Begonnen hat alles mit dem Besuch von Thich Nhat Hanh. Eingeladen wurde er von Manfred Folkers und mir (Karl-Heinz Plaggenborg). Im Jahr 1993 war er in Oldenburg und hat im frisch fertig gestellten PFL-Kulturzentrum einen Vortrag vor 700 Leuten gehalten. Als Folge dieses Besuches bildete sich ein Gesprächskreis mit dem Schwerpunkt „Achtsamkeitspraxis“, aus dem sich der Verein „Achtsamkeit in Oldenburg“ gründete. Damals war der Begriff „Achtsamkeit“ noch nicht so in aller Munde wie heute. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Buchhandlung Plaggenborg entstand die Idee, dazu ein umfangreicheres Magazin herauszubringen. Das war also die Geburtsstunde von "Achtsames Leben".
Seitdem haben sich viele Themenfelder verändert. Waren es damals noch die Anfänge der „Esoterik“, so kamen in den vielen Jahren viele alte und neue Themen dazu. Was heute selbstverständlich erscheint und auch von vielen anderen Medien aufgegriffen wurde, war am Anfang noch Wissen, das erstmal wieder ausgegraben werden musste. Inzwischen haben sich zumindest im „Achtsamen Leben“ die Themen verlagert von Esoterik zu „Bewusstem Leben“, „Gesundheit“ und auch „Nachhaltigkeit“ und „Gesellschaft“.
Ohne die vielen AnbieterInnen, die das „Achtsame Leben“ z.T. von Anfang an unterstützt haben mit ihren Anzeigen, hätten wir niemals bis heute am Markt bestehen können. Deshalb geht ein ganz großer Dank an alle AnzeigenkundInnen, ehemalige und aktuelle, sei es eine Kleinanzeige, ein Marktplatz oder eine Formatanzeige! Und wir hoffen natürlich, dass das „Achtsame Leben“ auch noch eine Weile weitermachen kann. Übrigens: das „Achtsame Leben“ soll eine KI-freie Zone bleiben (soweit wir das nach bestem Wissen und Gewissen beurteilen können).
Bedanken möchten wir uns auch bei unseren Grafikern, die einen schönen Text geschrieben haben darüber, was das Magazin „Achtsames Leben“ ausmacht.
…und wie ging es bei den Plaggenborgs ohne Buchhandlung weiter?
Zunächst einmal auch hier ganz herzliche Dankeschöns für die vielen sehr lieben Abschiedsschreiben und Mails, mit soviel Wertschätzung für die geleistete Arbeit der Buchhandlung! Darüber haben wir uns sehr gefreut! Und ein ganz besonderer Riesendank geht an die liebe Seele, die uns noch einmal so großzügig beschenkt hat (nach dem großen Geschenk anlässlich des Betruges vor 2 Jahren)! Es ist dieselbe „Handschrift“, dasselbe Papier, die gleiche Machart, also wieder eine anonyme Spende, von der wir nun 2 Monate gut leben konnten!!
Noch wissen wir gar nicht genau, wie das geht ohne Buchhandlung, jetzt im Februar, weil erst soviel zu tun war an Abwicklung, dann waren wir in Urlaub, dann krank, und jetzt ist schon das „Achtsame Leben“ dran – in ein paar Wochen werden wir mehr sagen können. Auf jeden Fall ist es schon sehr angenehm, dass das Telefon nicht mehr so oft klingelt (und man sich auch nicht ärgert, wenn es nicht klingelt…) und vor allem, dass niemand mehr kommt. Sonst war man immer so ein bißchen in Hab-Acht-Stellung, dass gleich jemand kommt, Buch abholen. Das entfällt jetzt und ist angenehm. Man wird sehen, wie sich alles weiterentwickelt. Wir werden weiter berichten.

Die Buchhandlung Plaggenborg schließt ihre Türen – für immer!
Am letzten warmen Nachmittag im September, am 20.9., haben die Plaggenborgs entschieden, mit der Buchhandlung aufzuhören! Schon seit längerer Zeit haben wir immer wieder hin und her überlegt, was tun, und in diesem Sommer haben wir dann endlich mal angefangen, ganz konkret zu rechnen. Und dabei kam raus: das „Hobby“ Buchhandlung ist viel zu teuer! Wir zahlen jeden Monat mindestens 500 € drauf. Und da sind die Rücklagen dann schneller aufgebraucht, als man schauen kann.
Das betrifft jetzt aber nur das Buchgeschäft, das wir aufgeben. Die Buchhandlung gibt weiterhin das „Achtsame Leben“ heraus und ich (UP) mache weiter mit dem Webservice. Auch das natürlich nur so lange, wie es geht und sich rechnet. Beim „Achtsamen Leben“ und beim Webservice bleibt wenigstens etwas übrig.
Das Buchverkaufen ist ja schon länger schwierig geworden, jedenfalls in unserer Bewusstseins-Nische. Wie überall in allen Branchen haben es die kleinen Verlage, die die richtig interessanten Titel herausgeben, extrem schwer, sich am Markt zu behaupten. Die Themen, die wir bedient haben, interessieren im Prinzip nur noch einen kleinen Kreis von Menschen, die sich noch nicht dem Mainstream zugewandt haben. In einem sehr guten Artikel in der Süddeutschen Zeitung wurde dazu bemerkt, dass es um eine „VerTikTokung“ des Buchmarktes gehe, bei dem der Groschenroman (meine Eltern nannten es „Schundliteratur“) eine Renaissance erlebt. Die ewig gleichen Märchen mit überkommenen Rollenmodellen, viel Sex und langweiliger Handlung füllen die Bücherregale insbesondere junger Frauen zwischen 16 und 30 Jahren. Da ist ja Taylor Swift noch interessanter (jedenfalls im Hinblick darauf, wie sie sich dem Marktzwang entzieht – Chapeau!).
Eine Ära geht zu Ende, in jeder Hinsicht, das muss man bemerken. Selbst Verlage, mit denen wir früher gerne zusammengearbeitet haben, beugen sich dem Druck und produzieren eher oberflächliche Titel. Davon ganz abgesehen, waren die KundInnen, die uns in den letzten Jahren nach der Ladenschließung vor nun auch schon 15 (!) Jahren die Treue gehalten haben, in erster Linie alte FreundInnen und NachbarInnen. Und ohne die Stadtbibliothek wäre schon viel eher Schluss gewesen…Deshalb geht unser ganz herzlicher Dank an alle diejenigen, die uns all die Jahre treu geblieben sind!!
Karl-Heinz:
Nun ist es soweit: die aktive Phase als Buchhändler wird zum 23.12.2025 beendet. Das waren 53 Jahre und neun Monate in einem Beruf, der mich sehr ausgefüllt hat. Und immer wieder gibt es etwas Neues! Für neugierige Menschen wie mich war das genau der richtige Beruf. Was konnte ich alles im Gespräch mit Menschen erfahren. Eigentlich unbezahlbar. Aber es gibt Umstände, die mich mit 75 Jahren zu einem ruhigeren Lebensabschnitt führen. Jetzt vielleicht mit mehr Freizeit und der Möglichkeit auch mal zu lesen? Eventuell mehr Bewegung in frischer Luft und wieder Tai Chi? Auf jeden Fall bin ich aktiv bei Ping-Pong-Parkinson solange es geht. Das macht Spaß!
Ulrike:
Für mich ist es natürlich nicht so schwer, das alles loszulassen, weil ich ja mit der Buchhandlung nur noch am Rande zu tun hatte, bzw. mich „nur“ um die Online-Bearbeitung des Shops gekümmert habe. Natürlich wird sich unser Leben doch sehr entschleunigen, hoffen wir. Wenn wir nur noch 3mal im Jahr das Achtsame Leben zu bearbeiten haben und ich mich um die Webservice-Arbeiten kümmere, dann müsste doch viel mehr Zeit da sein. Das Webseiten-Gestalten macht mir ja auch Spaß, und mit jeder Seite lerne ich wieder dazu. Außerdem wird es dann für die KundInnen noch günstiger, weil ich wieder auf eigene Rechnung arbeiten kann – mehrwertsteuerbefreit! Ich arbeite ja ohnehin schon sehr günstig, und für die, die wenig Geld haben, wird es nun noch günstiger…!
Was uns noch umtreibt, ist die Frage, ob wir uns unser Haus noch auf Dauer leisten können, weil wir ja nach wie vor nicht viel Geld zur Verfügung haben werden, und jede Reparatur schmerzt. Da sind wir noch dabei, alle möglichen Beratungen in Anspruch zu nehmen, um zu sehen, ob wir irgendwoher noch Unterstützung bekommen können. Den Lastenzuschuss (das ist Wohngeld für Eigenheimbesitzer) bekommen wir schon, aber das ist so wenig, dass es nicht wirklich reicht. Nun ja, mal sehen, was dabei herauskommt. Vor unserem Urlaub im August habe ich teilweise gedacht, jetzt dreh‘ ich durch, weil das alles zuviel wurde. Dann hat meine Freundin mir Omega 3 „verschrieben“ und danach ging’s langsam aufwärts und ich konnte mehr vertrauen darauf, dass alles gut ist.
Und wie geht es weiter?
Bis Jahresende haben wir nun noch viel zu tun, um alles „abzuwickeln“. Das aber immer mit der Aussicht auf wirklich freie Tage an Weihnachten und danach immer weiter! Zeit, um endlich mal einfach so in die Gegend zu schauen, um rauszugehen, um Fahrrad zu fahren, zu lesen, um Liegengebliebenes im Haushalt aufzuarbeiten. Alles ohne Zeit-Druck, das sind doch tolle Aussichten!
Und hier sind die Alternativen für Ihre/Eure Buchbestellungen: glücklicherweise gibt es den Kollegen Michael Deblitz vom Antiquariat Buchstabei in der Nadorster Straße 32, der weiterhin für die Kundenwünsche der BuchkäuferInnen und LeserInnen da sein wird. Telefonisch erreichbar unter 0441-776500, außer montags (geschlossen) - https://www.buchstabei.de mit einem gemütlichen Laden und vor allem: er kann alte und neue Bücher besorgen.
Oder wenn schon online, dann richtig - bei Fairbuch, Deutschlands erster sozialen Online-Buchhandlung. Was so besonders bei denen ist, beschreiben sie hier: https://www.fairbuch.de/shop/magazine/8089/das_sind_wir.html .
Also weiterhin viel Freude am Lesen!
Nun wünschen wir Ihnen/ Euch allen erholsame Tage mit viel Entspannung und Erbauung und vielleicht mal auf ein Wiedersehen!
Herausgeber Achtsames Leben:
Karl-Heinz & Ulrike Plaggenborg
Lindenstraße 35, 26123 Oldenburg
Tel. 0441-17543
Das Achtsame Leben erscheint drei Mal im Jahr:
am 15. April, 15. August und 15. Dezember.
Der Abgabe-Termin für Anzeigen für die
Ausgabe August - Dezember 2026:
(erscheint zum 15. August 2026):
Marktplätze, Veranstaltungen, Ausbildungen, Praxis & Methoden,
Weitere AnbieterInnen:
spätestens 19. Juni 2026;
Wer macht was im Internet, Kleinanzeigen:
spätestens 19. Juni 2026;
fertige Formatanzeigen: spätestens 10. Juli 2026.
Webservice Ulrike Plaggenborg:
