Lebensweise praktiziert.

Welche Themenschwerpunkte hat das Portal?
Unsere Themenschwerpunkte sind naturheilkundliche Konzepte bei Krankheiten und chronischen Beschwerden, die ganzheitliche Gesundheitsprävention, die gesunde pflanzenbasierte Ernährung, moderne Entschlackungskonzepte und vieles weitere mehr. Über unsere Kochvideos bei YouTube können unsere LeserInnen überdies sehr einfach lernen, wie man gesund und ohne großen Aufwand kochen kann.
Wir veröffentlichen in unserem Portal www.zentrum-der-gesundheit.de fast täglich neue interessante Artikel und News zu den genannten Themen. Ein- bis zweimal monatlich erscheint ferner unser Newsletter mit den besten der zuvor veröffentlichten Artikeln.

Woher stammen Ihre Informationen?
Unsere Mitarbeiter, die sich um die Inhalte unserer Artikel kümmern, sind Ernährungsberater, Heilpraktiker, Köche, Journalisten oder Ökotrophologen und verfügen neben ihren beruflichen Qualifikationen fast alle über eigene Erfahrungen im Bereich der Naturheilkunde, konnten sich also selbst schon von ihren einstigen Beschwerden befreien oder diese bessern.
Unsere Artikel werden sodann meist aufgrund von interessanten wissenschaftlichen Studien verfasst, die in der Fachliteratur veröffentlicht wurden und meist das bestätigen, was man aus der Volksheilkunde schon seit Jahrhunderten weiß – nämlich dass eine gesunde pflanzenbasierte Ernährung, die möglichst wenig verarbeitet wird, in Kombination mit ausreichend Bewegung und individuell ausgewählten natürlichen Nahrungsergänzungen äußerst heilsam ist.
Letztes Jahr beispielsweise veröffentlichten Zahnmediziner der Uni Freiburg eine Studie (Juli 2016), in der sie zeigen konnten, wie eine gesunde Ernährung und spezielle Nahrungsergänzungen ganz enorm die so weit verbreitete Zahnfleischentzündung bessern können, so dass selbst in Zahnarztpraxen künftig nicht nur die üblichen Medikamente und Behandlungen empfohlen werden, sondern auch eine Ernährungsumstellung (wenn der jeweilige Zahnarzt entsprechend informiert ist).

Wird das Portal gut angenommen von den LeserInnen?
Inzwischen folgen uns auf Facebook über 240.000 AbonnentInnen. Ähnlich häufig wird unser Newsletter verschickt. Die zahlreichen Anfragen und Emails, die wir erhalten, zeigen außerdem, wie groß der Informationsbedarf in Sachen eigenverantwortlicher Gesundheitsprävention ist.
Denn auch wenn es mittlerweile immer mehr Ärzte mit naturheilkundlicher und/oder ernährungsmedizinischer Zusatzausbildung gibt, sind sie nach wie vor zu dünn gesät, so dass die meisten Menschen keinen kompetenten Berater an ihrer Seite haben, der sie objektiv über die zur Verfügung stehenden ganzheitlichen Maßnahmen informieren kann.
Wir hoffen daher, mit unserem Portal auch dazu beitragen zu können, dass sich immer mehr Ärzte dazu bewogen fühlen, sich entsprechend weiterzubilden und ihren schulmedizinischen Tunnelblick ein wenig zu erweitern ;-)

Können die LeserInnen auch selbst zum Portal beitragen?
Ja, unsere LeserInnen können auf vielfältige Weise zu unserem Portal beitragen. Was uns immer besonders freut, sind Berichte von LeserInnen, die ihr Befinden dank der bei uns vorgestellten ganzheitlichen Konzepte merklich verbessern konnten. Wir freuen uns aber auch, wenn uns LeserInnen bestimmte Themen übermitteln, zu denen sie sich einen Artikel wünschen. Auch können unsere LeserInnen unsere Kommentarfunktion nutzen und dort ihre Meinung, ihre Erfahrungen, aber auch Kritik kundtun. Natürlich können auch Fragen gestellt werden, die wir umgehend beantworten und die uns auch helfen, unsere Informationen auf unserer Webseite zu erweitern und zu ergänzen. LeserInnen mit entsprechender Qualifikation können uns auch redaktionelle Beiträge senden, die bei Eignung, also nach Prüfung durch unsere Experten u. U. veröffentlicht werden können.

Dann wünschen wir weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für das Interview!
Wir danken Ihnen ebenfalls und wünschen allen Ihren Lesern viel Gesundheit :-)
www.zentrum-der-gesundheit.de

Foto: ©stafichukanatoly, www.pixabay.com


Frühling 2017


Tips und Tricks im Umgang mit Handy, Schnurlostelefon, WLAN & Co. - von Barbara und Dipl. Ing. Peter Newerla

DECT-Schnurlostelefone
Ein großes Problem in den eigenen vier Wänden sind heute oft schnurlose Telefone nach dem DECT-Standard. DECT bedeutet „Digital European Cordless Telecommunication“ und bezeichnet eine spezielle Art der Datenübertragung. Alle modernen Schnurlostelefone verwenden diese Technik. DECT sendet in der Regel mit gepulster Strahlung und hohen Intensitäten 24 Stunden am Tag, egal ob telefoniert wird oder nicht. Die Dauerstrahlung geht dabei von der Basisstation aus, die Handgeräte strahlen nur wenn telefoniert wird. Durch die räumliche Nähe der Basisstationen zu Schlaf- und Wohnbereichen erreicht die  Strahlenbelastung im häuslichen Umfeld oft Werte, bei denen man sich um den nächsten Handymasten keine Gedanken mehr zu machen braucht.

Seit einigen Jahren rät deshalb auch das Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de ) vom Gebrauch von DECT-Telefonen ab und hat die Hersteller aufgefordert die Strahlenbelastung drastisch zu senken. Diese haben inzwischen auch vielfach strahlungsreduzierte Modelle mit einem sogenannten ECO- oder Öko-Modus entwickelt. Der ist aber standardmäßig nicht aktiviert und muss jeweils erst eingeschaltet werden!

Leider gibt es bisher keine einheitlichen Standards für die Strahlenreduktion und unendlich viele Varianten: die einen reduzieren die Strahlung, die anderen schalten ganz ab. Die einen nur wenn das Mobilteil in der Ladeschale liegt, die anderen schalten zwar ab, aber senden alle 30 Sekunden ein kurzes Funksignal. Manchmal funktioniert der ECO-Modus nicht, wenn mehrere Mobilteile mit einer Basisstation betrieben werden. Das ist leider sehr verwirrend. Deshalb möchten wir hier eine kleine Orientierung geben.

Der “ECO-Mode” (oder ähnliche Bezeichnung)
Hier wird die Strahlung in der Regel um den Faktor 10 bis 100.000 reduziert, wenn nicht telefoniert wird – vorausgesetzt das Mobilteil liegt in der Ladeschale und es sind nicht mehrere Mobilteile an der Basisstation angemeldet. Der ECO-Mode ist damit der niedrigste Standard zur Strahlungsreduktion. Diese Telefone werden auch oft mit dem Prädikat „strahlungsarm“ angepriesen.

„ECO Modus plus“ (auch „Full ECO Mode“,„fulleco“ oder “DECT zero“)
Der „ECO Modus plus“ leistet da schon wesentlich mehr. Hier schaltet die Basisstation komplett ab, auch wenn mehrere Mobilteile angemeldet sind und diese nicht in der  Ladeschale stecken. Bei den meisten Telefonen erfolgt die Abschaltung nach 20 Sekunden bis 2 Minuten nach Beendigung des Telefonats.

Man muss allerdings beachten, dass die verwendeten Mobilteile alle vom selben Typ und Hersteller sein und den ECO+ Modus unterstützen müssen, sonst funktioniert es nicht und das Telefon strahlt trotzdem. Bei den meisten Modellen muss außerdem der Eco-Modus bei Inbetriebnahme des Telefons erst eingeschaltet werden.

Inzwischen muss man außerdem wissen, dass einige Modelle zusätzlich eine Bluetooth und WLAN Schnittstelle implementiert haben, die ebenfalls meist standardmäßig aktiviert ist und die man manuell abschalten muss. Dazu gehören einige Modelle der Telekom, sowie von Phillips und Siemens.

Eine sehr gute Dokumentation zum Thema strahlungsarme Schnurlostelefone mit Auflistung verschiedenster Modelle und ihres Strahlungsverhaltens finden Sie hier: http://www.baubiologie-virnich.de/pdf/DECT_zero.pdf 

Wenn Ihr Telefon zwischen den Gesprächen vollständig abschaltet, tun Sie schon eine Menge für sich und Ihre Nachbarn. Was aber trotzdem bei allen strahlungsreduzierten Modellen immer bleibt, ist die Belastung mit gepulster Strahlung während des Telefonats. Aber auch hier gibt es Alternativen, wenn man möchte. (…)

Praktische Tips für das Schnurlostelefon

Die beste Lösung: Kein schnurloses Telefon verwenden
Mit einem „altmodischen“ Kabeltelefon ist man strahlungstechnisch am besten bedient. Dann hat man sicher während und zwischen den Telefonaten 0,0 μW/m² Funkstrahlung.

Die zweitbeste Lösung: Schnurgebundenes und schnurloses Telefon parallel installieren

Wenn man nicht auf ein schnurloses Telefon verzichten möchte, bietet es sich an, eine schnurgebundene und eine kabellose Variante parallel zu installieren. So kann man längere Gespräche am Kabeltelefon führen und genießt trotzdem den Komfort der Mobilität mit dem Schnurlosen, wenn man es wirklich braucht.

Um ein schnurloses und ein schnurgebundenes Telefon unter derselben Rufnummer parallel zu betreiben, braucht man einen sogenannten Telefonverteiler (siehe Abb. oben). Dieser kostet auf www.schnurlostelefon.de  6,90 €. Es klingeln dann bei einem eingehenden Anruf jeweils beide Telefone und man kann je nach Situation entscheiden, welches man benutzt. So kann man starke Belastungen durch lange Telefonate mit dem Funktelefon auf einfache Art und Weise vermeiden.
Achtung! Hier sind nicht die im Handel erhältlichen Kombigeräte gemeint die schnurlos und schnurgebunden kombinieren, denn bei diesen strahlt die Basisstation trotzdem, da sie das Mobilteil bedienen muss, falls es gebraucht wird. Verwenden Sie wirklich zwei unterschiedliche Telefone, die Sie wie oben gezeigt kombinieren.

Textauszug mit freundlicher Genehmigung aus:

Tips und Tricks im Umgang mit Handy, Schnurlostelefon, WLAN & Co.

Barbara & Dipl. Ing. Peter Newerla

FreiRaumMedia Verlag

86 S., 9,95 €.

Hier können Sie es bestellen: Tips und Tricks

Fotos: Thomas Hecker - Fotolia.com; Rulan - Fotolia.com; Barbara Newerla


Winter 2017


Ernährung und Spiritualität – ein Erfahrungsbericht von Marjolein Grislo

“Iss nichts was du nicht magst, aber iss nicht alles was du magst.”

- Swami Sivananda

Seit zwei Jahren beschäftige ich mich mit dem Einfluss den die Ernährung hat auf meine spirituelle Entwicklung. Immer besser spüre ich das Schwingungsniveau der Ernährung und fühle wie manche Nahrung eine sehr verdichtende oder toxische Auswirkung hat - sie macht trüb, wo andere Nahrung mich leicht macht und öffnet.
Dazu spüre ich auch oft die Energie die manche Nahrung enthält. Energie die z.B. bei der Zubereitung auf die Nahrung übertragen wird. Ob das Essen mit Liebe und Achtsamkeit zubereitet wird. Wenn die Nahrung eine schlechte Energie hat, bekomme ich oft allergische Reaktionen, dann schwillt die Schleimhaut von Mund, Kehle und Rachen an, oder es kommt zu Jucken und Verdauungsbeschwerden. Auch alte, verkochte, energielose Nahrung tut mir nicht gut. Je mehr ich mich dafür öffne umso schneller bemerke ich, ob die Nahrung mir gut tut oder dass ich sie besser nicht essen soll.

Früher als Kind war ich übergewichtig, aber seitdem ich mich mit Spiritualität und Nahrung auseinandersetze ist das nicht mehr der Fall. Als Kind konnte ich immer essen, war immer hungrig, eine richtige Naschkatze. Das hat sich aber geändert, denn ich bemerke, dass, je mehr Yoga ich mache und je mehr ich mich mit Spiritualität befasse, umso weniger Bedarf habe ich an Essen, an Nahrung. Ich ernähre mich vegan und bin jetzt auch wieder auf dem Weg, mehr Rohkost zu essen (ich war auch schon ein Jahr Rohkostlerin). Mir ist jetzt klar geworden, dass das Essen früher ein Ersatz war für etwas – für ein anderes unerfülltes Bedürfnis (so wie bei vielen Menschen), das Bedürfnis nach etwas Wesentlichem, nach mehr Tiefe. Ein Hunger nach mehr, ich wusste aber nicht, nach was. Spiritualität gibt mir aber diese Nahrung, füllt das Loch, stillt den Hunger. Essen ist nicht mehr so relevant, und wird immer weniger relevant.

Wenn ich mich durch äußere Umstände (zu viel Arbeit usw.) weniger mit Yoga und Spiritualität beschäftigen kann als ich möchte, bemerke ich dass ich aus dem Gleichgewicht gerate, wieder mehr Hunger habe und mehr esse. Ich bekomme wieder Kaffeebedarf und Lust auf Süßigkeiten, was ich sonst nicht mehr habe. Aber wenn ich das dann esse, schmeckt es mir gar nicht, ich spucke es oft wieder aus. Denn es ist nicht die Nahrung die ich brauche, die meine Seele braucht.

Manchmal merke ich dass ich hungrig bin obwohl ich keine Lust auf Essen habe. Ich möchte dann gar nicht essen, aber doch ist da ein Gefühl von “Hunger”. Es ist aber ein “Hunger” nach seelischer Nahrung. Ich glaube, dass das für viele Menschen heutzutage genau so gilt wie für mich. Viele Menschen versuchen mittels Essen ein Loch zu füllen. Aber da Essen nicht die richtige Nahrung ist, nicht das wonach sie sich tief in ihrem Inneren wirklich sehnen, sie aber den Bedarf danach haben, sind sie niemals gesättigt. Der Hunger bleibt, was dazu führt, dass man weiter isst, obwohl es vielleicht gar nicht schmeckt. Aber da sie sich nicht bewusst sind was sie wirklich brauchen, nämlich Nahrung für die Seele, machen sie so weiter, was leider allzu oft zu körperlichen aber auch psychischen Beschwerden führt. Denn wenn wir uns nicht auf die richtige Art und Weise ernähren, muss die Seele nach “Nahrung” rufen. Wir vernachlässigen uns selber und tun uns selbst nichts Gutes, indem wir uns nicht die Zeit und Ruhe gönnen, auf unser Bauchgefühl, auf unser Herz zu hören, und uns das zu geben wonach wir wirklich Bedarf haben.
 
Es ist in dieser Welt aber leider nicht einfach sich den eigenen Gefühlen und inneren Wünschen zu öffnen, da die Gesellschaft heutzutage geprägt ist von Leistungsdruck, Karriere, Geld, Stress, Materialismus, usw. Gefühle kann man dabei weniger gut brauchen.
Dazu macht es vielen Menschen Angst sich den Gefühlen zu öffnen, Angst davor was das alles auslösen wird. Viele haben sich absichtlich ihren Gefühle verschlossen, damit sie aufrecht bleiben können in dieser Gesellschaft und mitmachen können. Und dementsprechend haben wir unsere Nahrung auch darauf ausgerichtet, d. h.: viel Aufputschmittel wie Kaffee, Energiedrinks, Süßigkeiten, Fastfood, Tabak, Alkohol, usw.  Nur damit wir allen Erwartungen entsprechen können, denn sonst ist es kaum möglich alles zu schaffen was so von einem verlangt wird.
Aber wenn du dich selbst liebst und dir und deiner Seele etwas Gutes tun willst und es dich traust dann öffne dich deinem Herz, höre was es zu dir sagt und nähre es auf die richtige Art und Weise, mit seelischer Nahrung damit dein inneres Loch gefüllt wird und du dich wohler fühlst im Körper und im Geist.

Seit ich mir darüber bewusst geworden bin wonach mein Herz, meine Seele sich wirklich sehnen, habe ich mich dafür entschieden dass ich ab jetzt nur noch den spirituellen und Yoga-Weg gehen möchte. Denn ich möchte mich nur noch auf die für mich richtige Art und Weise ernähren. Liebe, Wärme, Positivität, anstatt mich vollzustopfen mit “Füllmitteln”.

Literatur:
Gabriel Cousens “Ganzheitliche Ernährung und ihre spirituelle Dimension”
Gabriel Cousens “Bewusst Essen, Individuelle Ernährung mit Ayurveda”
Michael Delias “Die Heilnahrung”
Angela Kämper “Prana Nahrung: Rundum wohlfühlen mit lichtvoller Ernährung”

Marjolein Grislo
Ursprünglich aus dem Norden von Hollands führte das Leben mich die letzten 4 Jahre quer durch Holland und Deutschland und letztendlich nach Oldenburg. Ich unterrichte und praktiziere leidenschaftlich Yoga und bin dabei immer wieder erstaunt über den Zusammenhang psychischer und körperlicher Blockaden und wie Yoga und gesunde Ernährung meine spirituelle Entwicklung unterstützen. Kontakt: marjoleingrislo@gmail.com


Herbst 2016


TianTao Yoga - Das Ende der Anstrengung

Julia Kant
TianTao Yoga

TianTao Yoga ist eine Perle der Selbstheilung und Langlebigkeit aus den Klöstern Chinas, die besonders effektiv bei Problemen im Bewegungsapparat wie Rücken- und Nackenschmerzen, verspannten Schultern und insgesamt eingeschränkter Mobilität wirkt.
Darüber hinaus setzen die sanften Übungen einen regenerierenden und verjüngenden Prozess im Praktizierenden in Gang, der seine heilende Wirkung bis tief in die Organe hinein entfaltet.
Das verblüffendste an TianTao Yoga ist aber der Umstand, dass man die besten Resultate erzielt, wenn man sich nicht anstrengt; aus diesem Grunde wurde es auch schon einmal augenzwinkernd als „Yoga für Faule“ bezeichnet. Im Kern geht es darum, die Bewegungen spontan aus einem entspannten Zustand ohne Leistungsdruck entstehen zu lassen und das damit einhergehende Gefühl zu genießen anstatt hart daran zu arbeiten alles richtig zu machen.

Erfahrungen 


Oftmals tritt beim Praktizieren eine starke Wärmeentwicklung entlang des unteren Rückens ein; parallel beginnt die Übung zur Verjüngung der Wirbelsäule sofort zielgerichtet an Blockaden im Rückenbereich zu arbeiten. Mit jeder Wiederholung der sowohl kreis-als auch wellenartigen Bewegung bekommen Wirbel, Muskeln und umgebende Körpergewebe einen Impuls zur Neuausrichtung. Meistens geht dieser Prozess ganz unauffällig von statten, einfach in dem die Körperstrukturen einen Weg finden von innen heraus loszulassen;  manchmal lässt sich auch ein Geräusch, ähnlich wie bei einer chiropraktischen Anwendung vernehmen,  jedoch mit dem bedeutenden Unterschied, dass diese Justierung  ganz von allein ohne äußere Krafteinwirkung geschieht. Gleichzeitig setzt die Auflösung des alten, Probleme verursachenden Musters automatisch und ganz natürlich das Erlernen gesünderer Bewegungsmuster in Gang. Schon in kurzer Zeit kann sich die Haltung verbessern, ohne dass man absichtlich versucht gerader zu sitzen oder zu stehen, auch das Laufgefühl gewinnt neue Leichtigkeit.
Die Wirkprinzipien dieser anmutigen und früher nur erfahrenen Mönchen zugänglichen Übungen lassen sich sowohl mit überlieferter Erfahrung über das energetische Design des Menschen als mit zeitgenössischem physiologischen und psychologischen Wissen erklären.

Aus dem Verspannungskreislauf aussteigen


Im Prinzip handelt es sich bei der Korrektur von Haltung und Bewegungsmustern um einen neurologischen Prozess, an dem das Gehirn intensiv beteiligt ist. Da die Bewegung nie stoppt, werden Gehirn und Muskeln ständig auf sanfte Weise angeregt, den harmonischsten und einfachsten Weg zu suchen oder besser gesagt sich wieder an ihn zu erinnern, denn grundsätzlich ist das Wissen um einen ausgeglichenen und heilsamen Bewegungsfluss instinktiv in uns angelegt. Im Laufe der Zeit schleichen sich durch Stress, unverarbeitete Emotionen, Schonhaltungen z.B. nach Verletzungen und allgemeinen Bewegungsmangel Blockaden ein, die immer mehr einschränken und schließlich einen Kreislauf aus Schmerz und immer noch mehr Verspannung hervorrufen, bis man sich am liebsten gar nicht mehr bewegen möchte. In Folge dessen stagniert auch die innere Bewegung, genauer gesagt der Transport von Energie, Blut und Körperflüssigkeiten wie der Lymphe – ein degenerativer Zyklus, der ebenso die Funktion der Organe erheblich schwächt.
All dem kann mit TianTao Yoga entgegengewirkt werden: Die Übungen mobilisieren und „schmieren“ die Gelenke, darüber hinaus  stärken sie die feinen inneren Muskelgruppen, die den Körper aufrecht halten. Die Organe werden massiert, die Durchblutung wird effektiv angeregt und die Lymphe in Fluss gebracht. Bei regelmäßigem Üben beginnt der Körper wieder mehr essentielle Flüssigkeiten zu bilden, auf diese Weise kann die Haut praller und feuchter erscheinen. Eine der wichtigsten Wirkungen ist sicherlich der Ausgleich und die Belebung der Gehirnfunktion, was das Eintauchen in meditative Zustände und das Erleben von Glücksgefühlen und Zufriedenheit unabhängig von äußeren Faktoren ermöglicht.

Stressmuster im Gehirn auflösen


Die Herausforderungen, denen wir im täglichen Leben gegenüberstehen, sind heutzutage sehr viel komplexer als noch vor fünfzig Jahren. Oft fühlt sich das Gehirn durch den Ansturm von unzähligen schnell hintereinander folgenden oder gleichzeitig einstürmenden Informationsimpulsen überlastet. Es verfängt sich in einem Kreislauf von Stressreaktionen, die die primitiven Gehirnzentren und die damit verbundenen Angriffs- oder Fluchtmechanismen aktivieren. In diesem Zustand ist es nicht möglich, effektiv zu denken oder zu lernen, kreativ zu sein oder sich zu erholen.
Die im Sitzen ausgeführten Übungen des TianTao Yoga führen den Geist innerhalb kürzester Zeit in eine beschauliche Stille, die Stresszentren beruhigen sich und die höheren auf Kohärenz und Ganzheitlichkeit ausgerichteten Gehirnregionen und Drüsen werden genährt. Dadurch verbessern sich u.a. auch die Fähigkeit der inneren Wahrnehmung, die Intuition und die Konzentrationsfähigkeit.

Das Plus an Lebensenergie


Als großer Bonus kommt hinzu, dass dem Körper anders als bei herkömmlichen Sportarten oder Gymnastik Energie hinzugefügt wird. Wenn man sich beim Sport anstrengt und verausgabt, trainiert das zwar einerseits den Körper, gleichzeitig werden aber Energiereserven verbraucht, die ihm dann nicht mehr für innere Heilprozesse zur Verfügung stehen. Den TianTao Übungen liegt dagegen ein ausgefeiltes Energiemanagement zu Grunde, das einerseits vorhandene aktive Lebensenergie unablässig im Körper regeneriert und andererseits den Zustrom von externer, sogenannter vorgeburtlicher Urenergie anregt. Dies ist gerade in der heutigen Zeit, in der viele Menschen an chronischer Müdigkeit und Erschöpfungszuständen leiden, besonders wichtig.

Natürliche Zyklen


Manche Wirkungen treten schnell ein, manche entfalten sich im Laufe der Zeit. Die Übungen scheinen ihre eigene Intelligenz zu haben und bei jedem Menschen individuelle Prozesse in Gang zu setzen. Auf jeden Fall stellen die positiven Entwicklungen eine natürliche Konsequenz regelmäßigen Übens dar. Selbst zehn Minuten täglicher Übungspraxis bringen bereits Resultate. Ratsam ist, sich nicht unter Druck zu setzen, sondern die vielen kleinen Dinge zu beobachten, die sich auf allen Ebenen in Bewegung zu setzen beginnen und Freude am Praktizieren zu finden. Anfänglich strengt man sich bei dem Versuch sich nicht anzustrengen vielleicht besonders an, was völlig normal ist und mit Humor genommen werden sollte. Manchmal kommt es nach einer Phase deutlicher Verbesserung von Symptomen zu einem Stillstand oder einer kurzfristigen Verschlechterung – auch das ist ganz normal, denn auf dem Weg zu mehr Gesundheit und Harmonie muss das System „Altlasten“ verarbeiten, die physischer, emotionaler und mentaler Natur sein können. Nach dieser Phase stabilisieren sich die Fortschritte und es geht fühlbar weiter aufwärts – den Möglichkeiten sind dank des ganzheitlichen Ansatzes keine Grenzen gesetzt. Da TianTao Yoga ohne Vorbereitung und zu jeder Tageszeit, ohne spezielle Kleidung oder Ausrüstung praktiziert werden kann, stellt es eine ideale Lösung für den stressigen und komplexen Lebensstil unserer Zeit dar.

Übung: Energie vom Himmel aufnehmen


Diese einfache Atemtechnik baut den Energiespeicher im Innersten des Körpers auf, und versorgt Körper und Verstand in verstärktem Maße mit Geisteskraft. Die Besonderheit der Technik liegt darin, dass die Atmung fast von selbst geschieht und nicht aktiv erzeugt werden muss. Sie generiert Wärme im Unterbauch und massiert die inneren Organe und wird im Sitzen, entweder auf einem Kissen bzw. Hocker am Boden oder auf einem Stuhl ausgeführt.

Drücken Sie den Bauch sanft nach vorn und haben Sie das Gefühl, als wenn sich der Oberkörper dabei leicht öffnet, so als wolle er dem Bauch etwas Raum geben.
Diese Bewegung führt automatisch dazu, dass Luft über die Nase in den Körper hinein strömt, ähnlich wie bei einem Blasebalg.
Achten Sie darauf, nicht mit dem Atem zu helfen um den Bauch nach vorn zu drücken, lassen Sie ihn einfach passiv hinein strömen.
Halten Sie einen Moment lang nach der Einatmung inne. Währenddessen bleibt der Bauch herausgedrückt und der Atem wartet.
Lassen Sie den Bauch los, bevor es anstrengend wird.
Durch das Loslassen sinkt der Bauch nach innen, auch der Oberkörper lässt etwas los, wodurch der Atem ganz von allein und völlig geräuschlos durch die Nase hinaus strömt.
Finden Sie bei der Ausatmung Wege die Schultern, den Nacken und die Schädelbasis loszulassen. Machen Sie es sich leicht.
Wenn Sie dieses Prinzip des Passiv-Atmens verinnerlicht haben, können Sie damit beginnen den Körper mit Energie vom Himmel zu füllen.
Haben Sie bei der nächsten Einatmung das Gefühl, dass Sie sich durch die Mitte der Stirn - dem sogenannten vierten Auge - öffnen. (Das 4. Auge liegt ca. 2 cm über dem dritten Auge.)
Lassen Sie Energie vom Himmel über das vierte Auge einfließen und entlang der Zentrallinie an der Vorderseite des Körpers hinab in den Bauchraum strömen.
Bei der Ausatmung richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Bauch, welcher durch den Zufluss an Energie gefüllt, gewärmt und genährt wird.

Fahren Sie mit der Atmung für 1-2 Minuten oder auch länger fort. Beobachten und fühlen Sie was geschieht, ohne sich anzustrengen. Danach ruhen Sie sich für einen Moment aus und lassen den Atem kommen und gehen, wir er möchte.
Vielleicht verspüren Sie jetzt ein angenehmes Wärmegefühl im Körper oder können ein Kribbeln wahrnehmen. Auch wenn Sie keine besonderen körperlichen Empfindungen haben und sich einfach nur beruhigt fühlen, wird die Übung ihre Wirkung im Inneren entfalten.

Julia Kant
Julia Kant

Sommer 2016


Lebensprozesse – die heiligen Gesetze der Gesundheit und Langlebigkeit

Autor: Frank Albrecht

Ein Leben ohne Krankheit und Alterung - davon träumt man schon seit vielen Jahrtausenden. Unsere tägliche Realität scheint uns zu beweisen, dass dies nicht im Bereich des Möglichen liegt – dennoch, wenn wir der Überlieferung vertrauen wollen dann haben die Menschen vor Noah (vor der Sintflut) des Öfteren 800 Jahre oder noch länger gelebt. Das erscheint zunächst fantastisch, aber wenn wir uns näher betrachten wie der Alterungsprozess und die Ursachen von Krankheiten genau funktionieren, dann öffnet sich uns ein unerwartet neuer Blickwinkel. Wir müssen zu dem Schluss kommen, dass unsere Lebensweise, als auch unsere Ernährung soweit von den ursprünglich angelegten heiligen Gesetzen des Lebens abweicht, dass Krankheit und beschleunigte Alterung die logische Konsequenz sind. Der Alterungsprozess ist nichts anderes als eine Aneinanderkettung von Fehlern unsererseits, welche wir zumindest zum großen Teil auch selbst wieder beheben können. (…)

Der Alterungsprozess als auch die Ursache von Krankheiten kann allein auf physischer und biochemischer Ebene nicht geklärt werden. Unsere konventionelle Wissenschaft ist daher auf diesem Gebiet überfragt. Alles Leben ist Materie, Energie und Geist (und nicht nur Materie, wie heutzutage auf den Universitäten gelehrt wird), und so muss auch eine ganzheitliche Heilkunde jeden dieser drei Faktoren berücksichtigen. Es gibt daher genau drei unterschiedliche kausale Krankheitsfaktoren, die für alle Zivilisationskrankheiten als auch den Alterungsprozess gelten, und diese sind immer miteinander verknüpft:

1. die Ebene der Materie, welche sich im Biochemismus des Körpers ausdrückt, der vor allem nicht übersäuert sein darf (alle Zivilisationskrankheiten entstehen nur in einem übersäuerten biologischen Terrain). Diese Ebene ist vor allem von der Ernährung beeinflusst.
2. die energetische Ebene. Sie bezieht sich auf die organisierende Lebensenergie (die in China „Qi“ und in Indien „Prana“ genannt wird), welche alle zellulären Prozesse steuert. Auf dieser Ebene muss vor allen Dingen unser Lebensumfeld (z. B. die elektromagnetischen und geopathischen Störfelder in unserer Lebensumgebung, unserem Haus) berücksichtigt werden.
3. die seelische Ebene, welche oft durch Traumen oder Karma aus früheren Leben belastet ist. Das Unterbewusstsein der meisten erwachsenen Menschen ist oft mit viel „Unrat“ belastet, welcher die Funktionen der Chakren und Meridiane beeinträchtigt, und damit auch die Funktionen der verschiedenen Organe. Diese belastenden Faktoren müssen durch geeignete Techniken aufgelöst werden.
Jede Krankheit ist eine Kombination dieser drei Faktoren, und alle drei müssen bei der Behandlung berücksichtigt werden, um eine vollständige Heilung zu erreichen.

Materielle Ursachen der Alterung (das biologische Terrain):
Circa 99 % der Menschen in westlichen Ländern sind übersäuert. Je saurer das Bio-Terrain, desto schneller laufen degenerative Prozesse im Körper ab. Eine Säure ist aggressiv, sie verursacht Korrosion. Vielleicht haben Sie schon erlebt wie ein Tropfen Schwefelsäure aus einer Autobatterie ein Loch in Ihr Hemd gebrannt hat. Wir haben ähnliche Säuren in Tausenden von Kombinationen in unserem Körper.
Diese transformieren „lebendige Substanzen“ (unsere körpereigenen Mineralstoff-Speicher, die Basis unserer Gesundheit und Schönheit) in „tote Substanzen“ (saure Salze oder Schlacken, die die biologische Grundlage für jede Art der Zivilisationskrankheit bilden). Dies ist der (biochemische) Prozess des Alterns und der Beginn aller Krankheiten (lange bevor sich das eigentliche Symptom einstellt). Es ist jedoch möglich diesen Prozess zu verlangsamen und bis zu einem gewissen Grad auch umzukehren.

Energetische Ursachen der Alterung (das energetische Lebensumfeld):
Die Wahrheit ist, dass der Körper ein offenes System ist, welches von vielen anderen Systemen beeinflusst wird. Für die Lebensprozesse ist es besonders wichtig, die schädlichen Einflüsse von geopathischen und elektromagnetischen Energiefeldern zu berücksichtigen. Es gibt aber noch eine Vielzahl anderer Faktoren, die unseren energetischen Lebensraum und damit unsere Gesundheit und unseren Alterungsprozess beeinträchtigen, wie zum Beispiel baubiologische und geomantische Gegebenheiten. (…) Dieser Faktor ist ebenso wichtig für unsere Gesundheit und Heilung wie die Ernährung und Entgiftung.

Seelische Ursachen der Alterung:
Die Auswirkung der Seele auf die menschliche Gesundheit wird in der zeitgenössischen Medizin gemeinhin als psychosomatisch bezeichnet. In Wirklichkeit beinhaltet dieser Aspekt Karma aus früheren Leben, das Chakrensystem, das Meridiansystem, die Interaktion mit dem Reich der Verstorbenen und vieles mehr. Der Zustand unserer Seele hat einen starken Einfluss auf unsere Gesundheit. Diesen Einfluss einfach „psychosomatisch“ zu nennen, trifft nicht genau den Punkt. Die Aktivität unserer Seele bestimmt zu einem großen Teil das Prana (die Lebensenergie), das wir für unser Leben zur Verfügung haben.


Wenn wir die heiligen Gesetze der Lebensprozesse in unserem Leben berücksichtigen werden wir sicher nicht gleich 800 Jahre alt, aber viele Forscher sind sich einig, dass 140 Jahre das Alter wäre, das für uns Menschen normal wäre. Mit dem Verständnis der Lebensprozesse und der individuellen Analyse eines Patienten lässt sich auch eine Heilungsmöglichkeit für jede Krankheit finden. (…)

Foto: www.pixabay.com

Lebensprozesse – die universellen Gesetze der Gesundheit und Langlebigkeit, Via Nova Vlg., 2015

Frank Albrecht, in Deutschland aufgewachsen, lebte er von 2000 bis 2015 in Irland. Er arbeitet als ganzheitlicher Forscher, Wellness Coach, Autor, Feng Shui- und Ernährungsberater, Rutengänger, Seminarleiter und ganzheitlicher Pädagoge. Durch spirituelle und biophysikalische Forschungen und Studien, die von einem Prozess der inneren spirituellen Transformation begleitet waren, erhielt Frank Albrecht tiefe Einsichten in die bio-chemischen, bio-physischen und spirituellen Zusammenhänge von Gesundheit und Krankheit. Sein Wissen gibt er in Einzelberatungen, Vorträgen und Seminaren weiter.

www.stopageing.com , www.lebensprozesse.org  und www.frankalbrecht.eu


Frühling 2016


Heilsame Berührung mit Therapeutic Touch

© karelnoppe –Fotolia.com

Brückenschlag zwischen moderner Medizin und alten Heiltraditionen
Autorin: Vera Bartholomay

 

Leila ist vier Jahre alt und schwerstbehindert. Sie ist spastisch, der Körper ist stark verdreht. Sie kann nicht sprechen, sitzen oder gehen. Ihre Mutter hält sie im Arm und streichelt sie sanft, während sie mit uns über das Heilen mit Energien spricht. „Ich kann so etwas nicht – dafür muss man wahrscheinlich eine besondere Begabung haben“. Dabei schaut sie ihre Tochter liebevoll an und streichelt sie weiter. Leila macht eine Mundbewegung, die man als Lächeln verstehen könnte. „Wenn sie so reagiert, hat sich alle Mühe gelohnt“, sagt die Mutter und alle im Raum sind ergriffen von dieser selbstlosen Liebeserklärung. Ich erkläre ihr, dass sie das, was wir unter „energetischem Heilen“ verstehen, gerade selbst ununterbrochen macht, dass sie es besser kann als die allermeisten – und dass alles, was sie darüber lernen könnte, nur eine Verfeinerung der Technik wäre. Sie schaut mich ungläubig an. „Ich mache doch nichts Besonderes, ich streichele Leila nur.“ Dass dabei ein feiner Strom reiner Liebe hinüberfließt, ist keine bewusste Aktivität.
Mit Leila erleben wir, was alle Eltern tun, wenn sie ihre Kinder lieben. Und was alle Menschen tun, wenn sie lieben. Wenn das Herz überfließt, fließt Energie. Es ist nichts Mystisches, nichts Magisches, sondern gehört zu unserem normalen Alltag dazu. Und wenn diese Energie Liebe transportiert, hat sie eine heilsame Wirkung.
Aber nicht nur unter Liebenden fließen heilsame Energieströme. Die heilsame Berührung ist eine Technik, die ganz leicht von jedem gelernt werden kann. Denn es ist eine uralte Fähigkeit, die schon in uns vorhanden ist und lediglich wieder geweckt werden muss.
 
Therapeutic Touch – eine energetische Heilmethode
Mit Therapeutic Touch hat diese besondere Art der Berührung eine moderne Form gefunden, die sogar in vielen deutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen angewandt wird. Patienten können dann parallel zu den klassischen medizinischen Therapien eine energetische Heilbehandlung in Anspruch nehmen. Allein in Berlin sind ca. 400 Krankenpfleger in Therapeutic Touch ausgebildet worden.
Mittlerweile wird sie aber nicht nur in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, sondern auch in anderen medizinischen Berufen wie in der Physiotherapie und bei Massagen angewandt, und natürlich auch in privaten Praxen oder rein privat in der Familie und unter Freunden.
Immer mehr Anwender sind überzeugt davon, dass eine gezielte Berührung und sanfte Stimulationen die energetischen Prozesse im Körper aktivieren und harmonisieren.
Die positive Wirkung von Therapeutic Touch zeigt sich meist sofort als tiefe Entspannung und allgemeine Vitalisierung. Die Methode ist sinnvoll bei Angst und Stress, zur Schmerzlinderung und bei der Wundheilung. Auch Chemotherapien und Bestrahlungen werden so besser vertragen. Aber nicht nur in den genannten Fällen, sondern bei vielen Krankheiten oder Befindlichkeitstörungen können Beschwerden reduziert werden.

Dabei findet ein bewusst gesteuerter Prozess des Energieaustausches durch die Hände des Behandlers statt, um die in jedem Menschen vorhandenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren, auszugleichen und zu stabilisieren. So wird der Heilungsprozess beschleunigt. Auch das Immunsystem wird durch die heilsame Berührung stimuliert.
 
Gemeinsame Wege einer Krankenschwester und einer Heilerin
Entstanden ist diese Methode in den USA in den 70er Jahren. Dolores Krieger war Krankenschwester in New York, als sie sich zusammen mit der Heilerin Dora Kunz auf der Suche nach einer neuen Methode der energetischen Medizin machte. Ihr Wunsch war, das energetische Heilen so einfach und unkompliziert zu machen, dass es in den normalen Krankenhausalltag leicht integriert werden konnte. Dafür musste die Methode schnell anwendbar sein, nicht befremdlich wirken und messbare und überprüfbare Ergebnisse bringen.
Die spätere Professorin für Krankenpflege an der University of New York hat dieses alte Heilwissen in einem moderneren Gewand zuerst für Krankenpfleger in ihrem Umfeld angeboten. Dort „testeten“ diese, inwieweit man innerhalb von wenigen Stunden so viel lernen konnte, dass ein heilsamer Effekt bei anderen bewirkt wurde. Die beiden Pionierinnen waren selbst überrascht von ihrem Erfolg: ihre ersten Schüler waren erstaunlich schnell dazu in der Lage gewesen, heilsame Energie zu übertragen.
Die Methode mit dem neuen Namen „Therapeutic Touch“ wurde daraufhin sehr schnell bekannt und füllte eine Lücke in der Schulmedizin, denn viele Pfleger waren unzufrieden mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, den Patienten Gutes zu tun und zur Heilung beizutragen. Gleichzeitig wollten sie aber auch keine allzu fremdartigen Methoden in den Krankenhausalltag hineinbringen.
 
Weltweite Anwendung
Mittlerweile wurden über 200 000 Personen in mehr als 100 Ländern in dieser Methode ausgebildet. In den letzten Jahren ist die heilsame Berührung auch in Europa immer beliebter geworden und wird mittlerweile nicht nur in Deutschland, sondern auch in Großbritannien, der Schweiz, Holland, Österreich und Skandinavien unterrichtet.
Therapeutic Touch gehört zu den am häufigsten dokumentierten komplementärmedizinischen Methoden und versteht sich ausdrücklich nicht als Alternative zur Schulmedizin, sondern als Ergänzung hierzu.
 
Körperliche Berührung
Ursprünglich wurde Therapeutic Touch als eine non-contact-Methode entwickelt. Das heißt, dass der Körper nicht berührt wird, sondern ausschließlich in dem Energiefeld behandelt wird. Aber die Entwicklung zeigt immer deutlicher, dass Menschen eine direkte körperliche Berührung als sehr entspannend und heilsam empfinden, und in Europa hat sich somit die körperlich berührende Variante deutlich durchgesetzt.
 
Heilsame Berührung in der Onkologie und Hospizarbeit
TT hat sich als begleitende Therapie in der Onkologie sehr bewährt. In Wien leistete die österreichische Ärztin Dr. Anita Ritt-Wollmersdorfer über viele Jahre hinweg Pionierarbeit und integrierte so Therapeutic Touch als Bestandteil in der onkologischen Arbeit in drei großen Krankenhäusern. Das Angebot wurde dankbar von den betroffenen Patienten aufgenommen und die Ergebnisse waren sehr positiv.
In vielen Einrichtungen bekommen Patienten mit Krebsdiagnosen regelmäßig Therapeutic Touch-Behandlungen parallel oder im Anschluss an die üblichen Chemotherapien oder Bestrahlungen. Sie berichten von der wohltuenden Wirkung, einer tiefen Entspannung und fühlen sich durch diese berührende Methode sehr angenommen. Und sie fühlen sich dadurch meist gestärkt für die anstehenden nächsten schulmedizinischen Behandlungen.
Auch in der Hospizarbeit wird diese Methode immer beliebter, denn gerade hier braucht man eine sinnvolle Ergänzung zu den notwendigen Medikamenten. Gerade auch für die letzten Lebenstage ist eine sehr präsente und wohlwollende Berührung nicht wegzudenken.
 
Behandlungsablauf
Ziel der heilsamen Berührung ist es, das menschliche Energiefeld – auch Aura genannt – mit den Händen zu erspüren und zu harmonisieren. So wird der Energiefluß angeregt und die Selbstheilungskräfte können wieder besser fließen.

 

Eine klassische Therapeutic Touch Behandlung besteht aus vier Schritten:
 
1. Zentrieren:
Die behandelnde Person bringt sich bewusst in einen entspannten, stillen und konzentrierten Bewusstseinszustand. Sie fokussiert sich auf den Patienten und aktiviert für sich selbst einen Zustand erweiterter Wahrnehmung. In diesem Zustand werden Störungen aus der Umgebung weitgehend ausgeblendet. Während der gesamten Behandlung soll dieser Bewusstseinszustand aufrechterhalten bleiben.
 
2. Energetische Befundaufnahme:
Mit den Händen gleitet der Behandler langsam und gleichmäßig in einem Abstand von 5 - 15 Zentimetern über das gesamte Energiefeld des Patienten und stellt dabei eventuelle Unregelmäßigkeiten und Asymmetrien fest, die in Form von besonderer Wärme, Kälte, Prickeln, Fülle, Leere etc. wahrgenommen werden können. Diese Informationen bilden die Grundlage der darauffolgenden Behandlung.
 
3. Behandlung:
Zuerst wird das Energiefeld geglättet und ausgestrichen; hierbei wird der Energiefluss angeregt. Wenn die Energie an bestimmten Stellen nicht gut fließt, wird dort in besonderem Maße aktiviert. Danach werden die soeben erspürten besonders bedürftigen Stellen gezielt mit den Händen harmonisiert. Es wird Energie hinzugefügt oder ausgeleitet und das Energiefeld neu geordnet. Die Bewegungen sind dabei immer weich und gleichmäßig.
 
4. Erneutes Erspüren des Energiefeldes:
Abschließend wird nachkontrolliert, was sich durch die Behandlung geändert hat. Nach Bedarf wird eventuell auch der vorherige Schritt wiederholt, bis das Ergebnis stimmig ist. Jede Behandlung wird im Anschluss dokumentiert: Wie fühlte sich der Patient vor der Behandlung? Was wurde im Behandlungsablauf vom Behandler festgestellt? Wie fühlt sich der Patient danach? Wurden seine Erwartungen erfüllt?
 
Eine Stärkung auch für die Behandler
Ist es nicht anstrengend, Energie zu geben? Diese Frage hören die Anwender oft. Aber nein, ist es nicht. Sogar eher im Gegenteil. Denn die Anwender lernen in ihrer Ausbildung zuallererst, wie sie sich selbst energetisch versorgen und stärken können, damit sie bei dieser Art Behandlung nichts von den eigenen Energiereserven hergeben müssen und irgendwann ein Burn-out droht.
Während einer Behandlung werden die Anwender selbst energetisch mitversorgt – sie sind sozusagen in der Lage, sich in einen fortlaufenden Energiestrom hineinzubegeben – und viele berichten, dass eine Behandlung auch für sie selbst eine wohltuende Wirkung hat.
Wir erleben heute ein immer größer werdendes Interesse an komplementärmedizinischen Methoden. Vor allem solche, die nicht gegen die Schulmedizin ankämpfen, sondern sich als Ergänzung dazu betrachten, finden immer mehr überzeugte Anhänger.
Und es entsteht eine immer stärkere Sehnsucht nach einer tiefen Berührung auf allen Ebenen.
Vielleicht werden ganz neue Therapien in einigen Jahren zum normalen Alltag gehören – darunter auch die besonders wohltuende heilsame Berührung.

Vera Bartholomay ist Therapeutin und Lehrerin für Therapeutic Touch. Sie unterrichtet in Deutschland, in der Schweiz und in Norwegen. Autorin von „Heilsame Berührung – Therapeutic Touch“,

www.therapeutic-touch-bartholomay.com

Literatur: