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April - August 2022


Resilienz – Das „Selbstschutz-Schild“ gegen Lebenskrisen

Beruflicher oder privater Stress, Schicksalsschläge und radikale Veränderungen begleiten das Leben. Manchem macht auch das Leben unter Corona Bedingungen zu schaffen. Es gibt Menschen, die scheinen alles problemlos wegzustecken, andere kommen in einen Burn-Out oder eine Depression. Auch lassen sich viele körperlichen Leiden auf die Psyche zurückführen. Man denke dabei zum an Beispiel an Blutdruck-, Herz oder Rückenprobleme. Die Fähigkeit mit Belastungen des Lebens umzugehen, wird mit Resilienz beschrieben. Resiliente Personen besitzen auch die Fähigkeit, Möglichkeiten dort zu ergreifen, wo sie sich bieten. Jedoch dort, wo sich keine Möglichkeiten bieten, z. B. in wirtschaftlichen Dauerkrisen, sind selbst resiliente Personen machtlos.

 

Was macht resilient im Umgang mit den Widrigkeiten des Lebens? Forschungen gehen von einer von einer Kombination von genetischer Disposition, individuellen Rahmenbedingungen und psychische Konstitution aus. Die wichtigste Erkenntnis ist jedoch: Resilienz kann man üben. Die innere Haltung für Resilienz nimmt eine wichtige Rolle ein. Unsere Gedanken und Einstellungen gegenüber der Außenwelt und uns selbst gegenüber haben einen großen Einfluss darauf, wie wir Stressoren begegnen. Um uns unserer Gedanken und Einstellungen bewusst zu machen und zu verändern, wurden Modelle entwickelt. Eines davon ist das „sieben Säulen Resilienz-Modell“. Oft werden sie als Wurzeln eines Baumes dargestellt, da sie zusammen als Grundlage für die Resilienz verstanden werden. 

 

Die Wurzeln der Resilienz sind nach diesem Modell Achtsamkeit, Akzeptanz, Optimismus, Selbstwirksamkeit, kreatives Lösungsdenken, Beziehungspflege und zielorientiertes Handeln.

 

In der Natur ist es für Menschen aus der Zivilisation einfacher, den Alltag hinter sich zu lassen und sich auf das Innere zu konzentrieren. Die Wahrnehmung der Natur löst etwas in uns aus. Grüne, naturnahe Umgebung und Geräusche und Zivilisationsferne lassen uns entspannen, weil wir Sicherheit spüren. Es fällt dann leichter den Geist zu öffnen und neuen Gedanken Raum zu geben. Achtsamkeit ist einer der Schlüssel zur Veränderung. Achtsamkeit bedeutet Bewusst machen, die Voraussetzung für Veränderung. Diese Achtsamkeit kann in der Natur geübt werden.

 

Die gefühlte Aufforderung seine Resilienz selbst in die Hand zu nehmen, führt zur Kritik. Viele psychotherapeutische Ansätze und Managementtrainings bauen darauf auf, dass negative Lebensereignisse als Chance zu emotionalem Wachstum begriffen werden müssen. Gelingt das eine(r)m Betroffene(n) nicht, gilt er/sie als gescheitert. „Sei resilient!“ werde so zur „Aufforderung, die eigene Sensibilität zu verlernen und sich gegen die Zumutungen unzumutbarer Lebensbedingungen zu immunisieren“. Der Resilienz-Hype suggeriere, dass ein Allheilmittel gegen Krisen und Probleme aller Art gefunden worden sei. Die Kritik am Umgang mit dem Resilienz-Begriff sieht das Problem nicht in der Stärkung der Widerstandskraft der Menschen. Man sieht vielmehr die damit einhergehenden Tendenz, ungesunde, schlechte oder zerstörende Verhältnisse als gegeben zu akzeptieren und lediglich einen Umgang damit zu finden. 

 

Festzuhalten bleibt: Resilienz hilft mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Die inneren Stärken zu entdecken kann man üben. Überforderung in existenziell zerstörenden Lebenslagen kann sie nicht auffangen – dann ist es wichtig, auf soziale Solidarität vertrauen zu können. 

 

Infos: Deutsche Akademie für Waldbaden und Gesundheit 

https://waldbaden-akademie.com/, info@waldbaden-akademie.com 

Tel.: 06323 80 898 30.